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Pendragon

Passion

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011 (Deluxeausgabe mit DVD (Dokumentation zur Entstehung des Albums)
Besonderheiten/Stil: Neoprog; New Artrock
Label: Toff Records
Durchschnittswertung: 8/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Nick Barrett guitars,vocals, keyboards, backing vocals
Clive Nolan keyboards,backing vocals
Peter Gee bass
Scott Higham drums, backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Passion 5:28
2. Empathy 11:21
3. Feeding Frenzy 5:47
4. This green and pleasant land 13:14
5. It's just a matter of noet getting caught 4:41
6. Skara brae 7:32
7. Your black heart 6:47
Gesamtlaufzeit54:50


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 4)


PENDRAGON verfolge, höre und mag ich seit ihrem Debüt. Wie z.B. bei ELOY bin ich mir bewusst, dass sie nicht die Speerspitze des Progs bilden, sondern eher meine melodieselige Seite bedienen. Kurz gesagt, irgendwie mochte ich die Band immer. Umso überraschter und im positiven Sinne erfreut war ich, als sie mit dem letzten Album PURE neue Wege einschlugen, ohne ganz auf den alten Stil zu verzichten. Überspitzt gesagt, nun konnte man PENDRAGON ruhig neben den schrägen CDs liegen lassen, ohne mitleidige Blicke zu ernten:-)

Mit ihrem neuen Album PASSION knüpfen sie nicht nur nahtlos am "neuen" Sound des Vorgängeralbums PURE an. Sie sind sogar in der Lage, noch eine Schippe drauf zu legen.

PURE war, trotz der für viele alte Fans ungewohnten Härte, gerade im zweiten Teil deutlich als PENDRAGON zu erkennen, mit allen "Klischees", die viele Proghörer der Band vorwerfen - zuckersüße Melodien, elegische Pink Floyd-Gitarren, schmalzige Keyboards und 'schlechter' Gesang. Auf dem neuen Album gelingt es der Band, ihren "alten" Stil besser mit den neuen Einflüssen zu verknüpfen und zu einem neuen Ganzen zu verbinden. Beispielhaft deutlich zeigen dies Titel wie "Feeding Fenzy" oder "Skara Brae", wo harte Klänge, stampfende Rhythmen wunderbar zusammengehen mit guten Melodien im Refrain oder den Strophen..

In anderen Songs, besonders bei den beiden Longtracks verknüpfen sie unterschiedliche Stimmungen und Gangarten der einzelnen Teile geschickt zu einem Ganzen. "Empathy" erinnert gerade im Mittelteil mit den typischen langen Gitarrenbögen und den schwülstigen Keyboardstreichern an alte Zeiten. Aber gesanglich rapt Barrett hier leicht und am Anfang des Titels wird erst monoton und laut gerifft, während am Ende Clive Nolan für seine erste Symphonie übt. Ansonsten wird die Melodieseligkeit und die Süße der früheren Jahre durch harte Gitarren, einem sehr kraftvollem Schlagzeug und für Nolan ungewohnten Sounds in abwechslungsreichere Bahnen gelenkt. Dazu kommen skurrile Produktionsideen wie Jodeln zu Freiformelektronik (am Ende von "This green and pleasant land") oder blubbernde Synthies mit Harfenklängen gleich danach in "It's just a matter.."

Fazit - Nick Barrett und seine Mannen haben es geschafft, PENDRAGON einer Generalüberholung zu unterziehen, ohne ihre Markenzeichen völlig aufzugeben. Trotz aller Anleihen bei Bands wie Porcupine Tree bleiben sie immer erkennbar und eigenständig genug. Die Deluxeausgabe kommt in einem dicken, schicken Digibook daher, wobei die CD und die beigelegte DVD mit einer Dokumentation zur Entstehung des Albums glücklicherweise in eingeklebten Plastikträgern ruhen.

Anspieltipp(s): Feeding Fenzy. Passion
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.4.2011
Letzte Änderung: 16.4.2011
Wertung: 11/15

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Von: Henning Mangold @ (Rezension 2 von 4)


Progalben sind manchmal wie Filme. Schon Mike Oldfield hat das angedeutet: als sein "Tubular Bells Part 3" herauskam, äußerte er die Hoffnung, der Hörer möge das Album als so abwechslungsreich erleben wie einen Film von Steven Spielberg. Gut, dass Oldfield diesen Tipp noch losgeworden ist, denn sein Statement kam gerade rechtzeitig vor der Zeit, als sich der Abwechslungsreichtum aus seinen Aufnahmen unweigerlich verabschiedete.

Pendragon-Alben sind auch wie Filme, und sie waren es immer. Die ersten waren actionreiche Melodramen mit Abenteuer-Einlagen ("Jewel"-Phase), dann folgte die Epoche der opulenten Ausstattungsfilme und Historien-Fantasy-Blockbuster ("World"-"Window"-"Masquerade"-Phase) mit ganz viel Spannung und Romantik. Dann kam ein B-Movie ("B-elieve" ;-)). Das war der Zeitpunkt, als ich sicher war, das war's jetzt mit Pendragon. Ich konnte ja auch nicht ahnen, dass das Beste erst noch kommen sollte, nämlich die supercoole Killer-Thriller-Phase im Tarantino-Stil! Jetzt mit weniger Romantik und dafür mit mehr Killustrations-Thrill!

Mit "Pure" hat es angefangen und wird nun mit "Passion" fortgesetzt. Man kann es auch so formulieren: nach schroffer Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit erfolgt jetzt der Versuch einer Versöhnung mit derselben, ohne das Neugewonnene einzuschränken. "Passion" wagt die Quadratur des Kreises, will frisch und altbekannt zugleich klingen und bekam dafür bisher schon so einige positive Besprechungen. Nick Barrett shoutet, Nick Barrett rappt, Nick Barrett spielt aber auch noch überwältigende Gitarrensoli in Longtracks. Dass jemandem diese Kombination nicht gefiele, wäre nahezu unmöglich.

Auch ich würde das neue Werk sicher ehrfurchtsvoll würdigen - erschienen mir nur nicht die Symptome des zweiten bis dritten Frühlings einer altgedienten Band als gar so offensichtlich. Ich muss es ja wissen: das kenne ich aus eigener Erfahrung meiner Generation nur zu gut. Ein Nachholzwang in Coolness hat aber nichts mit echter künstlerischer Inspiration zu tun, denn die ist von einer Faszination der Zeitlosigkeit umgeben - also genau von dem, was die Musik von Pendragon früher ausstrahlte und was jetzt nur noch von der "Killustrations"-Oberfläche zurückgeworfen wird. Mögen Pendragon früher auch noch so sehr belächelt worden sein: ihre damals vielgeschmähte Melodienseligkeit hat den eigentlichen Charakter dieser Band verkörpert, dagegen wirkt die neue Coolness auf mich kaum glaubwürdiger und authentischer als ein Rentner, der plötzlich mit einem Sportwagen Motorrad fährt.

Gerade im Longtrack "Green and pleasant Land" bekommt der heutige Hörer überdeutlich präsentiert, wie sich eine Band selbst verhohnepipeln kann: Der Track ist zunächst aufgebaut wie ein Pendragon-Klassiker der besten Zeit: nach Einleitung und Strophen folgt eine instrumentale Klimax mit Spannungsbogen und zunehmender Geschwindigkeits-Power, und daran schließt sich - tatsächlich! - noch einmal eine hymnische Wendung an, die Andeutung einer überschwänglichen Kulmination wie in alten Tagen. Alles hätte man daraus jetzt machen können, einen Nachfolger von "The Shadow" oder "Man of Nomadic Traits", wenn man nur gewollt hätte. Aber da man das nicht mehr will, bricht man die Hymne unvermittelt ab und ersetzt sie zynisch mit blubbernden Jodellauten: Was genau will Barrett damit nur beweisen? Dass Perlen sich vor die Säue werfen lassen? Das weiß doch die Menschheit schon seit biblischen Zeiten?

Witzig am Rande ist, dass nach dieser musikalischen Selbstaufopferung dann auch Schluss ist mit den Wagnissen des Albums: "Skara Brae" hat zwar gutes Riffing, kommt aber nur auf seine Spieldauer, weil die Grundidee ständig wiederholt wird (eine Ungeschicklichkeit, die auch früher schon gelegentlich bei dieser Band vorkam). Und der Schlusstrack ist fast so langweilig wie seinerzeit "And we'll go hunting deer". Da kommen dann auf einmal ausgerechnet die alten Erinnerungen auf, auf die sogar ich lieber verzichtet hätte.

Denen, die den neuen Pendragon etwas abgewinnen könne, gönne ich aber ihren Spaß von Herzen: lange genug hat es für sie ja gedauert, diese Band endlich mal entdecken zu dürfen, ohne in der Clique gemobbt zu werden ;-). Und selbst "Passion" ist immer noch besser als ein ganzes Leben lang ohne Pendragon. Aber sollte sich jemand von den Lesern zu den ewiggestrigen Romantikern zählen, zu denen ich zweifelsfrei gehöre, dann rate ich ihm zu vorsichtigem Abstand: der Name "Pendragon" bürgt heutzutage längst nicht mehr für das, was er früher wie selbstverständlich versprochen, gehalten und in Anspruch genommen hat.

Anspieltipp(s): Den Longtrack "Green and pleasant Land" sollte man schon mal gehört haben - inklusive der Geräusche zum Schluss - sonst glaubt man das ja doch nicht?
Vergleichbar mit: dem dritten Album von Knight Area: da war das Cover auch von "Killustrations" und die Musik war auch ziemlich cool.
Veröffentlicht am: 1.5.2011
Letzte Änderung: 12.3.2012
Wertung: 7/15
Die Instrumentalleistungen und die Produktion sind übrigens superb. Auch der neue Drummer ist klasse (er klingt nur kaum nach Pendragon ;-)).

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Von: Michael Hirle @ (Rezension 3 von 4)


Jap, ich gebs zu, mir gefallen die alten Alben, mir gefällt der Kitsch, mir gefällt der schwachbrüstige Gesang, das Fahrige, das Verträumte. Und ich halte "The Masquerade Overture" nachwievor für Nick Barretts Meisterstück. Neigte man sich auf "Not of this World" und "Believe" weg von Marillion, hin zu Pink Floyd, hielten auf "Pure" plötzlich Klänge von Porcupine Tree einzug. Das ließ aufhorchen, das gab ein Schulterklopfen seitens der Presse und katapultierte die Band, mit 8 Jahren Verspätung, ins neue Prog-Jahrtausend. 3 Jahre später nun also "Passion".

Was man Pendragon, vorweg, zugute halten muss: sie haben ihren besonderen Vibe immer beibehalten. Egal ob da jetzt Pink Floyd, Marillion oder Porcupine Tree mitschwangen, Pendragon blieben immer Pendragon. Doch auf "Passion" klingt es für mich, mehr noch als auf "Pure", aufgesetzt, ein sich-lösen, ohne irgendwo anzukommen. Zog sich bis "Pure" so etwas wie ein evolutionärer Fluss durch Pendragons Schaffen, fahren jetzt die großen Bagger und Planierraupen auf und zwingen den Fluss unsanft in zeitgemäßere (verkaufsträchtigere?) Bahnen. Manchmal gelingt dies überaus spannend und mit tollen Melodien (This green and pleasant land), öfter aber lauscht man, eher peinlich berührt als begeistert, den älteren Herren beim Wüten in fremden Gärten. Vielleicht hätte ich mir eine gewisse Altersweisheit, Gelassenheit gewünscht...was auf "Pure" im ersten Moment noch als frisch und zweiter Frühling tituliert wurde, entpuppt sich auf "Passion" als bemühtes Mithalten-Müssen. Möge uns der Zeitgeist nicht mit in die Vergessenheit reißen.

Vielleicht ist "Passion" aber auch nur eine Station in der ganz eigenen Band-Passion, wo am Ende nicht mehr Kampf sondern Aussöhnung steht. Das Cover zieren, bestimmt nicht ohne Grund, Maya Figuren. 2012 das Jahr des großen Umbruchs? Der Grundstein wurde von der Band bereits 2008 auf "Pure" gelegt. Oft ist Umbruch auch eine Zeit der Rückbesinnung...ohne regressiv sein zu müssen.

Anspieltipp(s): This green and pleasant land
Vergleichbar mit: Pendragon, Arena, Kino
Veröffentlicht am: 24.1.2012
Letzte Änderung: 24.1.2012
Wertung: 7/15
die modernen Sounds können die Alterserscheinungen leider nicht verbergen

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Passion. Leidenschaft. Leidenschaftlich habe ich Pendragon nie geliebt. Aber für ihren recht eigenen Stil gemocht. Wenn man klassischen Neoprog höhen wollte, hier bekam man ihn geboten. Was könnte ich "Passion" vorwerfen? Eigentlich nichts. Wäre das Album nicht von Pendragon, ich wäre durchaus angetan. Vor allem das Schlagzeugspiel ist druckvoller als je zuvor. Es ist aber Pendragon. Und daher vergleiche ich natürlich. Und es ist nicht das, was ich kenne. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Zwar hat Pure schon in die neue Richtung gewiesen, dennoch stellt mein Unterbewusstsein beim Namen Pendragon sofort auf SUSI-Prog. Was tun. Man wendet einfach einen Taschenspielertrick an und sagt sich: das ist gar nicht Pendragon.

Dann ist es plötzlich eine Band, dessen Sänger zwar mitunter nach dem alten Barrett klingt, die mal fett riffenden, mal wahwah-igen, sehr gitarrenlastigen NeoArtrock (Neo und New ist doch dasselbe, oder?) spielt, auch gerne mal ein melodiöses Gitarrensolo einflicht und die nach Galahad, Porcupine Tree und vielen anderen Bands der Jahrzehntewende klingt, die mir alle im Moment nicht einfallen wollen. Obige Vergleiche mit Arena und Kino finde ich kaum passend. Die Musik hier ist viel härter, die Gitarren verzerrter.

Wenn ich wollte, könnte ich für Passion dasselbe Fazit treffen wie für Pure: gut gemacht, ansprechend, aber weder wirklich eigenständig, noch mit dem typischen Pendragon-Flair, der die Band eben ausgemacht hat. Ich will.

Anspieltipp(s): The Walls of Babylon
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.1.2014
Letzte Änderung: 13.1.2014
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pendragon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1985 The Jewel 9.00 2
1986 9:15 Live 8.00 1
1988 Kowtow 8.00 1
1991 The World 7.00 3
1991 The rest of 4.00 1
1993 The very very bootleg 4.00 1
1993 The Window Of Life 9.00 4
1994 Fallen Dreams and Angels 6.50 2
1995 Utrecht...The final frontier 7.00 1
1996 As Good As Gold 7.00 1
1996 The Masquerade Overture 10.50 2
1997 Live in Krakow 1996 7.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 2 4.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 1 8.00 1
2000 The History: 1984-2000 8.00 1
2001 Not of this world 9.50 2
2002 Acoustically challenged 7.00 1
2005 Believe 6.75 4
2006 And Now Everybody To The Stage... (DVD) 11.00 1
2007 Past And Presence (DVD) 11.00 1
2008 Pure 9.00 4
2009 Concerto Maximo (DVD) 9.00 1
2012 Out Of Order Comes Chaos (DVD) 9.00 1
2013 Out of Order Comes Chaos 9.00 1

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