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Voivod

Dimension Hatröss

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1988
Besonderheiten/Stil: Mathrock; Metal; Progmetal
Label: Noise Records
Durchschnittswertung: 7.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Denis "Snake" Belanger Gesang
Denis "Piggy" D'Amour Gitarre
Jean-Yves "Blacky" Theriault Bass
Michel "Away" Langevin Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Experiment 6:11
2. Tribal Convictions 4:52
3. Chaosmongers 4:41
4. Technocratic Manipulators 4:36
5. Macrosolutions To Megaproblems 5:34
6. Brain Scan 5:09
7. Psychic Vacuum 3:50
8. Cosmic Drama 4:56
9. Batman 1:45
Gesamtlaufzeit41:34


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 1 von 3)


"Dimension Hatröss" gilt im Allgemeinen als das Album, das den Voivod-Stil verkomplizierte und damit der kreativen Hochphase 1989 - 1993 mit ihrem einerseits eher rockigen, andererseits progressiv ausgerichteten Material den Weg ebnete. Grundlage des Sounds ist auf diesem Album natürlich immer noch der Thrash Metal, aber ein näherer Blick lohnt sich definitiv.

Bereits "Experiment" eröffnet das Album mit Frickelparts im 7/8-Takt, danach geht es aber recht gewöhnlich schnell thrashig weiter. Da zum Ende hin, vor der Wiederaufnahme des Intros, noch mal eine weitere krumme Passage (5/8) folgt, zeichnet sich schon hier ab, dass gerade diese technischen Schmankerln das Album prägen werden. Daneben ist aber auch die gewollt dissonante Gitarrenarbeit bemerkenswert. "Tribal Convictions", dem Titel entsprechend vor allem von superber Schlagzeugarbeit dominiert, ist allerdings schon ein deutlicherer Fingerzeig in Richtung der Zukunft. Bevor die Nummer nach ca. 3 Minuten wieder in schnellen Thrash abgleitet, gibt es nämlich ein eher rockiges Arrangement und schön ins Ohr gehende Harmoniefolgen zu bestaunen. "Chaosmonger" geht in seiner Zappeligkeit hingegen in die Math-Richtung. Hier ist es die schrille Gitarrenarbeit, die das Stück hörenswert macht.

"Technocratic Manipulations" könnte anfangs dank motörhead'schem Gesäßtreter-Rhythmus als Vorläufer von "Panorama" (auf "Angel Rat") gelten, wäre da nicht der vertrackte Mittelteil. "Macrosolutions To Macroproblems" zeigt eine ähnliche Diversität. Der Anfang könnte als kompliziertere Fassung der New Wave Of British Heavy Metal durchgehen, doch dann verlegt sich die Band schnell wieder aufs Frickeln. Immerhin gibt es ein paar recht atmosphärische Passagen zwischendrin, aber die Anlage derartiger Songs lässt diese doch relativ zerrissen wirken. Grundlegend variiert die Band leider ihr Kompositionsschema auf den restlichen drei Songs (das intelligente Cover der "Batman"-Titelmelodie ausgelassen) nicht mehr, sodass sich "Dimension Hatröss" recht leicht auf eine Abfolge von eingängigen Metalparts und viel abgedrehtes Gefrickel runterbrechen lässt. Mit Blick auf die weitere Entwicklung lassen aber einzelne Einfälle aufhorchen, etwa das Echo-Riffing am Anfang von "Brain Scan", der teilweise relaxte Gesang in "Psychic Vacuum" oder das düstere Intro zu "Cosmic Drama".

Letztlich ist "Dimension Hatröss" eine technisch durchaus unterhaltsame Angelegenheit. Musik für Musiker nennt man sowas auch mal. Wie schon erwähnt wurde, wirken die Songs aber manchmal doch etwas zu zerfahren. Leider erweist der eher monotone Gesang von Denis "Snake" Belanger dem Material dahingehend einen Bärendienst, dass in Sachen Melodien kaum Höhepunkte gesetzt werden. Auf späteren Alben konnte dem durch melodischere Gitarrenarbeit entgegengewirkt werden. Da diese hier zwar auch recht ausgefeilt ist, aber ins Ohr gehende Harmonien nur selten bemüht, ist "Dimension Hatröss" über weite Strecken eher anstrengend zu hören. Am besten tönt das Album aber natürlich dann, wenn die genannten Kritikpunkte gemieden werden. Und von dort aus ist der Weg zu "Nothingface" und "The Outer Limits" nicht sehr weit. Andernfalls ist "Dimension Hatröss" eine eher verwirrende technische Nabelschau einer immerhin einfallsreichen Thrashband.

Anspieltipp(s): Experiment, Tribal Convictions
Vergleichbar mit: gemäßigten Mekong Delta mit anderem Sänger
Veröffentlicht am: 19.4.2011
Letzte Änderung: 20.4.2011
Wertung: 7/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 3)


"Anstrengend zu hören" ist hier das Stichwort. Dies liegt natürlich immer im Auge des Betrachters. Oder in unserem Falle im Ohr des Zuhörers. Vergleicht man "Dimension Hatröss" mit späteren Alben des Vierer-Kanadiers, dann trifft das zweifellos zu. Legt man jedoch Rrröööaaarrr als Masstab daneben, dann wird vorliegendes Album zu einem Ausflug reinsten Wohlklangs. Ich überteibe natürlich ein wenig; auch auf ihrem gemeinhin den progressiven Durchbruch markierenden Album sind Voivod noch ein gutes Stück vom durchschnittlichen Hörempfinden bzw. leicht konsumierbarer Musikkost entfernt. Der Thrashmetal früherer Alben ist aber nur noch ein Stützkorsett, das mit Mathrock und Progmetal ummantelt wird.

Voivod erreichen hier beiweitem nicht die Klasse beispielsweise von Watchtowers Energetic Disassembly, das, was Rhythmusarbeit und -wendungen anbelangt nochmals zwei bis drei Schippen drauflegt und einiges verspielter daherkommt. Aber in der auf "Killing Technology" eingeschlagenen Richtung wird hier fortgefahren und das ist gut so.

Anspieltipp(s): Prolog/Experiment, Chaosmongers
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.5.2012
Letzte Änderung: 9.5.2012
Wertung: 6/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 3 von 3)


Alles eine Frage des Blickwinkels, möchte ich meinen Vorrednern mal zurufen! Als Metalfan der 80er habe ich diesem Album wohl den Sprung in progressive Gefilde zu verdanken. Damals war mir das nicht so bewusst. Heute erkenne ich bei näherer Betrachtung dann doch, dass mir die Auseinandersetzung mit der im Vergleich zum Metal der damaligen Zeit "schweren" Voivod-Musik wahrscheinlich den Grundstein gelegt hat, mich auch später in anderen Musikrichtungen umzuhören.

Voivod waren damals sowas wie eine Krach Combo. Die meisten mochten sie nicht, weil sie sich eben fernab jeglicher Hauptströme bewegten. Ich mochte sie nicht, weil mir deren erste Werke einfach nur Krach boten. Ich verstehe auch heute nicht dieses ewige "juchhu, sie gehen zurück zu alten War and Pain Tagen"-Geschreie. Erst mit dem Album "Killing Technology" hatten Voivod erste Achtungserfolge in meinen Ohren hinterlassen. Das war zugänglicher und - aus rein persönlicher Sicht - so schräg, dass man sein Umfeld damit glänzend ärgern konnte:).

Mit "Dimension Hatröss" kam dann - aus Metal Sicht - ein glatter Sound dazu, der aus Progger-Sicht immer noch ungehobelt und brachial klingt. Aber ich mag euch zurufen (hatte ich das oben schonmal so formuliert?): Lauschet und ihr werdet erkennen. Trotz aller Thrash Metal Attitüde steckt da viel mehr drin. Geradezu irre donnern die Strukturen der Songs durch die Boxen. Voivod machten seinerzeit schon Wendungen in die Stücke, wo eigentlich alles geradeaus ging. Dazu dieses einzigartige Gitarrenspiel. Unverwechselbar. Auch der "Gesang" - nennen wir es mal so - war irgendwie anders. Diese langgezogenen, offenen Vokale, ewige Wiederholungen des 'wäääääääääähh' (z.B. in nowh(ä)ere und "miiiiiiieee" (in me:) ). Das animierte durchaus zum Mitbrüllen (auch shouten genannt) beim Kopfschütteln (ergo: moshen!).

Voivod sind also durchaus brilliant auf diesem Album. Ohne Frage sind sie aber auch Metal auf diesem Album. Die Double Bass knätert nahezu durch jeden Song, auch wenn dabei mal ruhigere Takte eingebaut werden. Dennoch erkenne ich eine Band, die "erwachsen" werden will. Und dazu braucht es immer den nächsten Schritt. Eine Raupe braucht auch den Kokon, um Schmetterling zu werden. Und nach "Killing Technology" hieß der logische Schritt nunmal "Dimension Hatröss". An einigen Stellen musiziert man noch zu unrund (Brain Scan) manchmal auch zu gewollt schief (Psychic Vacuum). Da kommt die Band dann doch an ihre Grenzen. Stücke wie "Tribal Convictions" oder "Cosmic Drama" passen jedoch hervorragend in die Science-Fiction Welt, die sie selbst erzeugen. Und dabei soll es auch bleiben. Der nächst größere Schritt hieß "Nothingface", der eine Entwicklung zur Vollendung brachte.

Anspieltipp(s): Tribal Convictions
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.2.2013
Letzte Änderung: 13.2.2013
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Voivod

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 War And Pain - 1
1986 Rrröööaaarrr - 1
1987 Killing Technology - 1
1989 Nothingface 12.00 1
1991 Angel Rat 11.00 1
1993 The Outer Limits 10.00 1
1995 Negatron 7.00 1
1997 Phobos 12.50 2
2005 D-V-O-D--1 (DVD) 7.00 1
2006 Katorz 10.00 1
2009 Infini 10.00 1
2013 Target Earth 10.00 1

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