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Accordo dei Contrari

Kublai

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: Canterbury; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Marco Marzo Maracas guitar,oud
Daniele Piccinini bass guitar
Cristian Franchi drums
Giovanni Parmeggiani Hammond organ,acoustic and electric piano,Arp Odyssey,Minimoog

Gastmusiker

Richard Sinclair vocals on 4
Antonio Cupertino percussion on 4

Tracklist

Disc 1
1. G.B.Evidence 5.19
2. Arabesque 12.32
3. Dark Magus 9.00
4. L'Ombra di un Sogno 6.55
5. Più Limpida e Chiara di Ogni Impressione Vissuta, part I 5.08
6. Battery Park 6.37
Gesamtlaufzeit45:31


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 4)


"Kublai" wurde in gleicher Besetzung wie das Erstwerk "Kinesis" aufgenommen, allerdings in Eigenproduktion und ohne Mithilfe von Altrock Records. Eingespielt wurde das Ganze im Juli 2010 innerhalb von sechs Tagen, also wird das live-Gefühl immer noch angestrebt. Glücklicherweise scheint mir das Endergebnis ein Kompromiss zwischen Spielfreude und sparsamer Nachbearbeitung im Studio zu sein. Etwas überraschend sind die orientalischen Motive in "Arabesque" sowie der von dem Gitarristen auf Oud (einer arabischen Laute) gespielte und daher nach World Music klingende erste Teil des Stückes. Der bravouröse Opener "G.B.Evidence", dessen Hauptthema der Gitarrist von dem Jazz-Pianisten Thelonius Monk übernommen hatte, zeigt die Band noch besser aufeinander eingespielt, als auf dem Debütwerk. Die ersten beiden Stücke wurden vom Gitarristen beigesteuert, die restlichen vier stammen wie gewohnt vom Keyboarder Parmeggiani. Dieser bringt seine Jazz-Rock- und Progressive Rock-Inspirationen noch überzeugender unter einen Hut.

Die hin und wieder ausbrechende Energie der Progfusion von Accordo dei Contrari ist bestens dazu geeignet, die interessierte Hörerschaft mitzureissen. Aber es geht auch zurückhaltend: klassischer Canterbury-Sound wird in "L'Ombra di un Sogno" durch den Gastsänger Richard Sinclair möglich, dessen Stimme stellenweise mehrspurig aufgenommen wurde.

Accordo dei Contrari gelingt mit "Kublai" weiterhin das Kunststück ihre extrem vertrackten Einfälle virtuos umzusetzen, gleichzeitig werden diese mit einigen Improvisationen und Jams aufgelockert. Für meine Begriffe ist auf "Kublai" eine Steigerung gegenüber dem Erstwerk zu verzeichnen. Unter anderem, weil ich nicht mehr den Eindruck habe, die Band möchte dem Hörer unbedingt etwas beweisen, die Stücke auf mich also ausgereifter wirken.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.5.2011
Letzte Änderung: 5.7.2014
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 4)


Beim Erstling der Bologneser Formation hatte ich noch den Eindruck: souverän gespielt, aber letztlich doch alles schon da gewesen. Auf Kublai greifen Accordo dei Contrari zwar auch tief in die glorreiche Vergangenheit progressiver Rockmusik zurück, gegenüber Kinesis wird die musikalische Zutatenliste allerdings hie und da erweitert.

(Retro-)Jazzrock und Retro-Prog sind nach wie vor die Hauptbestandteile der Musik. Im Mittelpunkt stehen dabei Gitarrist Marco Marzo Maracas, der sowohl komplex-verzwirbelte Läufe (herrlich in G.B. Evidence) als auch kräftig rockende Riffs im Programm hat, sowie Tastendrücker Giovanni Parmeggiani, dessen kräftige Einsätze an der Hammond und anderen analogen Geräten für die Retro-Atmosphäre sorgen. Unterstützt werden beide von der bewährten Rhythmusfraktion, die die Musik mit knackigem Bass und treibendem Schlagzeug vorantreibt. Auch wenn das Quartett eine ordentliche Dynamik entfalten kann, wird es nie richtig laut oder gar wüst.

Gelegentlich wird die Jazzrock/Retro-Mischung um weitere Ingredienzen erweitert. Da wäre zunächst der deutliche Einfluss arabischer Musik auf Arabesque, dem mit Abstand längsten Stück des Albums. Neben der streckenweise arabisch inspirierten Melodieführung ist es vor allem der Klang der Oud, einer arabischen Laute, der vor allem in der ersten Hälfte des Stücks für exotische Klangfarben sorgt.

Einen weiteren überraschenden Farbtupfer bildet der Gesang, auch wenn der nur auf einem Stück eingesetzt wird. Hervorgebracht wird dieser von keinem Geringeren als Canterbury-Urgestein Richard Sinclair! Passend dazu zeigt L'ombra di un sogno (trotz des italienischen Titels wird englisch gesungen) deutliche Canterbury-Anleihen, die sich vor allem in den typischen, perlenden Einsätzen des E-Pianos manifestieren.

Somit bietet Kublai eine hübsche Jazzrock/Retroprog-Mixtur, die dann am spannendsten wird, wenn sie um weitere Zutaten erweitert wird. Gerade Arabesque könnte den Weg in eine noch spannendere musikalische Zukunft weisen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.6.2011
Letzte Änderung: 1.10.2011
Wertung: 10/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 3 von 4)


Den Zweitling von Accordo dei Contrari wollte ich mir eigentlich sparen, da ich das Debüt der Italiener nicht sonderlich spannend fand, auch wenn "Kinesis" handwerklich durchaus ansprechend gemacht war. Von "Kublai" habe ich angenommen, dass es da nicht viel anderes zu hören gibt, mit dem ich nicht unbedingt meine Musikhörzeit verschwenden möchte, so dass das Album auf die "brauch-ich-nicht"-Liste kam. Nun landete "Kublai" doch noch in meinem Briefkasten und ich muss zugeben: Die Scheibe ist weitaus besser als ich dachte (und auch als der Erstling der vier Mannen aus Bologna).

"Kublai" bietet zwar auch einen deutlich nach den 70er Jahren schielenden, symphonischen Jazzrock, doch ist das Ganze sehr abwechslungsreich, rund und eigenständig ausgefallen. Es gibt zwar noch ein paar klare Referenzen an die Vergangenheit (so erinnern z.B. einige Stellen in "G.B. Evidence" an das große Mahavishnu Orchestra und nach knapp vier Minuten in "Arabesque" wartet man geradzu darauf, dass gleich Demitrios Stratos anfängt zu singen), doch ist die Musik ansonsten durchaus eigenständig ausgefallen und bietet einen druckvollen bis dezenten, tastendominierten, abwechslungsreichen und sehr interessant instrumentierten Retrojazzrock. Dass natürlich Canterburyatmosphäre aufkommt wenn Richard Sinclair sein Organ erklingen lässt ist nicht verwunderlich, doch lockert das Stück ("L'Ombra di un sogno") das Album gelungen auf.

Gitarrist Marco Marzo steuert hier auch zwei Kompositionen bei (die ersten beiden), was vielleicht dazu geführt hat, dass "Kublai" deutlich interessanter ausgefallen ist als das von Parmeggiani dominierte Debüt. Auch sonst setzt sich Marzo des Öfteren effektvoll in Szene. Trotzdem sind die Tasten (Orgel, Piano, E-Piano, Synthesizer) über weite Strecken das bestimmende, aber durchaus abwechslungsreich eingesetzte Klangelement (vor allem die ausladenden Jazzpianosoli) auf diesem Album.

Ich schließe mich daher den Bewertungen meiner Vorschreiber an und möchte den vertrackte, aber sehr farbige Retrofusion von "Kublai" allen Jazzrockliebhabern sehr empfehlen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.6.2011
Letzte Änderung: 1.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Ich mag Rohdiamanten. Kinesis war so einer. In nur zwei Tagen beinahe live eingespielt, hatte das Album einen sanften Touch von Garage und Dreitagebart. Kublai ist geschliffener; man hat sich schliesslich auch sechs Tage Zeit genommen, den Zweitling einzuspielen.

Musikalisch machen die Italiener da weiter, wo sie mit ihrem starken Debut aufgehört haben. Intelligent komponierter und handwerklich perfekt umgesetzter Retro-Fusion-Jazzrock. Was diesmal fehlt, ist die Violine. Dafür wird in "L'Ombra di un Sogno" gesungen. Ich fand die Fiddel spannender, zumal mir auch die Stimme von Richard Sinclair nicht soo zusagt. Aber das ist eine Nuance und Geschmackssache. Ansonsten wird hier aber wieder abwechslungsreiche Kost geboten und liefern sich Gitarre und Tasten einen von der Rhythmussektion befeuerten Schlagabtausch. Kinesis war etwas holpriger, Kublai ist runder, professioneller. Spass machen beide gleichermassen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.1.2017
Letzte Änderung: 17.1.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Accordo dei Contrari

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Kinesis 11.25 4
2014 AdC 12.25 4
2017 Violato Intatto 12.00 2

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