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Lazuli

(4603 battements)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: Folk; RetroProg; Worldmusic / Ethno
Label: Eclat
Durchschnittswertung: 11/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Claude Léonetti Léode
Gédéric Byar Gitarre
Vincent Barnavol Schlagzeug, Percussion, Marimba
Romain Thorel Keyboards, Waldhorn
Dominique Léonetti Gesang, Gitarre

Gastmusiker

Elliot Léonetti Gitarre (2)
Christine Villiard Bass (3)
Sebastien Cairoche, Eric Vergnet Mitklatschen (3)

Tracklist

Disc 1
1. ( 0:08
2. Je te laisse ce monde 5:35
3. Le miroir aux alouettes 6:05
4. Dans le formol au museum 5:18
5. 15H40 4:56
6. Les malveillants 7:21
7. Quand la bise fut venue 2:55
8. L'azur 4:58
9. Saleté de nuit 5:07
10. Festin ultime 4:35
11. ) 1:18
Gesamtlaufzeit48:16


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 4)


Dem neuen Album von Lazuli habe ich mit einiger Nervosität entgegengesehen. Der Vorgänger zeigte ja ein paar nicht ganz erfreuliche Tendenzen: alberne Sprachsamples, unpassende Kinderchöre, streckenweise eine bemühte Proggigkeit. Hinzu kam ein einschneidender Besetzungswechsel, kurz nach der Veröffentlichung stiegen drei der sechs Bandmitglieder aus, was zur kurzfristigen Absage geplanter Konzerte führte. Bald stand eine neue Besetzung, die jedoch einige Fragen aufwarf: nur noch ein Percussionist? Keine Warr Guitar mehr?

Nun folgt also im Frühjahr 2011 endlich das Studiodebüt der neuen Besetzung. Ob denn mehr als "stylische Belanglosigkeit" zu erwarten sei, fragte mich ein besorgter Bekannter im Vorfeld. Oh Du Kleingläubiger! Lasse Dir gesagt sein: Lazuli sind zurück! Im wesentlichen jedenfalls. Will heißen: keine Sprachsamples irgendwelcher Politiker (oder von sonst irgendjemandem), keine albernen Kinderchöre.

Auf diesen ganzen Schnickschnack haben Lazuli erfreulicherweise verzichtet, und kredenzen stattdessen wieder ihre unnachahmliche Mischung aus leicht crimsoidem Prog und einigen Folk/Ethno-Elementen (letzteres sehr schön im arabisch beeinflussten Le miroir aux alouettes). Mal treibend rockig, mal lyrisch und chansonesk, entfalten sich ihre eingängigen, aber nie banalen Melodien. Im Mittelpunkt stehen dabei - neben dem wunderbaren, gewohnt theatralischen Gesang von Dominique Leonetti - wieder die vielfältigen Klänge der Léode, jenes Stick-ähnlichen Instruments der Marke Eigenbau. Allerdings wird es nicht so exzessiv eingesetzt wie auf den früheren Alben; So richtig Jaulen und Kreischen hört man es leider nur selten, etwa in Dans le formol au museum oder Les malveillants. Dazu gibt's wieder umfangreiches Schlagwerk, allerlei Geplinge und Geplonge von Marimba, Metallophon und wie sie alle heißen. Auch hier gilt aber: es wird nicht so exzessiv eingesetzt, was angesichts der Reduktion der Anzahl der Schlagwerker nicht weiter verwundert.

Somit ist die Welt für den Lazuli-Fan wieder in Ordnung. Ein paar Fragezeichen bleiben dennoch. Was macht eigentlich der Keyboarder? Der setzt eigentlich keine großen Akzente. Weder an den Tasten, noch an seinem Zweitinstrument, dem Waldhorn. Gerade letzteres könnte bei verstärktem Einsatz der Musik ganz neue Klangfarben verleihen. Auch das Fehlen der charakteristischen Bassläufe, für die einst Chapman Stick oder Warr Guitar sorgten, hinterlässt doch eine Lücke. Aber das sind letzten Endes Kleinigkeiten. Lazuli sind wieder da und halten das Fähnlein des melodischen Progressive Rock wacker hoch! Chapeau! Schöne Scheibe!

Anspieltipp(s): Je te laisse ce monde, Le miroir aux alouettes, Festin ultime
Vergleichbar mit: na, Lazuli halt!
Veröffentlicht am: 29.5.2011
Letzte Änderung: 29.5.2011
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 4)


Ob es wohl 4603 Herzschläge gedauert hat, dieses Album fertig zu stellen? Nun ja, was immer uns der seltsame Titel sagen will, er ist auf jeden Fall Teil einer Art Gesamtkunstwerk, zumindest einer "Design"-Linie. Die Klammern, die den Titel eingrenzen, finden sich nämlich ganz folgerichtig auf der ersten und letzten Seite des Booklets wieder und auch die Tracklist zieren "Klammer auf"- und "Klammer zu"-Tracks. Könnte man ja fast schon von einem Konzeptalbum sprechen (so als Köder für beinharte Progger), zumal die Tracks auch noch durch eine Art Uhr-Ticken bzw. eben Herzschläge verbunden sind. Aber Kunstwerk und / oder Konzept hin oder her, Lazuli sind zurück und sie sind es mit einem mitreißenden Album, welches nichts von der eigenwilligen Faszination, die von dieser Band schon immer ausging, vermissen lässt.

Mit (4603 battements) gelingt den Franzosen schon ein kleines Wunder. Es gibt von allem irgendwie weniger, weniger Ethno-Percussion, weniger Leode, sogar weniger Gitarre, aber trotzdem ist der Sound der Band dicht wie eh und je und sofort auf den ersten Ton identifizierbar. Das liegt natürlich nicht zuletzt an Dominique Leonetti, der großen Integrationsfigur von Lazuli. Von seinem hohen, ausdrucksstarken, theatralischen Gesang, von seinem spürbarem Charisma – mit dem er auch die Liveauftritte der Truppe dominiert –, lebt die Musik der Franzosen.

Die Hoffnung, dass die Neubesetzung nach dem überraschenden Bandsplit Ende 2009 auch im Studio funktionieren würde, war eigentlich schon nach den Konzerten im Laufe 2010 schon groß. Wie gut, dass war die Frage. Die Antwort lautet: Schon recht gut. Lazuli präsentieren ihren Ethno-Prog-Rock mit wuseliger Percussion, jaulenden, kreischenden Tönen von Leode wie Gitarre und orientalischen wie arabischen Einflüssen voller Inbrunst und Dynamik. Dominique Leonettis herausragenden Gesang hatte ich ja schon erwähnt. Lazuli spielen wie immer sehr kompakt, Soli gibt es nur wenige, eher spielen Gitarre, Keyboards, Leode dichte Unisono-Passagen, so dass man kaum zu sagen vermag, welches Instrument nun genau welchen Part übernimmt. Der Keyboarder hält sich in jedem Fall sehr zurück und füllt nur hie und da Lücken im Klanggewitter. Sein Waldhorn, welches er bei dem Livekonzert, bei dem ich die Band zum ersten Mal in der neuen Besetzung gesehen habe, mindestens zwei Mal eindrucksvoll eingesetzt hat, kommt auf dem Album anscheinend gar nicht vor. Nun, hier ist dann noch Potential für die Zukunft.

Lazuli spielen wieder geschickt mit Laut-Leise-Passagen, lassen ihren Songs Zeit zur Entwicklung und steigern immer sukzessive den Spannungsbogen bis zu beeindruckenden Crescendi. Aber auch unpeinliche Balladen beherrschen die Jungs.

Einstweilen fügen Lazuli mit (4603 battements) ihrer Diskographie ein weiteres interessantes, spannendes und mitreißendes Album hinzu, welches von hart bis zart jeder Prog-Fan-Couleur empfohlen werden kann (außer den Frankophoben natürlich).

Anspieltipp(s): Le miroir aux alouettes, L'azur
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.5.2011
Letzte Änderung: 20.3.2013
Wertung: 11/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 3 von 4)


Auf "(4603 battements)" präsentieren Lazuli mitunter ziemlich originelle Kombinationen, wie ein Aufeinandertreffen der arabischen Folklore und der Gitarrenarbeit in der Art von Adrian Belew in "Le miroir...". In "Dans le formol" lässt man dezenten Streicherbombast in der Art von Electric Light Orchestra und schräge Gitarrensolos nebeneinander wirken. "15H40" gehört für mich zu den weniger spektakulären Erscheinungen auf der CD. Den Song könnte es so ähnlich von zehn anderen (guten) New Artrock-Bands geben. "Les Malveillants" tut sich am Anfang mit ungewöhnlichen Arrangements und insgesamt mit leicht ekstatischen Melodielinien hervor. Bei der spürbaren Dramatik des Stückes muss es in den französischen Texten mindestens um die Rettung der Welt gehen. In "Quand le bise" lässt man erfreulicherweise den sonst so gerne von der Band verwendeten Rock-Bombast beiseite und gibt sich mit spartanischen Arrangements beinahe chansonhaft. "L'azur" ist ähnlich stolz und eindringlich wie "Les Malveillants" ausgefallen, nur dass in "L'azur" die Kontraste zwischen Progmetal streifenden Teilen und den vergleichsweise zurückgenommenen Passagen viel stärker ausgeprägt sind. "Salete" zeigt Lazuli von ihrer zerbrechlichen, feinfühligen ArtPop-Seite. "Festin ultime" beginnt sehr chansonesque und mutiert im weiteren Verlauf zu einer eindeutig französich geprägten Ausgabe des New Artrock, wobei wieder ein spektakuläres Gitarensolo für zusätzliche Steigerung sorgt.

Mit "(4603 battements)" liegt also eine für Artrock-Freunde durchaus hörenswerte Scheibe mit interessanten Ansätzen vor, die allerdings in ihren besten Momenten mehr verspricht, als die weniger originellen Passagen halten können.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.6.2011
Letzte Änderung: 13.6.2011
Wertung: 10/15

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Von: Wolfram Ehrhardt (Rezension 4 von 4)


Lazuli's fünfte Studioveröffentlichung (ihr vergriffenes Debütalbum "Lazuli" von 1999 ist leider immer noch nicht wieder aufgelegt worden) bin ich mit reichlich Skepsis angegangen. Der Verlust ihrer treibend-gefühlvollen Rhythmustruppe und ihres Warr Gitarristen/Bassisten hatte mein Live-Erlebnis mit aktueller Besetzung beim Prog-Résiste Festival 2010 in Verviers doch mehr enttäuscht als ich vermutet hätte. Außerdem waren die sphärischen Waldhorneinsätze des neuen Keyboarders äußerst befremdlich für mich. Da hätte mehr vordergründiges Keyboardspiel dem Klangspektrum einer meiner französischen Lieblingsbands besser gestanden. Ihr Auftritt war immer noch hörenswert, aber irgendwie war die besondere Magie für mich abhanden gekommen.

Nachdem sich in der Musikpresse die Rezensionen für [4603 battements] nun einheitlich positiv äußerten, war mein Verdacht sehr groß, dass meine Worte wohl die ersten negativen sein sollten. Aber - nein - dafür ist die Qualität der neuen Kompositionen, die Fähigkeiten der Musiker und natürlich der mit hohem Erkennungswert versehene außergewöhnliche Gesang von Dominique Leonetti viel zu überzeugend. Außerdem werden wieder einige feine Marimbatöne geboten, sodass mir der Verlust von Vibraphon und Metalophon fast gar nicht aufgefallen ist.

Auch auf ihrem aktuellen Output schaffen Lazuli es wieder spielend, mich in ihren Bann zu ziehen. Diese besondere Mischung aus chansonesker Melodik, düster-melancholischen als auch dramatisch-geheimnisvollen Tönen, sphärischen Klängen, temperamentvoller Rhythmik, pulsierender Ethno-Grooves und hymnisch-messerscharfer Gitarren- und Leodenlaute ist einfach etwas ganz besonderes. Sie musizieren nun wieder mehr melodieorientiert und verzichten auf Breaks mit Samples sowie Elektrorhythmen wie auf Réponse Incongrue à l'Inéluctable. Allerdings, mir hatte es sehr gut gefallen.

Einziger Ausfall auf der neuen CD ist das dreiminütige "Quand la bise fut venue", das mir in seiner akustischen Darbietung zu spannungsarm und weinerlich dargeboten wird. Aber was sind schon drei Minuten, wenn 45 Minuten zu überzeugen wissen.

Lazuli ist auch nach einschneidender Umstrukturierung des Bandgefüges wieder ein kleines Meisterwerk gelungen.

Anspieltipp(s): Je te laisse ce monde, Le miroir aux alouettes, Festin ultime
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.6.2011
Letzte Änderung: 28.2.2012
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Lazuli

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 Amnésie 10.00 1
2006 En avant doute... 11.50 2
2009 Réponse Incongrue à l'Inéluctable 12.00 4
2009 Six Frenchmen in Amsterdam : live at Paradiso (DVD) 12.00 2
2013 Live @ l'Abeille rôde (DVD) 10.00 1
2014 Tant que l'herbe est grasse 8.75 4
2016 Nos Âmes Saoules 12.00 3
2018 Saison 8 11.00 2

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