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Major Parkinson

Songs From A Solitary Home

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Folk; HardRock; Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream
Label: Degaton Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jon Ivar Kollbotn Gesang
André Lund Gitarre
Alf Borge Gitarre
Eivind Gammersvik Bass
Lars Christian Bjørknes Keyboards
Jens Erik Aasmundseth Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Ecophobia 2:44
2. Solitary Home 4:38
3. Teenage Mannequins 3:37
4. Simone! 3:41
5. Card Boxes 1:41
6. The Age Of Paranoia 3:44
7. Dance With The Cookie Man 4:10
8. Trampoline Superstar 2:39
9. Downtown Boogie 2:51
10. Heart Of Hickory 4:06
11. Domestic Violets 3:35
12. Adville 5:11
13. The Transient 3:29
Gesamtlaufzeit46:06


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


So ziemlich aus dem Nichts kommen die Norweger Major Parkinson mit ihrem Zweitwerk "Songs From A Solitary Home". Wäre der Begriff "Crossover" nicht schon für einen Musikstil erfunden worden, könnte man ihn gut an diesem Album festmachen: Pop-Operetten-Pathos im Intro "Ecophobia", Arschtreter-Rock und Swing in "Simoné!", Ennio-Morricone-Gitarren und Bossa-Nova-Rhythmen in "Teenage Mannequins", Sirtaki und Walzer in "The Age Of Paranoia", orientalische Folklore in "Trampoline Superstar", Ragtime in "Downtown Boogie". Eigentlich wäre es leichter, die Musikstile und Versatzstücke aufzuzählen, die auf diesem Album keine Verwendung finden. Entsprechend kommen auch Progger der klassischeren Machart auf ihre Kosten, z.B. mit dem Mellotron in "Solitary Home" oder "Domestic Violets" sowie dem 5/4-Takt und Moog-Solo in "The Age Of Paranoia".

Jetzt mag man sich sicher fragen, ob diese Mischung denn hinhaut und nicht etwas zu konfus ausfällt. Und das kann man ganz klar verneinen, was am gelungenen und sehr melodieorientierten Songwriting liegt. Besagte Stilelemente sind nämlich in stringente Songs mit ausgefeilten Melodielinien und interessanten Harmonien eingebaut. Eine gewisse angenehme Grundhärte ist auch zu spüren, Major Parkinson rocken mit schöner Regelmäßigkeit hart los. Bei aller gebotenen Mischung aus Eingängigkeit und Schrägheit bieten sich meines Erachtens Vergleiche mit Pain Of Salvation ("Disco Queen"), dem Diablo Swing Orchestra oder auch den Leningrad Cowboys an (ich persönlich würde noch die völlig obskuren Oblachny Kray aus Russland nennen wollen, aber die wird ja keiner kennen); wenn man eine etwas klassischere Band nennen wollen würde, landet man aufgrund des Gesamtpakets unweigerlich bei Queen.

Auffällig ist ferner noch der Gesangsstil: Der variable, tendenziell rauhe und eher "sprechende" Jon Ivar Kollbotn erinnert bisweilen ein wenig an Serj Tankian von System Of A Down. Sobald sich der Herr aufs Singen verlegt, klingen auch neuzeitliche Elvis-Imitatoren wie Volbeat-Fronter Michael Poulsen durch. Dagegen orientieren sich die "Uuuuh, aaaaah"-Hintergrund-Chöre oftmals eher am Doo-Wop, was eher ein Punkt für die 50er/60er-Einflüsse des Albums ist. Diese treten auch in den angesprochenen ausgearbeiteten Melodien zutage, die mit ihren verschlungenen Pfaden eher an Petula Clarks "Downtown" oder Frank Sinatras "New York, New York" denn an die Beatles-/Stones-Tradition der Rockmusik erinnert.

Zwei, drei leichte Ausfälle oder zumindest grenzwertige Stilkombinationen gibt es auf Albendistanz schon zu verzeichnen. Dies wäre z.B. das selbst für dieses Album etwas skurrile "Dance With The Cookie Man" und der Russendisko-Reggae-Mischling "Heart Of Hickory". Letzterer kommt aber letztlich in dieser Kombination und mit seinem fiesen "Uuuhuuhuhu"-Refrain schon wieder auf der anderen Seite der Coolness-Skala heraus.

Unterm Strich aber ist "Songs From A Solitary Home" eine lustige Achterbahnfahrt geworden. Die Treffsicherheit der Melodien kontrastiert sich wunderbar mit den abgedrehten Einflüssen und Einfällen. Schön ist insbesondere, dass praktisch nichts Unhörbares dabei herausgekommen ist, auch wenn das sicherlich nicht jeder Zeitgenosse so sehen wird. Somit ist "Songs From A Solitary Home" ein weiteres höchst interessantes Album einer aufstrebenden und kreativen Band ohne Berührungsängste.

Anspieltipp(s): Solitary Home, Teenage Mannequins, Trampoline Superstar
Vergleichbar mit: Diablo Swing Orchestra
Veröffentlicht am: 20.8.2011
Letzte Änderung: 25.5.2012
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Major Parkinson

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Major Parkinson 10.00 1
2014 Twilight Cinema 13.00 1
2017 Blackbox 12.50 2

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