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Frequency Drift

Ghosts...

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Ambient; New Artrock
Label: Progrock Records
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Antje Auer Vocals
Christian Hack Guitar, Flute
Sebastian Koch Guitar
Jürgen Rennecke Bass, Stick
Andreas Hack Keyboards
Martin Fox Drums

Gastmusiker

Wolfgang Ostermann Drums (on "Dance No More" and "Tempest")
Frank Schmitz Violin
Rainer Hartmann Guitar
Nerissa Schwarz Electroharp

Tracklist

Disc 1
1. Crows 2:03
2. Dreams 11:55
3. Sadness 4:12
4. Tempest 10:04
5. Ringshine 2:57
6. Dance No More 9:59
7. Mermaid 9:46
8. Come 7:54
Gesamtlaufzeit58:50


Rezensionen


Von: Wolfram Ehrhardt (Rezension 1 von 3)


Die atmosphärischen oberfränkischen New Artprogger um Mastermind und Keyboarder Andreas Hack veröffentlichten mit "Ghosts..." im September 2011 ihr drittes akustisches Kunstwerk. Wiederum wird im Stil eines Konzeptalbums musiziert, wobei diesmal entsprechend des stimmungsvollen Covers der Schauplatz der Natur die Grundlage für die menschlichen Begebenheiten und Erinnerungen darstellt.

Der bisher charakteristische musikalische Weg von Frequency Drift mit ambienten Soundlandschaften, modernem Artrock, stimmungsvollen Rhythmuswechseln und markantem Frauengesang wird hier weiterhin beschritten. Wobei für meinen Geschmack die neuen Kompositionen mit vielfältigen Naturgeräuschen und zuweilen sympathisch zurückhaltendem weiblichen Gesang runder und auch facettenreicher auf mich wirken. Die neue und inzwischen fünfte Sängerin Antje Auer trägt mit ihrem zwar hochtonigen aber variationsreichen Gesang zur weiteren Qualität der Scheibe bei. Allerdings weiß sie mich in Phasen der dramatischen Intonation dann doch anzustrengen.

Auch wenn eine cineastische Atmosphäre mit gekonnten und zuweilen lautmalerischen Gesängen für viele Tracks prägend ist, so weiß Andreas Hack die Kompositionen geschickt in verschiedene Stimmungen und Tempi zu führen. So wandeln zum Beispiel die Longtracks "Dreams" oder "Dance No More" von verträumten Soundlandschaften zu orgiastischen Breaks und farbenfrohen Finalläufen, wobei exzellentes elektrisches Gitarrenspiel mit rockigen Rhythmen erheblich dazu beitragen. Auch kann es schon mal crimsonesk schräg klingen, wie im Mittelpart bei "Mermaid", das ansonsten von einem behutsamen Fluss der Töne und vor allem einem sowohl temperamentvollen als auch gefühlvollen Violinenspiel von Gastmusiker Frank Schmitz geprägt wird. Durch den gehäuften Einsatz der Violine und gelegentliche Flötentöne erhält die Musik auf "Ghosts..." zusätzlich sowohl einen Folk- als auch einen Klassik-Touch. Auf "Sadness" lassen es die Bayreuther nach effektvollem Beginn mit verfremdeter Stimme mal rhythmischer angehen und inszenieren dabei eine groovige Synthie-Beat Nummer mit Ohrwurmcharakter. Wiederum meditativ ertönt das kurze und sensibel dargebotene Stück "Ringshine", das mit himmlischen Harfentönen seinen besonderen Charme entfaltet. Nicht zu vergessen sind ebenfalls einige jazzige Annäherungen, wie zum Beispiel das feingeistige Gitarrenspiel im Mittelpart des dramatischen "Tempest".

Um diese fein gesponnene Klangkunst mit temperamentvollen Ausbrüchen und hypnotischen Rhythmen zu schätzen, sollte man ihr entsprechende Aufmerksamkeit schenken. Denn dann besteht die Möglichkeit, dass man nach mehreren Hördurchläufen mit immer größerer Hörfreude belohnt wird.

Anspieltipp(s): Dreams, Dance No More, Mermaid
Vergleichbar mit: Lebowski, frühe Poor Genetic Material, The Gathering (mit Anneke van Giersbergen), Marillion, Sylvan, Schiller, Alquimia
Veröffentlicht am: 15.9.2011
Letzte Änderung: 28.2.2012
Wertung: 11/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Man muss sich an dieses Album gewöhnen. Die stilistische Mischung ist schon sehr eigen. Zwischen Electronic und harten Riffs entfaltet sich ein leicht folk-ähnlicher Prog, der zumindest teilweise an Mostly Autumn oder Iona erinnert. Der Vergleich mit The Gathering feat. Anneke van Giersbergen klingt auch nicht ganz abwegig.

Besondere Akzente setzen die mal schwermütige, mal beschwingte Geige und die leider eher selten erklingende Querflöte. Das Soundbild insgesamt ist sehr klar, wirkt oft sehr modern und wird von gelegentlichen Soundcollagen, z.B. eingangs Krähen, die fotografiert werden, eingerahmt. Henning Pauly zeichnet für das perfekte Mastering verantwortlich.

Am ungewöhnlichsten empfinde ich den variationsreichen Gesang von Antje Auer, die die ganze Bandbreite von der Elfe bis zum Dancefloorfeger umwerfend rüberbringt. Gerade im flotten Ohrwurm Sadness hat die Sängerin einen solchen (proguntypischen) Groove in der Stimme, das man diesen Electro-Pop erstmal verdauen muss. Meist geht es aber entweder elegisch bis sphärisch oder prog-rockig zu.

Ich habe mich anfangs mit der Musik ziemlich schwer getan, weil ich nicht alle Einflüsse auf einen Nenner bringen konnte und ich den Sound auch ein wenig zu stylisch designed fand. Aber nach oftmaligem Anhören empfinde ich das Wechselspiel der gegensätzlichen Momente, die schließlich doch ein stimmiges, geradezu zauberhaftes Gesamtbild ergeben, als sehr überzeugend.

Anspieltipp(s): Dreams, Mermaid
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.10.2011
Letzte Änderung: 8.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 3 von 3)


Cinematic Prog nennen die Oberfranken ja gerne selbst ihre Musik. Und man kommt nicht umhin dieser Selbsteinschätzung zuzustimmen. Kaum eine Band ist prädestinierter für das "Kino im Kopf" wie Frequency Drift.

"Ghosts..." stellt eine Weiterentwicklung dar. Frequency Drift klingen reifer, die Arrangements sind federleicht, aber betörend schön und müssen nicht dauernd beweisen "wie toll das alles ist", sondern stehen ganz im Dienste der Musik. Gelungene Melodiebögen in den Songs, ein stimmiger Spannungsbogen, der sich über das ganze Album erstreckt sorgen für ein äußerst stimmiges, mitreißendes, unterhaltsames Gesamterlebnis. Die Band hat die Anklänge an hausbackenen Neoprog vollkommen abgestreift und präsentiert modernen, melancholischen, gefühlsbetonten Art Rock. Wohlklang steht nun neben durchaus zupackenden Passagen und witzigen Elektro-Grooves. Atmosphäre wird natürlich immer noch groß geschrieben, aber es geht nicht nur um Klang, sondern eben auch um Substanz und Inhalt.

Das Rockinstrumentarium wird sehr farbig mit Violine, Harfe und Flöte ergänzt. Floydige Klangwolken stehen neben folkloristischen Passagen, nordischer Melancholie und plötzlichen crimsonesken Ausbrüchen (besonders krass gespielt in "Mermaid" oder das herausragende Gitarrensolo am Ende von "Tempest"). Über allem schwebt die variable Sopran-Stimme der (wieder einmal neuen) Sängerin Antje Auer.

Wer ein wenig Wohlklang nicht abhold ist, der kann sich ganz den versponnenen, fein ziselierten Klanglandschaften hingeben, in denen Dynamik und Bewegung nicht zu kurz kommen, und sich auf anregende Weise verwöhnen lassen.

Anspieltipp(s): "Mermaid", aber eigentlich ist mal wieder ganz hören angesagt
Vergleichbar mit: mir kommt spontan White Willows aktuelles Werk "Terminal Twilight" in den Sinn...
Veröffentlicht am: 18.10.2011
Letzte Änderung: 14.3.2012
Wertung: 11/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Personal Effects (part one) 9.50 2
2010 Personal Effects (part two) 9.67 3
2012 ...laid to rest 10.33 3

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