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White Willow

Terminal Twilight

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: Folk; New Artrock; RetroProg
Label: Termo Records
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jacob Holm-Lupo electric & acoustic guitars, vocals
Lars Fredrik Frøislie keyboards
Sylvia Skjellestad vocals
Ellen Andrea Wang bass
Mattias Olsson drums
Ketil Einarsen flute

Gastmusiker

Tim Bowness vocals (on "Kansas Regrets")
David Lundberg keyboards (on "Snowswept" / "Kansas Regrets")
Michael S. Judge guitar (on "Hawks Circle the Mountain")

Tracklist

Disc 1
1. Hawks Circle the Mountain 7:09
2. Snowswept 4:12
3. Kansas Regrets 4:40
4. Red Leaves 8:40
5. Floor 67 9:55
6. Natasha of the Burning Woods 6:29
7. Searise 13:11
8. A Rumour of Twilight 2:34
Gesamtlaufzeit56:50


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Nach fünf Jahren legen die Norweger White Willow wieder ein neues Album vor. In der Band gab es wieder einige Veränderungen. Mit Jacob Holm-Lupo und Lars Fredrik Frøislie ist das Kreativ-Zentrum erhalten geblieben, aber es gibt eine neu formierte Rhythmussektion mit Bassistin Ellen Andrea Wang und einem Rückkehrer auf dem Schlagzeugstuhl, nämlich Änglagårds Mattias Olsson. Eine weitere Rückkehrerin ist Sylvia Skjellestad (ehemals Erichsen) am Gesang. Ich habe White Willow erst mit "Storm Season" kennengelernt. Das war eine heiße Liebschaft auf den ersten Hör, die sich allerdings schon mit dem Nachfolger "Signal To Noise" wieder etwas abgekühlt hat. Die älteren Alben habe ich deswegen erst mal nicht angetestet (zumal ihnen der Ruf des 'folkigen' nacheilt, was nicht immer so mein Ding ist), das Neue nun auch nicht gerade unruhig erwartet.

"Terminal Twilight" hat einen etwas schweren Start. Der Opener "Hawks Circle the Mountain" kann zunächst mit düsterer Atmosphäre, schleppenden Rhythmen, seltsamen Flötentönen, Einlagen von Gast-Gitarrist Michael Judge (The Nerve Institute) und variabler Keyboard-Arbeit durchaus überzeugen. Aber in die aufkommende Begeisterung stößt mit "Snowswept" ein seltsam belangloser - trotz netter poppiger Melodien - Song, der einen fast schon sanft einschlafen lässt. Nicht viel besser ist das folgende "Kansas Regrets", bei dem No-mans Tim Bowness als Gastsänger zu sanften Akustik-Gitarren, Flöten und getupfter Rhythmik sein Organ erhebt. Bowness hat keinerlei Dynamik in seinem Gesang und klingt so demoralisierend traurig, dass der ohnehin ruhig-schleppende Song geradezu abwürgt wird. Einzig das zwar auch sanft gestrichene, aber doch sonore Cello (oder Kontra-Bass?) und Einarsens Flötenspiel verleiht dem Song etwas Charakter und Tiefe.

Aber danach gewinnt das Album glücklicherweise an Statur, und wie! Je länger die Songs, desto verspielter, facettenreicher die Arrangements, desto selbstsicherer der Gesang von Sylvia Skjellestad. Schon "Red Leaves" ist ein Hinhörer, bei dem zunächst nur Skjellestads Stimme über Piano und klagendem Bass das Klangbild trägt, bis allmählich flächige Keyboards hinzutreten und die Gitarre zu einem elegischen Solo abhebt. Ein großes Arrangement und so geht es dann weiter. Sinfonische Elemente, knarziges Bassspiel und sensationell einfühlsames Drumming von Mattias Olsson lassen immer wieder ausladende Klanglandschaften, wunderschöne Retro-Stimmungen und elegante Melodiebögen entstehen. Die Songs packen nun mit Tiefgang, Ausdrucksstärke, Farbigkeit und immer wieder kleinen Überraschungen. Höhepunkt ist der Longtrack "Searise", in dem White Willow geradezu ungewohnte sinfonische Ambitionen ausleben. Die Grundstimmung des Albums ist durchweg eher düster, aber nicht im Sinne von Hoffnungslosigkeit, eher in tiefer Melancholie versunken. Sylvia Skjellestads glockenheller Engelsgesang rundet alles ab.

Spannend insbesondere das Instrumental "Natasha of the Burning Woods", welches in geschickter Weise die Welten nordischen Folks, Postrock-Dynamik und neuzeitlichem New Artrock verbindet.

Letztlich gelingt White Willow nach etwas holprigem Start ein wahrhaft erhabenes, schönes Album mit einer wiederum ganz eigenen Klangwelt, die sich wenig um zeitgenössisches oder vergangenes schert. Mysteriöse Atmosphären, nahezu pastorale Passagen, überraschende Keyboard-Einsätze, eher akustische Gitarrenarbeit verleiten den Hörer in der Musik zu schwelgen. Manchmal mag man sich ein paar aggressivere Töne wünschen, in all dem Wohlklang im Mid-Tempo, aber andrerseits ist die durchgängige Atmosphäre der Albums durchaus ein Trumpf. Und Frøislie und Holm-Lupo schaffen mit ihren Arrangements dann doch auch noch einige mitreißende Dynamik-Auf und -Abs, die den Hörer bei der Stange halten und seine Aufmerksamkeit sanft herauskitzeln.

Anspieltipp(s): Red Leaves, Floor 67, Natasha of the Burning Woods
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.10.2011
Letzte Änderung: 18.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 2)


White Willow gelingt es auf "Terminal Twilight" das Kunststück aus mitunter schräg eingefärbtem Retroprog (der Komponist Holm-Lupo spricht da von einer leicht apokalyptischer Note, die er beim Stückeschreiben empfand), gefälligen Folkpassagen, wohldosierten Keyboardbeiträgen und vereinzelten melancholischen Artrock-Nummern eine sehr unterhaltsame und abwechslungsreiche Scheibe zu formen. Das kreative Schlagzeuspiel und der lebensbejahend wirkende Damengesang runden die sehr gelungene Mischung ab.

So kann sich der Hörer gewissermassen selbst aussuchen, ob die CD für ihn eher das Melancholische, das Gefällige, oder das leicht Finstere verkörpert. Wahrscheinlich von allem etwas. Diese Vieldeutigkeit wird wirklich nicht sehr oft erreicht. Respekt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.1.2012
Letzte Änderung: 7.1.2012
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von White Willow

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 Ignis Fatuus 11.50 2
1998 Ex Tenebris 8.50 2
2000 Sacrament 11.67 3
2004 Storm Season 11.50 2
2006 Signal To Noise 8.50 2
2017 Future Hopes 10.00 1

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