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Haken

Visions

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011 (offizielle VÖ: 24.10.)
Besonderheiten/Stil: Neoprog; Progmetal; RetroProg
Label: Sensory
Durchschnittswertung: 13/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Ross Jennings Vocals
Richard Henshall Guitar & Keyboards
Charlie Griffiths Guitar
Thomas Maclean Bass Guitar
Raymond Hearne Drums & Percussion
Diego Tejeida Keyboards & Sound Design

Gastmusiker

Jennifer Murphy Violin
Alison Comerford Violin
Martin Wray Viola
Lucy Butcher Cello
Joey 'Dah Lipz' Ryan French Horn
Patrick Harrild & Christopher Currie Voice

Tracklist

Disc 1
1. Premonition 4:09
2. Nocturnal Conspiracy 13:07
3. Insomnia 6:05
4. The Mind's Eye 4:04
5. Portals 5:27
6. Shapeshifter 8:07
7. Deathless 8:04
8. Visions 22:25
Gesamtlaufzeit71:28


Rezensionen


Von: Mark Wahl @ (Rezension 1 von 4)


Ich muss zugeben, ich habe mich schwer getan mit der Debütscheibe "Aquarius" von Haken. Tolle Musik, ohne Zweifel, aber durch die häufig wieder auftauchenden musikalischen Themen hatte ich immer das Gefühl, es handelt sich um ein über 70 Minuten langes Stück. Und über diese Zeit reichte meine Begeisterungsfähigkeit einfach nicht. In der Vorbereitung auf den Haken-Auftritt beim Generation-Prog-Festival (2011) habe ich dann die Stücke auch einzeln außerhalb des Album-Kontextes gehört und irgendwie passte das dann besser.

Warum schreibe ich das, wo es doch um den Nachfolger "Visions" geht? Klar, erstens wurde auf dem Festival das Album schon vor dem Veröffentlichungstermin verkauft und zweitens habe ich die genannten Probleme hier überhaupt nicht! Obwohl auch über 70 Minuten lang, reißt meine Begeisterung nicht ab. Das liegt vermutlich am Aufbau: Obwohl wieder Longtracks zu finden sind, wirken die einzelnen Stücke eigenständiger.

Es beginnt mit "Premonition", einer hymnischen instrumentalen Einleitung mit fettem Bombast.

Dann folgt mit "Nocturnal Conspiracy" der erste Longtrack. Hier wird bereits die volle Bandbreite von Haken abgeliefert. Dynamik zwischen schwermütig, balladesken und akustischen Melodien und fett bombastischen Teilen, zwischen träumerischen Piano-Zwischenspielen und Metall-Gitarren. Über allem immer der tolle Gesang, auch unterstützt durch Chor. Und alles wirkt folgerichtig, nichts wirkt zusammengestückelt.

"Insomnia" ist ein in sich geschlossener, kürzerer Song. Auch hier wird bombastisch begonnen, um dann aber in eher beruhigende, gefühlvolle Vocals zurückzufallen. Die Begleitung ist ruhig, fast schwebend. Für den Refrain wird das bombastische Intro wieder aufgenommen und mit Vocals ergänzt um dann wieder in die ruhigere Strophe zurückzufallen. Nach dem nächsten Refrain findet sich ein instrumentaler Zwischenteil mit verzwirbelter Begleitung und treibenden und mitreißenden Keyboard- und Gitarrensoli. Ein Vergleich mit derartigen Stellen bei Dream Theater kam mir da in den Sinn, toll! Ruhig klingt das Stück aus.

Die nächsten drei Stücke sind eigentlich ein zusammenhängender Longtrack. Es beginnt mit dem sehr athmosphärischen "The Mind's Eye", was mit dem Gegensatz zwischen träumerischer, leichter Stimmung in der Strophe und bratziger Power im Refrain punktet. Ich fühlte mich hier teilweise an Porcupine Tree erinnert. Übergangslos geht es in das instrumentale "Portals" über. Hier wird wieder soliert, dass es eine Freude ist. Manchmal schaut da auch mal Liquid Tension Experiment um die Ecke. Die Stimmung wird immer heftiger und aggressiver, um dann übergangslos in "Shapeshifter" überzugehen. Ein schleppendes zurückhaltendes Orgelmotiv, in das die Vocals einfallen, löst die Aggressivität auf. Aber es ist nur eine kurze Verschnaufpause, auch hier wird der Refrain bombastisch dargeboten, mit einem anschließenden heftigen Metall-Gitarren-Riff. Ein Zwischenspiel mit luftigen Keyboardtupfern und Gitarrensolo gibt dem Song eine neue Richtung um dann wieder in den Refrain überzugehen, der zuerst statt Vocals ein Gitarrensolo enthält. Zum Ende werden noch einmal bombastische Keyflächen und Gitarrenriffs aufgefahren um dann als Klammer den Beginn von "The Mind's Eye" mit cleaner Sologitarre und melancholischen Vocals wieder aufzunehmen und damit zu enden.

"Deathless" schließlich ist eine tolle, stimmungsvolle Ballade, die mich auch wieder an Projekte von Steven Wilson erinnert. Melancholisch werden träumerische Melodien ausdrucksstark vortragen, es finden sich sehr relaxte, getupfte Keyboard- und Gitarrensoli. Die Spannung steigt stetig an, um dann den bombastischen Höhepunkt zu erreichen. Danach löst sich die Anspannung und das Stück klingt mit Keyboardflächen und ruhigen Vocals aus.

Das Titelstück ist dann wieder ein klassischer Longtrack mit viel Dynamik. Es finden sich symphonische Teile, hymnischer Neoprog-Bombast, sanfte und lockere Vocals, ein Power-Refrain mit Chor, ein kurzes Jazz-Gitarren-Solo, ein spanisch/orientalisches Zwischenspiel, ein "Madhatter"-Vocalteil mit "suspense"-Keyboards, ein floydiges E-Gitarrensolo, balladeske Gitarre mit Vocals, heftige Progmetal-Riffs und ein Streichquartett. Aus diesem entwickelt sich auch das bombastische Finale, nach dem wieder das Streichquartett das Stück langsam und immer ruhiger werdend ausklingen lässt. Ganz großes Kino!

Noch habe ich das Album nicht wirklich oft gehört, aber die Musik reißt mich einfach mit. Alles wirkt wie aus einem Guss, keine nicht nachvollziehbaren Übergänge. Achja, und es gibt keine Growls, die mir, obwohl Opeth-Hörer, auf "Aquarius" irgendwie deplaziert vorkamen.

Also, alle Fans von atmosphärischem, symphonischem, bombastischem Prog mit Metal-Zutaten sofort zugreifen!

Anspieltipp(s): Insomnia, Deathless, Visions
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.10.2011
Letzte Änderung: 5.10.2011
Wertung: 13/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 4)


Wer mit einem Album wie "Aquarius" die Bühne der wahrzunehmenden recording artists betritt, der legt sich selbst die Messlatte für den Nachfolger ganz schön hoch. Aber es heißt ja so schön, man wächst an seinen Herausforderungen. Und genauso sehen das die Jungs von Haken anscheinend auch und legen mit "Visions" ein gepflegtes Hammer-Album vor.

Es ist nicht unbedingt eine Weiterentwicklung zu bemerken, eher konzentriert sich die Band auf ihre Stärken und kommt - natürlich immer mit großer Geste - konziser auf den Punkt. Damit gerät "Visions" sicherlich etwas weniger abenteuerlich als "Aquarius", ist aber denn doch eingängiger, ohne auf Anspruch zu verzichten. So fahren Haken auch wieder das ganz große Kino mit fetten Gitarrenriffs, hinreißenden Soli, bombastischen Tastenflächen (immerhin gleich zwei Keyboarder am Start), knochentrockenem Bass, der auch mal spielerisch aus der Reihe tänzelt, und geschäftigem, druckvollem Drumming auf. Hymnischer Bombast wird ebenso gerne genommen wie jazzige bis kuriose Interludes, große Melodiebögen, aber auch fragile, melancholische Stimmungen. Letztlich die Vollbedienung in Sachen emotionaler verspielter HardRock oder atmosphärischer, melodischer Progmetal, je nachdem, welche Schwerpunkte man eher wahrnimmt.

Neben den immer wieder begeisternden Instrumentalabfahrten hat vor allem Sänger Jennings einen großen Anteil am Gelingen dieses Werks. Diesmal verzichtet er komplett auf Growls und Grunzen, was beim Vorgänger vielleicht gelegentlich für leichte Irritationen gesorgt hat, und führt mit angenehmer, voller, kraftvoller Stimme wie ein Erzähler durch die ausladenden Songs.

In diesem gerade an Veröffentlichungen aus dem heftigeren Bereich unserer Musik nicht armen Jahr erspielt sich "Visions" locker einen Spitzenplatz. Unter dem Kopfhörer offenbart das Album seinen besonderen Reiz und überzeugt mit einer erstaunlichen Gimmickdichte, aber genauso macht es Spaß einfach voll aufzudrehen und zu bombastischer, moderner Rockmusik ordentlich abzurocken.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.11.2011
Letzte Änderung: 8.3.2012
Wertung: 12/15

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 3 von 4)


Bei mir war/ist es Liebe auf den zweiten Blick. Einige Zeit habe ich gezögert, mir das Album zuzulegen und nicht zuletzt auf Basis der werten Kollegen, die nicht nur ihre Zuneigung zu "Visions" deutlich zeigten, sondern in ihren Beschreibungen so trefflich darlegten, was Haken hier leisten, gab ich dem Album - gottlob - eine echte Chance.

Im Nachhinein hätte ich es mir wohl nie verziehen, wenn ich dieses Werk, von Hörproben abgesehen, verpasst hätte. "Visions" ist nämlich das seit Jahren intelligenteste Album, das uns aus dem Mutterland des Prog erreicht hat, allenfalls Steven Wilson vermag hier noch mitzuhalten.

Allein die Art und Weise, wie die verschiedenartigsten Stilelemente aus Prog, Metal, Artrock und was sonst noch so allem locker und leicht nebeneinander gestellt, sinnvoll aneinander geknüpft und mit einem schier unerschöpflichen Ideenreichtum zu einem kompakten, abwechslungsreichen und stets unterhaltsamen Mix kompositorisch ausgereift verarbeitet werden, das ist tatsächlich allererste Sahne.

Dass zudem noch griffige Melodien, verpackt in ein breit aufgestelltes Instrumentarium mit einem großartigen Sänger dabei herauskommen, spricht dafür, dass es halt doch lohnenswert ist, Musik zu studieren, so wie die Jungs von Haken. Sie sind der beste Beweis dafür, dass man auch mit klassischen ProgElementen einen modernen Mix zaubern kann, der rundum begeistert.

Anspieltipp(s): alles, es gibt keine Schwächen
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.1.2012
Letzte Änderung: 19.1.2012
Wertung: 14/15
ziemlich unschlagbar, also "sehr gut"!

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Von: Marc Colling @ (Rezension 4 von 4)


„The Mountain“ war mein erster Kontakt zur Band, mit dem letzten Album „Affinity“ ging es dann letztes Jahr logischerweise weiter. Jetzt wurde das zweite Album „Visions“ neu aufgelegt und remastered von Jens Bogren. Und das sogar auf Vinyl mit einer CD dazu. Da musste ich als Liebhaber von Polyvinylchlorid doch zugreifen.....

Die Musik wurde ja bereits ausführlich auf den 3 veröffentlichten Rezis behandelt und ich stimme meinen Kollegen in deren Urteil weitgehend zu. Die Musiker sind technisch auf allerhöchstem Niveau und Haken spielen einen absolut modernen ProgMetal, der komplex ist und voll gespickt mit tollen Ideen. In den längeren Tracks wie NOCTURNAL CONSPIRACY und besonders im Titeltrack VISIONS lassen sie die Musik in alle Richtungen fließen. Das verlangt Ausdauer vom Hörer, doch nach einigen Durchgängen wird er mit immer wieder neu zu entdeckenden Facetten belohnt. Da stehen fette Riffs neben filigranen Klavierpassagen, Taktwechsel kommen schneller aus den Boxen als ein Düsenjet starten kann.

Die leichter zugänglichen und kürzeren Songs sind ebenfalls aller Ehren wert. Mit viel Abwechslungsreichtum wird der Hörer überzeugt, wie im hart/leise und schnell/langsam dauernden Wechselspiel in SHAPESHIFTER. So hätte ich mir Dream Theater mal in den letzten Jahren gewünscht.

Die Pressung der LP ist allerhöchste Qualität und das Remastering hat sich gelohnt. Der Klang ist phantastisch, die Bässe knackig, die Gitarre schmutzig und dennoch klar. Keyboards, und deren gibt es jede Menge, spielen transparent und luftig. Und Jennings Stimme ist stets gut hörbar. Highlight ist die 4. LP-Seite: hier wird der Titeltrack ohne Gesang noch einmal gespielt. Das ist spannend, interessant und beeindruckend. Man erkennt, dass gute Musik auch ohne Worte auskommt (was ja eigentlich jeder weiß). Haken geben uns hier eine Lehrstunde.

Sollte jetzt jemand Interesse an dem Album haben, dann unbedingt zum Vinyl greifen. Der nicht allzu große Preisunterschied lohnt sich allemal. Es wird eine Doppel-LP geboten mit ausklappbarem Cover und die Texte sind auf den schönen und künstlerisch hochwertigen Innenhüllen abgedruckt. Fan, was willst du mir?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.3.2017
Letzte Änderung: 30.3.2017
Wertung: 13/15
Haken spielen hier richtig unbekümmert auf

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Haken

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Enter The 5th Dimension 9.00 1
2010 Aquarius 12.00 2
2013 The Mountain 12.33 3
2014 Restoration 10.67 3
2016 Affinity 10.00 4
2018 L-1VE 12.00 1

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