Certitudes
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Cuneiform |
| Durchschnittswertung: |
10/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Roger Trigaux |
Gitarre, Keyboards, Gesang |
| Réginald Trigaux |
Gitarre, Gesang |
| Alain Rochette |
Keyboards |
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| Guy Segers |
Bass |
| Daniel Denis |
Schlagzeug |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Delusions
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14:48
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| 2. |
May Day
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10:00
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| 3. |
The Sense Of Live
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11:08
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| 4. |
Ex-Tango
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3:46
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| Gesamtlaufzeit | 39:42 |
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Rezensionen

Nach dreizehn Jahren Pause erschien 1998 wieder ein Studioalbum der belgischen Avantgarde-Rocker. Nachdem Roger Trigaux, Gründer und Kopf von "Present", eine Zeit lang zusammen mit seinem Sohn Réginald als Gitarren-Duo durch die Lande gezogen war, wurde "Present" formell als Band für einige Live-Auftritte reaktiviert; daraus entstand auch ein Live-Album und bald darauf dieses - das dritte - Studiowerk. Neben Familie Trigaux an Gitarren und Keyboards konnten Schlagzeuger Daniel Denis und Keyboarder Alain Rochette von der ersten "Present"-Formation wieder rekrutiert werden, dazu am Bass der ehemalige "Univers Zero"-Kollege Guy Segers.
Kompositorisch entwickeln "Present" den Stil ihrer ersten Alben weiter. Abgedreht schräge, vielteilige Stücke mit komplexen Linien, dicht verschachteltem Ensemblespiel, pumpendem, geschäftigem Bass, Denis fast orchestralem Schlagzeugstil und jaulender Trigaux-Gitarre. Vielleicht sind die Stücke etwas rockiger und rhythmisch nicht ganz so komplex wie bei den Vorgängerplatten, aber dafür eher kraftvoller. Weiterhin neu ist der hohe Gesanganteil. "Triskaidekaphobie" und "Le poison qui rend fou" waren im wesentlichen instrumental, hier hat jedes der drei längeren Stücke (alle von Roger Trigaux komponiert) grössere Gesanganteile. Dieser Gesang ist leider auch die grösste Schwachstelle der Platte und behindert eine höhere Wertung (siehe unten). Insbesondere im ersten Stück "Delusions", ansonsten eine tolle typische bewegt treibende Present-Nummer mit vielen chromatischen Motiven und ausgedehntem Gitarren-Freakout, stört er mich ziemlich; die Stimme (ich weiss nicht genau, wer dort singt; die beiden Trigauxs und Denis werden im Booklet als Sänger aufgeführt) ist sehr gewöhnungsbedürftig: leicht krächzend; besser kann ich sie nicht beschreiben. Ausserdem sind die meisten Text-Passagen relativ akzent-behaftet. Der Gesang funktioniert allerdings immer dann ziemlich gut, wenn er nicht im Vordergrund steht, sondern Marke dementer Mönchsgesang im Hintergrund schwingt. Dann entwickelt sich häufig kraftvoll-mysteriöses "Magma"-Feeling a la "Üdü Wüdü", wie z.B. in "May Day" oder (sehr deutlich) in "The Sense Of Life". Dieses ist übrigens gleichzeitig die gitarrenlastigste Nummer, auch die einzige, bei der deutlich zwei Gitarristen am Werke sind, allerdings mit einem seltsamen fast freejazzigen E-Piano-Solo zwischendrin. "May Day" ist eine weitere komplexe vielteilige rockige, dennoch irgendwie kammermusikalische Geschichte, bei der mal nicht das sonst so domierende Klavier die Keyboardabteilung prägt, sondern auch Cembalosounds und Streicherklänge für Abwechslung sorgen. Das abschliessende "Ex-Tango" von Keyboarder Rochette ist ein kleines schräges Instrumental, dessen Verwandschaft mit dem Tango sich hauptsächlich in einer gewissen kantigen Rhythmik äussert.
Alles in allem ist "Certidutes" auf jeden Fall ein gutes Comeback-Album, das einen "Present"-Fan mit allen Zutaten versorgt, die er an der Band schätzt. Leider ist es mit knapp 40 Minuten etwas kurz geraten, aber mir persönlich sind 40 Minuten purer guter Musik lieber als 60 Minuten mit 20 Minuten Ausschuss darunter. Wer sich mit dem Gesang anfreunden kann ist also mit "Certitudes" gut bedient; "Present"-Einsteiger sollten dennoch ersteinmal in "Triskaidekaphobie / Le poison qui rend fou" reinhören und von da weiterforschen.
| Anspieltipp(s): |
May Day |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
28.5.2002 |
| Letzte Änderung: |
28.5.2002 |
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