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24844 Rezensionen zu 17019 Alben von 6634 Bands.
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Jon Anderson

Open

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Klassischer Prog; Moderne Klassik
Label: Open Music
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jon Anderson Music/Songs/Lyrics and Vocals
Stefan Podell Music and orchestration, 6 and 12 string guitars, classical guitar, electric guitar, percussion, bass, and additional vocals
Jane Luttenberger Anderson Angel Vocals
Zach Tenorio-Miller Piano 'first take' and organ
Zach Page Classical and Electric Guitar 'wiz'
Alexandra Cutler-Fetkewicz String arrangement and recording
Jon Fink String arrangement and recording
Susan Lerner String arrangement and recording
Kevin Shima Acoustic Guitar and Vocals
Brian Hobart Percussion
Stephan Junca Drum Kit and African Percussion
Charles Scott Drum Kit
Robert Foster Vocals (Choral via Cal Poly A Cappella group)
Ian O'Rourke Vocals (Choral via Cal Poly A Cappella group)
Madelyn Frey Vocals (Choral via Cal Poly A Cappella group)
Jacob Stringfellow Vocals (Choral via Cal Poly A Cappella group)
Aaron Wolfe Vocals (Choral via Cal Poly A Cappella group)
Amy Stevens Vocals (Choral via Cal Poly A Cappella group)
Billy James Additional backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Open

1. Sun is Calling
2. Please To Remember
3. Who Better Than Love
4. Sun it Sings You / Given Chase

20:54
Gesamtlaufzeit20:54


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


Es ist ja schon wirklich amüsant: Seit Jahren schreit der kleine Mann "Ein Wolf! Ein Wolf!" und lange schon reagiert niemand mehr. Was wurde eigentlich aus (und es folgt lediglich eine kleine Auswahl!): "Amharica", "Zamran?Son of Olias", "Dream Dancing", "The Big If", "For Children Yet to Come", "Chagall", "Uzlot", "Soldiers of Discipline", den drei Compilations, zu denen "Survival and Other Stories" (angeblich) gehört, dem Violinkonzert, der Rap-Oper, der Oper, die auf dem brasilianischen Roman "The Alchemist" beruht, seinen Trance- und Dance-Projekten, seiner "Chinese music", dem 40-minütigen Orchesterwerk und den vielen vielen DVD-Projekten?

Will das wirklich überhaupt jemand wissen?

Aber plötzlich schießen die Veröffentlichungen wie die Pilze aus dem Boden: "Survival", "The Living Tree", dazu zig Songs, die irgendwo auf Facebook oder YouTube herumfliegen - und dann zaubert Jon Anderson mal eben auch noch einen (leider nur als Download erhältlichen) orchestrierten Esoprog-20minüter aus dem Hut. Wie kommt's? Tja, Konkurrenz belebt wohl das Geschäft?

Aber sei's drum, die Fans werden Yes dankbar sein, sollte es deren mediokres "Fly from here" gewesen sein, das Jon Anderson den längst überfälligen Tritt in den Hintern verpasst hat. Lustig dabei: "Open" schlägt "Fly from here" um Längen, ganz lässig, und das, obwohl es nicht mal besonders gut ist.

Ach naja, gut ist es schon, aber es ist nicht brillant. Und der Kurzschluss, "Open" sei ein Meisterwerk, liegt immerhin recht nahe: Das Stück schafft die im Prog psychologisch wichtige 20-Minuten-Marke, es besteht aus den im Prog ebenfalls psychologisch wichtigen vier Teilen, die, im Prog ebenfalls psychologisch wichtig, "Movements" heißen und es kann, im Prog psychologisch wichtig, mit einem kompletten Orchester aufwarten. Und da soll man bei all den Pavlovschen Hinweisschildern eine nüchterne Bewertung hinkriegen!

Klassische Prog-Orchesterwerke sind derzeit en vogue: Renaissance haben mit "The Mystic and the Muse" eines vorgelegt, Secret Green mit "To Wake The King" und daneben gibt es schließlich auch noch die ewig unverwüstlichen Enid. In dieser Liga kann Anderson aber nicht mithalten, dafür ist seine Musik einfach zu kitschig. Er schließt mit "Open" eher an sein Album "Change we must" von 1994 an - immerhin, denn dieses Album wird von vielen für sein zweitbestes gehalten. Tatsächlich klingt "Open" stellenweise ein wenig nach "Shaker Loops" und der Version von "State of independence" von diesem Album, das grauenhaft orchestrierte (und dazu lahmarschig gespielte) Yes-Album "Magnification" ist natürlich ein Referenzpunkt, dazu scheint mir auch eine Idee aus einem Projekt mit Tom Curiano eine Rolle gespielt zu haben - ach ja, und dann wird natürlich auch noch "New Language" von Yes' schlimmem "The Ladder"-Album zitiert. Aber das ist keine billige Verlegenheitslösung, so wie die Verwendung eines Drum Patterns von "Changes" durch Alan White neulich auf dem "Levin Torn White"-Album, sondern absolut folgerichtig an der Stelle, an der es geschieht.

Die Melodien auf "Open" sind typische Melodien aus der Spätphase Andersons: naiv (im guten Sinne), aber nicht ganz platt, ein wenig verstiegen, nicht auf Anhieb einleuchtend und damit interessant genug, um ihnen zu folgen. Immerhin scheint es Andersons Stimme mittlerweile besser zu gehen, er klingt lange nicht mehr so verschnupft wie noch auf "The Living Tree". Textlich gibt sich Anderson heute offenbar mit einem Esoterik-Grundwortschatz von etwa 100 Wörtern zufrieden, über das Niveau von "Open doors will open hearts/Open hearts will always open doors" und "Living the life that you love/You love the life you live" geht es kaum einmal hinaus. Die Orchestrierungen zeigen die Versiertheit Stefan Podells im Filmmusikgenre (und das ist nicht als Lob gemeint), funktionieren aber, und vermutlich deshalb umso besser. Eigenständig wird es immer dann, wenn das Orchester in den Vordergrund tritt und sich - beileibe nicht oft genug - etwa ein Violinsolo erlaubt. Dramatische Passagen bleiben selten, zu selten, möchte man sagen, "Open" versucht auf der anderen Seite aber gar nicht erst, einen Spannungsbogen über die gesamten 20 Minuten zu schlagen, und man vermisst das auch nicht wirklich, gerade wenn man stille Passagen hört, wie etwa die, die zu dem musikalischen Aufbruch im letzten Viertel des Stückes hinführt. Dennoch gibt es natürlich eine nachvollziehbare Struktur, Themen wie das aus "New Language" werden wiederholt und variiert, und das Eingangsthema erscheint am Ende erneut, was "Open" letztlich zu einer geschlossenen Komposition verklammert.

Schön sind die Leistungen der anderen beteiligten Musiker: Stefan Podell spielt einen knackigen Squire-Bass, während die Gitarre kaum an den Stil Steve Howes erinnert. Die Passagen, an denen solche Rockinstrumente eingesetzt werden (und sie werden nur punktuell eingesetzt) sind sehr gelungen.

Jon Anderson scheint sich zurückgelehnt und seinen ehemaligen Bandkollegen mit einem bissigen "Eat this!" sein "Open" entgegengeschleudert zu haben. Und er kann das mit großer Gelassenheit tun, denn "Open" ist in geradezu beschämender Weise besser als der hölzern zusammengeschusterte, verschlafene Longtrackversuch "Fly from here". "Eat this!"

Anspieltipp(s): "Open"
Vergleichbar mit: Andersons "Change we must"
Veröffentlicht am: 26.10.2011
Letzte Änderung: 11.1.2013
Wertung: 10/15
So ein Teil auf "Fly from Here" und die Yesfans wären wieder zu Progfans geworden!

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 2 von 2)


Diese CD, nein, dieser Download – der immerhin mit einem virtuellen Booklet daherkommt – dauert nur rund 20 Minuten. Doch es gibt ja den Spruch: Ich hab zwar bloß Schuhgröße 39, es mieft aber wie 44. Die Laufzeit sollte demnach das geringste Problem sein.

Angeschlagen ist die Stimme von Jon Anderson seit seiner Krankheit unüberhörbar. Zum Glück klingt er auf "Open" nicht mehr so hilfsbedürftig wie auf "The Living Tree". Allerdings handelt es sich bei "Open" auch nicht um einen Gesangs- und Klavierabend, sondern um ziemlichen Bombast, so dass die Stimme oft mit Verdopplungen und Mehrstimmigkeiten aufgepeppt wurde. Anderson singt überdies sehr typische, insgesamt recht erfreuliche, wenn auch manchmal im Eigenklau geschmiedete Melodien.

Man kann schon fragen: Wie zwingend ist es, wenn hier eine Passage aus "New Language" von "The Ladder" auftaucht? Es passte halt hin (obwohl es im Vergleich mit der Vorlage verstörend kläglich klingt). Namensvetter Ian Anderson zitierte auf TAAB 2 aber wohl doch mit mehr guten Gründen aus seinem Meisterwerk "Thick as as Brick".

Auf "Open" finden sich noch andere recht vertraut wirkende Wendungen aus Yes- und ABWH-Zeiten. Leider sind aber weder ABWH noch Yes am Start. Stattdessen ist das Ganze tief in orchestrale Soße getunkt. Ergebnis: Das Stück hört sich an, als sei die "Rock meets Classic"-Version schon veröffentlicht worden, obwohl noch gar keiner gerockt hat. Das Rock-Zeit-Kontinuum hat sich umgestülpt, und eine knackige Bandadaption müsste aus der aufgeschwemmten Vorlage erst noch destilliert werden. In welche Richtung das gehen könnte, liegt klar zutage: Neben dem im Squire-Modus gezupften Bass erinnert die elektrische Gitarre oft ziemlich an Steve Howe. Nur die Akustikgitarren haben den gewöhnlichen Popmusik-Touch, den Howe bei den großen Yes-Alben meist vermieden hat.

Ziemlich rätselhaft ist das sogenannte Orchester. Es wird in den Credits gar kein volles Orchester genannt, nur ein Streichertrio. Die übrigen Orchesterinstrumente scheinen also aus dem Keyboard zu kommen. Bloß werden auch keine Keyboards aufgeführt. Offenbar konnte der für die Orchestrierung zuständige Stefan Podell das einfach alles aus Mund und Nase pusten. Nun gut - dafür werden wir mit den monotonen Drums des späten Alan Whites verschont, in dem Punkt ist die Abwesenheit von Yes ein echter Gewinn.

Trotzdem bleibt es irgendwie tragisch: Yes haben auf "Fly from here" zumindest im Titeltrack flotten, durchaus annehmbaren Rock geboten. Das ist genau das, was hier fehlt. Der von der Gruppe ausgesperrte Anderson frönt stattdessen seiner Liebe zu musikalischen Flokati-Teppichen, in denen seine teilweise sehr achtbaren Grundideen entschieden zu weich gebettet sind. Das Missverständnis dabei: Es gibt auf der Welt viel mehr bedeutsame Orchesterwerke als bedeutsame Stücke für Rockband. An der Vermehrung der letzteren müsste gearbeitet werden, und das gelänge mit einer Rockversion von "Open" vielleicht sogar. Mit mittelmäßiger Orchestermusik hilft man niemandem.

Aber weil sich das alles womöglich zu negativ anhört, sei noch einmal gesagt: Im Kern ist "Open" gar nicht so übel.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.1.2013
Letzte Änderung: 11.1.2013
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Jon Anderson

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 Olias Of Sunhillow 13.00 5
1980 Song Of Seven 7.00 2
1982 Animation 9.00 1
1985 3 Ships - 1
1988 In the City of Angels 1.00 3
1994 Deseo 1.00 1
1994 Change We Must 9.00 1
1995 Angels Embrace 2.00 1
1996 Toltec 8.00 1
1997 Earth Mother Earth 6.50 2
1997 The Promise Ring 5.00 1
1999 The More You Know 5.00 1
2005 Tour of the universe (DVD) 8.00 1
2006 Watching the Flags That Fly 3.00 1
2006 Live in Sheffield 1980 7.00 1
2007 The Mother's Day Concert 3.00 1
2008 From me to you - 1
2010 Survival & other stories 7.00 1

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