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Return To Forever

Romantic Warrior

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Jazzrock / Fusion
Label:
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Chick Corea keyboards
Stanley Clarke bass
Lenny White drums,percussion
Al Di Meola guitars

Tracklist

Disc 1
1. Medieval Overture 5:15
2. Sorceress 7:33
3. The Romantic Warrior 10:48
4. Majestic Dance 5:01
5. The Magician 5:26
6. Duel Of The Jester And The Tyrant (Part I & II) 11:25
Gesamtlaufzeit45:28


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Beim Wort "Jazz" läuten ja leider Gottes bei einigen Prog-Fans die Alarm-Glocken. Dabei gibt es gerade im Bereich des sogenannten "Jazzrock" einiges an fantastischer Musik, die durchaus viele Gemeinsamkeiten mit einigen Prog-Bands und -Richtungen haben. Aber vielleicht als Trost für die ewig den Kopf schüttelnden und dabei "Diese verdammten intoleranten Proggies!" murmelnden: es gibt durchaus Hardcore-Jazz-Fans, die die Fusion aus Jazz und Rock ekelhaft finden und das Ganze für eine Anfang der Siebziger Jahre von den Plattenfirmen gestartete Sell-Out-Kampagne halten... Naja, mit klassischem Jazz haben Platten wie "Romantic Warrior" natürlich auch nicht mehr sooo viel zu tun; eine gewisse harmonische Gewandtheit und die hohe Gewichtung der solistischen Improvisation bleiben übrig, während Instrumente und Power eher von der populärmusikalischen Seite stammen.

Genug spekuliert und theoretisiert: warum diese Bemerkungen? Nun, ich glaube, "Romantic Warrior" ist nicht nur eines der kommerziell erfolgreichsten "Return To Forever"-Alben, sondern vielleicht auch ein sehr guter Einstiegspunkt in Jazzrock-Gefilde für alle Proggies, die sich da bis jetzt nicht so recht rantrauen wollten. Schliesslich befindet man sich hier als Prog-Fan in teils doch vertrauten Gewässern: als konzeptioneller Aufhänger des Albums dienen mittelalterliche Themen: Ritter, Magier, Zauberer, Hofnarren ("Jester"...). Allerdings: ein echtes Konzeptalbum ist dies nicht; die Titel der Stücke dienen nur als lockere Inspiration, nicht als strikte Geschichtenvorlagen.

Zum anderen erreicht die Band hier eine sehr schöne Soundfarbigkeit- und Vielfalt, wie sie oft im Jazz fehlt, aber eines der Merkmale vieler klassischer Prog-Alben ist. Dies liegt sicher zu einem grossen Teil an Chick Coreas Keyboard-Arsenal, das dem von Leuten wie Rick Wakeman in nichts nachsteht: Piano, E-Piano, Clavinet, verschiedene Moog- und ARP-Synthies, Orgel etc Aber auch die anderen Bandmitglieder tragen dazu bei: Al Di Mealo z.B. durch akustischen und elektrische Gitarre, ebenso Stanley Clarke am E-Bass aber auch am Standbass, teils sogar mit Bogen (wobei ich Leute kenne, die diesen Sound hassen...).

Weiterhin sind einige der Songs komplexer aufgebaut als das übliche Jazz-Schema Thema - Impro(s) über Themenakkorden - Impro. Die einzelnen Themen sind komplex und vertrackt, verschiedene Themen und Sounds werden kombiniert und die Impros laufen über verschiedene Grundlagen. Schöne Beispiele für solche wenig jazzige Songs sind gleich Coreas "Medieval Overture" und Clarkes "The Magician", mit komplexer Abfolge verschiedener Teile. Lenny Whites "Sorceress" baut hauptsächlich auf einem funkigen Rhythmus und Riff auf, Al Di Meolas "Majestic Dance" ist eine rockigere Nummer mit leichten Zappa-Einflüssen in den abartigen Läufen. Einer der Höhepunkte für mich ist Coreas Titelsong, in dem Meola reichlich Platz für's Solieren auf der akustischen Gitarre bekommt, bis sich ein mitreissendes feuriges Latin-Piano-Solo entwickelt, eine Richtung, die sowohl Corea als auch Meola sehr am Herzen lag (vgl. auch Coreas Solo-Album aus dem gleichen Jahr: "My Spanish Heart"...).

Zu den Instrumentalleistungen muss man bei dieser Besetzung nix sagen; virtuose Soli en masse. Vielleicht noch eine Anmerkung zu Coreas Benutzung des Synthies: er benutzt ihn nicht nur zum Solieren, sondern auch in Begleitfunktion, sei es als Fanfaren oder als sanfte Flächen, aber seine Solo-Arbeit ist auch sehr bemerkenswert, da er den Synthie nicht nur als "Klavier mit anderem Sound" benutzt, sondern sehr effektvoll Synthie-Eigenarten wie Vibrato-Kontrolle und gezogene Töne benutzt. Ausserdem muss ich noch schnell meiner Bewunderung für Schlagzeuger Lenny White Ausdruck geben, der eigentlich gleich vom ersten Song an eine beeindruckende Leistung abliefert.

Also, wenn Ihr Euch vielleicht ein bisschen für intelligenten, farbigen Jazzrock begeistern könnt, dann solltet Ihr hier mal eingehört haben.

Anspieltipp(s): The Romantic Warrior
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.5.2002
Letzte Änderung: 31.5.2002
Wertung: 11/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 2)


Es braucht diverse Dinge zum guten Album, oder? Ein guter Opener zum Beispiel hilft dabei, den Hörer ins Album zu ziehen. Dynamik ist auch so ein Zauberwort, was ich gerne auf die Vielfalt und die Stimmungen eines Album übertrage. Und dann ist ja da auch der Faktor Sound zu nennen. Kraftvoll und ausgewogen, dennoch aber sehr transparent. Und dann braucht es da wohl zuvorderst gutes Songmaterial.

Jawoll, und alle diese Punkte belegt "Romantic Warrior". Jazzrock in seiner vollen Kraft, wobei der Fokus hier dem Wort Rock gilt. Die Instrumentierung ist klassisch, das Keyboard sehr dominant, die Gitarre super verfrickelt und die Rhythmustruppe groovt wie Hölle von einer Ecke zur nächsten. Der Vergleich zum Mahavishnu Orchestra ist nicht ganz unbegründet, kein Wunder also, warum sich Al DiMeola und John McLaughlin irgendwann zusammengetan haben.

Doch Return To Forever schaffen mehr Abwechslung in ihren Stimmungen als es das Mahavishnu Orchestra macht. Hier geht es neben dem Uptempo Opener sogar funky in das nächste Stück. Mit "The Romantic Warrior" hat man ein episches Titelstück am Start, wo Akkustikgitarre, knarzender Bass und perlendes Piano eine schier schwebende und dichte Atmosphäre zaubern. Das mit Gimmicks gespickte Schlagzeugspiel ist einfach großartig und macht dieses Stück (incl. einer herrlichen spanischen Gitarreneinlage) zu einem absoluten "must have". Fast schon Hard-Rockig geht es weiter mit Majestic Dance. Symphonisch und irgendwie mittelalterlich angehaucht begegnet uns "The Magician" (mit etwas eigenwilligen Keyboardsounds). Mit "Duel Of The Jester And The Tyrant" klingt das Album wieder in einer episch verspielten Nummer mit vielen funky Elements aus.

Romantic Warrior ist ein großartiges und unterhaltsames Album, das facettenreich und trotz aller Frickelei niemals aufdringlich oder nervend ist. Immer wieder wird man durch Harmonien zurückgeholt und eingeladen, an dieser berauschenden Stimmung teil zu haben.

Anspieltipp(s): The Romantic Warrior
Vergleichbar mit: Mahavishnu Orchestra
Veröffentlicht am: 8.3.2008
Letzte Änderung: 8.3.2008
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Return To Forever

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Light As A Feather 10.00 1
1973 Hymn Of The Seventh Galaxy 11.00 2
1974 Where Have I Known You Before 11.00 1
2008 Returns 11.00 1

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