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Univers Zero

Heatwave

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1986
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; RIO / Avant; Zeuhl
Label: Cuneiform Records
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Daniel Denis Drums, Percussion, Voice
Michel Delory Guitar
Dirk Descheemaeker Clarinet, Bass Clarinet, Soprano Sax
Christian Genet Bass, Nailskake
Patrick Hanappier Violin, Viola
Andy Kirk Piano, Synthesizer, Voice
Jean-Luc Plouvier Piano, Synthesizer, Voice

Tracklist

Disc 1
1. Heatwave 8:34
2. Chinavox 4:49
3. Bruit dans les Murs 8:25
4. The Funeral Plain 20:24
Gesamtlaufzeit42:12


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Heatwave war die erste CD-Veröffentlichung von UZ, erschienen bei Cuneiform, aber auch gleichzeitig das letzte Album für lange Zeit. Im Vergleich zu Uzed hat sich wieder einiges an der Bandbesetzung geändert. Cellist Mergenthaler hatte sich inzwischen Art Zoyd angeschlossen, dafür kamen Keyboarder Andy Kirk und Violinist Hanapier zurück in die Band. Mit Delory ist erstmals seit Heresie wieder ein fester Gitarrist mit an Bord, der dann auch für das eine oder andere schräge Gitarrensolo sorgt.

Heatwave setzt den mit Uzed eingeschlagenen Weg fort. Die Musik von UZ wird noch keyboardlastiger und die bisher immer recht dominanten solistischen Streicher und Bläser treten etwas in den Hintergrund. Die beiden Keyboarder bestimmen eindeutig das Album, das zudem noch durch diverse Sound- und Geräuscheffekte angereichert wird. Trotzdem sind UZ weit davon entfernt, irgendwelchen 8ziger Synthiepop-Klängen zu erliegen. Auch Heatwave ist ein bizarres Kammerprog-Konglomerat, das keinerlei kommerzielle Kompromisse eingeht. Mit den Tracks 1 und 4 steuert Andy Kirk hier den Großteil der Kompositionen bei. Aus Denis' Feder, der die Stücke von Uzed noch alleine komponiert hatte, stammen die beiden mittleren Stücke. Interessanterweise sind es gerade Kirks Kompositionen, die eher noch an die "alten" UZ erinnern.

"Heatwave": Nach mysteriösem, synthiegetragenem Beginn setzen streicherartige Keyboardteppiche, grundiert mit kräftigem Bass ein, und das Stück wabert mit gelegentlichen Einwürfen von Violine/Viola und/oder Klarinetten/Sax dahin. Dazu kommen hie und da kräftige Gitarreneinwürfe von Delory. Eine ähnliche Mischung stellt auch "The Funeral Plain" dar, neben "La Faulx" von Heresie das längste Stück, das UZ bisher eingespielt haben. Ein sich immer mehr steigernder Trauermarsch, eingeleitet von schwebenden Synthieklängen mit gleichbleibendem "boleroartigem" Rhythmus von Schlagzeug und Bass, darüber diverse Einlagen von Klarinette, Sax, Streichern und Keyboards, gegen Ende - sozusagen als Höhepunkt - kommt noch eine schräge Gitarre dazu, bis das Stück mit Wassertropfen ausklingt. Die beiden Stücke von Denis ("Chinavox" und "Bruit dans les Murs") sind noch mehr dem "neuen" Sound verpflichtete Klangexperimente, sehr keyboarddominiert, dazu viel Schlagzeug, auch elektrische Drumsounds, Geräusche, ein wenig Sax und Bassklarinette. Hier deutet sich an, was Denis einige Jahre später auf seinen beiden Solo-Scheiben machen sollte.

Vielleicht ist Heatwave für eher an Sympho-Prog orientierte babyblaue Leser, wegen der für UZ-Verhältnisse recht dominierenden Rolle der Keyboards, der beste Einstieg in die Klangwelt der ersten Inkarnation dieser Band! Danach sollte man sich nach hinten durcharbeiten!

Anspieltipp(s): Heatwave
Vergleichbar mit: Present, Art Zoyd
Veröffentlicht am: 31.5.2002
Letzte Änderung: 29.10.2003
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 2)


Punkt 1: Die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts ;-) waren, da dürften sich ja alle einig sein, keine besonders gute Zeit für einen Prog-Fan. Wenn man sich mal die "babyblauen Annalen" ansieht, dann gibt es da einige Jahre, in denen vielleicht gerade mal zwei empfehlenswerte Alben auftauchen. Und wenn es in diesen Jahren empfehlenswerten Prog gab, dann blieb er offensichtlich unentdeckt und auch im Nachhinein weitgehend unbekannt... Nur so ist zu erklären, dass ein Album wie "Heatwave" der belgischen Avantgarde-Progger Univers Zero aus dem Jahr 1986 noch nicht mal in den besagten Annalen erwähnt wird.

Punkt 2: Seitdem ich Univers Zero auf dem Freakshow-Festival 2004 live erleben durfte, bin ich der Musik dieser Band mit einer gewissen naiven Begeisterung quasi verfallen. Es ist eine Faszination, die ich noch nicht einmal richtig erklären kann. Sie ist halt einfach da. Was Konzerte so alles auslösen können...

"Heatwave" ist das letzte Album der ersten Phase von Univers Zero. Danach löste sich die Band erstmal für einige Zeit auf. Werke der ersten Phase von Univers Zero sind nicht selten eher düster, musikalisch schwierig und von daher eher harte Kost, zumindest gilt das für "Ceux Du Dehors" und "Heresie", die ich aus dieser Phase kenne. So gesehen ist "Heatwave" ein ganzes Stück anders.

"Heatwave" ist für ein Univers Zero-Album erstaunlich offen, stellenweise fast fröhlich, in jedem Fall kaum düster und depressiv. Allenfalls wird es an manchen Stellen beunruhigend, unheimlich, aggressiv, spannend, irgendwie aufregend, so dass man beim Zuhören kaum noch ruhig sitzen kann. Oftmals erscheint mir die Musik ohne (klassischen) Rhythmus auszukommen... das klingt seltsam bei einem Album einer Band, die von einem Schlagzeuger geführt wird. Aber was ich sagen will: Das Schlagzeug, wie auch weitgehend der Bass, werden Teil der "melodischen" Ausführung der Musik. Gerade das Schlagzeug übernimmt richtiggehend stellenweise die Melodieführung (insoweit von Melodien gesprochen werden kann), das macht die Musik schon von dieser Warte her beeindruckend. Gerade im zweiten Track, "Chinavox", scheint eher ein Maschinensaal, denn ein Schlagzeug, das Lied voranzutreiben. Der Bass hingegen bleibt diesmal eher im Hintergrund.

Insgesamt bieten Univers Zero vier chromatische Kompositionen, die sich schleppend aus den Boxen ergiessen. Dabei werden immer neue Klangbilder durchlaufen, Schichten aufgetürmt, Rhythmen dekliniert. Das alles wirkt sehr durchkomponiert, sehr stilisiert und trotzdem sehr lebendig. Wenn hier auch einzelne herausragende Tracks (wie beispielsweise "Combat" oder "Dense" auf "Ceux Du Dehors") fehlen, besticht "Heatwave" durch ein gleichbleibend hohes Niveau.

Ungewöhnlich für Univers Zero ist sicherlich die durchaus hörbare Gitarre, die vor allem im Opener einige interessante Läufe beisteuert. Ungewöhnlich auch die dominanten, teilweise atonalen, teilweise heftig dröhnenden Keyboard-Attacken gepaart mit allerlei elektronischen Klängen, gerade in den beiden Tracks (den mittleren), die Daniel Denis geschrieben hat.

Ich bin sicherlich kein Univers Zero-Experte (siehe oben, eher ein naiver Fan), aber "Heatwave" ist in meinen Augen für die erste Phase der Band eher ungewöhnlich und vielleicht schon ein Fingerzeig auf die zweite Phase der Gruppe ab 1999. Aber diesen Fingerzeig sollte sich der musikalisch interessierte Abenteurer auf keinen Fall entgehen lassen.

Randbemerkung: Bei diesen Album habe ich, wie noch selten zuvor, den Unterschied zwischen konzentriertem Hören mit Kopfhörer und "normalem" Hören über die Boxen oder gar im Auto gemerkt. Während in den Situationen, in denen die Musik quasi eher nebenbei läuft, das Album relativ unspektakulär wirkt, offenbart sich unter dem Kopfhörer plötzlich förmlich eine andere Welt.

Anspieltipp(s): heatwave, bruit dans les murs... ach was, alles bzw. ganz hören!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.5.2005
Letzte Änderung: 22.5.2005
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Univers Zero

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 Univers Zero (1313) 13.00 2
1979 Heresie 12.00 2
1981 Ceux Du Dehors 12.00 3
1984 Uzed 13.00 1
1999 The Hard Quest 10.00 2
2001 Crawling Wind 10.00 1
2002 rhythmix 12.00 1
2004 Implosion 10.50 2
2006 Live 12.50 4
2009 Relaps - Archives 1984 - 1986 11.25 4
2010 Clivages 12.00 2
2014 Phosphorescent Dreams 12.00 1

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