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Peter Gabriel

New Blood

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; ArtPop
Label: Real World / Virgin
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Peter Gabriel vocals, piano
John Metcalfe arranger
Ben Foster conductor
New Blood Orchestra violins, violas, cellos, double basses, flute bassoon, trumpets, horns, trombones, bass trombones, piano
Ane Brun vocals on "Don’t Give Up"
Melanie Gabriel vocals on "Downside Up"

Tracklist

Disc 1
1. The Rhythm of the Heat 5:41
2. Downside Up 3:52
3. San Jacinto 6:59
4. Intruder 5:08
5. Wallflower 6:26
6. In Your Eyes 7:13
7. Mercy Street 6:00
8. Red Rain 5:16
9. Darkness 6:11
10. Don’t Give Up 6:40
11. Digging in the Dirt 4:58
12. The Nest that Sailed the Sky 3:55
13. A Quiet Moment 4:48
14. Solsbury Hill (bonus track) 4:35
Gesamtlaufzeit77:42


Rezensionen


Von: Piotre Walter @ (Rezension 1 von 2)


Nach dem mit Orchester eingespielten Cover-Album "Scratch my back" und der zugehörigen Tournee mit dem "New Blood Orchestra" werden die für Orchester arrangierten Gabriel-Klassiker der Tour auf dem Studio-Album "New Blood" nachgereicht. Vorbelastet, siehe auch Rezension zu "Scratch my back", bin ich wieder begeistert vom Ergebnis des Experiments. Die Songauswahl ist insgesamt recht gelungen und beeinhaltet erfreulicherweise nicht nur die Hits. Natürlich hätte die Songauswahl noch ein wenig besser sein können, z.B. wären "Here comes the Flood" oder "Family Snapshot" sicher auch ein Fest gewesen - aber manche Hits wie "Don't give" up oder "Solsbury Hill" gehören bei einem Gabriel-Klassiker-Album wohl unvermeidlicherweise dazu. Die Symbiose Pop-Rock und klassisches Orchester funktioniert einfach gut, manche Stücke haben sich stark verändert wie "Rythm of the Heat" oder "Intruder" das sehr still beginnt und mit seinen Peitschenschlägen und Choreinsätzen im weiteren Verlauf das Thema des Songs in dieser Version eigentlich noch besser umsetzt und fast ein wenig an Gabriels Filmmusik "Passion" erinnert.

"Downside Up" zart und zerbrechlich, wie die Stimme von Melanie Gabriel. "Wallflower" berührte mich schon immer, nicht nur wegen den Lyrics - aber in dieser Orchester-Version noch deutlich mehr. Der progressive Klassiker "San Jacinto" ist natürlich ein Heimspiel, von jeher schon symphonisch angelegt, und einer seiner besten Songs generell, besticht auch auf diesem Album.

Auch Songs, die live eigentlich schon viel zu oft gespielt wurden, und an denen ich mich überhört habe, wie "In your Eyes" und "Mercy Street" tanken in der Orchesterversion tatsächlich "Neues Blut" und sind wieder ein Erlebnis und nicht nur "business as usual". "In your Eyes" z.B. kommt anfangs ein wenig westsidestory-artig daher, aber der fröhlich beschwingte Touch steht dem Song. "Mercy Street" vom Orchstereinsatz sehr minimalistisch lebt vom eindringlichen Gesang Gabriel's und zarter Instrumentierung.

Generell sind die Arrangements trotz orchestraler Auslegung erstaunlich minimalistisch und bratzen und klotzen nur an den dramaturgisch wichtigen Stellen. Auf die klassischen Band-Instrumente: E-Gitarre, Schlagzeug wird bewusst verzichtet. Ein großes Kompliment an den Chef-Arrangeur John Metcalfe und an den Dirigenten Ben Foster.

Interessanterweise gelingt die Verbindung von Orchester und Pop-Rock bei diesem Album besser, als bei "Scratch my back". Bei seinen eigenen Songs kann Gabriel doch deutlich mehr Authentizität erzeugen. Wieder einmal fällt die Stimmgewalt von Peter Gabriel auf - wirken seine Gesangskünste und die Gesangsmelodien in dieser Kombination mit Orchester noch eindringlicher noch emotionaler. Seine Stimme ist klar und scheint im Alter noch zu gewinnen. "Darkness" bot sich natürlich auch an wegen des dramatischen Aufbaus. "Dont give up" war noch nie meins und auch die Orchsterversion ist eher konventionell. Duett-Partnerin Ane Brun's brüchiger Gesang macht den Song aber doch wieder zu etwas Besonderem. Live fand ich die Passagen mit Brun's Gesang aber noch wesentlich besser. Ebenso eher konventionell "Red Rain" - allerdings emotional mitreißend und hier darf die Streicherfraktion mal ordentlich loslegen.

"Digging in the Dirt" ist wieder spritzig, witzig, unkonventionell - eine klasse Version. "The Nest that sailed the sky" ein ruhiges besinnliches Instrumental. "A Quiet Moment" finde ich schwach - Windrauschen und Vogelgezwitscher? Da gab es doch noch einige starke Songs von der Tournee: "Lead A Normal Life", "Signal to Noise", "Biko" oder "Secret World" z.B.. Schade, dass es keiner dieser Titel auf das Album schaffte.

"Solsbury Hill" ist auch wieder sehr konventionell umgesetzt. Hier misslingt das Konzept ein wenig, bzw. die Version des Songs wir dem Anspruch "New Blood" nicht gerecht. Gehört als Evergreen wohl dazu, haut mich aber wirklich nicht vom Hocker. Ein grandioseres Finale hätte das insgesamt gelungene Album wirklich verdient.

Trotzdem - alles in allem ein recht gelungenes musikalisches Experiment, das seine stärksten Momente in den ruhigen, emtionsgeladenen Songs hat (z.B. Wallflower, Downside Up) und in den unkonventionelleren Orchster-Versionen brillanter Gabrielwerke wie "San Jachinto", "Intruder", "Rythm of the Heat", "Digging in the Dirt".

Für den Liebhaber gibt es die auch eine Special Edtition mit Bonus CD, bei der die Tracks auch instrumental vorliegen, plus dem Titel "Blood of Eden". Wäre letzteres nicht, wäre die Bonus CD eigentlich gänzlich überflüssig für meine Ohren.

Ein gesanglich starker Gabriel mit orchestraler Unterstützung und manchen wirklich interessanten Interpretationen alter Songs - insofern stimmt das Wortspiel "New Blood" zum Teil. Für mich durchaus eines der gelungen "Pop-meets-Orchester-Alben". Letztendlich muss aber jedoch jeder selbst herausfinden, ob es einem gefällt.

Anspieltipp(s): The Rythm of the Heat, Downside Up, San Jacinto, Intruder, Digging in the Dirt
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.12.2011
Letzte Änderung: 4.12.2011
Wertung: 12/15

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Von: Michael Büttgen @ (Rezension 2 von 2)


Wenn Musiker und Bands dabei sind, ihren Zenit zu überschreiten, ist oft auch der Zeitpunkt gekommen, wo alte Hits mit Orchester eingespielt werden müssen. Wenn es auch nicht immer die alten Hits sind, Hauptsache irgendwas mit Orchester. Sei es aufgrund maßloser Selbstüberschätzung, aus finanziellen Gründen, oder weil vielleicht ein "kreatives Loch" überwunden werden muss.

Das wage ich natürlich nicht, dem Meister zu unterstellen, ganz sicher nicht. Trotzdem: "New Blood" hat einen faden Beigeschmack und man macht sich schon Gedanken. Auch, wenn man als großer Fan und Verehrer von Peter Gabriel (einer der kreativsten und innovativsten Künstler, die ich kenne) bei solchen Gedanken Bauchschmerzen bekommt.

Ganz davon abgesehen, sehe ich mich in meiner persönlichen Meinung wieder einmal bestätigt, dass Rock- und Popmusik mit Orchester einfach nicht funktioniert. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber (leider) nicht "New Blood". Die Arrangements des Orchesters sind erschreckend infantil, wenn nicht sogar ärgerlich. Die damals zum Erscheinungstermin angekündigten Neuinterpretationen der alten Songs kann ich nirgendwo entdecken. Das Orchester spielt unspektakulär, fast gelangweilt die bekannten Songstrukturen vor sich her. Der eigentliche Kern der Songs wird gar nicht angetastet. Ein Beispiel und eigentlich auch der Gipfel der Bedeutungslosigkeit ist "Solsbury Hill". Wenn man schon so einen immer und immer wieder runtergenudelten Song unbedingt wieder aufwärmen muss, warum reißt man ihn dann nicht komplett ein und macht was völlig überraschendes, vielleicht sogar was komplett Neues draus? Von mir aus auch mit Orchester, meine Güte... Wo ist die große Gabriel'sche Kreativität, die Innovation, der Mut?

Vielleicht sind meine Ohren durch den Konsum echter klassischer Musik zu verwöhnt, mag auch sein, dass ich einfach dieser ganzen „Rock meets Klassik“-Aktionen überdrüssig geworden bin, aber verdammt noch mal, Leute, das ist DER MEISTER! Sowas will ich einfach nicht von ihm hören müssen! Das geht einfach nicht! Sowas erwarte ich vielleicht von Bands wie Asia feat. John Payne und dem London Symphony Orchestra, aber doch nicht von DEM MEISTER!

Komm in die Gänge, alter Mann. Mach ein richtiges Album und zeig uns, dass du es noch kannst!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.6.2014
Letzte Änderung: 5.6.2014
Wertung: 6/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Peter Gabriel

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 I 9.00 3
1978 II 10.50 4
1980 III (Melt) - Ein deutsches Album 14.00 1
1980 III 12.67 3
1982 IV 12.33 3
1982 IV / Ein deutsches Album 13.00 1
1983 Plays Live 9.33 3
1984 Plays Live - Highlights - 1
1985 Birdy (Soundtrack) 7.00 1
1986 So 9.50 2
1989 Passion (Soundtrack: The Last Temptation of Christ) 11.00 2
1989 Passion Sources - 1
1990 Shaking The Tree - 16 Golden Greats - 1
1992 Us 10.20 5
1993 Plus From Us (Compilation) - 1
1994 Secret World Live 11.67 3
2000 Ovo 11.33 3
2002 More Than This (Maxi) - 1
2002 Long Walk Home - Music from The Rabbit-Proof Fence 9.00 1
2002 Up 10.75 4
2003 Growing up Live (DVD) 12.00 2
2003 HIT - 1
2003 HIT (2CD - US version) - 1
2003 HIT (2CD - Germany Version) - 1
2003 HIT (2CD - UK Version) - 1
2003 Growing Up (DVD) 8.00 1
2003 Secret World Live (DVD) 12.50 2
2003 More Than This (DVD) - 1
2004 PLAY (DVD) 13.50 2
2004 Still Growing Up Live 2004 - 18.05.2004 Nürnberg 12.00 1
2007 The Warm Up Tour Summer 2007 - 14.06.2007 Gelsenkirchen 12.00 1
2010 Scratch My Back 11.33 3

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