Who is This Who is Coming?
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Journey to the Coast
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2.04
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| 2. |
The Globe Inn
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4.26
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| 3. |
Finding the Whistle
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2.01
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| 4. |
Watcher Part 1
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1.56
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| 5. |
Who Is This Who Is Coming?
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9.09
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| 6. |
Convinced Disbeliever
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3.59
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| 7. |
Watcher Part 2
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1.59
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| 8. |
A Face of Crumpled Linen
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10.17
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| 9. |
Spectacle of a Scarecrow
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5.54
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| Gesamtlaufzeit | 41:45 |
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Rezensionen

Das vierte Album (durch das geschmackvoll gestaltete Digipack-Cover ist die Bezeichnung als Album wohlverdient) von The Future King of England ist dem englischen Schrifsteller Montague Rhodes James gewidmet. Dieser hatte sich - wie viele seiner Zeitgenossen Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts - mit Geistergeschichten, Artefakten und übernatürlichen Phänomenen beschäftigt.
Ein College-Professor, der in einem an der Küste gelegenen Hotel seinen Urlaub verbringt, findet in den in der Nähe stehenden Ruinen eines Ordenshauses der Templer eine Flöte. Auf dem uralten Instrument ist u.a. ein lateinischer Text eingraviert, der übersetzt lautet: "Who is this who is coming?" Professor Parkins entdeckt, dass der Klang der Flöte bei ihm eindringliche Vorstellungen von geheimnisvollen Gestalten hervorruft. Seit der Verwendung der Flöte begann es in dem von Mr. Parkins alleine bewohnten Doppelzimmer in Globe Inn in Burnstow zu spuken. Nur durch das beherzte Eingreifen eines Freundes entgeht unser Professor dem Wahnsinn, oder zumindest einem verzweifelten Sprung aus dem Hotelfenster. Die Flöte wird daraufhin ins Meer geworfen, Ende der Kurzgeschichte. (Deswegen findet man heutzutage solche Gegenstände nicht mehr: weil die damals alle weggeworfen wurden, nachdem sie für grosse Verwirrung und Schrecken gesorgt haben).
Die soeben zusammengefasste Erzählung (ohne die kleine Bemerkung von mir am Ende) nennt sich "Whistle and I'll Come to You" und stammt natürlich von M.R.James. Diese Erzählung scheint das britische Quartett fasziniert zu haben, so dass sie gewissermassen als eine Soundtrack-Vorlage für die leicht geheimnisvolle Musik ausgesucht wurde. Zitate aus der Geschichte wurden auf dem Cover als Untermalung der jeweiligen Stücke abgedruckt.
Für das eröffnende "Journey to the coast" hatten die Musiker ausnahmsweise die idyllische, akustisch dargebotene Folk-Musik gewählt, die nahtlos in das an Pink Floyd angelehnte "The Globe Inn" übergeht. Beide Teile von "Watcher" bieten (etwas überraschend für eine eigentlich instrumentale Formation) salbungsvollen Gesang zu akustischer Gitarre und Flöte. Dadurch ist "The Watcher" schon eher dem traditionellen Retroprog zuzuordnen. Das Titelstück ist mit Gitarrenschleifen und cineastischen Effekten nach Art der Ambient-Musik wie eine bedächtige Kopfkino-Vorlage konzipiert. Der Titel "Convinced Disbeliever" bezieht sich auf den Professor, der bis zu seinen denkwürdigen Erfahrungen im Hotel nicht an die Geister glauben wollte. Das Stück selbst präsentiert plötzlich durchaus rockigen und dramatischen Retroprog mit psychedelischen Einflüssen, als hätte der am Anfang erklingende Wecker zu einem unerwarteten Temperamentausbruch bei den Musikern geführt. Leider kommt die gesamte CD nur mit diesem einen Temperamentausbruch aus. Stücke wie "A Face of Crumpled Linen" repräsentieren die für The Future Kings Of England typische Mischung aus Post-, Artrock und floydigem Progressive Rock.
Die Gesamterscheinung des aus literarischer Vorlage und der musikalischer Umsetzung bestehenden Werkes würde ich als tradtionsbewusst, oder sogar konservativ bezeichnen. Die Band assimiliert dabei die innherhalb der Progrock-Nische aktuellen musikalischen Trends und unterstreicht durch die Auswahl der für sie einflussreichen Lektüre ihre Herkunft.
Für die Freunde des gepflegten und (bis auf ein Stück) ruhigen Progressive Rock ist "Who is this who is coming?" eine interessante Veröffentlichung.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
Artrock a la Pink Floyd |
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| Veröffentlicht am: |
2.1.2012 |
| Letzte Änderung: |
29.1.2012 |
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Die Geistergeschichten des beginnenden 20. Jahrhunderts hatten eine andere Qualität als die des beginnenden 21. Jahrhunderts. Die post-viktorianische Geschichte, deren Titel Oh, Whistle, and I'll Come to You My Lad auf ein Gedicht von Robert Burns zurück geht, ist von einem leisen Geheimnis und Schauer erfüllt, der wie ein Landnebel auf den Dingen lastet. Hierdurch wird beim Leser eine anheimelnd-schaurige Atmosphäre erzeugt. Mit groben und gewalttätigen Gruseleffekten wurde seinerzeit nicht gearbeitet.
Hält man sich dies vor Augen und hört die Musik, dann muss man anerkennen, dass den Future Kings of England eine weitgehend adäquate musikalische Umsetzung der Geistergeschichte von M.R. James gelungen ist. Der Schleier, der im Fensterblick auf dem Cover auch optisch herüber gebracht ist, wird auch durch die meist ruhige und leise bedrohliche Gestaltung der Musik vermittelt. Die Future Kings überziehen die folkig-rurale Klanggestalt der Komposition mit psychedelischen Elementen, reichern hier und da sparsam mit etwas Elektronik und riffigem Rock an. Mit Soundeffekten zur Untermalung der Geschichte wird - gerade im zentralen Titelstück - nicht gegeizt. Ich weiß nicht, ob das wirklich nötig gewesen wäre, denn die Musik selbst erfüllt die Aufgabe, atmosphärische Dichte zu schaffen, schon ziemlich gut.
Zwei weitere Besonderheiten sind in den beiden Teilen des Gesangsstückes Watcher zu sehen, die Einflüsse amerikanischer Psychedelic der End-60er ins Spiel bringen. Ungewöhnlich heftig kommen bei Convinced Disbeliever dann die Deep Purple - Gedächtnisriffs rüber, die allerdings mit Synthieklängen im Hintergrund ebenfalls stark psychedelisiert werden, sodass auch dieser Ausbruch durchaus ins Gesamtbild des Albums passt.
Die Idee zu dem Album ist sympathisch antiquiert und die Umsetzung mit kleinen Abstrichen recht ansprechend geraten. So ist den Future Kings ein Album gelungen, das sich anheimelnd in die Erinnerung gräbt und trotz des eigentlich unspektakulären, altertümelnden Sounds doch aus der Masse der Veröffentlichungen herausragt.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
8.2.2012 |
| Letzte Änderung: |
28.2.2012 |
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