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L'ombra della sera

L'ombra della sera

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Moderne Electronica; Psychedelic; RetroProg
Label: AMS
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Fabio Zuffanti bass
Agostino Macor keyboards
Maurizio Di Tollo drums

Gastmusiker

Gianni Allevi sax
Alessandro Corvaglia voice
Andrea Monetti flute
Paolo Fulvio Marrasso double bass
Enrico Guoa trumpet

Tracklist

Disc 1
1. Gamma 11:22
2. La traccia verde 3:51
3. Il segno del comando 6:35
4. Ritratto di donna velata 5:03
5. Ho incontrato un'ombra 17:51
Gesamtlaufzeit44:42


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @


„L’ombra della sera“, soviel wie „Der Schatten des Abends“, ist ein Roman, aber es gibt wohl auch einen Film und eine italienische Fernsehserie, die so heißen. Und nun gibt es auch eine Band gleichen Namens. Na ja, vielleicht nicht wirklich, denn hinter „L’ombra della sera“ stecken niemand anderes als Workaholic Fabio Zuffanti und die Musiker, die letztlich die Formation La Maschera di Cera bilden. Ja, zwischen der Wiederveröffentlichung der Rockoper „Merlin“ und dem neuen Album von Höstsonaten (für April 2012 avisiert), da war anscheinend noch etwas Luft für ein Nebenprojekt.

Auf „L’ombra della sera“ – das Album heißt wie die Formation – huldigen Zuffanti & Co. dem italienischen Film- und Fernseh-Schaffen der 70er Jahre und vor allem den damals entstandenen Soundtracks. Man erinnert sich ja beispielsweise vielleicht noch an die Band Goblin, die Horrorfilme vertonte. Andere Namen sind Enrico Simonetti, Riz Ortolani oder Berto Pisano, die allesamt (mehr oder weniger) bekannte Soundtrack-Komponisten waren. Pisanos „A Blue Shadow“ – hier als „Ho Incontrato Un'ombra“ vertreten – war 1974 gar ein Nummer 1-Hit in Italien (ich würde allerdings vermuten in einer ‚radio edit‘-Version).

Zuffanti, Tastenzauberer Agostino Marcor, Schlagzeuger Maurizio Di Tollo, ‚Maschera Di Cera‘-Sänger Corvaglia (allerdings nur bei einem Song) und Flötist Monetti tauchen tief in die Soundtracks ein und kreieren ganz eigene Versionen, eben im typischen Maschera Di Cera-Finisterre-Zuffanti-Stil. Alles hier klingt wie ureigene Musik der Italiener.

Das Ganze ist natürlich ein Festival von Mellotron, Minimoog, Hammond, Theremin, Fender Rhodes, altmodischen Schlagzeug-Sounds und rumpelndem Bass. Sirrende Synthie-Soli treffen auf moderat vertrackte Ryhthmen, demente Flöten, düstere Klänge, klaustrophobische Arrangements und verträumte Einlagen. Manches erinnert an Tanzmusik, langsame Walzer sind hier sehr beliebt, manches Mal mag man auch an einen Rummelplatz bei Nacht denken, wenn die Geister der Schausteller irrlichtern. Dabei werden die Musiker noch von einigen Gästen an Kontrabass, Trompete und Saxophon unterstützt. So gibt es auch ein paar jazzige Passagen, kammermusikalische Ausflüge und ein paar Spritzer Chanson (oder vielleicht besser ‚canzone‘).

Eigenwilliger RetroProg mit einer Mischung aus Geisterbahn und Film-Soundtrack, Fabio Zuffanti und Co. wissen auch mit diesem Spaß-Projekt zu überzeugen und liefern ein sehr unterhaltsames Album ab.

Für Verpackungsfreunde: Die CD kommt als Gatefold-Cover im DigiPak, passend zum Thema in nächtlich-düsteren Braun- und Schwarz-Tönen gehalten. Es wird später auch eine limitierte LP-Ausgabe geben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Van der Graaf Generator, Goblin, La Maschera Di Cera, Finisterre
Veröffentlicht am: 15.3.2012
Letzte Änderung: 15.3.2012
Wertung: 10/15

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