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Univers Zero

The Hard Quest

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1999
Besonderheiten/Stil: instrumental; Moderne Klassik; RIO / Avant; Zeuhl
Label: Cuneiform Records
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Michel Berckmans Fagott, Oboe, Englischhorn, Melodika, Klavier
Daniel Denis Schlagzeug, Keyboards, Melodika, Stimme
Dirk Descheemaeker Klarinette, Bassklarinette
Igor Semenoff Violine
Réginald Trigaux Bass, Stimme, Gitarre

Tracklist

Disc 1
1. Vieux-Manants 2:50
2. Civic Circus 4:38
3. Affinité 5:22
4. Rouages 5:50
5. News From Outside 3:24
6. Rébus 2:46
7. Kermesse Atomique 5:33
8. Succès Damné 4:18
9. L'Impasse Du Choléra 1:48
10. Xenantaya 10:34
11. L'Oubli 1:46
Gesamtlaufzeit48:49


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Nach dreizehn Jahren Pause meldet sich die belgische Kammer-Prog-Formation um den Schlagzeuger Daniel Denis mit einem neuen Studio-Album zurück: "The Hard Quest". Von früheren Besetzungen der Band sind ausserdem noch Michel Berckmans (Fagott, Oboe, Englisch Horn) und Klarinettist Dirk Descheemaeker mit von der Partie. Denis und Berckmans zeichnen auch für alle Kompositionen verantwortlich, wobei der Löwenanteil von Denis stammt.

Musikalisch ist man sich treu geblieben: düsterer, schräger, überwiegend akustischer, neu-klassisch angehauchter Kammerprog (hauptsächliche Besetzung: Fagott, Oboe, Englisch Horn, Klarinette, Bassklarinette, Violine, Bass, Schlagzeug) mit komplexen Linien, dem die 'Dissonanz' mindestens genauso viel wert ist wie die 'Konsonanz' (lang lebe der Tritonus!). Atmosphäre wird gross geschrieben, und diese ist wieder durchgängig nicht gerade freudestrahlend: "the world seems to have become a monument to repression", auch wenn die aufgebaute Spannung hier und da durch einen etwas durigeren Teil abgebaut wird, aber nur, um im nächsten Abschnitt wieder einzusetzen.

Allerdings verzichtet man auf einen Keyboarder; die vorkommenden Keyboard-Sounds (Klavier, Spinett, Harmonium, Orgel etc.) werden von Denis oder Berckmans gespielt. Ab und an schmuggelt sich auch mal ein elektronischer Schlagzeug-Sound ins Arrangement, aber immer gut verbunden mit den akustischen Instrumenten. Obwohl die Stücke überwiegend relativ ruhig gehalten sind, wird immer wieder kurzfristig das Tempo ein wenig angezogen (siehe "Affiniteé" oder "Rouages"). Weiterhin sind die Stücke kürzer als auf früheren "Univers Zero"-Platten, aber bei durchgängig ähnlichem Sound kompositorisch sehr abwechslungsreich. Das Repertoire reicht vom gravitätischen, barock anmutetenden Schreittanz a la "Tanz der Vampire" in "Vieux-Manants" (sofern Vampire in 5/4 schreiten...) über das Marsch-artige "Rébus", den düsteren 'Walzer' "Kermesse Atomique", die Improvisation "News From Outside" mit deklamierten Vocals von Denis bis hin zum längsten Stück "Xenantaya" mit fast orientalisch anmutendem Gesangsintro, das dann unerwarteterweise den einzigen echte Rockgroove der ganzen Platte hervorbringt.

"The Hard Quest" ist auf jeden Fall ein überzeugendes Comeback, vielleicht nicht ganz so dicht wie "Heresie" und nicht so aufregend wie "Ceux De Dehors", aber dennoch sehr lohnenswert für Freunde düster-schräger Klänge mit klassischem Touch.

Anspieltipp(s): Civic Circus
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.6.2002
Letzte Änderung: 5.6.2002
Wertung: 9/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 2)


Das neue Livealbum von Univers Zero (welches für Januar 2006 angekündigt und hoffentlich schon auf dem Weg zu mir ist) lässt mich voller Vorfreude mal wieder Studiowerke von Univers Zero auflegen.

Nach einer 13jährigen Pause meldeten sich Univers Zero mit "The Hard Quest" wieder zurück. Der Kern der Gruppe besteht nun nur noch aus Daniel Denis und Michel Berckmans, die sich jeweils mit geeigneten Gastmusikern verstärken wollen. Auf diesem Album gibt es aber erstmal "nur" drei Gäste, von denen sich aber insbesondere Igor Semenoff an der Violine und Dirk Descheemaeker an der Klarinette gut in Szene setzen.

Die Musik von Univers Zero hat sich auch nach der langen Pause nicht grundsätzlich gewandelt, aber es gibt schon ein paar neue Nuancen. Mehr denn je klingt die Musik nach einer Ansammlung von allerlei schrägen, verqueren Tänzen. Mittelalterliche Schreittänze, Märsche, Walzer scheinen einem hier präsentiert zu werden. Zarte Andeutungen eines Rockgrooves gibt es nur in "Xenantaya", welches wirklich ein bisschen aus der Reihe fällt. Aber nichtsdestotrotz einer der Höhepunkte des Albums ist. Das Ganze könnte auch ein seltsamer Film-Soundtrack sein, soviele Bilder entstehen beim Hören vor dem geistigen Auge.

Und überhaupt - Stichwort: Mittelalter: Der Musik von Univers Zero, die ja schon immer akustisch geprägt war, hat sich eine ordentliche Komponente mittelalterlicher Klänge bemächtigt. So richtig bewusst ist mir das geworden, als ich auf einer Ausstellung "Franken im Mittelalter" in einem der Themensäle mit authentischen Beispielen mittelalterlicher Musik konfrontiert wurde. Hier wären mindestens die ersten drei Stücke dieses Albums sicherlich nicht aufgefallen.

Da die Stücke kürzer geworden sind, wirkt alles auf diesem Album etwas bewegter und farbiger. Die Stimmungen werden schneller aufgebaut und wechseln schneller. Das lässt die Musik von Univers Zero, bei allem Mittelalter-Touch, in der Tat etwas zeitgemäßer, und trotzdem der eigenen Tradition verpflichtet, klingen. So eine organische Evolution des eigenen Klanges muss man ersteinmal hinbekommen. Mir scheint vor allem auch die Violine, obwohl auch auf allen früheren UZ-Alben vertreten, hier immer wieder deutlich dominanter in der Vordergrund zu treten.

Univers Zero wirken auch zunehmend strenger, durchstrukturierter und noch näher an zeitgenössischer Klassik als ohnehin schon. Die Musik von Univers Zero ist soweit weg von Rockmusik, dass mich immer wieder Frage, was mich daran eigentlich so fasziniert, beschäftigt. Ich kann es nicht auf den Punkt bringen, es sind einfach immer wieder die überraschenden Momente in der Musik, die auch nach vielen Hördurchgängen immer wieder neues bringen. Wenn ein Song wie "Rouages" mit düsteren Paukenschlägen einen Kriegsmarsch einzuläuten scheint, dann jedoch mit seltsamen "Atem"-Geräuschen eine Science-Fiction-Atmosphäre beschwört (ja, der gute Darth Vader scheint nicht fern), plötzlich in ein fast symphonisches Zwischenspiel mit flotten Klavierläufen übergeht, nur um dann wieder mit den Pauken auszuklingen, dann ist das einfach große, beeindruckende Musik.

Ich finde die Musik von Univers Zero insgesamt faszinierend, und "The Hard Quest" ist, schon wegen seiner neuen musikalischen Einflüsse, ein sehr gelungenes Album geworden.

Anspieltipp(s): Rouages, Kermesse Atomique, Xenantaya
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.1.2006
Letzte Änderung: 22.1.2006
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Univers Zero

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1977 Univers Zero (1313) 13.00 2
1979 Heresie 12.00 2
1981 Ceux Du Dehors 12.00 3
1984 Uzed 13.00 1
1986 Heatwave 11.50 2
2001 Crawling Wind 10.00 1
2002 rhythmix 12.00 1
2004 Implosion 10.50 2
2006 Live 12.50 4
2009 Relaps - Archives 1984 - 1986 11.25 4
2010 Clivages 12.00 2
2014 Phosphorescent Dreams 12.00 1

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