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Guillaume Perret & the Electric Epic

Guillaume Perret & the Electric Epic

(Tipp des Monats 9/2012)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: instrumental; Funk; Jazz; Jazzrock / Fusion; RIO / Avant
Label: Tzadik
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Guillaume Perret electric saxophones, effects, composition, direction
Philippe Bussonnet electric bass, effects
Yoann Serra drums, sampler
Jim Grandcamp electric guitar, effects

Gastmusiker

Médéric Collignon voice, cornet, effects (1,3-6)
Sir Alice voice (5)

Tracklist

Disc 1
1. Kakoum 8:24
2. Légo 7:58
3. Ethiopic Vertigo 4:46
4. Circé 8:46
5. Chamo 5:42
6. Thème pour le Rivage des Morts 12:34
7. Massacra 8:43
Gesamtlaufzeit56:53


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Guillaume Perret ist seit Anfang der 2000er Jahre aktiv und hat schon bei vielen Produktionen mitgewirkt. Perret sieht sich als „Klangforscher“, insbesondere mit seinem Instrument, dem Saxophon. 2010 erschien anscheinend schon mal ein Album der Formation Guillaume Perret & the Electric Epic, wohl im Eigenverlag und in kleiner Auflage. Das (vorliegende) internationale Debüt erschien 2012 bei John Zorns Tzadik-Label. Die Tracklist dieser beiden Alben überschneidet sich zu ca. 2/3, neu sind aktuell z.B. "Ethiopic Vertigo" und "Chamo".

Wenn „Kakoum“ mit keckernden Sax-Tönen startet, dann fragt sich der rockorientierte Hörer wohl unwillkürlich, wo er da hingeraten ist. Aber gemach, sobald das wuselig-aktive Schlagzeug, die schräg-riffende Gitarre und der knarzig-grollende Bass einsetzen, beginnt ein Spektakel der besonderen Art. Munter wuseln die Instrumente durcheinander, verfolgen eigene Linien und finden sich dann doch wieder zusammen. Schräger Jazzrock trifft auf funky-groovige Rhythmen und demente Gitarreneskapaden. Gerade die Gitarre erinnert stilistisch immer wieder an die wilden Ausbrüche eines James Mac Gaw (Magma, One Shot).

Guillaume Perret und seine hochkompetenten Mitstreiter – hier sticht sicherlich der Name des Magma-Bassisten Philippe Bussonnet ins Auge, so ist das dominante Bassspiel also kein Wunder – schippern munter im Grenzbereich von Jazzrock, RIO / Avant-Rock und moderner Electronica. Perret spielt munter mit den Möglichkeiten des um eine elektronische Komponente erweiterten Saxophons. Hier klingt's dann schon mal wie eine Trompete, mal wie eine Klarinette. Gastmusiker Collignon steuert einige wehmütige Hornklänge bei. Die Band streift orientalische Melodik („Ethiopic Vertigo“), spielt mit aggressiven, fast schon metallischen, Ausbrüchen („Circé“) oder entfaltet ein düsteres Kammer-Prog-Musiktheater („Thème pour le Rivage des Morts“). RIO-Avant-Fans kommen dann im abschließenden, kraftvollen, leicht wüsten „Massacra“ voll auf ihre Kosten.

Das Album ist durch und durch von instrumentalen Charakter, auch wenn zwischendurch mal Schreie oder gemurmelte Einlagen ertönen. Selbst der von 'Sir Alice' eingesungene Titel „Chamo“ ändert da nichts. Bei „Chamo“ klingt das Electric Epic übrigens sehr nach Thinking Plague.

Insgesamt ein berauschendes Werk, was uns die Franzosen hier vor den Latz knallen. Live kommt das bestimmt noch verwegener 'rüber, wovon wir uns hoffentlich auf der Freakshow im Oktober 2012 überzeugen können. Ick freu mir drauf!

Anspieltipp(s): Ethiopic Vertigo, Circè, Massacra
Vergleichbar mit: Flat Earth Society, The Wrong Object
Veröffentlicht am: 26.8.2012
Letzte Änderung: 1.9.2012
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Thomas und meine Wenigkeit treffen ja eher selten beim Rezensieren auf den BBS aufeinander. Doch gibt es durchaus eine gemeinsame Schnittmenge unserer Klanggeschmäcker, die wohl irgendwo von den Bereichen gemäßigter Avantprog, Jazzrock und Kammerprog gebildet wird (von den Klassikern des 70er-Prog mal ganz zu schweigen). Insofern kann ich meinem Vorschreiber in Bezug auf den Erstling von Guillaume Perret & the Electric Epic nur zustimmen. Das ist ein wirklich rundum gelungenes Ding, ein überzeugendes modernes Gemenge aus Jazzrock, Avantprog und Elektronischem.

Der OBI-Streifen von Tzadik referenziert übrigens zudem noch Metal (Zitat: "the music is a powerfull fusion of jazz, rock and metal"). Und in der Tat, einige immer mal wieder eingestreute heftigere Riffs und seltener, etwas kreischender "Gesang" (man höre das Ende von "Kakoum") schaffen leichte Assoziationen in diese Richtung. Wirklich prägend ist dieses metallische Element allerdings nicht. Vornehmlich wird hier vertrackt und klangvoll avant-jazzgerockt, unterbrochen von wüsteren Freispielausbrüchen einerseits und elektronisch-klangmaleden Ambientgebilden andererseits. Dominiert wird die Musik von E-Gitarre (die mich bisweilen auch an David Torn erinnert) und Gebläse (ab und zu kommt zu den elektrisch verstärkten und verfremdeten Saxophonen Perrets auch das Kornett Mederic Collignons hinzu), ausgefüllt von allerlei Tasten- und Elektronikwolken und druckvoll vorangetrieben von der Rhythmusabteilung. Sehr dynamisch, klangvoll und abwechslungsreich wird hier musiziert, schräg alles in allem, dabei aber doch relativ rund und zugänglich.

"Guillaume Perret & the Electric Epic" ist ein wirklich ansprechendes, ausgesprochen frisches Debüt einer relativ jungen Band, das nicht ohne Grund in der Spotlight-Serie von Tzadik (Selbstbeschreibung: "Young bands and musical projects featuring some of the most adventurous young musicians around") erschienen ist. Wer jazzig-elektronischen Avantprog schätzt und wissen möchte wohin in diesem Genre die Reise geht, der sollte Guillaume Perret & the Electric Epic dringend antesten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.8.2012
Letzte Änderung: 31.8.2012
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Guillaume Perret & the Electric Epic

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Open Me 11.00 1

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