SUCHE
Erweiterte Suche
NEUER LESESTOFF
Close to the Edge. How Yes's Masterpiece defined Prog Rock (20.11.2017)
ARCHIV
NEUE REZENSIONEN
21.11.2017
French TV - Operation: Mockingbird
Peter Hammill - From the Trees
Orpheus Nine - Transcendental Circus
20.11.2017
Jeffrey Biegel - Manhattan Intermezzo
Badger - One live Badger
Various Artists - AMIGA Electronics
19.11.2017
Taylor's Universe - Almost Perfected
Hans-Hasso Stamer - Digital Life
French TV - Ambassadors of Good Health and Clean Living
Cluster - Cluster & Farnbauer Live in Vienna
18.11.2017
Babils - The Joint Between
Reinhard Lakomy & Rainer Oleak - Zeiten
Deluge Grander - Oceanarium
Virgil & Steve Howe - Nexus
Sons of Apollo - Psychotic Symphony
Yurt - III - Molluskkepokk
17.11.2017
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
ARCHIV
STATISTIK
24099 Rezensionen zu 16468 Alben von 6403 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Beardfish

The Void

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: HardRock; RetroProg
Label: InsideOut
Durchschnittswertung: 10.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Rikard Sjöblom lead vocals, guitar, keyboards, percussion
Magnus Östgren drums, percussion, vocals, guitar solo on "Turn to gravel"
Robert Hansen bass, vocals
David Zackrisson guitar, vocals, keyboard on "Where the lights are low"

Gastmusiker

Andy Tillison intro narration

Tracklist

Disc 1
1. Introduction 0:29
2. Voluntary Slavery 6:35
3. Turn To Gravel 5:29
4. They Whisper 6:09
5. This Matter Of Mine 7:10
6. Seventeen Again 7:42
7. Ludvig & Sverker 8:06
8. He Already Lives In You 6:39
9. Note 15:56
10. Where Lights Are Low 5:41
11. Ludvig & Sverker (piano version)   (bonus track) 6:26
Gesamtlaufzeit76:22


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 4)


Beardfish sind cool. Sie haben Andy Tillsion zu Gast auf ihrem neuen Album, aber der spricht nur einen einleitenden Text. Sie haben mit den letzten Alben mit kreativem Retroprog reüssiert, schlagen nun aber ihren Fans nahezu metallische Riffs um die Ohren und growlen sogar ein bisschen. Aber dann darf ein Lied schon mal wie nächtlicher Bar-Lounge-Jazz beginnen, um relativ unvermittelt in zappaesken Rock umzukippen. Erlaubt ist was gefällt!

Mit „The Void“ legen Beardfish ihr vielleicht kontroversestes Album vor. Immer schwang bei den Schweden so ein bisschen der Vorwurf mit eher mit „gebremsten Schaum“ zu rocken. Also gehen sie nach dem Intro – Andy Tillison erzählt uns in knappen Worten die Handlung des Albums - ins Volle und lassen die Gitarren mal richtig krachen. Auch gesanglich lässt Rikard Sjöblom alles raus und zeigt sich als veritabler Hardrock-Shouter (sowie überhaupt als erstaunlich wandelbarer Sänger im weiteren Verlauf). Als wollten Beardfish in die Fußstapfen der verblichenen Black Bonzo (die allerdings längst sich selbst unter anderem Namen nachfolgen) treten, rocken sich die Schweden den Hintern ab, ausgeflippte Gitarrensoli im Rock'n'Roll-Stil inklusive. Da wird der eine oder andere Beardfish-Fan vielleicht Augen (Ohren) machen.

Aber gemach, als sich die Vier ausgetobt haben, steht schon mit dem dritten Song ein nahezu klassischer, verspielter Beardfish-Progger mit gelungenem Melodiebogen und fröhlichem Gesang sowie giftigen Sprechgesang-Einlagen an. In „This Matter Of Mine“ wird nochmal ordentlich ausgeflippt. Das bereits anfangs erwähnte Instrumental „Seventeen Again“ mit seinen kuriosen Übergängen von Lounge-Jazz zu zappaesk-verspieltem Symphorock mit witzigen Solo-Passagen dürfte dann die letzten Zweifler vertreiben. Beardfish treiben ihre Spielchen mit versteckten Gimmicks, hymnischen Klängen und röhrendem Retrorock munter weiter, Höhepunkte sind das eigenwillig-verschrobene, mit starker psychedelischer Schlagseite versehene „Ludvig & Sverker“ und der Longtrack voller Überraschungen, „Note“.

Wenn das bluesige „Where The Lights Are Low“ das (reguläre) Album beschließt, dann haben Beardfish ganz wie ihr Zauber-Protagonist sich selbst verändert und in vielen Stilistiken wiedergefunden. Von Leere keine Spur... „The Void“ ist kratzbürstig, aber auch eingängig, anders und auch wieder ganz typisch Beardfish. So halten die Schweden die Spannung hoch, geben dem Retroprog eine nette Kraft-Infusion und fügen der Reihe ihrer guten Outputs einen weiteren sehr gelungenen hinzu.

Die Digipak-Version enthält als Bonustrack eine eher akustische „Piano-Version“ von „Ludvig & Sverker“. Muss man nicht unbedingt haben, nimmt der Fan aber sicher gerne mit. Und es ist schon erstaunlich zu hören, wie intensiv sich der Charakter eines Songs durch ein anderes Arrangement ändert.

Anspieltipp(s): Voluntary Slavery, Ludvig & Sverker
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.9.2012
Letzte Änderung: 5.9.2012
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 4)


Beardfish sind cool. Und werden zunehmend cooler. Wer die Bubis von vor ein paar Jahren in Erinnerung hat, dürfte sie auf dem derzeitlich herumgereichten Promofoto nicht mehr wiedererkennen. Beardfish sind cool. Und nu? Prog ist nämlich uncool...

In den letzten Jahren ist es Mode geworden, ganz normalen Alternative Rock als Prog zu hypen, wodurch ein paar ganz normale Alternative-Rock-Bands zu Proglorbeeren kamen. Folgerichtig bescheinigte man ihnen, sie hätten die Grenzen des Prog erweitert. Tatsächlich hat man einfach nur den Namen auf längst dagewesenen, aber halt etwas alternativer gespielten Normalrock ausgedehnt - was weder dem Namen, noch der Musik geholfen hat. Es gibt mittlerweile allerdings Folgen: gestandene Progbands fangen jetzt nämlich an, alternativen Normalrock zu machen, und es dauert naturgemäß nicht lange, bis man ihnen dafür eine immense Weiterentwicklung bescheinigt. Mastodon zu Beispiel. Oder kürzlich echolyn. Gähnend langweilige Musik, und zwar nicht zuletzt deshalb, weil man nicht gerade Mastodon oder echolyn sein muss, um sie zu schreiben.

Also: Beardfish sind cool, Prog ist aber uncool. Und Alternative ist Prog. Darf man daraus schließen, dass Beardfish nun Alternative machen?

Na, immerhin habe ich das Album in der Alternative-Abteilung gefunden... Nun, die Antwort lautet wohl: Teilweise. Schon das Vorgängeralbum "Mammoth" (noch so ein Vieh aus dem Pleistozän) war stärker rockorientiert, hier erkennt man die Band zunächst kaum noch. Bevor es die herrlich verstiegene Beardfish-Mucke auf die Ohren gibt, muss man sich tatsächlich erst mal durch reichlich Alternative-Metal-Generika durchhören, wie sie sich heutzutage an jeder Straßenlaterne dem im Herzen langhaarig gebliebenen Metallurgen feilbieten. Es dauert bis "They Whisper", bis man mal ein Riff hört, das nicht auch von einer jener Generika-Bands stammen könnte. Kontrovers? Aber sicher!

Nun ist gegen kontrovers ja nichts einzuwenden. Schon die Flower Kings, ach was, schon ELP hatten Popsongs auf ihren Alben. Allenfalls kann man Beardfish vorwerfen, dass es für derartige Musik nicht unbedingt eine Band vom Kaliber Beardfishs braucht. Und zumindest "Voluntary Slavery" rockt ordentlich, das ist doch schon was. Oder so.

Ab der Hälfte neigt sich die Waage aber deutlich dem Prog zu. Wer sich durch "This Matter Of Mine" gezählt hat, hat was geleistet. Es folgt "Seventeen Again", das ich nur gut finde, wenn ich es humorig finde, Thomas hat oben schon darauf aufmerksam gemacht. Immerhin bietet Beardfish nun die Dosis Jazz, die ihre Musik immer so wohltuend von dem kommerziellen Retro-Prog-Mainstream a la Flower Kings unterschieden hat.

In dieser Hinsicht, in Prog-Hinsicht, ist neben "Ludvig & Sverker" der Vierteiler "Note" sicherlich der Höhepunkt, ein verwinkelter Track mit vielen Ecken und Kanten, 70er-Flair (einschließlich Schweineorgel), einem Piano-Solo und einem romantisch-jazzigen Leitmotiv, das zu Besten gehört, was ich von Beardfish kenne. Wunderbar zu hören, wie die Band damit startet, es aus den Augen verliert und es am Schluss wiederfindet. Wenn jemand so etwas kann, warum dann noch "Voluntary Slavery" komponieren?

Abgesehen davon? Nun ja, anderes bleibt beim alten. Rikard Sjöblom wird wohl nie zum größten Sänger vor dem Herrn werden. "Ludvig & Sverker" ist ein toller Song mit einer tollen Melodie - wenn Sjöblom sie nur auch immer treffen würde. Aber egal! Die Band ist geil, sie kann Jazz, sie kann Prog und, wie wir spätestens hier hören, sie kann Rock. Und so sind Beardfish am Ende sowohl cool als auch Prog - etwas, das derzeit kaum jemandem gelingt. Beardfish sind eben Beardfish.

Anspieltipp(s): "Voluntary Slavery", "Note", "Seventeen Again", "Ludvig & Sverker"
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.9.2012
Letzte Änderung: 16.12.2014
Wertung: 11/15
Nicht schlecht, gar nicht, aber ein bissl fad find ich's mittlerweile.

Zum Seitenanfang

Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 3 von 4)


Beardfish sind so eine Band, denen der große Erfolg sicher auf ewig verbaut sein wird. Warum? Nun, jedes Album für sich ist klasse, liefert tolle Musik, kommt saucool rüber, die Songs sind alle auf hohem Niveau... was fehlt ist ein echter Überflieger mit erhöhtem Wiedererkennungswert.

Meckere ich also gleich mal auf Top-Level. Beardfish fehlt einfach der Killerinstinkt. Alles, was ich bisher von denen gehört habe hat Stil, Eigenständigkeit, Kick und Groove. Aber fragt mich jemand, welchen Song (oder noch schlimmer, welche CD) man sich mal anhören sollte, um ein Bild zu kriegen, kann ich diese Frage nicht beantworten. Es sind alle irgendwie hörenswert, einen Anspieltipp kann ich aber nicht nennen. Alles ist mehr oder weniger gleich gut oder schlecht... so wie eine Flatline, weniger wie eine Kurve auf der Richterskala.

Und deshalb bin ich froh, dass es The Void gibt. Endlich mal gibt es irgendwie eine Steigerung. Beardfish holen hier auch mal den Knüppel aus dem Sack und zeigen deutlich ihre wirklich-hart-rockige Seite, ohne ihre Trademarks zu leugnen... Fette Riffs tönen und ja, allein die ersten zwei Stücke (das Intro mal außen vor gelassen) kann ich schon bedenkenlos als Anspieltipps nennen. Danach gehts dann wieder Beardfish-like weiter: They Whisper hätte so auch auf Destined Solitaire stehen können.

Insgesamt aber haben Beardfish zugelegt: Die Riffs kommen härter und schwerer als bisher, der Sound klingt ein wenig dunkler als von Beardfish gewohnt. Der Gesang ist Beardfish-like, nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt spektakulär, etwas rauchig, hier und da auch ein wenig an Melodielinien älterer Scheiben orientiert. Merkt ihr was? Ich kann bei Beardfish schwer sagen, dass die was anderes machen außer eben Beardfish. Eigenständig sind die Jungs also.

The Void ist wohl endlich sowas wie ein "Lieblings-Beardfish" für mich. Das find ich gut, denn vielleicht gelingt mir nun auch eine stärkere und differenziertere Auseinandersetzung mit seinen Vorgängern, die eben alle irgendwie als "ähnlich" in meinem Erinnerungsvermögen rumgeistern. The Void jedenfalls kann ich bedenkenlos als Einstieg in den Beardfish Klangkosmos empfehlen. Wer bereits Fan ist wird eine neue Seite der Band gepaart mit alten Trademarks vorfinden.

Anspieltipp(s): Voluntary Slavery
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.10.2012
Letzte Änderung: 3.10.2012
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Marc Colling @ (Rezension 4 von 4)


Beardfish waren wirklich cool. Waren. Leider gibt es sie nicht mehr seit diesem Jahr. Das ist schade, weil ich sie noch vor 2 Jahren bei der Night of the Prog auf der Loreley erlebt habe. Da waren sie noch besser als auf den Alben, was eine große Leistung darstellt. Früher Nachmittag, aber die Fans standen Spalier. Toll. Toller. Am tollsten. Echt. „Sleeping in Traffic“. Traum. Ach ja, schön war's. Aus, vorbei.

Doch die Alben bleiben. „The Void“. Düsteres Cover, düstere Musik? Ja. Zumindest zu Beginn. Oder, nicht düster, eher martialisch. VOLUNTARY SLAVERY ist hart rockend und hat sogar Growls. TURN TO GRAVEL hat immerhin noch harte Gitarrenriffs, ist aber ansonsten grooviger und geht somit leichter in's Ohr. Ruhig fängt THEY WHISPER an, doch das ist Täuschung. Geht plötzlich in eine härtere Richtung bis hin zum fast punkigen THIS MATTER OF MINE, wo Beardfish wie auf Speed spielen. Doch hier wechselt die Stimmung ab Mittelteil, wenn die Musik plötzlich wie im wilden Westen erklingt und zum Schluss sogar Lagerfeuerromantik entsteht. Das wirkt mir aber zu effekthascherisch.

Zu viel auf einmal wollen sie auch in SEVENTEEN AGAIN. Das ist auch mit Humor nicht witzig. Da wird so vieles miteinander verwurstelt, dass du komplett den Überblick verlierst. Jazz, elegische Gitarre, Swing, dann hart rockendes Riff, drüber ein Keyboardlauf und zum Schluss Barmusik wie in einem Humphrey-Bogart-Film. Obwohl ich das ja von der Band kenne (man höre Sleeping in Traffic), ist es diesmal nicht gelungen. Weniger wäre mehr gewesen.....

Es folgt das bereits zu Recht gelobte LUDVIG & SVERKER. Allein die Gesangsmelodie ist betörend und die Gitarre elektrisiert. Schwere Orgel und riffende Monstergitarre beherrschen HE ALREADY LIVES IN YOU. Das ist nichts mehr für Fans des leichten Progs, da muss man offen sein für bis zum Metal reichende Klänge.

Mit dem 16-minütigen Longtrack NOTE haben sich Beardfish dann einen veritablen Brocken aufgehalst. Obwohl das eine oder andere Motiv etwas konstruiert daher kommt, gelingt es der Komposition, langsam Spannung aufzubauen. Dabei huldigen sie ihren Idolen Emerson, Lake & Palmer bis hin zu den moderneren IQ.

Als Abschluss noch eine schöne Ballade. Es ist fast der einzig ruhigere Moment auf dem Album. Passt somit als Abschluss ganz gut. Denn dieses Werk ist das härteste, das ich von Beardfish kenne.

Anspieltipp(s): Ludvig & Sverker
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.12.2016
Letzte Änderung: 23.12.2016
Wertung: 10/15
leichter Punkteabzug wegen This matter of mine und dem sich mir nicht erschließenden Seventeen again

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Beardfish

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 Fran En Plats Du Ej Kan Se 10.00 1
2006 The Sane Day 11.50 2
2007 Sleeping In Traffic: Part One 12.00 1
2008 Sleeping In Traffic: Part Two 11.40 5
2009 Destined Solitaire 11.50 4
2011 Mammoth 11.00 2
2015 + 4626 - Comfortzone 11.00 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum