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24832 Rezensionen zu 17008 Alben von 6632 Bands.
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Osanna

Rosso Rock

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: live; mit Orchester; Konzeptalbum; Klassischer Prog; Melodic Rock / AOR
Label: Maracatu
Durchschnittswertung: 8/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Lino Vairetti lead vocals and electro-acoustic Greg Bennet guitar
Gennaro Barba drums, Ufip cymbals
Pasquale Capobianco electric lead guitar
Nello D’Anna electric bass
Sasà Priore piano, organ and keyboards
Irvin Vairetti vocals, mellotron and synth

Gastmusiker

Tokyo Vielle Ensemble Orchestra 1-10
Gianluca Falasca Strings Ensemble 11-13
Stefano Longobardi keyboards and vocals (13)
Roberto Petrella acoustic guitar (11)
Gianni Biondi vocals (13)

Tracklist

Disc 1
1. Preludio 4:10
2. Tema 4:56
3. Dianalogo 2:24
4. Spunti dallo spartito n. 14728 del Prof. Imolo Meninge 2:17
5. To Plinius 2:11
6. My Mind Flies 4:50
7. Tempo - 13° Cortile 1:52
8. Posizione Raggiunta 1:30
9. There Will Be Time 5:00
10. Preludio reprise 1:26
11. Fiume 4:26
12. ‘O Culore ‘e Napule 3:38
13. Rosso Rock 4:30
Gesamtlaufzeit43:10


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


Die italienische Band Osanna ist so etwas wie eine Italoproglegende aus der zweiten Reihe. Die Alben, die sie in den 70ern vorlegte, waren nicht immer von hoher musikalischer Qualität, allzu seicht war da manche Stelle. Als wichtige Station ihres Schaffens gilt heute die Filmmusik zu "Milano Calibro 9" (immerhin mit Mario Adorf), die 1972 unter dem Titel "Preludio, tema, variazioni, canzona" erschien.

Wenn Progbands sich nach langen Jahren der Trennung wieder zusammentun, besinnen sie sich gemeinhin, und nicht zu Unrecht, auf ihre Stärken und konzentrieren sich auf ihre Klassiker oder spielen gar ihre wichtigen Alben komplett live. Genau das taten auch Osanna: "Rosso Rock" ist im Grunde "Preludio, tema, variazioni, canzona" live, mit drei Bonustracks. Nun ist zu dem Soundtrack nicht viel zu sagen, was nicht Kollege Achim kompetent zum Studioalbum gesagt hätte: Osanna bieten eine Art Mischung aus Klassik und Rock, oder besser: Eine Art Abwechslung von beidem. Nur selten spielen Band und Orchester gemeinsam, integriert werden die Musiken so gut wie nie. Die Rockband spielt Rockmusik, das Orchester Orchestermusik.

Klingt nach Deep Purple? Mhm, klingt auch wie Deep Purple. Nur schlechter. Die Musik, sowohl die Rockmusik als auch die Orchestermusik, ist meist platt, stellenweise sogar klischeehaft. Das geht von einigen Melodien bis hin zu einer Art von Streichereinsatz, die ich nach all dem Rieu kaum noch ertragen kann. Auch musicalhafte Momente gibt es, dann wird es naturgemäß besonders schmalzig. Nur: Osanna können das verdammt gut! Irgendwelche Progger da draußen, denen Schwiegermutterbesuch ins Haus steht? Das ist das Album, mit dem Ihr Euch Eure selbstgestrickten Weihnachtssocken sichern könnt.

Die Bonustracks kerben in die gleiche Schlagsahne. "Fiume" ist ne weeeeeiiiische Ballade, komplett mit Geige, zweistimmigem Gesang und Klavierarpeggio am Ende. Brrr. "'O Culore e' Napule" hat ein bissl mehr Kante und hat mit seinem phrygischen Modus so orientalische Anklänge. Die Musicalnähe ist aber so groß, dass man aufpassen muss. "Rosso Rock" ist ein Space-Dream-Schmuser, der für testosterondurchpumpte Ohren ebenfalls zu klebrig sein dürfte. Aber wie gesagt, Osanna wissen, was sie tun. Die Scheibe ist perfekt gespielt, perfekt aufgenommen, hier glänzt und glitzert es an allen Enden. Unhörbar ist das nicht.

Aber die Krönung ist etwas ganz anderes: Es mag das Buch zur Platte geben, den Comic zur Platte, ja sogar die Murmel zu Platte. Marillion haben sogar mal einen Film zur Platte gemacht. Was es noch nicht gab, und was all diesen Tinnef um Längen sowas von schlägt ist etwas, was wohl nur Italiener können:

Der Rotwein zur CD.

Richtig gelesen.

"Osanna - Rosso Rock" heißt er. Und jetzt wisst Ihr auch, was Ihr der Schwiegermama schenkt.

In diesem Sinne: Cin cin!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Panforte - nur halt weeeeeiiiiisch
Veröffentlicht am: 12.9.2012
Letzte Änderung: 17.9.2012
Wertung: 8/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 2)


Stop: Ich widerspreche eindeutig. Motörhead haben ihren Shiraz schon einige Zeit im Angebot und sind daher früher dran, als Osanna. Einen eigenen Wein findet man also im Musiksektor schon länger und Osanna sind damit nicht exklusiv.

Aber zur Musik auf Rosso Rock. Ich kannte bisher nur "Palepoli" von den Italienern. Das ist auch ganz nett, stark verwurzelt im Jazzrock und sehr komplex. Höre ich nun Rosso Rock frage ich mich, ob das wirklich die selbe Band ist, zumal "Palepoli" und das auf Rosso Rock dargebotene Material von "Preludio, tema, variazioni, canzona" beide 1972 erschienen sind. Das geht musikalisch weit auseinander. Spricht aber auch für die Vielfältigkeit, die in der Band steckt. Rosso Rock bietet leichtes, italienisch pop-rockiges Flair. So Sommerabendmucke mit ner Flasche Motörhead (hehe). Draußen sitzen, in den Olivenhain blicken, die Musik auf angenehme Lautstärke, dafür ist Rosso Rock richtig. Man merkt, dass es ursprünglich eine Filmmusik war, sowas wie ein Musical-Charakter schwappt hier und da rüber.

Dazu trägt auch die Orchestration mit Streichern bei, die ein ums andere Mal den für Musical oder Filmmusiken nötigen Pomp aufbringt. Italienischer Pomprock also? Ja, so darf ich es wohl nennen. Osanna zeigen auf Rosso Rock einen deutlich angeschwängerten (Fiume ist gar schnulzig), leichten Sound, der hier und da auch nette Passagen bereithält und in den richtigen Momenten (Schwiegermutter:) s. Niks Rezi) sicher gut passt. Um sich intensiv damit zu beschäftigen fehlt etwas die Substanz. Dafür empfehle ich Palepoli.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.9.2012
Letzte Änderung: 23.9.2012
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Osanna

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 L'Uomo 10.00 1
1972 Milano Calibro 9 7.00 1
1972 Palepoli 11.50 2
1974 Landscape Of Life 8.00 1
1978 Suddance 8.00 1
2002 Taka Boom 4.00 1
2003 Uomini e miti - Live 6.00 1

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