SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
24.9.2017
Electric Orange - EOXXV
Cosmograf - The Hay​-​Man Dreams
23.9.2017
Grobschnitt - Jumbo
22.9.2017
Violent Attitude If Noticed - Ourselves and Otherwise
The Tangent - The Slow Rust Of Forgotten Machinery
21.9.2017
7C - Compartment C
The Great Discord - The Rabbit Hole
White Moth Black Butterfly - Atone
20.9.2017
Panther & C. - Il Giusto Equilibrio
19.9.2017
Mastermind - Until Eternity
Hällas - Hällas
Pere Ubu - The Pere Ubu Moon Unit
Arabs in Aspic - Victim of Your Father´s Agony
17.9.2017
VagusNerve - Lo Pan
Guerilla Toss - Gay Disco
Igorrr - Hallelujah
Zanov - Moebius 256 301
Zelinka - Zelinka
ARCHIV
STATISTIK
23880 Rezensionen zu 16316 Alben von 6338 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Steven Wilson

Get All You Deserve

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012 (DVD / BluRay)
Besonderheiten/Stil: live; DVD; Jazzrock / Fusion; New Artrock; Postrock; RetroProg
Label: Kscope
Durchschnittswertung: 13.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Steven Wilson vocals, guitar, keyboards
Adam Holzman keyboards
Marco Minnemann drums
Nick Beggs bass, stick, backing vocals
Niko Tsonev guitar
Theo Travis saxophone, flute, clarinet, keyboards

Tracklist

Disc 1
1. intro ('citadel')   (DVD / BluRay)
2. no twilight within the courts of the sun
3. index
4. deform to form a star
5. sectarian
6. postcard
7. remainder the black dog
8. harmony korine
9. abandoner
10. like dust I have cleared from my eye
11. luminol
12. veneno para las hadas
13. no part of me
14. raider II
15. get all you deserve
16. outro ('litany')
17. photo gallery
18. road movie (by Adam Holzman)
Disc 2
1. No Twilight Within the Courts of the Sun   (CD 1) 10:23
2. Index 5:01
3. Deform to Form a Star 8:40
4. Sectarian 7:42
5. Postcard 4:53
6. Remainder the Black Dog 10:03
7. Harmony Korine 5:07
8. Abandoner 5:03
9. Like Dust I Have Cleared From My Eye 6:32
Gesamtlaufzeit63:24
Disc 3
1. Luminol   (CD 2) 12:19
2. Veneno Para Las Hadas 7:01
3. No Part of Me 6:10
4. Raider II 26:02
5. Get All You Deserve 7:23
Gesamtlaufzeit58:55


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Da muss man eigentlich nicht allzuviele Worte verlieren... Steven Wilson feiert sich und seine beiden Soloalben in perfekter Form und Ausführung. Steven Wilson-Fans haben das Teil natürlich schon, wer (wie der Rezensent) die Konzerte der „Grace For Drowning“-Tour verpasst hat, kaufen!, wer einfach zu Hause ein perfektes Liveerlebnis haben will, kaufen!.

Am 13. April 2012 ist Steven Wilson mit seiner „Grace For Drowning“-Tour im Teatro Metropolitan in Mexico City zu Gast. Im Gepäck hat er Songs seiner beiden Soloalben und fünf fantastische Mitmusiker, die zusammen mit Wilson die Songs zum Leben bringen. Das Publikum ist zahlreich und enthusiasmiert, Steven Wilson nicht minder. Wie ein kleines Kind an Heiligabend wuselt er über die Bühne, spielt Gitarre und Keyboards und singt voller Inbrunst.

Marco Minnemanns Drum-Show mit seinem variablen, druckvollen, verspielten Spiel ist allein schon das Eintrittsgeld wert. Nick Beggs definiert den Begriff 'coolness' neu und lässt einige faszinierende Bass- und Stickläufe vom Stapel. Über Theo Travis muss man ja nicht viel sagen, Adam Holzman ist ein brillanter Keyboarder. Die Entdeckung ist vielleicht der bulgarische Gitarrist Mirko Tsonev, der sich als Filigrantechniker an den Saiten erweist und ebenso mit ruhigen Zwischenspielen, wie auch krachenden Riffs überzeugen kann. Was für eine Band...

Die Songs von „Insurgentes“ werden sanft dem Klanggewand von „Grace For Drowning“ angepasst, behalten aber ihren Charakter. Höhepunkte sind trotzdem die „Grace“-Songs, allen voran „Remainder The Black Dog“ und das genialische „Raider II“. Die Sensation ist aber dann doch „Luminol“, ein neuer Song, der auf Wilsons gerade in Arbeit befindlichem dritten Soloalbum erscheinen wird. Heftiger Rock, Retroprog und lyrische Canterbury-Sequenzen vereinen sich mit leicht schrägen, teils mehrstimmigen Gesangsparts (die dann einen seltsamen Yes-Touch aufweisen) zu einem höchst eindrucksvollen 12minütigen Song, der sicherlich einen Höhepunkt in Wilsons Schaffen darstellt. Und so natürlich für Vorfreude auf das kommende Studioalbum sorgt, welches auch von exakt dieser Band eingespielt wird, allerdings mit Guthrie Govan anstelle von Tsonev an der Gitarre.

Zur BluRay kann ich mangels Hardware nichts sagen, aber die DVD kommt mit brillantem Bild und Ton daher (Ton wahlweise in Surround oder Stereo). Wer einen vernünftigen DVD-Player mit HD-Upscaling hat und diesen via HDMI an einen Flachbildfernseher anschließt, dürfte vom visuellen Erlebnis weggeblasen werden. Zumal auch die Lightshow den höchsten Ansprüchen genügt. Wer auf den Konzerten war, weiß, dass die Bühne zunächst von einem Gaze-Vorhang 'verhüllt' ist, auf den Lichteffekte und Einspieler projiziert werden. Während „Sectarian“ hebt sich dieser Vorhang dann. Im Hintergrund laufen immer Einspieler und Filme, größtenteils vom bewährten Lasse Hoile, der auch die Konzertaufnahme geleitet hat. Sensationell der Moment, in dem Band plötzlich mitten in einem Wald zu stehen scheint. Auf den beiden CDs gibt es die komplette Audio-Spur des Konzerts in ebenfalls perfekter Klangqualität.

Steven Wilson hat mit „Get All You Deserve“ wahrlich ein perfektes Live-Paket geschnürt, welches keine Wünsche offen lässt. Wir haben uns das verdient...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.10.2012
Letzte Änderung: 2.10.2012
Wertung: 14/15

Zum Seitenanfang

Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 3)


Ich bin traurig.

2005 & 2006 Pratteln, z-7: Porcupine Tree geben sich die Ehre. Drei Konzerte der Extraklasse. Audiovisuelle Leckerbissen. Grosse Musiker. Starke Songauswahl.

2007-2009: Die Band macht einen Bogen um unsere Region. "The Incident" erscheint. Ein aus meiner Sicht enttäuschendes Album.

Porcupine Tree verschwindet von meinem Radar.

Frühling 2012: Steven Wilson gastiert im z-7. Er unterfliegt mein Radar. Dezember 2012: die DVD "Get all you deserve" rotiert in meinem Player. Ich habe bekommen, was ich verdient habe.

Ich bin traurig. Traurig darüber, nicht dabei gewesen zu sein. So nah, so vorbei.

Lese ich die Pressestimmen zu dieser Tour, könnte ich mir in den Hintern beissen: "... furiose Collage aus Licht, Bildern und Musik", "... liess die Konzerte zu einem opulenten Ereignis werden", "... intensiver kann man Avantgarde-Rock kaum noch inszenieren", "... der bisher beste Konzertfilm des Jahres", "... was für ein begnadeter Musiker. Absolut sehenswert"!

Es beginnt mit einer in blaues Licht getauchten Bühne, davor eine semitransparente Leinwand. In der Mitte ein Schlagzeug. Minnemann betritt die Bühne... MINNEMANN! Ich könnte heulen. Er beginnt einen einfachen Rhythmus, repetiert und variiert diesen immer weiter, Nick Beggs gesellt sich dazu, fügt eine hypnotische Bassline hinzu, Adam Holzmann kommt und erweitert das Bild, Niko Tsonev erscheint und zupft passende Akkorde, Theo Travis schmückt das Kunstwerk weiter aus, schliesslich erscheint unter Applaus der Meister, hängt sich die Gitarre um und schmettert ein unnachahmliches Riff in den Raum. Ein musikalischer Steigerungslauf erreicht seinen Höhepunkt. Magisch!

Was die Band um Mastermind Wilson in den folgenden 130 Minuten abliefert, ist grandios. Ist beeindruckend. Ist umhauend. Sei es das rollende "Index", welches den Wahnsinn der Sammel- oder Sammlerwut beinahe spürbar macht, seien es die bedrohlichen Mellotron-Akkorde in "Raider II" oder "Sectarian", bei letzterem von schreienden Saxophonläufen gejagt. Seien es zarte Balladen wie "deform to form a star" oder aggressive Powerparts mit verzerrten fetten Gitarren. Seien es die so typischen repetitiven Wilson-Motive, die ausgearbeitet, vertieft und auf die Spitze getrieben werden oder sei es das perfekt Sound- und Bilderlebnis, welchem der Zuschauer hier beiwohnen darf. Wahnsinn.

Steven Wilson. Dieser bebrillte Antistar, dieser Spargel mit Fadenhaaren. Dieser grosse Künstler. Dieses musikalische Genie. Hätte ich einen Hut, ich würde ihn ziehen. Wieder und immer wieder. Und dann das Publikum. Ich habe selten solche Seeligkeit, solches Staunen in den Gesichtern von Fans gesehen. Sie strahlen mit Marco Minnemann um die Wette, der in sich ruhend, bescheiden, das ganze Kunstwerk zusammenhält. Und ein Kunstwerk ist es. Man ist geplättet vom musikalischen und virtuosen Potential, welches sich da auf der Bühne versammelt hat, vom blinden Verständnis und der Harmonie der Musiker, die das grosse Ganze zu spüren scheinen. Gehen sie mit mir durch? Ja, tun sie. "Get all you deserve" ist das ultimative Statement eines begnadeten Künstlers, ein tiefer Fussabdruck auf dem "walk of fame" des Prog, ein Meilenstein der Musik dieses Jahrtausends. Nicht weniger.

Die DVD bringt das zurück in die eigenen vier Wände, was ich vor Jahren selber live erlebt habe. Ich bin immer noch ein wenig traurig, aber auch glücklich: glücklich über dieses Geschenk.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.12.2012
Letzte Änderung: 5.12.2012
Wertung: 14/15
ein Meilenstein

Zum Seitenanfang

Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 3)


Da habe ich mich doch von den euphorischen Kritiken der Kollegen hinreißen lassen und mir diese Live-DVD besorgt. Eigentlich hatte es mich gar nicht so gereizt, da ich zu den alten Porcupine Tree-Fans zähle, die die Wilson-Solo-Alben zwar ganz gut und interessant, aber doch nicht sooo umwerfend finden. Aber Live... das ist eben doch was Anderes!

Schon der Beginn, als die Musiker einzeln auf die Bühne treten und sich an ihren Instrumenten quasi vorstellen, hat mich für diese Show eingenommen. Überhaupt wirkt live alles einfach natürlicher und erdiger; und die Song-Zusammenstellung ist dramaturgisch ziemlich schlüssig und spannungsreich. Bei diesem Konzert in Mexiko - man denkt unwillkürlich an „Insurgentes“ - sind auch einige Songs dieses Albums vertreten, gut gemischt mit den neuen Stücken von „Grace for Drowning“.

Ungefähr in der Mitte der Show nach beeindruckenden Wechseln von frickeligen und sanften Passagen setzt die blendend aufeinander eingestimmte Band einen weiteren erfrischenden Höhepunkt mit dem leicht jazzig rockenden „Luminol“. Das ist nicht nur eine tolle Überraschung, sondern macht auch viel Vorfreude auf das kommende Album!

Die Bühnenshow bietet zwar viel Licht (und „Schatten“) und eine riesige Leinwand, aber es wirkt nichts übertrieben, selbst nicht Wilson im „Titelsong“ mit der aufgesetzten „Insurgentes“-Gasmaske. Besonders beeindruckend fand ich die Szenerie von „Sectarian“, als die Band plötzlich praktisch im Wald steht. Atmosphärisch ungeheuer dicht! Musikalisch ist die ganze Show äußerst überzeugend und fesselnd gestaltet, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass Wilson live auf diese gelegentlichen, wohl mystisch wirken sollenden synthetischen Chöre verzichtet hätte. Naja, man kann eben nicht alles haben... Als Extra gibt es noch neben einer „Gallery“ einige Impressionen der Landschaften der Tour, sacht mit elektronischen Klängen untermalt. Nette Beigabe.

Insgesamt ist Steven Wilson live so genial gut und so intensiv, dass man Porcupine Tree eigentlich kaum noch vermisst. Der Sound gewinnt live auch eine sehr eigenständige Note und lässt erfreulicherweise nur selten an große Vorbilder wie King Crimson denken. Alte Porcupine Tree-Fans und gerade auch die Wilson-Solo-Skeptiker sollten diesem Live-Dokument auf jeden Fall eine Chance geben!

Anspieltipp(s): Sectarian, Harmony Korine, Luminol
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.12.2012
Letzte Änderung: 6.12.2012
Wertung: 13/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Steven Wilson

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 Unreleased Electronic Music 10.00 1
2009 Insurgentes 10.20 5
2009 NSRGNTS RMXS - 1
2011 Grace For Drowning 11.67 6
2013 Drive Home 13.00 2
2013 The Raven That Refused To Sing And Other Stories 11.44 10
2014 Cover Version 10.00 1
2015 Hand.Cannot.Erase. 11.43 7
2015 Transience - 1
2016 4 1/2 9.33 3
2017 To the Bone 8.67 3

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum