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Retrospective

Lost In Perception

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: New Artrock
Label: Progressive Promotion Records
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Beata Lagoda keyboards, backing vocals
Jakub Roszak vocals
Maciej Klimek guitar
Lukasz Marszalek bass
Robert Kusik drums
Alan Szczepaniak guitar

Tracklist

Disc 1
1. The End Of The Winter Lethargy 5:30
2. Huge Black Hole 3:58
3. Egoist 5:33
4. Lunch 6:35
5. Our Story Is Beginning Now 3:59
6. Tomorrow Will Change 6:19
7. Musical Land 4:24
8. Ocean Of A Little Thoughts 3:45
9. Swallow The Green Tones 10:34
Gesamtlaufzeit50:37


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Vier Jahre nach ihrem Debütalbum legen die Polen Retrospective ein zweites Album nach und sind mit diesem beim rührigen deutschen Progressive Promotion Records-Label angekommen. Da dürfte Label-Cheffe Oliver Wenzler einen guten Riecher gehabt haben, „Lost In Perception“ dürfte eine Perle im Label-Ouevre (es ist die neunte Veröffentlichung) werden.

War das Debüt „Stolen Thoughts“ mehr oder weniger stark (eher mehr) an das Vorbild Riverside angelehnt, so macht sich „Lost In Perception“ von diesem Einfluss ein Stück weit frei. Nicht, dass der ‚Riverside-Sound‘ immer noch prominent um die Ecke lugt, aber Retrospective besinnen sich deutlich auf ihre eigenen Stärken und agieren selbstbewusster. Zu Hause sind die Polen natürlich immer noch im musikalischen Spannungsfeld des melodischen New Artrock, das sie mit flirrenden Gitarren und Synthies, perlendem Piano, melodischem Bassspiel und treibender, moderat vertrackter, Rhythmik beackern. Dabei werden große Melodiebögen gesponnen, die sanft ins Ohr gleiten, ohne sich dabei allzu schnell abzunutzen. Ihre Instrumentalparts halten Retrospective in songdienlichen Ausmaßen, Gegniedel um des Gegniedel Willens ist den Polen fremd. Trotzdem bietet „Lost In Perception“ genügend Ecken, Kanten, Wendungen, Gimmicks um den geneigten Proggie zu unterhalten, sofern er nicht völlig Abgefahrenes oder vertrackten Lärm zu seinem Glück braucht. Hier stehen Wohlklang, Melodie und sanfte, filigrane Sinfonik im Mittelpunkt.

Ein Aktivposten auf dem Debüt war Sänger Jakub Roszak. Auch auf „Lost In Perception“ intoniert er souverän mit dunkler, angenehmer Stimmlage und hat damit die Songs voll im Griff. Er trägt deutlich zum gelungenen Gesamterscheinungsbild bei und agiert denn auch noch variabel genug, um keine Langeweile im Gesangsvortrag aufkommen zu lassen. Als Besonderheit greift diesmal auch Keyboarderin Beata Lagoda als zweite Stimme mit ein. Ihr helles Organ ist ein toller Kontrast zu Roszaks Stimme und bringt zusätzliche Spannung in die Gesangsparts. Davon könnte man gerne noch mehr hören.

Soundscape-artige Momente wie das flirrende Intro zu „Egoist“, Fripp-Reminiszensen wie das Arpeggien-Spiel bei „Musical Land“ oder auch das unverhohlen an Pink Floyd angelehnte Gitarren-Intro zum abschließenden Longtrack „Swallow The Green Tones“ (der denn auch neben „Egoist“ das meiste Riverside-Flair versprüht) gehen als interessante Gimmicks oder zumindest zum Schmunzeln anregende Ideen durch (und gehören halt irgendwie dazu in diesem Genre).

„Lost In Perception“ ist ein rundum gelungenes Album dieser Musikrichtung namens New Artrock geworden und bietet neben allerlei edlem Sympho-Rock auch genügend knackige Momente, um richtig gut zu unterhalten. Vor allem Freunde des Riverside-Debüts oder auch beispielsweise Poor Genetic Material oder Timothy Pure dürfen hier blind zugreifen.

Anspieltipp(s): The End Of The Winter Lethargy, Egoist, Musical Land
Vergleichbar mit: frühe Riverside, Poor Genetic Material, Porcupine Tree, Timothy Pure, Moongarden
Veröffentlicht am: 3.12.2012
Letzte Änderung: 3.12.2012
Wertung: 11/15
...da kommt noch mehr nach, bestimmt...

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 2)


So eng, wie Retrospective und Riverside in einem alphabetisch geordneten Plattenschrank nebeneinander stehen, so stark lehnt sich die eine Band musikalisch an ihr „großes“ Vorbild an. Schlägt man nun noch die Brücke über den Namen der Band (Retrospektive = Rückschau), dann ist es keine Überraschung, wenn das zweite Album der jungen Polen nach frühen Riverside klingt. Und damit ist auch gleich klar, dass hier nichts wirklich Neues aus den Boxen kommt.

Gegenüber dem Erstling der Band wurde die musikalische Ausrichtung leicht korrigiert. Es scheint fast, als habe man an Eigenständigkeit gegenüber „Stolen Thoughts“ nicht nur „nicht zugelegt“, sondern sogar in dieser Hinsicht etwas nachgelassen. Andererseits sind die Songs gefälliger arrangiert. Schwebende Keyboardklänge, mäßig hartes Riffing, einige (dürften ruhig mehr sein!) ansehnliche Gitarrensoli und fast ausschließlich in Midtempo vorgetragene Songs sorgen für ein homogenes Hörerlebnis. Es fehlen hier und da mal ein paar überraschende Wendungen und einige Songs verschwinden recht schnell wieder aus der Erinnerung des Hörers. Positiv heraus zu heben sind die Stücke „Lunch“, das einen kernigen Groove hat, „Tomorrow Will Change“ mit einem besonderen Schuss „Drama“, „Musical Land“, aus dem man über die Gitarrenparts sicher noch mehr Ansprechendes hätte heraus holen können, und „Ocean of a little Thoughts“, wo mit Beata Lagoda die weibliche Ergänzungsstimme eine ansprechende Melodie sicher intoniert. Kein Prog an dieser Stelle, aber angenehm zu hören. Lagoda verfeinert mit ihrer Zweitstimme gekonnt eine Reihe weiterer Stücke des Albums.

Und damit sind wir mitten drin im Thema Gesang. Jakub Roszak wird in seinem stimmlichen Ausdruck auf dem „Beipackzettel“ der Promo-Ausgabe einem melancholischen Peter Hammill ähnelt. Zu diesem Vergleich muss gesagt werden, dass man hiermit unmittelbar den Vorwurf der blanken Blasphemie provoziert, zumal Roszak einen starken osteuropäischen Akzent in seinem englischsprachigen Vortrag hat, der das Prädikat für die Gesangsleistung deutlich negativ beeinflusst. Da hätte man doch besser die für zwischenzeitliche Live-Gigs engagierte Anna Splawka behalten!

Trotzdem: ansprechendes Album für alle, die nichts Außergewöhnliches suchen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.12.2012
Letzte Änderung: 21.12.2012
Wertung: 8/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Stolen Thoughts 8.00 1
2017 Re:Search 11.00 1

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