SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
19.9.2017
Pere Ubu - The Pere Ubu Moon Unit
Arabs in Aspic - Victim of Your Father´s Agony
17.9.2017
VagusNerve - Lo Pan
Guerilla Toss - Gay Disco
Igorrr - Hallelujah
Zanov - Moebius 256 301
Zelinka - Zelinka
Arabs in Aspic - Syndenes Magi
16.9.2017
Papir - V
Filter-Kaffee - 100
Guerilla Toss - Gay Disco
Igorrr - Poisson Soluble
15.9.2017
Pure Reason Revolution - Hammer and Anvil
Igorrr - Savage Sinusoid
Mystery - Second Home - Live at the ProgDreams V (DVD)
14.9.2017
Shardik - Shardik
Motorpsycho - The Tower
Forever Twelve - Taking Forever
ARCHIV
STATISTIK
23869 Rezensionen zu 16310 Alben von 6333 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Alan Reed

First In A Field Of One

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Folk; Neoprog
Label: White Knight Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Alan Reed Vocals, Guitar, Bass, Synth, Percussion
Mike Stobbie Keyboards
Scott Higham Drums

Gastmusiker

Jeff Green Lead Guitar on "Kingdom..." and "Darkness..."
Kalle Wallner Lead Guitar on "Never Too Late"
Christina Booth Additional Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Begin Again 6:27
2. Kingdom Of The Blind 5:12
3. Never Too Late 5:34
4. The Bottom Of The Bottle 3:25
5. Darkness Has Spoken 7:05
6. The Real Me 5:55
7. Teardrops In The Rain 3:03
8. The Usual Suspects 5:03
Gesamtlaufzeit41:44


Rezensionen


Von: Harald Schmidt @


Alan Reed, Ex-Sänger von Abel Ganz und Pallas, ist ein sehr sympathischer Mann. Und ebenso sympathisch wirkt auch sein erstes vollwertiges Solo-Album nach der Trennung von Pallas. Im Vergleich zu seiner Ex-Band wirkt er sowohl lebendiger und konkreter als auch emotionaler und bodenständiger. Reed hat alle Songs im Alleingang geschrieben und verzichtet auf langatmiges und prätentiöses Getöse; auch wenn es einmal pathetisch wird - er bleibt jederzeit authentisch. Einen gehörigen Anteil an dieser Ausgewogenheit dürfte Mitproduzent und Keyboarder Mike Stobbie haben, der als alter Pallas-Weggefährte auf den Plan tritt und sich allem Anschein nach perfekt mit Reed ergänzt.

Nach dem akustischen Albumauftakt mit seinen Dudelsack-Einlagen erwartet man ein deutlich folk-orientierteres Album als man es am Ende bekommt. Gleichwohl fußen die Stücke zumeist auf Themen der akustischen Gitarre und so entstehen aus diesen spartanischen Entwürfen dann oft melodisch-rhythmische Momente, die erst im Songverlauf mit Neo-Prog-Elementen opulent angereichert werden. Dieser sich wiederholende Aufbau unterstreicht zwar einerseits den folkigen Charakter, andererseits treten aber Reeds Neo-Prog-Wurzeln sehr deutlich zu Tage. Ja, das ist Neo-Prog – aber keine lahme Weichspülervariante: Reed rockt und glänzt als charismatischer Sänger mit seiner prägnanten Stimme. Die Power-Ballade Never Too Late, schon 1993 von Pallas für die SI Compilation Disc Too ohne das hier ergänzte Finale aufgenommen, ist hierfür ein sehr gelungenes Beispiel: Sie startet als intensive Akustik-Nummer mit wunderbaren 12-Saitern und steigert sich zunehmend in ein opulent-symphonisches Finale mit voluminösen Tom-Breitseiten und schweren Bass-Pedals, um in einem klassisch-jubilierenden Neo-Prog-Gitarren-Solo zu kulminieren, bevor sie wieder akustisch ausklingen darf.

Dem Schotten gelingt es in vergleichsweise kurzen Stücken, immer auf den Punkt zu kommen. Da wird nicht mit wabernden Passagen oder unmotiviertem Break-Gerumpel Zeit geschunden, wie man es bei Pallas auf XXV oder auch Dreams Of Men häufiger antreffen konnte. Bei Alan Reed bleibt die Atmosphäre jederzeit warm und jede Sekunde ist mit greifbaren Melodien ausgefüllt. Stimmlich fühlt man sich an die frühen Abel Ganz erinnert, was zeigt, dass Reed wesentlich spontaner und freier agiert als zuletzt im engen Korsett bei Pallas. Rhythmisch bleibt es einfacher als bei Pallas, es gibt deutlich weniger ungerade Takte und die Instrumentierung wirkt schlanker. Dafür finden sich vergleichsweise mehr ergreifende, ja euphorische Momente auf Reeds Soloalbum.

In der Instrumentierung macht Reed alles richtig: Die leisen, akustischen Gitarrenklänge verzaubern und werden durch perlende Pianoklänge ergänzt. In den fülligen Passagen findet man dichte Keyboardteppiche oder Chöre und auch diverse Moog-Soli bescheren Gänsehautmomente. Jeff Green und Kalle Wallner (RPWL) steuern an der E-Gitarre packende Soli bei und Drummer Scott Higham (Pendragon) liefert eine abwechslungsreiche Performance ab, die sowohl zurückgenommene als auch temporeiche Passagen trägt.

Reeds souveränes Debut bietet gepflegten, begeisternden Neo-Prog mit folkiger Note und zeichnet sich trotz einiger melancholischer und balladesker Momente durch eine sehr positive Grundatmosphäre aus. Die Produktion ist klar und seidig, die Kompositionen schlüssig und jederzeit nachvollziehbar. Der Schotte liefert nach Hasse Fröberg von den Flower Kings ein weiteres Beispiel dafür, wie ein Sänger viel freier und interessanter agieren kann als seine bisher angestammte Band. Schön für Reed, dass Mama und Papa das Projekt vorfinanziert haben – ich wünsche ihm, dass seine Fans das honorieren, denn das Album ist es wert!

Anspieltipp(s): Never Too Late, Darkness Has Spoken
Vergleichbar mit: Frühere Pallas. frühe Marillion
Veröffentlicht am: 4.12.2012
Letzte Änderung: 4.12.2012
Wertung: 11/15
Geschmackvoller, lebendiger Neo-Prog, der durchaus die Energie der Hochzeit dieses Stils in den 80ern wieder spüren lässt

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Alan Reed

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 Dancing with Ghosts 10.00 2
2017 Honey on the Razor's Edge 9.50 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum