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Rhùn

Ïh

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013 (als Download bereits 2012 veröffentlicht)
Besonderheiten/Stil: Moderne Klassik; RIO / Avant; Zeuhl
Label: AltrOck
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Captain Flapattak Schlagzeug, Gesang
Damoon Bass
Thybo Gitarre
Sam Bariton- und Altsaxophon
Fabien De Kerbalek Gitarre, Gesang
Brunöh Tenor- und Sopransaxophon, Fagott
Marion Mouette Gesang

Gastmusiker

Séverine Flöte, Piccoloflöte
Rémi Oboe
Cathérine Klarinette
Pierre Horn

Tracklist

Disc 1
1. Toz 9:24
2. Intermud 2:58
3. Dunb 8:55
4. Bùmlo   (ab hier Bonustitel der AltrOck-Ausgabe; von "Fanfare du Chaos") 5:34
5. Mlùez 6:16
6. Ïh 8:18
Gesamtlaufzeit41:25


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Drei Jahre nach ihrer Demo-CD Fanfare du Chaos erschien mit Ïh Ende 2012 die erste reguläre EP der französischen Zeuhl-Formation Rhùn - zunächst allerdings nur als Download, da die Band damals noch auf der Suche nach einem Label war.

Dem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass zwei der drei Titel der EP - und zwar die, die gut 90% der Laufzeit ausmachen - bereits auf dem Demo-Album enthalten sind. Hier handelt es sich allerdings um neue Versionen, Toz beispielsweise ist gut zwei Minuten länger geworden.

Rhùn bieten hier klassischen Zeuhl mit repetitiven Motiven, grollendem Bass, treibendem Schlagzeug, quietschenden Bläsern und einer Mischung aus knurrendem männlichen und ätherisch-luftigem weiblichen Gesang. Diese typischen Elemente des klassischen Zeuhl vermischen die Franzosen mit einem hohen Anteil von avantgardistischem Kammer-Rock. Für diesen sorgen Instrumente wie Flöte, Fagott, Klarinette und Oboe, die teilweise von einem gastierenden Ensemble namens Pantagrulair bedient werden. Dieses Gastensemble hat offensichtlich das kurze Interlude im Alleingang aufgenommen, das ein reines Stück Kammer-Rock - oder eigentlich Kammermusik darstellt. Auch in den beiden anderen Titeln finden sich längere Passagen, die an Kammermusik gemahnen.

Gerade diese Mischung macht die Faszination der Musik von Rhùn aus, einerseits die streng disziplinierten kammermusikalischen Passagen, andererseits die wilden, manchmal von geradezu punkiger Rohheit geprägten Zeuhl-Exzesse. Eine ganz faszinierende Kombination! Die drei Stücke gehen übrigens nahtlos ineinander über, so dass es sich faktisch um ein einziges zwanzigminütiges Stück handelt.

Rhùn haben sich mit Ïh locker an die Spitze der Zeuhl-Bewegung, ach was, an die Spitze des avantgardistischen Progressive Rock katapultiert. Ein starkes Album! Im Juni 2013 wurde Ïh beim Mailänder AltrOck-Label als physisches Album mit dem oberen der abgebildeten Cover veröffentlicht. Dazu wurden als "Bhönus" noch drei der fünf Stücke von Fanfare du Chaos draufgepackt. Die dort vorhandenen Demoversionen von Toz und Dunb wurden weggelassen - schade, ein Vergleich beider Fassungen wäre sicher interessant gewesen. Alles wurde vom bewährten Udi Koomran gemastert und erstrahlt in bestem Klang. Zeuhl- und RIO-Fans: zugreifen! Hoffentlich gibt es in Zukunft noch mehr von dieser fantastischen Band zu hören!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.6.2013
Letzte Änderung: 14.6.2013
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 3)


Zeuhl! Rhùn machen Zeuhl, klassischen Zeuhl - mein Vorschreiber hat es ja schon festgestellt. Und klassischer Zeuhl muss so klingen, wie klassischer Zeuhl eben klingt. Grollender Bass, repetitive Gitarrenriffs, wuchtiges Schlagwerk und unverständlicher, hochlagig-hysterischer bis sonor-beschwörender Gesang bestimmen das Klangbild. Genau solche Musik machen Rhùn. Die Inspirationsquelle ist natürlich auch klar - und so werben AltrOck für "Ïh" mit der Parole: "Not only for fans of Magma and avantgarde!" Doch vermute ich trotzdem, dass hiermit vor allem Fans von Magma und Avantgardistischem klarkommen sollten.

Unterschiede zu Magma? Tasten fehlen ganz, daher gibt es keine jazzigen E-Piano-Läufe oder wuchtige Pianolinien. Dafür rockt und jault die E-Gitarre um einiges mehr (bisweilen fast punkig-aggressiv). Und es gibt - zusätzlich zu den beiden blasenden Bandmitgliedern - ein Gastbläserquartett, das zumindest in den ersten drei Nummern zum Einsatz kommt. Dieses reichert die Musik mit allerlei farbigen instrumentale Einlagen an, mal jazzig-canterburesk, fast bigbandartig (oder Big-Rohrblattbandartig), mal kammerrockig-RIO-lastig, nicht selten auch modern-klassisch, fast impressionistisch (man höre das "Intermud"). Ansonsten klingt das alles sehr kernig und klassisch-zeuhlig, sperrig und streng, mit deutlichen Bezügen zu den 70er-Jahren ... Retro-Zeuhl!

Ja ... "Not only for fans of Magma and avantgarde!" ... genau. Oder - wie schon gesagt - Fans von Magma und Schrägem sollten "Ïh" auf keinen Fall verpassen. Insbesondere diejenigen, die das letzte Magma-(Mini)-Album ob seiner Zahmheit enttäuscht hat, sollten hier investieren. Irgendetwas wirklich Neues haben Rhùn natürlich nicht am Start. Sonst wäre das hier ja auch kein Zeuhl. Obwohl, die schon erwähnten klassisch-kammermusikalischen Einlagen sind schon bemerkenswert und sehr gelungen. Wer das mag und es noch ein wenig freiformatiger verträgt, der sollte unbedingt einmal dem leider ziemlich untergegangenen Erstling von Athanor sein Ohr leihen (siehe "Vos cités sont des tombeaux"). Kurzum: Wer Zeuhl liebt, der braucht "Ïh"!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.6.2013
Letzte Änderung: 22.6.2013
Wertung: 11/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Erstmal vorweg: Da heißt einer Brunöh. Brunöh. Zweifelt wirklich ernsthaft jemand daran, dieses Album könnte irgendeine Schwäche aufweisen?!?

Unvorstellbar! Ich meine: Brunöh! ist das nicht der Wahnsinn? Brunöh! Oh Mann...

Aber reicht das, um Brunöh und seine Freunde locker an die Spitze der Zeuhl-Bewegung, gar an die Spitze des avantgardistischen Progressive Rock zu katapultieren, wie mein großmäuliger Vorredner Jochen breitbrüstig verkündet?

Aber sicher! Und wann hätte sich Herr Rindfrey schon mal einer Fehleinschätzung schuldig gemacht! Hier jedenfalls nicht, denn Brunöh macht Musik, die so ist, wie er heißt: Da Zeuhl Wortz Mekanik!

Rhùn, mein Freund, um Sonny Crockett zu zitieren. Und es stimmt: Die Band gehört zu einer ganzen Reihe ziemlich verdammter Zeuhl-Nachwüchslinge, Xing Sa, Neom, Magister Dixit, Setna, Rectus, die den Zeuhl mit allen möglichen Einflüssen aus mehr oder weniger benachbarten Genres anreichern und ihn dadurch in ein neues Jahrhundert führen.

Rhùn machen ihren Zeuhl dadurch - äh - farbig, dass sie ihn vor allem mit canterburigen Elementen und klassischem Siebziger-RIO anreichern - "Intermud" ist gaaaaaaaa-roßartig! Und natürlich bietet "Ïh" alles, was den Zeuhl-Fan immer so leicht submissiv macht: gestrenge Rhythmen, herrische Rezitative, all das, was uns einst schon Chris Vanders Truppe hörig gemacht hat. Auch wenn für Lockerheit und Experimentierfreude gesorgt ist, der dominante Gestus, der den Zeuhl so sehr prägt, ist auch hier immer vorhanden.

Wer angehörs des Müzaahk von Neom oder von Magmas "Félicité Thösz" schon an der Verweichlichung des bösesten aller Prog-Genres verzweifelt war, der kann seinen Glauben an das Böse hier so richtig wiederaufladen, wer meinte, neuerdings zu Zeuhl tanzen zu müssen, den zwingen Rhùn wieder auf die Knie. Recht so. Obwohl ich jetzt mal lieber nicht sag', wie Magmas letzte Scheibe gegen das hier klingt, denn sonst holt mich Zebëhn Straïn dë Ğeuštaah und frisst mich auf! Und ich will lieber noch ein Weilchen Rhùn hören...

Die Zünd des Monats!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.6.2013
Letzte Änderung: 27.6.2013
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Rhùn

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Fanfare du Chaos 11.00 1

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