SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
18.10.2018
Haken - The Mountain
17.10.2018
Circle - Katapult
Trigon - 30 Jahre Traumzeit
16.10.2018
Soft Machine - Hidden Details
15.10.2018
Sherpa - Tigris & Euphrates
14.10.2018
Hokr - Klid V Bezčasí
The Flaming Lips - Clouds Taste Metallic
Seventh Wonder - Tiara
Bi Kyo Ran - Anthology vol.1
Sanguine Hum - Now We Have Power
13.10.2018
DRH - Thin Ice
Various Artists - Hamtai! - Hommage à la musique de Christian Vander
ALU - Die Vertreibung der Zeit (1980-1986)
Riverside - Wasteland
12.10.2018
Datashock - Kräuter der Provinz
Rotor - Sechs
Gösta Berlings Saga - ET EX
11.10.2018
Dream Theater - When dream and day reunite (Official bootleg)
ARCHIV
STATISTIK
24971 Rezensionen zu 17122 Alben von 6671 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

IQ

Ever

(Siehe auch: Leitfaden "NeoProg der 90er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1993
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Giant Electric PEA
Durchschnittswertung: 10.33/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Mike Holmes GTR
Martin Oford Keys, Backing Vox, Flute
John Jowitt Bass, Backing Vox
Paul Cook Drums
Peter Nicholls Voice

Tracklist

Disc 1
1. The Darkest Hour 10.52
2. Fading Senses

1. After All
2. Fading Senses

6.35
3. Out Of Nowhere 5.09
4. Further Away 14.30
5. Leap Of Faith 7.21
6. Came Down 5.56
Gesamtlaufzeit50:23


Rezensionen


Von: Thomas Thielen @ (Rezension 1 von 4)


Aber hallo, die CD kommt ganz schön proggisch daher, glaubt man der ersten Minute oder so. Technisch in der Oberliga führt uns Mike Holmes' Gitarre um einige Ecken mit ein paar Tollen Läufen a la softere Dream Theater. Aber dann geht es doch in Neoprog. Naja, Progpop, denn "Darkest Hour" besteht zu 2/3 aus ganz normalem Pop-Material. Trotzdem gelingt den Jungs die Mischung: IQ-typische Polyrhythmik auf erster Stufe (5/4 gegen 4/4), ein paar nicht wirklich erwartete Breaks und nette Melodien retten die Nummer allemal. Guter Einstieg!

"Fading Senses" sind eigentlich zwei Lieder in eins gepackt. Der Anfang ist eine akustisch angehauchte Ballade, der Schluß ein langatmiges Wechselspiel zwischen Gitarre und Synthie-Gitarre. Ein, zwei Themen immer wieder hoch und runter genudelt reichen aber für mich einfach nicht aus, um 3 min zu füllen, und der Anfang könnte auch auf Page/Plant sein.

"Out of Nowhere" ist einfach Rock. Ein überflüssiger Krumm-Teil am Anfang, mehr ein Vorspiel denn ein organisch dahin passendes Intro, gewöhnliche Melodien, Power-Chords, ok, ganz nett, aber auch hier gilt: Hatten die Hooters nicht auch mal sowas?

Aber jetzt wird es besser: "Further away" ist einfach guter Neoprog mit ein paar Takt- und Tempowechseln, einem Gitarrensolo, wie es Rothery auch nur an guten Tagen mehr unter die Haut treiben kann, Klasse-Lyrics... nichts, was Hardcore-Progger vom Hocker reißt, aber ein interessantes Gebilde, die stärkste Nummer der Platte.

"Leap of Faith" kann man auch in die erste Garde des Neoprog aufnehmen. Den Anfang kann ich mir zwar so richtig gut mit Technobeats vorstellen (naja, Mike Holmes wird das sicher gerne hören, wenn ich an seine Post-Gig-Gewohnheiten denke...), was ich nicht unbedingt als Kompliment meine, aber die Struktur stimmt; leitmotivisch wird "Fading Senses" wieder zitiert, hier und da stolpert der Hörer mal in unerwartete Rhythmus-schlenker. Aber gerade hier fällt auf, wie überkandidelt Martin Orfords Keyboardsounds alle Griffigkeit aus den Songs nimmt - ein durchgängiges Problem der überproduzierten, über-enhanceten CD.

"Came Down" ist einfach nur ein lyrisch-melancholischer Abschluß, der vom Verfall einer dem Sänger wichtigen Welt berichtet. Sehr stimmungsvoll, sehr schöne Lyrics.

Fazit: Für Neoproggies wohl eines DER Alben! (War "Ever" nicht irgendwie Platte des Jahres 94?) Für mich, der es gerne ein bißchen schräger hätte, eine nicht ganz zuendegedachte, zu mainstreamige Kompromißlösung eines Konzeptes, dem die Jungs mit "Subterranea" näher gekommen sind - vor allem hat es hier Orford endlich mit seinen Keyboards aus dem Fahrstuhl geschafft!

Anspieltipp(s): Darkest Hour, Further Away
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.6.2002
Letzte Änderung: 3.8.2003
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 4)


So gut kann IQ also klingen. Doch wie war es nach den letzten beiden enttäuschenden Alben (Are you sitting..., J`ai Polette d`Arnu) um die musikalische Richtung bestellt? Nach einer Pause von 4 Jahren konnte man gespannt sein, ob nun, nachdem die abgestreiften Fesseln der Plattenfirma keinen Einfluss mehr auf die Kreativität der Band haben sollten, wieder mehr Prog einkehren würde. Und man wurde wahrlich nicht enttäuscht. Bereits das erste Stück ist wieder IQ wie zu alten Zeiten. Man wird an Stücke wie TLHG (The Last Human Gateway) und The enemy smacks erinnert. Das ganze ist unheimlich dicht, die Stimme von Peter Nicholls ist reifer und stabiler geworden, vielleicht wurde sie auch elektronisch etwas frisiert, auf alle Fälle hört sich das sauberer an als früher. Die Drums kommen sehr trocken daher, alle Instrumente sind vom Soundaspekt her ausgewogen abgemischt. Also klanglich erste Sahne.

In "The darkest hour" wechseln sich rockige und stille Passagen ab, das Stück macht Appetit auf mehr. In "Fading senses" geht es zuerst ruhig, dann hart zu und her. Das Teilstück "After all" erinnert mich ein wenig an den Schlussteil von "Falling apart at the seams". Was hier auffällt ist das typische Bass-Spiel von John Jowitt, der hier zum erstenmal für IQ in die Saiten greift. Out of nowhere ist meiner Meinung nach das schwächste Stück der Platte. Ein simples 4/4 - Liedchen, nicht ganz so schlecht wie die Armada von Kommerzpop-Stückchen auf "Are you sitting...?" aber doch banal genug.

Dann das Highlight der Platte: further away.

Eine liebliche Flöte, glockenartige Synthiklänge, ein swingender Bass und eine klare Stimme. Der Bass wird schneller, monoton pumpend, sphärische Synthiklänge schweben darüber. Vor allem diese Synthiklänge sind es, die mir an IQ so gefallen. Ab 7:20 dann ein starkes Keyboardsolo, weiterhin pumpt der Bass auf dem immer gleichen Ton, bis ein ruhiger Zwischenteil folgt, dominiert von den anfänglichen perlenden Glockenklängen, diesmal mit akustischer Gitarre zusammen. Es folgt das sphärisch-bombastische Finale, erstmals ein Gitarrensolo alter Schule von Mike Holmes und das Fadeout von Gitarre und Kirchenorgelsynthi.

Nach TLHG, The enemy smacks und Nostalgia/FAATS endlich wieder ein grosses Werk. Später erreicht noch "The narrow margin" diesen Status.

Leap of faith ist solider Progrock, hier darf der Bass mal so richtig slappen, Mike Holmes gibt eines seiner tollen Soli zum Besten, das Ganze im 7/8-Takt. Bis hierher hat sich ein mystischer, eher düsterer Grundtenor durch die Stücke gezogen (einmal von Out of nowhere abgesehen). Mit "Came down" folgt nun das öffnende, die Spannung lösende Schlussbouquet. Zugegeben : die Gesangsmelodie ist trivial, aber die Instrumental-parts dazwischen sind als Ausklang der Platte oder auch eines Konzertes (siehe "forever live-video") geradezu prädestiniert. Die Musik fliesst davon...

Anspieltipp(s): Further away
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.8.2002
Letzte Änderung: 19.1.2007
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Achim Breiling @ (Rezension 3 von 4)


Warum sollte man "Ever" neu abmischen? Das fragte sich auch Michael Holmes, als sich der 25ste Jahrestag der Veröffentlichung des Albums (zu seinem leichten Schrecken) am Horizont abzeichnete. Im Vergleich zu den in den frühen 80ern erschienenen Werken von IQ war der Klang des Albums schon 1993 sehr in Ordnung, und durchaus auf dem (damals) aktuellen Stand der klanglichen Produktionstechnik. Nachdem er sich die originale CD noch einmal angehört hatte, entschied er sich dann aber doch zu einem Remix, nahe am Original, aber unter Ausnutzung der neuesten Technik, so dass das Ergebnis so klingen würde, wie er sich wünschen würde, dass "Ever" 1993 geklungen hätte.

Wie die 30th Anniversary Ausgabe von "Tales From The Lush Attic" wurde "Ever" also klanglich runderneuert, was man nun auf der 25th Anniversary Collectors Edition nachhören kann. Das eine oder andere wurde auch hinzugefügt, bzw. allerlei hörbar gemacht, was man in der Originalversion nicht (gut) hören konnte. Sehr auffällig ist da z.B. eine düstere Textrezitation nach 2:30 in "Fading Senses", begleitet von sonorem Tastenwabern, die vorher scheinbar nicht vorhanden war. Oder, wenn man ganz genau lauscht, vermeint man diese auch ganz Hinten im Mix im Original zu vernehmen. Das außerdem erklingende Glockenhallen ist aber eine neue Zutat. IQ-Freaks werden sicher noch weitere ähnliche Stellen entdecken.

Ein Problem für die Neuabmischung waren übrigens die Tastenparts, wie Holmes im Beihefttext erläutert. Diese wurden damals nämlich nicht auf Tonband, sondern weitestgehend per MIDI-Sequenzer auf einem Computer gespeichert, und die Dateien gibt es nicht mehr. Die Keyboards wurden daher von Neil Durant, der derzeitige Tastdrücker der Band, im Grunde neu eingespielt, unter Verwendung einer ähnlichen Ausrüstung, wie sie Martin Orford ursprünglich zur Verfügung hatte.

Hört man nun die 25th Anniversary Collectors Edition, die übrigens in einem dicken, mehrteiligen Digipack geliefert wird, kann man die Bemühungen von Holmes und Durant durchaus als gelungen bezeichnen. Das Album klingt eine Spur voller und wärmer, und das Schlagzeug etwas weniger nach Pappkarton, ohne dass der typische Früh-90er-Charakter der Musik verloren gegangen wäre.

Was gibt es noch in diesem Paket (2 CDs und eine DVD mit Surround Mixen)? Da sind einmal zwei Bonustracks ("Came Down – The Solos That Got Away", "Lost In Paradise" – letzteres im Grunde eine Alternativversion von "The Darkest Hour"), ein gut 50-minütiger Konzertmitschnitt der aktuellen Besetzung, das im Februar 2018 im Colos-Saal in Aschaffenburg stattgefunden hat (welches alle Nummern von "Ever" in nicht wirklich sonderlich anderen Versionen bietet), und dann noch eine ganze Ladung an Demos, Outtakes, Rehearsals und Songideen, die alle mit "Ever" im Zusammenhang stehen. Schließlich gibt es noch ein dickes Beiheft, in dem nicht nur erklärt wird wie es zu diesem Remix kam, sondern die damals Beteiligten auch darlegen was sie heute über das Album denken, und Nicholls ausführlich erzählt, wie er 1990 wieder zu IQ gestoßen ist.

Kurzum, es gibt hier eines der in den letzten Jahren in grosser Zahl aus dem Boden schießenden XXth-Anniversary-Sammlungen für den Fan, die natürlich Mehrwert bietet (so man denn die Zeit hat sich das alles anzuhören), aber auch nicht wirklich essentiell ist. Wie gesagt, so schlecht war der Sound des Originals nicht (im Gegensatz zu "Tales From The Lush Attic", wo sich das Remixen wirklich gelohnt hat), und sicher wird es einige Fans geben, die diesen neuen Mix nicht mögen. Aber, wenigstens hat hier Steven Wilson nicht seine Finger mit im Spiel, und das Ganze wurde von der Band selbst (Holmes) zusammengebastelt.

Zur Musik haben meine beiden Vorschreiber eigentlich schon alles wesentliche gesagt. Nach den mageren Jahren mit Paul Menel fanden IQ mit "Ever" wieder zum Prog zurück (insbesondere mit "Further Away") und legten eine Scheibe vor, die den Neoprog der 90er definieren sollte. Pop gibt es hier zwar auch noch (man höre z.B. "Out Of Nowhere"), doch kann man (der Rezensent) das trotzdem ganz gut hören, ohne dass sich die Zehennägel kräuseln.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.9.2018
Letzte Änderung: 5.10.2018
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Martin Dambeck @ (Rezension 4 von 4)


Anbei nur ein paar Ergänzungen zur Neuauflage. Im Großen und Ganzen kann ich den Ausführungen von Achim folgen, doch was die DVD betrifft, muss ich noch ein paar Anmerkungen loswerden.

Zunächst einmal kann man auf der DVD das Konzert nicht als Film erleben. Es gibt hier „nur“ einen Surround Mix zu hören, wenn man über eine entsprechende Anlage verfügt. Eigentlich schade, warum hat man für den Fan nicht auch die bewegten Bilder hinzugefügt. Außerdem ist auch „Ever“ in einer Surround Version zu hören. Leider können diese Surround Mixe nicht wirklich überzeugen, so wird der Center Speaker nur sehr dezent, soll heißen nur ab und an für ein paar Soundeffekte, aufgerufen. Der Gesang kommt beispielsweise komplett über die beiden vorderen Stereolautsprecher. Der Mix wirkt insgesamt seltsam lieblos. Wer sich die neue Version nur wegen dieses Gimmicks zulegen möchte, dürfte enttäuscht sein. Ich habe da jedenfalls erheblich mehr erwartet. Das Menü der DVD ist im Übrigen auch extrem einfach gestaltet.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.10.2018
Letzte Änderung: 4.10.2018
Wertung: keine

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von IQ

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1983 Tales From The Lush Attic 12.00 3
1985 The Wake 11.00 2
1985 Living Proof 10.00 2
1987 Nomzamo 8.00 2
1989 Sold on you (single) - 1
1989 Nine in a pond is here 8.00 1
1989 Are you sitting comfortably? 6.00 1
1991 J'ai Pollette D'arnu 8.50 2
1996 Forever Live 11.00 3
1997 Subterranea 12.25 4
1998 Seven stories into '98 8.50 2
1999 The lost attic (a collection of rarities 1983-1999) 6.75 4
2000 Subterranea - The Concert 10.00 2
2000 The Seventh House 11.25 4
2002 Subterranea - The Concert (DVD) 11.00 1
2003 The archive collection - IQ20 10.00 2
2004 The twentieth anniversary show (DVD) 10.67 3
2004 Dark Matter 10.80 6
2006 Stage - Dark Matter Live In America And Germany 2005 (DVD) 11.00 2
2007 Forever Live : Live at the Stadthalle Kleve Germany : June 12 1993 (DVD) 11.50 2
2008 Frequency Tour CD 7.00 1
2009 Frequency 10.00 5
2010 The Wake - Live at De Boerderij - 1
2011 Re:Mixed - 1
2012 Live from London (DVD) 11.00 2
2012 IQ30 - Live In Zoetermeer 10.00 1
2014 The Road of Bones 10.67 3
2015 Live On The Road Of Bones 11.00 1
2017 Scrape Across The Sky 11.00 1
2017 Tales From A Dark Christmas 11.00 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum