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Enchant

A Blueprint Of The World

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1993 (Wiederveröffentlichung bei Inside/Out 1997)
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Inside/Out
Durchschnittswertung: 7.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Ted Leonard lead vocals
Douglas A. Ott guitars, Vocals
Michael "Benignus" Geimer keyboards
Paul Craddick drums
Ed Platt bass

Gastmusiker

Steve Rothery E-bow (1) and guitars (8)
Brian Cline Vocals on *

Tracklist

Disc 1
1. The Thirst 6:17
2. Catharsis 5:54
3. Oasis 8:12
4. Acquaintance 6:32
5. Mae Dae 3:25
6. At Death's Door 7:17
7. East Of Eden 5:50
8. Nighttime Sky 8:57
9. Enchanted 7:19
10. Open Eyes 7:43
11. Enchanted [Acoustic Version]   (Bonus Track) 6.38
Gesamtlaufzeit74:04
Disc 2
1. At Death's Door * 6.52
2. Open Eyes * 7.57
3. Mae Dae * 3.24
4. The Calling * 6.17
5. Oasis * 7.30
6. Dollars And Cents * 6.04
7. Enchanted * 7.27
8. Nighttime Sky 8.39
9. Aquaintance 6.39
10. The Thirst 6.20
Gesamtlaufzeit67:09


Rezensionen


Von: Thomas Thielen @ (Rezension 1 von 3)


Eins sofort vorneweg: Dies ist noch eines dieser Debutalben, denen man das geringe Budget der Produktion schon von weitem anhört; da wirklich gute Musik leider oft nur auf diesem Weg an unsere Ohren dringen kann, soll der Grundsound aber im weiteren Verlauf dieser Rezi keine Rolle spielen. Da Steve Rothery von Marillion produziert hat, verstehe ich aber, das muß ich schon sagen, so manchen groben Schnitzer in Soundfragen nicht ganz...

Die Gitarren sind dementsprechend marillionized. Der cleane Sound ist ebenso eine Möchtegern-Eins-zu-Eins-Kopie von Rotherys Schaffen wie auch die Leads, die allerdings etwas scharf in den oberen Mitten geraten sind... Die Keyboards fallen nicht weiter auf, Enchant haben hier ganz oben in die Neoprog-Schublade gegriffen. Der Bass ist halt ein Bass, nichts Herausragendes, aber auch keine Schnitzer, die Drums sind technisch wirklich anspruchsvoll, aber leider vermischt... doch halt, das wollten wir ja außer Acht lassen...

Das bringt uns zu einem Höhepunkt im Geschehen: Der Gesang! Oft werden Stimmen gedoppelt oder mit Terz-Backing-Vocals versehen. Der Effekt hilft über den (produktionstechnisch bedingten?) Eindruck hinweg, daß wir es hier zwar mit einem technisch perfekt ausgebildeten, aber doch etwas "bübchenhaften" (Zitat meine Freundin) Organ zu tun haben. Im großen und ganzen aber ein dickes Plus für das Geschehen auf "Blueprint".

Leider kann man das nicht unbedingt für die Arrangements der Kompositionen (s.u.) sagen; zu viele Chorus-und-Compressor-Gitarren-Zupfigungen, zu viele immer gleiche Powerchords, zu viele wirklich schwierige, aber achtelhämmernde Riffs im DT-für-nicht-ganz-so-Hartgesottene-Gewand, übergossen mit 0/8/15-Synthies und Bass-Grundtönen, alles im gehobenen oder gesenkten Midtempo... Das ist denn auch das größte Minus der CD: Konsequent bei einem Sound zu bleiben, ist ja toll, aber zu viel ist zu viel. 67 min lang verwässert immer dieselbe Spielart des Modulation Delays die Klänge - phantasielos und im Progrockdutzend billiger: Schade!!!

Nun sind die dadurch in Mitleidenschaft gezogenen Kompositionen auch nicht wirklich neu, es gibt hier und da wirklich recht vertrackte, aber ganz natürlich klingende Rhythmik in den Gesangsparts zu entdecken, was wirklich toll ist; an auf Achteln basiernde Ratata-Riffs noch eine Achtel dranzuhängen oder eine wegzulassen, ist nun wirklich nicht wahnsinnig schwierig, geschweige denn originell. Über solche Parts streichen bei Enchant aber oft wunderschöne Stimm-Melodien, seltener im Progzirkus anzutreffen. In den Instrumentalpassagen hingegen dominieren die Laß-uns-mal-ein-paar-Sechzehntel-Triolen-Tappen-Gitarren-Soli - oder man läßt die Akkordfolgen einfach mal un-melodiert in die Ferne plätschern. Klingt ja manchmal toll, aber 67 min lang?

Erwähnen muß man natürlich ein (klar!) tolles Gitarrensolo von Rothery persönlich ("Nighttime Sky", am Ende), mit dem der Meister Enchants Gitarrenfraktion eine Lektion in Soundbreite, Verzerrereinstellung, den richtigen Einsatz von Chorus-Effekten und... Feeling gibt. Vielleicht hilft es ja für das nächste Album.

Fazit: Leicht überdurchschnittlicher Neoprog mit ganz klar zutagetretenden Einflüssen (Dream Theater, Marillion). Für alle, die von der CD (wie ich) nicht ganz überzeugt werden, empfehle ich, Enchant live zu besuchen... eine ganz andere Band, ein ganz anderes Feeling, dieselbe technische Brillianz!

Anspieltipp(s): The Thirst, Nighttime Sky
Vergleichbar mit: Marillion meets Dream Theater
Veröffentlicht am: 9.6.2002
Letzte Änderung: 9.6.2002
Wertung: 7/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 3)


Auf diesem Album suchen Enchant, wie mir scheint, noch ihren Stil. Das erste Stück könnte von Rush sein, auch bei einigen anderen Nummer finden sich Anleihen der kanadischen Altmeistern. Wäre die Stimme von Ted Leonard höher, man würde erstaunt in den Credits stöbern.

Leider sind die Kompositionen dieses Albums nur gewöhnlicher Durchschnitt. Zwar wird versucht, den einzelnen Nummern durch viele Variationen (z.B. des 4/4-Taktes) Spannung und Progfeeling einzuhauchen, es bleibt aber meist nur ein straighter tumber 4/4-Takt, was mir einfach zu simpel ist. Da Mr. Ott auch nicht die Fähigkeit besitzt, interessante Melodien oder wenigstens kurze Tonfolgen zu komponieren, bleiben die Stücke meist banales Einerlei. Irgendwie hört sich das ganze Album gleich an: immer wieder der gleiche Rhythmus mit ähnlichen Breaks, ähnliche Harmoniefolgen, sogar die Tonart scheint immer wieder die gleiche zu sein.

Mae Dae bricht diese Monotonie kurz auf (ein nettes Instrumental), dann geht`s mit "at death"s door" aber im 08/15-Takt weiter. "East of Eden" legt mit 5/4-Takt interessant los und bleibt auch in der Folge mit vertrackten Rhythmen interessant und ist neben dem nächsten Titel das Highlight der Platte. "Nighttime sky" ist mitunter recht stimmungsvoll und wartet im Mittelteil mit einem guten Gitarren-keyboard-zwiespiel auf. Gegen Ende ein acoustic guitar Einspiel, welches ein gigantisches guitarsolo (Steve Rothery) einleitet. Das wars leider. Einige wenige Minuten guten Progrocks reichen leider nicht für mehr als eine 6.

Fazit: ordentliches Debutalbum, einige Titel lassen Potential erkennen.

Anspieltipp(s): The Thirst, East of Eden, Nighttime sky
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.7.2002
Letzte Änderung: 21.9.2012
Wertung: 6/15

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Von: Andreas Hofmann @ (Rezension 3 von 3)


Witzigerweise war "A Blueprint of the world" immer meine Lieblingsplatte von Enchant. Die Alben, die danach herauskamen, fand ich gähnend langweilig und/oder zu glatt. Dass hier Produktion und besonders das Coverartwork billig wirken, liegt wohl ganz einfach daran, dass sie billig waren. Ich habe es dennoch immer genossen, den wirklich tollen Schlagzeuger besser hören zu können, als dies bei einer ordentlicheren Produktion der Fall gewesen wäre, denn hier hört man wirklich jedes Trömmelchen und jedes Becken.

Wenn ich Ted Leonards wundervolle AOR-Stimme höre, habe ich gleich wieder Lust, eine alte Journey-Platte aufzulegen, denn mir geht bei sowas das Herz auf (ich kann aber auch verstehen, dass man diese Art von Gesang hassen kann).

Nach hinten raus lässt das Songmaterial zwar spürbar nach, aber auch heute rufen "The Thirst", "Cataharsis", "Oasis", "At Death's Door" und sogar das eigentlich grauenvoll kitschige "Acquaintance" (Textzeilen wie "I could dance with you all night / Make love by candlelight" sind eine Zumutung, die ich persönlich selbst zu Schülerbandzeiten nie hätte verbrechen können!) noch immer dasselbe Gefühl hervor wie 1993, als die Platte herauskam - das ist einfach echt schöne Musik!

Dass es eine Neuauflage mit Bonustracks gibt, lässt mich fast überlegen, mir das Album noch einmal zuzulegen. Aber irgendwie habe ich Angst, dass ich das Schlagzeug dann nicht mehr so gut hören kann...

Anspieltipp(s): The Thirst, Cataharsis, Oasis, At Death's Door
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.3.2009
Letzte Änderung: 28.2.2012
Wertung: 9/15
5 der 9 Songs wären mir sogar noch mehr Punkte wert gewesen

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Enchant

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1996 Wounded 7.00 1
1997 Time Lost 10.50 2
1998 Break 10.00 1
2000 Juggling 9 or dropping 10 7.67 3
2002 Blink of an eye 7.00 3
2003 Tug Of War 9.20 5
2004 Live at last 8.00 2

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