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Long Distance Calling

The Flood Inside

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Metal; New Artrock; Postrock
Label: Superball Music
Durchschnittswertung: 10.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Janosch Rathmer drums
Florian Füntmann guitar
Martin 'Marsen' Fischer vocals, sounds, fender rhodes, hammond organ
Jan Hoffmann bass
David Jordan guitar

Gastmusiker

Robot Koch additional programming (1,2,5)
Alex Komlew additional programming (4,8)
Mario Cullmann additional programming (6)
Vincent Cavanagh lyrics & vocals (5)
Ula Gehret vocal samples
Henrik Freischlader guitar guest solo (1)
Max Klaas percussion

Tracklist

Disc 1
1. Nucleus 7:13
2. Inside The Flood 6:44
3. Ductus 6:48
4. Tell The End 6:02
5. Welcome Change 7:09
6. Waves 6:39
7. The Man Within 6:36
8. Breaker 8:14
9. Black Hole   (bonus track "special edition") 4:29
Gesamtlaufzeit59:54


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Reden ist Silber, Schweigen ist Gold... ja, der Volksmund, der tut Wahrheit kund. Ich sage ja immer, wer braucht Gesang, wenn er Musik haben kann. Eine der profiliertesten Instrumentalbands, die es geschafft hat, sich über die Jahre organisch zu entwickeln. Die der Postrock-Falle entkommen ist, in dem sie einfach auf intelligente, variantenreiche Rockmusik gesetzt hat... die setzt jetzt plötzlich vermehrt auf Gesang. Oha, was war ich skeptisch, als ich hörte, das Long Distance Calling nun nicht mehr nur Gesangs-Cameos als nette kleine Gags auf ihren Alben haben wollten, sondern einen leibhaftigen hauptamtlichen Sänger. Was sollte das schon werden?

Nun, gar nicht mal so schlecht. Im Prinzip knüpfen die Münsteraner (Ex-)Instrumentalisten nämlich ziemlich direkt an ihrem Vorgängerwerk an. Spielchen mit dem Laut-/Leise-Schemata, majestätisch dahinschreitende Klangkathedralen, verzwirbelte Gitarrenriffs, die sich zu kunstvoller musikalischer Ornamentik verschlingen, je nach Bedarf eher elegisch-psychedelisch, aber auch schon mal kräftig-metallisch. Geheimnisvoll-düstere Elektrosounds untermalen das Geschehen. Dazu die abwechslungsreich, dicht und moderat vertrackt agierende Rhythmusfraktion. Das Schlagzeug steht mit variablem Spiel, gespickt mit Fills und Breaks dominant im Klangraum und der Bass darf sonor bollern und funky ploppen. So weit, so gut. Man mag Long Distance Calling allenfalls konstatieren nicht mehr ganz so explizit zu rocken, wie beim Vorgänger. Dynamisch und kraftvoll ist die Musik immer noch. Und Gast Henrik Freischlader lässt gleich im Opener ein sensationelles Blues-Gitarren-Solo ertönen. Faszinierend wie sehr unterschiedliche Musikstile harmonieren können.

Die Hälfte der Songs nun also mit Gesang. Neuzugang Martin 'Marsen' Fischer (auch bei den Progressive-Rockern Pigeon Toe aktiv) macht seine Sache gut. Er gibt sich als typischer Rockshouter, mal mit sanft eingestreuter 'Alternative-Weinerlichkeit', so dass seine Gesangsbeiträge fast ein bisschen kabarettistisch wirken, aber eben keineswegs die instrumentale Power der Band ausbremsen. Die Titel mit Gesang klingen natürlich ein bisschen gewöhnlicher, ein bisschen geradliniger – das lässt sich wohl kaum vermeiden, denn gute Rockbands mit gutem Gesang gibt es halt doch viele -, aber eben immer noch nach Long Distance Calling. So gelingt dieses Experiment doch durchaus zufriedenstellend und meine Befürchtungen waren wohl doch etwas übertrieben. Ich hoffe nur, dass nun nicht von Album zu Album der Gesangsanteil (vielleicht auch in der Hoffnung, dann auf dem 'Mainstream'-Markt mehr Chancen zu haben) zunimmt. „The Man Within“ ist im übrigen der beste OSI-Song, der nicht von OSI stammt, klasse.

Insgesamt ist „The Flood Inside“ nicht ganz so stürmisch wie der Vorgänger ausgefallen, aber Long Distance Calling entfachen immer noch ein kraftvolles instrumentales Feuer. Sie beschreiten neugierig auch mal andere Wege – siehe Gesang - und erfreuen uns mit einem guten Album.

Anspieltipp(s): Nucleus, The Man Within
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.3.2013
Letzte Änderung: 12.3.2013
Wertung: 11/15

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Von: Sebastian Hauck @ (Rezension 2 von 3)


Intensiver eingängiger Postrock, das ist man gewohnt von Long Distance Calling. Auf jedem Album ein Song mit Gastsänger, das kennt man auch. Dann kam die Nachricht, dass auf dem neuen Album 'The Flood Inside' etwa die Hälfte aller Songs von einem festen Sänger unterstützt werden. AUFSCHREI!! Long Distance Calling waren bisher sehr gut ohne Sänger ausgekommen. Warum jetzt? Warum, nach so guten Alben, wo man keinen Sänger brauchte? Als dann aber der Name fiel, war fast alles wieder gut. Martin Fischer, Sänger von Pigeon Toe und ehemals Fear My Thoughts, den ich sehr schätze, sollte doch stimmlich ganz gut zu der Band passen...

Doch zunächst beginnt das Album gewohnt ohne Sänger, und auch im gewohnten Stil, wobei man schon aufhorchen kann, wenn in der Mitte des Openers 'Nucleus' ein bluesiges Gitarrensolo auftaucht, für das sich Henrik Freischlader verantwortlich zeichnet, den die Band als Gast gewinnen konnte. Aber insgesamt eröffnet das Album mit einem Kracher in bewährter Manier. Danach kommt der Gesang ins Spiel. In 'Inside The Flood' fügt sich die drängende Stimme von Martin Fischer optimal in den fordernden Sound der Band ein. Besser hätte es gar nicht werden können. Die Stimme ist die perfekte Ergänzung zu dem sowieso vorher schon perfekt gewesenen Sound der Gruppe, und selbst die Passagen, wo man sich (vermutlich unter Einsatz eines Vocoders) zu Mehrstimmigkeit hinreißen lässt, sind einfach nur gut. Da ist nichts gewollt und nicht gekonnt, das passt einfach. Auch in der Mischung, denn es schließt sich wieder ein instrumentales Stück an. Mit eher ruhigem ersten Teil mit E-Piano-Unterstützung und einem flotten zweiten Teil, der auf Samba-Rhythmen aufgebaut ist, ist 'Ductus' definitiv ein Highlight in einem sehr sehr guten Album.

Es folgen weitere Gesangsstücke wie 'Tell The End', das gut auch aus der Feder des Sängers hätte stammen können, aber trotzdem unverkennbar LDC ist, und das anschließende 'Welcome Change' mit Gastsänger Danny Cavanagh (Anathema), mit einem Refrain, der ein wenig an Khoma erinnert. 'Waves' ist wieder ein Instrumentalstück, eröffnet von einem Sound- und Wortfetzen-Mix von DJ Coolmann (ehemals Fünf Sterne Deluxe), anschließend kommt mit 'The Man Within' definitiv das beste Gesangsstück des Albums, wieder mit Martin Fischer, und mit treibenden Drums mit DoubleBass und heftigen Riffs eins der härtesten LDC-Stücke überhaupt. Da freut man sich auf Live-Shows!! Das instrumentale Stück 'Breaker' nimmt viel von der Kraft des Vorgängers mit, kann aber auf über acht Minuten Länge auch mit ruhigeren Passagen oder mit Streichern hinterlegten Gitarrenwänden aufwarten. Im letzten Stück durfte sich dann der Mann an den Tasten und Rädchen ein wenig austoben, viele Synthies und elektronische Spielereien werden kombiniert mit eher zurückhaltendem Rhythmusapparat und das Album wird zu einem sehr harmonischen Abschluss gebracht.

Trotz des Sängers - oder vielleicht eher wegen dem Sänger? - 'The Flood Inside' ist eines der besten Alben der Band überhaupt. Vielseitig, abewchslungsreich, dabei trotzdem in sich stimmig und harmonisch, übertrifft es die ohnehin schon hohen Erwartungen und zeigt, dass die Entwicklung dieser Band auf jeden Fall in die richtige Richtung geht.

Anspieltipp(s): 'Ductus', 'The Man Within'
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.3.2013
Letzte Änderung: 21.3.2013
Wertung: 13/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


LDC probieren einen Sänger. Warum auch nicht? Wenn der Sänger der Band etwas positives vermitteln kann ist das ja auch in Ordnung. Aber schafft Martin Marsen Fischer das? Ehrlich gesagt, nicht ganz. Ob das aber nur seine Schuld ist, das bezweifle ich. Wenn die Stimme wie im Titeltrack INSIDE THE FLOOD so weit in den Hintergrund gemischt wird, besonders in den härteren Passagen, dann hat diese Stimme keine Chance. Und in den leiseren Passagen wird sie dann verfremdet. Wie soll man da beurteilen, ob er gut singt und zur Band passt?

Mir Reimut von Bonn hat aber auch der Keyboarder die Band verlassen. Das ist sehr schade, denn von Bonn's elektronische Einwürfe fehlen der Band. Die Entwicklung geht weiter weg von Postrock (welchen sie aber immer nur gestreift haben) und mehr in Richtung „strukturierte Songs“. Es bleibt trotzdem immer noch viel Platz um zu jammen und Wall of Sounds aufzubauen. Dies ist besonders in Stücken wie TELL THE END mit sehr lang andauernden WoS und einer dann fast unhörbaren Stimme der Fall oder in INSIDE THE FLOOD, wo der Song auch erst interessanter wird ab dem langsamen Mittelteil.

Eher ruhiger kommt DUCTUS daher. Bei diesem Instrumental passiert nicht richtig was. Stimmlich interessanter wird es dann mit WELCOME CHANGE. Als Gastsänger wurden da Petter Carlsen und Vincent Cavanagh verpflichtet. Diese verleihen dem Song eine durchaus positive Stimmung und auch der treibende Rhythmus und die auf hohem Niveau solierende Gitarre können Pluspunkte einfahren. WAVES ist wieder ruhiger und leicht psychedelisch.

Mit einem sehr interessanten Gitarrenmotiv beginnt THE MAN WITHIN. Der Song überzeugt weil er abwechslungsreich ist. Zum Abschluss dann noch das instrumentale BREAKER. Midtempo mit elektronischen Sounds schleicht sich der Song in die Lauscher.

Wie bereits bei den älteren Aufnahmen kann ich mich nicht mit LDC anfreunden. Es fehlt einfach das gewisse Etwas, was ihrer Musik die nötige Aufmerksamkeit verleihen könnte. Über eine ganze CD hinweg ermüdet man leicht, weil es einfach zu eingängig ist. Nicht genügend Abwechslung, immer wieder die mehr oder weniger gleichen Motive.

Für Fans die auf mehr oder weniger instrumentalen Rock stehen. Die Songs mit Stimme stören nicht, bringen die Band aber auch nicht wie wahrscheinlich erhofft musikalisch weiter.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.5.2016
Letzte Änderung: 28.5.2016
Wertung: 8/15
auch mit Sänger kann mich die Band nicht als Fan gewinnen

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Long Distance Calling

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Satellite Bay 10.00 1
2009 Avoid The Light 7.50 2
2011 Long Distance Calling 9.67 3
2014 Nighthawk 11.00 1
2016 Trips 10.00 3
2018 Boundless 10.00 1

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