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Lifesigns

Lifesigns

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Neoprog; RetroProg
Label: Esoteric Antenna
Durchschnittswertung: 7/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

John Young Gesang, Keyboards
Nick Beggs Bass, Chapman Stick, Gesang
Frosty Beedle Schlagzeug

Gastmusiker

Steve Hackett Gitarre
Jakko Jakszyk Gitarre
Robin Boult Gitarre
Thijs Van Leer Flöten

Tracklist

Disc 1
1. Lighthouse 12:50
2. Telephone 9:15
3. Fridge Full Of Stars 11:17
4. At The End Of The World 8:23
5. Carousel 11:46
Gesamtlaufzeit53:31


Rezensionen


Von: Piotre Walter @ (Rezension 1 von 2)


„Lifesigns“ ist eine neue britische Progressive-Rock-Band und veröffentlichten ihr gleichlautendes Debutalbum im Januar 2013 bei Esoteric Antenna (Esoteric Records). Das UK-basierte Independent-Label existiert seit 2007 und ist Teil der Gruppe Cherry Red Records. Esoteric Records (vormals Eclectic Discs) spezialisiert sich auf 70er-Jahre-orientierten Progressive Rock, Jazz-Rock aber auch Folk und Psychedelic. Veröffentlicht werden Neuauflagen altbekannter Werke wie z.B. von der Band Hawkwind, aber auch neue Alben wie Todd Rundgrens' „State“ oder das Album von „Squackett“ (Chris Squire & Steve Hackett). Letzteres lässt schon erahnen, dass das Label sich eher dem eingängigen, traditionellen Progressive Rock verpflichtet fühlt und weniger Bands experimentellerer Natur.

So verhält es sich auch mit dem Album / der Band „Lifesigns“, welche am ehesten dem Genre Neo-Prog zuzurechnen ist. Jedoch ist „Lifesigns“ vom musikalischen Niveau, der ausgefeilten Produktion und vom Songwriting eine ganz andere Hausnummer als das z.B. eher uninspirierte „Squackett“.

Lifesigns besteht aus Sänger und Keyboarder John Young, dem Mastermind der Band (der überwiegende Teil der Songs stammt aus seiner Feder) sowie Bassist Nick Beggs und Drummer Frosty Beedle. Alle drei keine Unbekannten: John Young hat mit Fish, Asia, Bonnie Tyler oder den Scorpions gearbeitet; Nick Beggs mit Iona und als Tourmusiker für Steven Wilson; Drummer Frosty Beedle in den 80ern bei Cutting Crew. Als Gastmusiker hat man sich illustre Mitstreiter aus der Progressive Rock-Szene eingeladen; Steve Hackett, Thijs Van Leer (Focus), Jakko Jakszyk (King Crimson) und Robin Boult (John Young Band). Produziert wurde das Album von Steve Rispin der u.a. mit Uriah Heep und Asia gearbeitet hat.

„Lifesigns“ bietet fünf Longtracks feinsten, britischen Progressive Rocks, die wie aus einem Guss wirken und und eine gute Balance zwischen songorientierten Parts und solistischen Teilen bieten. Das Album ist insgesamt sehr melodiös gehalten und die solistischen Parts sind sehr projektdienlich integriert.

John Youngs Gesang ist klar und überzeugend, mehr noch aber begeistert er mich als Keyboarder, der klar von Genesis bzw. Tony Banks inspiriert zu sein scheint und immer wieder feine Piano- und Keyboardsounds liefert. Als Rhythmustruppe der Band fungieren die beiden ebenso überzeugenden Nick Beggs und Frosty Beedle. Für die Gitarrenparts hat man sich, wie bereits erwähnt, einige Allstars eingeladen.

Der Opener „Lighthouse“ ist ein feiner Bombast-Rocker, der gerade im zweiten Teil durch seine spannende Gitarren-Arbeit und Komplexität zu überzeugen und zu begeistern weiß. Er macht Appetit auf mehr.

Mit dem zweiten Song „Telephone“ finden wir dann aber gleich den lieblichsten und popplastigsten Track des Albums - nicht mein Lieblingstrack - bei dem ich manchmal versucht bin zu überspringen. Das Intro des Songs zeigt die Qualitäten des Rhythmus-Duos Beggs und Beedle. Der Rest bietet fließenden Poprock, bei dem die ruhige, schöne Stimme von Young viel Raum genießt.

„Fridge Full Of Stars“ melodisch und spacig - ist ein ruhiger Track mit einem kleinen akustischen Gitarrensolo von Steve Hackett, einem ausführlicheren, starken Solo von Flötenlegende Thijs van Leer aber auch die Klavierparts von Young sind einfach edel. Dieser Song erinnert mich doch ein wenig an Genesis und Hackett soll bei manchen Arrangements Hand angelegt haben. Bei diesem Track kann ich mir das sehr gut vorstellen. Im Bereich mehrstimmiger Gesang erinnert der Song auch manchmal an Yes.

„At the End of the World“ ist ein weiterer harmonisch-perfekter Neoprog-Song bei dem alles am rechten Platz ist - fast schon zu mannschaftsdienlich - könnte das ein oder andere Solo hier länger sein.

„Carousel“ ist nun ganz klar das Highlight des Albums. Hier zeigen die Solisten an ihren Instrumenten noch mal ihre ganze Größe und beschwören „Genesis-Feeling“ bester Tage herauf. Auch wird das im Album sonst gemächliche Tempo mal ein wenig angezogen und in den beeindruckenden Solis tauchen schräge Klänge auf.

Bei „Lifesigns“ sind altgediente Recken am Werk und das hört man auch. Unglaublich homogen, handwerklich perfekt gespielt, souverän arrangiert und sauber produziert, fließt der „Neoprogteppich“ in den Gehörgang - eine interessante Neuerscheinung im Bereich Progressive Rock. Am Spannendsten finde ich die Lebenszeichen jedoch bei Song 1 und 5, weil hier die Pfade des Wohlklangs auch mal verlassen werden und die abitioniertesten instrumentalen Parts einfließen, welche einen dann wirklich mitzureißen vermögen.

Fazit: Ein wohl geratenes, hochqualitatives, aber auch wohlkalkuliertes Album. Die Band schlägt in die gleiche Kerbe wie z.B. "Big Big Train“. Wer diese mag - auch besonders die letzten beiden Alben (English Electric 1+2) - wird hier sicher auch seinen Spaß haben. Insgesamt könnte aber ein wenig mehr Biss nicht schaden und ich würde mir für ein weiteres Album mehr Songs wie "Lighthouse" oder "Carousel" wünschen; dann werde ich der Band sicher treu bleiben.

Anspieltipp(s): Lighthouse, Carousel
Vergleichbar mit: Big Big Train, It Bites
Veröffentlicht am: 1.4.2013
Letzte Änderung: 6.10.2017
Wertung: 10/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Fans von Progmusik mit viel Gefrickel, langen Soli und komplexen Arrangements und Taktwechseln können hier aufhören zu lesen. Es stellt sich bei Lifesigns die Frage, inwieweit diese Musik überhaupt noch einen Anspruch darauf besitzt „Prog“ genannt zu werden. Wir bewegen uns hart an der Grenze zum, zugegebenermaßen niveauvollen, Pop.

Warum also überhaupt eine Rezi hierzu schreiben? Der Begriff „Prog“ ist eben sehr weit dehnbar. Und es gibt jeden Tag Menschen, die sich neu an Prog heran trauen. Die vorher Hardrock oder Metal oder AOR oder Pop oder oder gehört haben und mal was Neues entdecken wollen. An diese richtet sich ein Album wie dieses. Es könnte also der Türöffner sein für künftige ernsthaftere Proghörer. Ich will jetzt auf keinen Fall darauf hinzielen, nur King Crimson oder Gongfans seien „richtige“ Proghörer. Ich gehöre selbst der Fraktion der eher melodiegeprägten Proghörer an, aber es gibt auch gute und schlechte Melodien. Oder anders gesagt: wenn man in einem Song 30mal „At the end of the world“ hört, dann wird es für mich unerträglich. Und ich behaupte mal, es geht dann den meisten hier so.

Lifesigns bestehen aus 3 Musikern. Allen voran Nick Beggs am Bass und am Chapman Stick. Beggs spielte in einem früheren Leben ja mal bei Kajagoogoo. Vor allem aber lernte ich ihn durch die Zusammenarbeit mit Ellis, Beggs & Howard kennen. Das war Artpop auf absolut hohem Niveau und die CD begleitete mich eine Zeit lang. Auch seine Zusammenarbeit mit Steven Wilson entging mir nicht. Und beim NOTP mit Steve Hackett hab ich ihn vor 2,3 Jahren auch mal live erleben dürfen. Toller Musiker. Sein Spiel ist definitiv das Highlight dieses Albums. Auch John Young macht seine Sache an den Keys gut, was man aber von Frosty Beedle an den Drums nur bedingt sagen kann. Wäre die Musik etwas komplexer, wäre Beedle überfordert.

Die CD beinhaltet 5 Songs. Bei 2 oder 3 Ausfällen kommt da leider nicht mehr viel zusammen. Auch der Gesamteindruck leidet enorm, wenn zwischen dem 1. und 5. und letzten Song 3 Lückenfüller herhalten müssen.

Lifesigns steht für poporientierten Melodicprog mit sehr eingängigen Melodien. Textlich kommt auch nicht viel, was eigentlich proguntypisch ist. Es gibt keine Soli, nur die Keys spielen mal ein paar Noten aus der Reihe. Alles aber sehr dezent, um ja nicht den Hörer zu verschrecken.

Nur der letzte Song CAROUSEL ist recht gut gelungen. Hier kommen dann auch mal kleinere Soli vor. Vor allem aber nimmt der Longtrack einige überraschende Wendungen, was wirklich verblüfft nach all dem Mainstream von vorher. Hier zeigen Lifesigns, dass das Album richtig gut hätte werden können. Aber hätte hätte.............

Definitiv nur für Fans von „leichtem“ Prog.

Anspieltipp(s): Carousel (ist der einzige hörbare Song mit Progfeeling)
Vergleichbar mit: The Reasoning, Knight Area, Big Big Train
Veröffentlicht am: 15.12.2015
Letzte Änderung: 4.4.2017
Wertung: 4/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2017 Cardington 10.33 3

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