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Space Debris

She's a Temple

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013 (15.5.)
Besonderheiten/Stil: instrumental; live; Jazzrock / Fusion; Krautrock; Psychedelic; Spacerock
Label: Green Brain
Durchschnittswertung: 10.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Mitja Besen Bass
Tommy Gorny Gitarre
Winnie Rimbach-Sator Keyboards
Christian Jäger Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Palmyra 14:58
2. Cloudwalker 4:40
3. Creation: Glimpse of a Dying Sun 8:59
4. Creation: Everdrifting Particle 8:56
5. Skinflight 2:34
6. Time Traveller 8:32
7. She's a Temple 11:53
8. Supernova 1604 16:46
9. Zenobian Dance   (nur auf der DoLP-Version) 5:21
Gesamtlaufzeit82:39


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Mit neuem Bassisten heben die Odenwälder Spacerocker im Frühjahr 2013 ab zu einem neuen kosmischen Trip. Oder doch eher zu einer klassischen Bildungsreise? Das Cover von She's a Temple zeigt die Ruinen der antiken Wüstenstadt Palmyra, die im heutigen Syrien liegt. Nicht gerade ein Motiv, das man mit Spacerock verbinden würde! Aber schließlich hatte die Musik von Space Debris trotz des Bandnamens schon immer einen deutlich erdverbundenen Charakter.

Die Aufnahmen zu She's a Temple, dem 10. Album von Space Debris, entstanden im November 2012 bei einem Konzert in Heidelberg, und das Quartett zeigt sich dabei in bester Spiellaune. Es geht wieder tief in die Vergangenheit, in die späten 60er und frühen 70er: die Schweineorgel röhrt dreckig, dazu produziert die Gitarre schwere Riffs oder krautig-psychedelisierende Soli, bringt gelegentlich auch einen Anflug von Blues in die Musik (da sag noch einer, Progger könnten keinen Blues). Bei allen psychedelischen Eskapaden bleiben die Jungs doch immer erdverbunden, auch wenn Songtitel wie Glimpse of a Dying Sun oder Everdrifting Particle ätherisch schwebende Klänge vermuten lassen; die meiste Zeit wird ordentlich gerockt. GeRRRRRRockt, um genau zu sein. So sind neben den frühen Pink Floyd auch Bands wie Led Zeppelin oder Deep Purple häufig nicht fern.

Eine besondere Note bekommt die Musik. wenn Tastenmann Winnie Rimbach-Sator zum E-Piano wechselt, dann bringt er nämlich einen Anflug von Jazz rein. Manchmal auch mehr als einen Anflug, etwa in Cloudwalker, wo's zwischendurch doch mal etwas sphärisch wird; ein wunderbar jazziges E-Piano-Solo, mit einigen leicht angeschrägten Sounds gewürzt, veredelt diesen Part. Schade, dass bei diesem Titel sowohl ein- als auch ausgeblendet wird, bei Liveaufnahmen ist so etwas immer ärgerlich!

Davon abgesehen bietet She's a Temple wieder ausufernde Rockjams erster Güte mit Stücken von geradezu kosmischen Ausmaßen (das kurze Skinflight ist ein Schlagzeugsolo). Auch wenn ich normalerweise solch offenkundigem musikalischen Historismus skeptisch gegenüberstehe, bläst diese voller Spielfreude dargebrachte Mixtur aus Spacerock, Krautrock, Psychedelic, Jazzrock und etwas Blues wieder jede Skepsis locker weg. Schöne Scheibe!

Das Album wird am 15.5. sowohl auf CD als auch auf Doppel-LP veröffentlicht, letztere kommt mit einem Bonustitel.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.5.2013
Letzte Änderung: 3.10.2013
Wertung: 10/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 3)


Zwar haut mich "She's A Temple", das aktuelle Space-Debris-Album, nicht direkt aus den Socken, gewisse Qualitäten lassen sich diesem Werk aber nicht absprechen. Denn das Quartett aus dem Odenwald versteht es durchwegs, wohlige Remineszenzen an diverse Stile der 70er zu wecken und dabei in ihren recht langen, Jam-artigen Nummern dennoch von Anfang bis Ende eine gewisse Spannung zu halten. Gerade letzteres können bei weitem nicht viele der großen Vorbildbands von sich behaupten.

Auch fällt die Stilmischung durchaus positiv auf. Immer wieder mal sind Space Debris in Hardrock-Gefilden unterwegs; so erinnert der groovige, von einer sehr präsenten Hammondorgel geprägte Anfang von "Palmyra" an die etwas eingängigere Spät-70er-Phase von Birth Control ("Titanic"), und der etwas ruhigere Mittelteil mit seinem Gitarrensolo klingt auch nicht viel anders als der minimalistische Deep-Purple-Jam "Son Of Alerik". Das Hauptriff von "Time Traveller" wiederum könnte glatt Ted Nugents "Stranglehold" entstammen, hingegen ist schlussendlich das ziemlich melancholische, von wehmütiger Orgelarbeit bestimmte "Supernova 1604" eine relativ eigenständige Nummer.

Andere Assoziationen zur Musik auf "She's A Temple" gehen logischerweise in die Space-/Psychedelic-/Krautrock-Richtung. "Glimpse Of A Dying Sun", der erste Teil von "Creation", ist beispielsweise ziemlich orientalisch angehaucht und steigert sich zudem sukzessive. So etwas lässt sich ganz grob im Spannungsfeld von Tangerine Dream (die ja auch mal auf Sequencer und Synthies verzichtet haben), Ash Ra Tempel und Popol Vuh verorten, aber angesichts einiger lockerer, süßlicher Gitarrenlinien kommt einem hier natürlich auch Fleetwood Macs "Albatros" in den Sinn. Auch jazzige Töne sind auf "She's A Temple" zu vernehmen, beispielsweise wenn wie in "Cloudwalker" oder dem Titelstück E-Piano-Akkorde zu flexibler Bassarbeit ertönen. Letztere Nummer könnte übrigens in einem härteren Arrangement durchaus crimsoneske Qualitäten aufweisen; der Konjunktiv indes deutet an, dass hier in der Tat ein wenig Potenzial verschenkt wurde.

Zwei, drei Macken hat "She's A Temple" dann allerdings doch: Zum einen sind einzelne Teile der Songs immer wieder mal etwas tranig geraten. Das gilt beispielsweise für den Mittelteil von "Time Traveller" oder das ziemlich beiläufig klingende Ende von "Glimpse Of A Dying Sun". Als nächstes wäre zu vermerken, dass mir das Schlagzeugsolo "Skinflight" überhaupt nix gibt und auch der seinem Titel gemäß tänzelnde LP-Bonustrack "Zenobian Dance" schlicht an mir vorbeirauscht. Und schließlich stört es ein wenig, dass - obschon hier alles live aufgenommen wurde - der Applaus am Ende jedes Tracks einfach ausgeblendet wird. Man hätte das entwder komplett wegschneiden können (dann wäre die Musik kaum von einer Studioaufnahme zu unterscheiden) oder da lassen (dann käme mehr Live-Atmosphäre rüber) - in der derzeitigen Form ist das einfach halbherzig.

Unterm Strich machen Space Debris ihre Sache aber schon ziemlich respektabel. Angesichts der eingangs benannten Tatsache, dass die hier dargestellten Jams Hand, Fuß und roten Faden haben, ist das bezogen auf den dargebotenen Stil schon eine ziemliche Leistung. Die gewissen Stunden, in denen es lohnenswert ist, auf diese Platte zurückzukommen, wird es für mich wohl definitiv noch geben.

Anspieltipp(s): Supernova 1064, Palmyra
Vergleichbar mit: dem, was oben im Text rot hinterlegt ist
Veröffentlicht am: 25.5.2013
Letzte Änderung: 25.5.2013
Wertung: 10/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 3)


Space Debris setzen ihren bewährten musikalischen Pfad fort, indem sie lange instrumentale Rock-Jams im Sound der 70er Jahre präsentieren. Gitarren- und Orgelsoli wechseln einander ab und alles bleibt immer schön im Fluss. Ganz zu Anfang und später auch hier und da geht es etwas hardrockiger als gewohnt zu, aber insgesamt schwillt der Fluss der Musik einfach immer wieder an und ab und an und ab... Dem kann man, wenn man daran Gefallen findet, stundenlang folgen. Wer jedoch nicht dieses jammige Feeling liebt, an dem wird sicher so manches vorüberrauschen.

Bis auf den LP-Bonus-Track wurden alle Stücke live am 9. November 2012 in der Villa Nachttanz in Heidelberg aufgenommen. Ein Live-Album im eigentlichen Sinne ist dieses Dokument dennoch nicht. Der kurze Bonus-Track „Zenobian Dance“ auf der LP lässt etwas Santana-Feeling aufkommen, das seit Anbeginn mit zum musikalischen Spektrum der vielseitigen Jam-Band zählt. Ein Muss ist der Bonus-Track nicht, aber einfach ein bisschen Mehrwert für den Vinyl-Fan.

Ist das Album eigentlich auch ein politisches Statement? Immerhin sieht man die Ruinen einer Tempelanlage aus Syrien, vor der in einer Collage ein nackter Frauenkörper („Die Geburt der Venus“) liegt. Man kann spekulieren...

Ich höre immer wieder gerne neue Jams der groovigen Odenwälder mit dem ausgeprägten Faible für die guten alten analogen Rockzeiten der 70er Jahre. Diesmal rockt es auch noch besser als manchesmal zuvor, aber eigentlich läuft alles in den gewohnten Bahnen. Und auch der namensgebende spacige Einschlag findet sich natürlich. Macht immer wieder Spaß!

Anspieltipp(s): Palmyra, She's A Temple
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.5.2013
Letzte Änderung: 27.5.2013
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Space Debris

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 Krautrock-Sessions 1994-2001 11.00 1
2005 Kraut Lok 11.00 2
2006 Three 11.00 3
2007 Into the Sun. Live at Burg Herzberg Festival 2006 (DVD) 11.00 2
2008 Elephant Moon 11.50 2
2009 Live Ghosts 10.50 2
2011 Archive Volume 3: Deepest View 10.50 2
2011 Archive Volume 2: All Man 10.00 2
2011 Archive Volume 1: Journey to the Starglow Restaurant 10.00 2
2014 Phonomorphosis 11.00 2
2015 At Finkenbach 2012 11.00 1
2017 Behind the Gate 12.00 1
2017 Back to Universe. Archive Volume 4 11.00 1

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