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Art Zoyd

Armageddon

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; RIO / Avant
Label: in-possible records / Orkhestra
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Gerard Hourbette Instruments, Samples, Electronics, Synthesized Voices
Romain Jomont Trumpet
Rachel Gourfink, Francis Fournier Sampled Voices

Tracklist

Disc 1
1. 12e marche militaire   (Acte 1) 3:57
2. J'ai l'air solide... 1:08
3. 32e marche militaire 1:24
4. La Branlée (ballet des essuie-glaces) 2:48
5. Intermède 0:36
6. Oh les filles! 1:51
7. Les femmes c'est interdit! 0:33
8. Oh cochons de cochons! 2:15
9. Treve du spirituel... 0:58
10. Chacun des anges (texte) 1:20
11. Chacun des Anges 5:05
12. Blizzard 1 2:44
13. Blizzard 2 2:17
14. Essaim - fin acte 1 3:41
15. Je le savais 0:50
16. Insects   (Acte 4) 5:22
17. Je vois la terre... 2:40
18. Alleluia 3:24
19. Essaim 1 / 2nd Essaim / Essaim Elektronik 4:50
20. Robots encore coupés 1:31
21. Robots-deagons 4:59
Gesamtlaufzeit54:13


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Im März 2004 führten Art Zoyd ihr damals neuestes Werk im Aeronef in Lille (in jenem Jahr die Kulturhauptstadt Europas) auf, einer großen Konzerthalle in der Avenue Willy Brandt. "Armageddon - Opérette pour robots" ward das Werk genannt und stellte ein vieraktiges Spektakel für Elektronikmusiker (Art Zoyd), fünf Blechbläser des Ensemble Musiques Nouvelles, allerlei weitere Klanginstalationen und singende Roboter dar.

Die Roboter, konstruiert vom Technikdesigner Louis-Philippe Demers, die wie Industrieroboter (wie man sie von den vollautomatisierten Autofabriken kennt) aussahen, waren - jeweils versehen mit Lautsprechern - die Hauptdarsteller der Aufführung. Die Geschichte: Im Jahre 200041 nachdem die Menschheit schon lange von der Oberfläche der Erde verschwunden sind die Roboter das letzte Überbleibsel der menschlichen Kultur und besingen in ihren automatisierten, seit Jahrtausenden gleich verlaufenden Riten uralten Mythen, vom "Gallischen Krieg" z.B., der "Operation Wüstensturm" und vom "Armageddon", von Kriegen, Gemetzeln und großen Schlachten. Dabei steigern sie sich offenbar in die besungene Thematik hinein und vernichten sich und die Welt am Ende selbst.

In Ton gesetzt hatten dieses Endzeitszenario Gerard Hourbette (die Akte 1 und 4), Kasper T. Toeplitz (Akt 2) und Patricia Dallio (Akt 3). Wenn ich mich richtig erinnere war "Armageddon" auf der Internetpräsenz der Gruppe schon vor einigen Jahren als neues Art-Zoyd-Album angekündigt. Doch erschienen ist es damals nicht (dafür gab es "Le champ des larmes" und dann "La Chute de la Maison Usher"). Die jetzt veröffentlichte CD bietet nun nur einen Teil des Werkes. Die Akte 2 und 3 - die nicht von Hourbette komponierten - fehlen. Vielleicht hatten die beiden anderen Komponisten etwas gegen eine Veröffentlichung? Oder wollte Hourbette nur noch seinen Teil publizieren?

Wie auch immer, offenbar handelt es sich hier um eine in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 entstandenen Neueinspielung der Akte 1 und 4 von "Armageddon", besser einer Neukreation von Hourbette, zusammengebastelt aus allerlei Elektroniksounds, Tastenklängen und vielen Samples von Instrumentalspuren und Stimmen, nur unterstützt vom Trompeter Romain Jomont. Vielleicht tauchen hier aber auch Teile des Livematerials von 2004 auf (zumindest lassen sich diverse Bläserspuren ausmachen, die nicht von einer Trompete stammen).

Im Vergleich zu den meisten anderen Art-Zoyd-Werken gibt es auf "Armageddon" recht viel "Gesang" zu hören. Gesungen im traditionellen Sinne wird da natürlich nicht. Vielmehr handelt es sich um verfremdete menschliche Lautäußerungen, maschinenartige Rezitationen, elektronisches Summen, Brabbeln, Säuseln und Stammeln, schwebendes Sirren und industrielles Quietschen, Robotergesang eben, dessen textliche Inhalte man meist auch einigermaßen verstehen kann (zumindest dann, wenn man beim Hören ins mitgelieferte Libretto blickt). Die Texte basieren übrigens auf dem apokryphen Buch Henoch der Bibel.

In klanglicher Hinsicht wird hier die typische Avantgardeelektronik von Hourbette geboten, die man von den Alben der Band aus den letzten 20 Jahren kennt. Düster und mächtig quillt der Klang aus den Boxen, bisweilen auch delikat, ambientartig und zerbrechlich, bestehend aus farbigen Gemengen an prozessiertem Klang, dessen instrumentale Herkunft meist nur schwer zu ergründen ist. Auf "Armageddon" kommen zudem recht viele perkussive Muster zum Einsatz, die dafür sorgen, dass man manche Stellen fast in Rockgefilden ansiedeln kann. Manchmal ... alles in allem ist "Armageddon" eher eine vielschichtige Suite zeitgenössischer Avantgarde-Elektronik.

Entgegen der oben umrissenen Geschichte klingt das Album mit "Robots-dragons" fast gemächlich, wenn auch voluminös aus, fast so, als würde langsam der Strom versiegen. Die Vernichtung der Welt ist kein apokalyptisches Finale, eher ein langsames Verlöschen. "Armageddon" ist, abgesehen vom umfangreichen Einsatz menschlicher Lautäußerungen, ein recht typisches Art-Zoyd-Werk, ein bisschen anders als die Vorgänger, trotzdem aber mit klar erkennbarem Stil, Hourbettes Handschrift. Das Album ist nicht so komplex wie das monumentale "Eyecatcher" und hat durch die seltsamen Stimmeinlagen eine eher humorvolle (schwarz-humorvolle), dadaistisch-absurde Atmosphäre. Art-Zoyd-Adepten und Freunde elektronisch-progressiver Avantgarde (mit Humor) liegen hier aber auf jeden Fall richtig!

Ach ja, die Hochglanzpappbox in der CD und das dicke Beiheft geliefert werden ziert das untere der beiden oben gezeigten Cover. Auf der Internetseite der Gruppe ist allerdings das obere als Albumcover zu finden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.6.2013
Letzte Änderung: 1.8.2013
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Art Zoyd

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 Symphonie pour le Jour où Brûleront les Cités (Originalfassung) 12.00 1
1979 Musique pour l'Odyssee 13.00 1
1980 Génération Sans Futur 13.00 1
1981 Symphonie pour le Jour où Brûleront les Cités (Neueinspielung) 14.00 2
1982 Phase IV 14.00 1
1983 Les Espaces Inquiets 14.00 1
1985 Le Marriage du Ciel et de l'Enfer 14.00 1
1987 Berlin 13.00 1
1989 Nosferatu 14.00 2
1993 Marathonnerre I & II 12.00 1
1995 Faust 12.00 1
1997 Häxan 13.00 1
2001 u.B.I.Q.U.e 11.00 2
2002 Metropolis 14.00 1
2006 Le champ des larmes 13.00 1
2008 La Chute de la Maison Usher 14.00 1
2011 Eyecatcher 13.00 1
2018 Phase V 13.00 1

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