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Homunculus Res

Limiti all'eguaglianza della Parte con il Tutto

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Canterbury; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: AltrOck Productions
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Dario D'Alessandro Guitars, Voice, Minimoog, Casiotone, Memotron, Glockenspiel, Percussion
Davide Di Giovanni Piano, organ, MS10, Drums, Bass, Acoustic Guitar, Voice
Daniele Di Giovanni Drums, Percussion, Acoustic Guitar, Voice
Domenico Salamone Bass

Gastmusiker

Mauro Turdo Guitar
Federico Cardaci Minimoog, Memotron, Organ
Dario Lo Cicero Flute, Sordone, Recorder, Akai ewi
Giovanni Di Martino Microkorg
Toto Puelo Trumpet
Paolo SKE Botta Wurlitzer 200A, Glockenspiel, Arp Odyssey, Farfisa VIP233, OSCar, Farfisa Syntorchestra, Hohner Planet

Tracklist

Disc 1
1. Culturismo Ballo Organizzare 5:49
2. DeltaU 1:52
3. Dj Psicosi 3:48
4. Preparazione Bomba H 3:12
5. Sintagma 1:08
6. Jessicalaura 3:17
7. [che ne sai tu di un] Cerchio nel Grano 3:48
8. Rifondazione Unghie 3:17
9. La Ballata dell'amore stocastico 3:15
10. Chi Phi 1:29
11. Nabucco Chiappe d'Oro 4:13
12. Il papa buono 2:51
13. Accidenti 0:23
14. Centoquarantaduemilaottocentocinquantasette 2:05
15. Profiterol 1:28
16. Estate 216 solstz 1:23
17. Puk 10 2:24
18. Il Contrario di Tutto 2:20
Gesamtlaufzeit48:02


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Canterbury liegt in Sizilien! Ja ... doch ... ehrlich, gleich bei Palermo muss es liegen. Also, heutzutage jedenfalls. Wer nun an meinem geographischen Verstand zweifelt, der möge doch bitte einmal dem Debütalbum der Italiener Homunculus Res lauschen. Schon die ersten Takte identifiziert man sofort mit jener Art von Musik, für die Canterbury berühmt geworden ist.

Viel ist über die Band nicht gerade herauszubekommen. Bis auf die Tatsachen, dass man aus Palermo kommt und dass das im Frühsommer 2013 bei AltrOck Productions erschienene "Limiti all'egualianza delle Parte con il Tutto" (Grenzen der Gleichheit der Teile mit dem Ganzen - oder so ähnlich) das Debütalbum der Italiener ist. AltrOck stellen die Band klar in die Canterbury-Tradition und vergleichen Homunculus Res natürlich mit ihren italienischen Kollegen von Picchio Dal Pozzo. Dem schließe ich mich an, was ich auch damit demonstriere, dass ich die Eingangs zu findenden Zeilen Sals Rezension zum Pozzo-Erstling entnommen (und leicht abgewandelt) habe.

Retro-Neo-Canterbury-Prog gibt es auf "Limiti all'egualianza delle Parte con il Tutto" zu hören, bestimmt vornehmlich von allerlei Tastenklängen, Bass und Schlagzeug. Dazu kommen eher jazzig-verzierende Muster von E- und Akustikgitarren, verschiedene Flötenklänge (Quer- und Block-), etwas Trompete und einiges an Gesang. Der ist Canterbury-typisch etwas zurückhaltend ausgefallen, bisweilen mehrstimmig-textlos, ansonsten aber durchweg in Italienisch (mit schönem Sizilianerakzent).

Sehr farbig ist diese Musik, gutgelaunt, locker-flockig, bisweilen leicht angeschrägt, jazzig, aber auch klangvoll-symphonisch. Nach der Musik von Robert Wyatt, Hatfield and the North und Caravan klingt "Limiti all'egualianza delle Parte con il Tutto", nach den Brunnenspechten natürlich, aber es gibt auch viel Eigenes. Ein durchaus originelles Gebräu aus Retro-Canterburyartigem und eigenen Ingredienzien im selben Geiste haben die Sizilianer hier gemischt, das sehr bunt und aufwändig instrumentiert voran gleitet. Ausladende Instrumentalabschnitte wechseln sich mit artpoppigen Songs ab, Canterbury-Reminiszenzen werden eingestreut, kurze kompliziert-sperrige Einlagen eingewoben und alles vermengt zu einer langen, sehr abwechslungsreichen Suite, die "Limiti all'egualianza delle Parte con il Tutto" im Grunde darstellt. Den Progger werden die vielen Tastensounds unterhalten, allerlei E- und Akustikpianogeklimper, diverse Synthesizer und Vintage-Keyboards (bisweilen beigesteuert von Paolo SKE Botta) und auch kurze Elektronikeinlagen.

"Limiti all'egualianza delle Parte con il Tutto" ist ein sehr nettes Scheibchen für den Canterbury-Freund, das unaufdringlich, luftig und gutgelaunt aus den Boxen strömt, gleichzeitig aber auch unseicht, komplex und sehr farbig. Wer schönen, melodisch-komplexen Jazzprog-Artpop mit Retroflair schätzt, der sollte hier zugreifen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.6.2013
Letzte Änderung: 16.7.2013
Wertung: 12/15
Canterbury-Fan-Bonuspunkt inklusive

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Achtung, alter Musikerwitz: Was ist der Unterschied zwischen Rock und Jazz?

Na?

Im Rock werden die Boxen gestapelt, im Jazz die Quarten.

Was ist aber dann im Jazzrock? Nun, im Falle von Homunculus Res: ist die Sache klar: Hier sind es die Quarten. Die Band macht einen derart sämigen Siebziger-Jazzprog, dass man sich um die Boxen keine Sorgen zu machen braucht. Und dabei erreichen sie höchste Perfektion, bis hin zu den mehrstimmigen Ba-ba-ba-Backgroundgesängen, die heute so gar nicht mehr gehen. Das hier ist das perfekte Imitat, und das geht, wie mein Vorredner ja bereits herausgestellt hat, so weit, dass in Palermo nicht Palermo liegt, sondern, nun ja, Canterbury.

Wieso braucht man solche Imitate? Nun, da gibt es mehrere Gründe, die in Frage kommen. Nahe liegt der böse Verdacht, dass man einem neuen, jungen Publikum alte Musik schmackhaft machen will, ohne dass dieses in die Verlegenheit kommt, Papas alte, uncoole Vinyls aufzulegen. Aber so uncool sind die ja vielleicht gar nicht. Also Geldschneiderei? Das Argument, so zutreffend es oft sein mag, ist mir langweilig geworden. Interessanter finde ich die Frage, ob derlei Platten nicht vielleicht auch deshalb gemacht werden, weil diejenigen, die sie machen sollten, sie nicht mehr machen. Das ist ein ziemlich zustimmungsfähiger Grund, finde ich. Naja, und dann ist Retro in, weil es irgendwie so postmodern ist, und postmodern ist in und so.

Wässtscho, wie man in Franken sagt, immerhin der Heimat guter Progmusik.

Und so bietet "Limiti all'egualianza delle Parte con il Tutto" eine butterweiche und federleichte, aber deshalb keineswegs harm- oder anspruchslose, weil höchst gelungene Melange aus Jazzrock, Canterbury, tullesken Folk-Momenten und sogar ein bisschen Avant-Prog, eingekleidet in zwanglosen Italobury-Retrosound. Schön zu hören, dass mal jemand merkt, dass Retroprog mehr braucht als nur den Sound antiker Instrumente und eine Band aus Italien mal einen anderen Namen als La sowieso di dingsbums. Nur: Wandelt sich AltrOck gerade zum Retro-Label? Es scheint fast so. Das Niveau (im Durchschnitt wohl 12 Punkte) wird aber auch jetzt gehalten. Schön, solche Verlässlichkeit. Es darf aber auch irgendwann mal wieder etwas gegenwartsorientierteres sein. Für meinen Geschmack.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.7.2013
Letzte Änderung: 18.7.2013
Wertung: 12/15
Schöner Scheibling! Retro ohne Reue!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Homunculus Res

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2015 Come si diventa ciò che si era 11.50 2
2018 Della stessa sostanza dei sogni 12.00 1

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