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Genesis

And Then There Were Three

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Virgin
Durchschnittswertung: 6.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Tony Banks Keyboards
Phil Collins Gesang, Schlagzeug
Mike Rutherford Gitarre, Bass

Tracklist

Disc 1
1. Down And Out 5:25
2. Undertow 4:44
3. Ballad Of Big 4:49
4. Snowbound 4:29
5. Burning Rope 7:07
6. Deep In The Motherlode 5:14
7. Many Too Many 3:03
8. Scenes From A Night's Dream 3:29
9. Say It's Alright Joe 4:20
10. The Lady Lies 6:05
11. Follow You Follow Me 3:58
Gesamtlaufzeit52:43


Rezensionen


Von: Thomas Thielen @ (Rezension 1 von 4)


Die erste Platte ohne Steve Hackett und schon so ein Griff ins Klo. Nicht, dass die CD wirklich richtig kreischend schlecht wäre - sie plätschert halt einfach so vor sich hin.

Aber der Reihe nach:

DOWN AND OUT beginnt mit schönem schrägen Rhythmus, tolle Idee, aber leider nicht ausreichend für ein ganzes Lied. Die Harmonien und die Vocals sind einfach hingehuddelt. Wirkt einfach sehr lieblos und halb-durchdacht.

UNDERTOW ist halt eine Tony Banks-Ballade. Leichtes Gähnen stellt sich bei dem ein, was bald der typische Collins-Schmeichel-Gesang werden sollte.

BALLAD OF BIG ist schlichtweg furchtbar. Uptempo und wieder eine Komposition, die man höchstens einer B-Seite aufzwingen könnte. Gewollt und nicht gekonnt, würde ein weniger netter Mensch sagen. Jetzt schlägt das Gähnen allerdings schon langsam in Verwunderung um... Soooo viel hatte Hackett auf Wind and Wuthering ja nun auch nicht geschrieben...

SNOWBOUND ist der peinliche, überflüssige kleine Bruder von dem an sich schon ziemlich ordinären You Have Your Own Special Way. Rutherford at his best, pop, langweilig, Dutzendware.

BURNING ROPE hat ein paar echt gute Ideen, ok, aber als Ganzes funktioniert der Song einfach nicht. Das klingt jetzt wirklich gewollt progressiv, eigentlich unverständlich, wenn man sich überlegt, wieviel Mr Banks für das Genre schon an Classics komponiert hat. Aber sicher ein Lichtblickleinchen im Düsterdunkelgrau.

DEEP IN THE MOTHERLODE ist wenigstens ein bißchen atmosphärisch. Leider sind die Ideen auch hier einfach nicht zuende gedacht. Es ist einfach schade, daß die Jungs so oberflächlich durch die Gegend dudeln. Es scheint, als sei das die größte Lücke, die Hackett hinterläßt: Tiefgang...

MANY TOO MANY erklärt, warum auch die Stücke, die auf späteren Platten so nach Collins klingen, manchmal von Banks kommen. Riesengähn. Siehe oben: Damit hätten sie sich früher sicher nicht mal in den Proberaum getraut!

SCENES FROM A NIGHT'S DREAM ist wenigstens ein wenig originell. Aber dann auch irgendwie schnell vorbei, ohne daß ein bleibender Eindruck entstanden wäre. Auch hier fehlt dieses gewisse Etwas, das mich dazu bringt, in die Musik einzusteigen - wieder ist der Sound und auch die Substanz (?) so seltsam hohl und konstruiert und fällt deshalb letztendlich durch meine Ohren einfach durch.

SAY IT'S ALRIGHT JOE hat endlich!!!!!! genau diese Emotionen, die dem Rest des Albums so fehlen. Zum ersten Mal meint man, es nicht mit mittelmäßigen Sessionmusikern zu tun zu haben, die irgendjemandes Komposition durchfiddeln. Für mich der stärkste Song auf der CD, wenn auch die Live-Versionen mit einer längeren Impro am Schluß noch ein Teil besser sind.

THE LADY LIES ist vom proggischen Standpunkt her das interessanteste Stück der Platte, was aber nicht viel heißen soll. Auf früheren Alben wäre auch dieses Ding sicher eher im Mittelmaß gewesen. Immerhin macht Banks hier mal irgendwas Nettes auf den Keyboards, und Rutherford stört nicht weiter.

FOLLOW YOU FOLLOW ME ist die Single. Collins-Mist. Unauffällig, poppig, leitet die neue Singlehits-Genesis-Phase ein und allein dafür verachtenswert. Hätte genauso auch von jeder beliebigen Popband kommen können.

Die CD ist aus, und ich weiß auf einmal nicht mal mehr genau, warum ich sie gehört habe. Es kommt einfach überhaupt nichts rüber, ich habe es nur mit Mühe geschafft, überhaupt hinzuhören. Zum Abschluß noch die Spekulation, ob Hackett vielleicht nicht einfach geahnt hat, daß seinen Kollegen langsam die Luft ausgeht..? Zumindest hat er es sicher geschafft, den Absprung zu timen - nach dieser Platte hätte er sich sicherlich sehr geschämt.

Anspieltipp(s): say it s alright joe
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.6.2002
Letzte Änderung: 10.6.2002
Wertung: 3/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 4)


Das erste Genesis-Album ohne Steve Hackett hat eine einheitliche Atmosphäre, eine so spezielle Stimmung wie keines seit The Lamb... mehr. Es ist die Atmosphäre eines Altweibersommers. Die großen Erregungen sind überstanden, die Hitze flaut ab, milde Erinnerungen an vergangene Abenteuer setzen ein. Das heißt für Genesis vor allem: Erinnerungen an die Kindheit und das, was man als Kind abenteuerlich fand: Western und Ritterspiele. In dieser Stimmung verläuft das ganze Album - verspielt bis infantil, verträumt bis windelweich. Ein Album ohne Ecken und Kanten, dafür mit viel Schmuseeffekt, selbst bei den Sachen, die härter klingen sollen. Die Drums, z.T. vortrefflich von Phil Collins bearbeitet, sind sehr in den Hintergrund gemischt, dafür dominieren ganz klar die bis dorthinaus melodiös klingenden Gitarren und Keyboards.

Über die Hälfte der Songs auf dem Album haben eine Spieldauer von unter 5 Minuten; der Längste (Burning Rope) währt immerhin fast 7 Minuten. Diesmal ist auch kein Instrumental dabei; alles 1 A Pop-Songs mit mehr oder weniger progressivem Touch. Der Spagat zwischen Pop und Prog gelingt auch ganz gut, wobei die Infantilität der Melodien bei einigen Songs schon ein wenig nervt (Ballad of Big, Scenes from a Nights Dream). Neben dem Hit Follow you follow me, der als Hitsingle irgendwie an die LP hintendran geklatscht ist, enthält die Platte mit Many too many noch einen kleineren, aber feineren, schön wehmütigen Hit. Ungeheuer traumfördernd wirken dann auch noch Undertow und Snowbound, während Down and out, Burning Rope, Say it's alright Joe und The Lady lies noch am ehesten progressive Gefühle aufkommen lassen. Allerdings sind auch diese Songs von den warmen Kindheitsgefühlen der verbliebenen Genesis-Mannschaft durchtränkt. Ein Album mit einer sehr speziellen Stimmung. Man muss es mögen.

Anspieltipp(s): Down and out, Many too many
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.6.2002
Letzte Änderung: 3.3.2012
Wertung: 10/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 4)


DOWN AND OUT: ein letztes Aufbäumen! Das Stück lebt von seinem holprigen Temporhythmus. Der Bass wird monoton im 5/4 Takt (bzw. 10/8) durchgezogen, wobei der letzte, fünfte Basston etwas versetzt ist, nämlich auf der 9 liegt, das Schlagzeug spielt erst einen 2/4-Takt, um dann nach 7 Schlägen noch zwei schnelle 6/8-Takte dranzuhängen. Wirklich erstklassig, aber leider fast alleine auf weiter Flur.

UNDERTOW: hat eine wunderschöne Melodie und ist eine der schönsten Balladen von Genesis.

BALLAD OF BIG: siehe oben. SKIP !

SHOWBOUND: Das beste Beispiel für den Grundtenor dieser Platte. Die Stücke beissen nicht, sie packen nicht, sie ziehen halt einfach so vorbei, die Melodien sind manchmal ganz nett, die Stücke solide gemacht, nicht zu kompliziert für das breite Publikum, aber für einen Proggie halt eben einfach zu wenig. Schön.

BURNING ROPE: Für mich ist dieser Song aus der Durchschnittsschublade. Das kurze Aufflackern einer Steigerung mit dem einsetzenden Pianostakkato ist nur ein Strohfeuer. Und dann gibts sogar noch ein wenig Schlittengebimmel Marke "Last Christmas" (remember Wham!) durch die Rollschellen. Naja, ein wenig abwechslungsreicher als die Nummern davor ist das Stück. Ach ja, der Gitarrensolo-Teil und der Schluss sind ein wenig bombastisch.

DEEP IN THE MOTHERLODE: abwechslungsreich, mal Atmosphäre, mal eine Prise Bombast, Daumen hoch.

MANY TOO MANY: Eine typische Ballade Marke Genesis der späteren Jahre, oder Bank oder Collins..... wie auch immer. Tausendmal gehört, tausendmal ist nix passiert. Belanglos. Ansonsten siehe Snowbound...

SCENES FROM A NIGHT'S DREAM: leicht verdaulicher Pop, gute Laune Mucke mit nettem Schleppgroove.

SAY IT'S ALRIGHT JOE: stark. Der Refrain ist pure Energie. Intensiv, gefühlvoll, packend.

THE LADY LIES: gefällt mir auch gut, hat drive und eine tolle Basslinie, das Schlagzeug spielt treibend und das Keyboardsolo wartet mal mit einem neuen Sound auf. Der Schluss ist frickelige power. Daumen hoch.

FOLLOW YOU FOLLOW ME: nett, schön, belanglos. Gesangsstimme und begleitendes Keyboard singen bzw. spielen im Refrain sogar Note für Note identisch. Langweilig. Hat mir noch nie besonders gefallen.

Fazit: 3x Hui 8x Pfui! Oder anders: Down and out, Say it`s alright Joe und The Lady lies ragen heraus, haben interessante und spannende Momente, Down and out ist sogar klasse, der Rest wird zur Basis des zukünftigen Collins/Genesis-Durchschnitts. Und Prog ist es halt auch nur noch in Ansätzen.....

Anspieltipp(s): Down and out, The Lady lies, Joe
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.7.2003
Letzte Änderung: 29.6.2011
Wertung: 4/15

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Von: Siggy Zielinski (Rezension 4 von 4)


Im Zusammenhang mit den Genesis-Neuabmischungen von Nick Davis (aus dem Jahre 2006) darf festgehalten werden, dass einige Fans diese Remasters für eine Art Vergewaltigung der alten Aufnahmen halten und die sog. Definitive Edition Remasters von 1994 als viel angemessener ansehen. Der Vorwurf lautet, 2006 wurde alles nach vorne gemischt, alle Tonspuren gleichgeschaltet, alle Nuancen vernichtet, um dem Zeitalter von iPod und mp3 gerecht zu werden. Da hilft offenbar auch die Tatsache wenig, dass Tony Banks (und, im geringeren Ausmaß, auch andere Mitglieder von Genesis) die Remasters von 2006 persönlich überwachte. (Ich persönlich habe keine Probleme mit den neuen Remasters. Es muss doch nicht falsch sein, alles Aufgenommene transparent hören zu können. Es sei denn, man möchte als "echter" Fan in den alten Abmischungen immer wieder auf die Suche nach Verborgenem gehen).

Neben "A Trick of a tail", "Wind and wuthering", "Abacab" und "Duke" ist auch "...and then there were three..." am vierten April 2008 als Einzel-CD mit den aktuellen, anfangs genannten Remasters rausgekommen.

"...And then there were three..." war meine erste, direkt nach der Veröffentlichung erlebte Genesis-Platte. Vielleicht deshalb wird es von mir keine negative Kritik dieses Albums geben. Ich möchte da lieber schon wieder von Tony Banks' Geniestreichen "Undertow", "Burning Rope" und "Many too many" sprechen. Die ersten beiden sind in ihrem gekonnten Aufbau eher nach Progressive Rock ausgerichtet. Solchen Songs (die diese Anschaffung lohnenswert machen) stehen schwächere, wie z.B. "Ballad of big" und "Scene's from a night's dream" gegenüber. Mr.Rutherford sind mit "Say it's alright Joe" und "Snowbound" auch zwei unvergessliche Songs gelungen. Der kraftvolle Opener "Down and out", soll - ähnlich wie "Eleventh earl of Mar" auf "Wind and Wuthering - wohl zeigen, dass Genesis auch Aggressives abliefern können. Mit dem süßlichen "Follow you follow me" hatte man bekanntlich einen Hit gelandet. Die Musikalität leidet im Falle von Genesis kaum darunter.

Ich könnte sarkastisch sein und schreiben, nachdem Steve Hackett sich auf dem Vorgänger "Wind and wuthering" stark zurückgenommen hat, fehlt er auf "...and then there were three..." auch nicht besonders. Vielmehr ist es so, dass Hackett mir auf "Wind and wuthering" (meistens) fehlte und dadurch war sein späteres Fehlen leichter zu verkraften.

Genesis machen auf "...and then there were three..." das Beste aus ihrer Lage. Die Musik des verbliebenen Trios ist zwar songorientierter und etwas seichter geworden, das Songwriting ist in vielen Fällen aber immer noch beeindruckend.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.4.2008
Letzte Änderung: 9.4.2008
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Genesis

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 From Genesis to Revelation 3.50 4
1970 Trespass 11.20 5
1971 Nursery Cryme 12.60 5
1972 Foxtrot 14.13 8
1973 Genesis Live 9.67 3
1973 Selling England by the Pound 12.60 5
1974 The Lamb lies down on Broadway 11.50 4
1976 A Trick Of The Tail 10.50 4
1976 Wind And Wuthering 11.25 4
1977 Seconds Out 10.50 2
1977 Spot The Pigeon (EP) 8.00 1
1980 Duke 7.57 7
1981 Abacab 6.80 5
1982 Three Sides Live (VHS) - 1
1983 Genesis 7.00 4
1984 Three Sides Live 9.75 4
1985 The MAMA Tour (VHS) - 1
1986 Rock Theatre - 1
1986 Invisible Touch 7.67 3
1987 Visible Touch (VHS) - 1
1988 Invisible Touch Tour (VHS) - 1
1988 Videos Volume II (VHS) - 1
1988 Videos Volume I (VHS) - 1
1991 We Can't Dance 6.67 3
1991 Turn It On Again - Best Of '81-'83 - 1
1992 The Way We Walk Vol.1 - The Shorts (Live) 5.67 3
1993 The Way We Walk Vol.2 - The Longs (Live) 8.00 3
1994 The Way We Walk (VHS) - 1
1996 The Royal Philharmonic Orchestra plays the music of Genesis 2.00 1
1997 Shipwrecked (Maxi) - 2
1997 Calling All Stations 6.50 4
1997 Congo (Maxi-CD) - 1
1998 Archive I - 1967-1975 12.50 5
1998 Not About Us (Maxi) - 1
1999 Turn It On Again - The Hits - 2
2000 Archive II - 1976-1992 11.00 1
2000 The Genesis Songbook (DVD) 12.00 1
2001 The Way We Walk (2DVD) - 1
2003 Live At Wembley Stadium (DVD) - 1
2004 Inside Genesis 1975-1980 - An Independent Critical Review (DVD) - 1
2004 Genesis Live (DVD) 5.00 1
2004 Platinum Collection - 1
2004 The Video Show (DVD) 7.00 2
2006 The Genesis of Genesis - 1
2007 Live - Helsinki, Fi, 11-06-07 9.00 1
2007 Live Over Europe 2007 11.00 1
2008 Box Set 1970 - 1975 13.00 1

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