We Can't Dance
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Virgin |
| Durchschnittswertung: |
6.67/15 (3 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Tony Banks |
Keyboards |
| Phil Collins |
Gesang, Schlagzeug |
|
| Mike Rutherford |
Gitarre, Bass |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
No Son Of Mine
|
6.39
|
| 2. |
Jesus He Knows Me
|
4.16
|
| 3. |
Driving The Last Spike
|
10.08
|
| 4. |
I Can't Dance
|
4.01
|
| 5. |
Never A Time
|
3.50
|
| 6. |
Dreaming While You Sleep
|
7.16
|
| 7. |
Tell Me Why
|
4.58
|
| 8. |
Living Forever
|
5.40
|
| 9. |
Hold On My Heart
|
4.38
|
| 10. |
Way Of The World
|
5.39
|
| 11. |
Since I Lost You
|
4.09
|
| 12. |
Fading Lights
|
10.16
|
| Gesamtlaufzeit | 71:30 |
|
|
Rezensionen

Die letzte Genesis-StudioCD mit Collins bedeutete wohl kommerziell die erfolgreichste Phase, vor allem durch die anschließende Welttour. Daß sie trotzdem noch einen weiteren (wenn auch leichten) musikalischen Aufschwung gegen die Durststrecke der 80er Jahre mit sich brachte, überrascht denjenigen, der nur die Singles kennt, sicher.
"No son of mine" war eine solche Single. Sicher bewegt man sich im Popgenre, sicher ist die Harmonik nicht wirklich überirdisch (aber abwechslungsreich!), ganz klar, rhythmisch ist das Einheitsquark, aber die Soundeffekte vom Anfang, der eindringliche Gesang (man vergleiche allerdings mal die Wilson-Version... wow!), die etwas weiter im Vordergrund stehende Gitarre, all das bringen meinen Daumen doch wieder auf die "Hoch"-Seite zurück. Gut gemachter, nicht doofer Pop.
Nun ja, leider gilt das für "Jesus he knows me" nur bedingt. Der Text ist plakativste Sozialkritik, die Musik zwar witzig und unbeschwert, aber durchaus billig... Halt ne Single. Skip...
"Driving the last spike" ist ein erster Höhepunkt: Hier haben wir einen zwar aus recht gewöhnlichen Einzelteilen gebauten Longtrack vor uns, der allerdings in sich stimmig erscheint und vor allem die "We came from the north..."-Teile bauen tatsächlich Druck auf, ein Feature, das man Genesis gar nicht mehr zugetraut hätte! Sicher wäre auch dieser Track auf einem 70er-Jahre-Album nicht zu den Highlights gezählt worden - zu wenig abwechslungsreich sind die Rhythmen, zu mainstreamig die harmonische Fügung -, aber man ist heutzutage ja für jede Regung der alten Klasse dankbar.
"I can't dance", hmmm, ja, die Single, ganz lustiger Text, das Video war klasse, aber allein steht der Song ziemlich blöd da... ok, erwähnenswert ist wieder mal, daß wir hier eine Gitarre hören (oder ist das ein Keyboardsample, die klingt für Rutherford eigentlich zu fett ;-) ), aber das alleine macht ja noch keine gute Musik (sagt der Gitarrist...).
"Never a time": Collins-dum-di-dum, vielleicht auch von Banks verbrochen, auf jeden Fall harmloses Midtempogedudel im normalen Weichspüler-Wavestation-Sound, hach, die Füße schlafen ein; könnten die Jungs nicht einfach mal aufhören, sich scheiden zu lassen und uns in ihren Lyrics nicht mehr damit behelligen?
"Dreaming while you sleep" ist eine spannungsgeladene Drummachine-Geschichte über Fahrerflucht. Im Refrain erschlägt uns dann ein übertriggertes Schlagzeug in Verbindung mit einem Basspedal, Wavestation-Flächen und... zu wenig Gitarre! Mensch, da haben die Drei mal wieder was Mitreissendes komponiert, haben woanders auf der Platte tatsächlich vergessen, die Gitarrenspuren zu muten, und dann zahlt es uns das Schicksal gerade hier wieder heim - Ein Lied der vergebenen Chancen im Arrangement. Trotzdem noch hörenswert.
"Tell me why" ist die Betroffenheitshymne des Albums. Toll, wie man sich für [was auch immer] einsetzt! So, zur Musik: Kacke, zum Text: plakativer Schmant, zum Arrangement: gewöhnlich (jaja, mit hörbarer Gitarre). Reicht das?
Neben "Living forever" mit seinem überflüssigen Keyboardsolo und dem genauso langweiligen Rest wirkt so ein Radiohitlein allerdings wie eine Perle. Brutaler Quatsch.
"Hold on my heart" war auch eine Single. Allerdings mag ich die Keyboardsounds, die fließende Atmosphäre, die merkwürdigen Harmonien mit den verwischenden Basstönen, die geschmackvollen Vocals (wenn Collins was kann, dann Balladen singen), die - hier mal passende - zurückhaltende Gitarrenarbeit... für mich ein schöner Nachfolger von "Afterglow".
"Way of the world": siehe "Living forever". Brrr. Totaler Müll.
"Since I lost you" ist Collins' Beileidsschreiben an Eric Clapton für dessen verunglückten Sohn. Und obwohl die Komposition abgegriffen ist, die Lyrics auch schon alle mal als Versatzstücke bei Bon Jovi vorkamen, obwohl die Instrumentierung und die Chöre eigentlich nichts Besonderes sind, nimmt man vor allem dem Sänger Collins die Authetizität des Vorgetragenen ab. Für mich ein Pluspunkt auf diesem Album.
"Fading Lights" hat in einer Ballade ein wirklich tolles Keyboardsolo in sich verborgen; beide Teile überzeugen, und auch wenn wir nicht unbedingt einen Zusammenhang zwischen ihnen feststellen können, haben wir hier den Volltreffer des Albums vor uns. Vor allem Collins' Schlagzeug haut mich wirklich um (okok, ist Effekthascherei, überproduziert usw, ABER es klingt einfach geil - man vergleiche die Version auf The Way We Walk... noch ein wow!), wie er auf seinen Trommeln die Melodien geradezu mitspielt! Sehr gelungen, sehr stimmungsvoll.
Fazit: Müll und Akzeptabeles nebeneinander. Durchwachsen, aber nicht (mehr) nur schlecht.
| Anspieltipp(s): |
Fading lights, Dreaming while you sleep, Driving the last spike |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
10.6.2002 |
| Letzte Änderung: |
10.6.2002 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Das meistverkaufte aller Genesis-Alben, das seinen Erfolg drei Dingen verdankt: den drei bis vier enthaltenen Mega-Hits ("I can't dance", "Jesus he knows me", "Tell me why" und "No son of mine"), der Popularität von Phil Collins und der vorangegangenen Pop-Perle INVISIBLE TOUCH. Ohne Hits (außer "Congo") und ohne Collins sah es dann 1997 mit CALLING ALL STATIONS für die erfolgsgewohnten Prog-Rentner Banks und Rutherford ziemlich duster aus. Das musikalische Niveau von WE CAN'T DANCE konnte allein nämlich nicht für einen angemessenen Verkaufserfolg sorgen - weder was WE CAN'T DANCE noch was CALLING ALL STATIONS betrifft.
Was neben den genannten Songs auf der Scheibe zu hören ist, ist nämlich eher einfallslos und dünn geraten. Auch gute Melodien fehlen bei den übrigen Songs. CD-Länge ist für Genesis einfach zu viel. Es ist alles nur noch Routine, kein Funke springt mehr über. Technisch gut gemacht, sicher. Aber letztlich ist von den Hits auch nur "I can't dance" halbwegs originell. Und das vor allem, weil man dabei an das witzige Video mit Collins als Deppen denkt.
Während INVISIBLE TOUCH mit seiner lauten Fröhlichkeit etwas nervte, aber immerhin eine fast perfekte Songauswahl präsentierte, gibt es hier zu viele Längen (das an sich gute "Driving the last spike" etwa ist zu langatmig geraten) bzw. überflüssige Songs (z.B. "Never a time", "Hold on my heart", "Since I lost you"). Es gibt aber auch durchaus gelungene Songs (z.B. "Dreaming while you sleep", "Fading Lights" und "Living forever" mit den Keyboard-Soli, die noch mal Erinnerungen an die Vergangenheit wecken). Insgesamt also kein wirklich schlechtes Album. Nur zu viel Routinearbeit.
| Anspieltipp(s): |
No son of mine, Fading Lights |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
2.7.2002 |
| Letzte Änderung: |
23.3.2013 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Mit "We can`t dance" haben Genesis Anfang der 90er ein Radio- und MTV-taugliches Popalbum für den Massenmarkt veröffentlicht, welches sich mit dem Titel des letzten Stückes gleich selbst treffend beschreibt.
So langsam aber sicher gehen die Ideen und Lichter über Genesis aus. Vieles auf diesem Album erinnert mich an 80er Jahre Phil Collins Popalben, an Genesis und Invisible Touch.
Und obwohl einige Stücke nette und schöne Melodien haben, so ist diese Beschreibung im Falle von Genesis nicht als Lob zu verstehen. Von Genesis will ich solche Musik eigentlich nicht hören. Es finden sich 08/15-Popnummern (Jesus he knows me, I can`t dance), seichte Balladen mit viel elektronischem Schnickschnack (Never a time, Dreaming while you sleep), die zum Teil mit ihrem Concert-Drum-Bombast an "Tonight Tonight Tonight" erinnern. Dann die unnötige uptempo-"Another day in paradise"-Betroffenheitsballade "Tell me why", gefolgt von "Living forever", einer "Domino"-Fortsetzung im Geiste und mit "Hold on my heart" eine typische seicht-sämige Collins-Ballade ohne jeden Anspruch. "The way of the world" ist banales Tralala mit vorhersehbaren Harmonien, "Since I lost you" eine schmalzige Ballade mit "Schlittenglöckchen"-Gebimmel.
Lichtblicke sind der Opener, weil einigermaßen intensiv (Tick-Tack ist platt, ich weiß; heulendes Gitarrenriff, Gesang) und das Stück dramaturgisch gut entwickelt wird. "Fading lights" ist einen Zacken zu lang und beinhaltet leider eines dieser unsäglich dudeligen Banks-Solos. Stilistisch hat man das alles schon mal gehört, dennoch unterhält das Stück besser als das Gros des Albums.
Das einzige wirkliche Highlight ist "Driving the last spike", das ebenfalls spannend entwickelt wird und eine stetige Klimax an Intensität und Ausdruck erfährt. Das voluminöse, schleppende Schlagzeug in der zweiten Hälfte des Stücks, der intensive Gesang und die gemorsten Stakkatos der Rhythmusgitarre, unterlegt von einem sanften Keyboardteppich, sind großes Kino.
Das Stück macht auch nach bald 20 Jahren bei jedem Hören wieder Spaß.
| Anspieltipp(s): |
Driving the last Spike |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
9.9.2010 |
| Letzte Änderung: |
9.9.2010 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Genesis
Zum Seitenanfang
|