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Fates Warning

Darkness In A Different Light

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: InsideOut Music
Durchschnittswertung: 10.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Ray Alder vocals
Jim Matheos guitars
Joey Vera bass
Bobby Jarzombek drums
Frank Aresti guitars

Tracklist

Disc 1
1. One Thousand Fires 7:20
2. Firefly 4:57
3. Desire 3:58
4. Falling 1:34
5. I Am 5:06
6. Lighthouse 5:22
7. Into The Black 5:07
8. Kneel And Obey 5:04
9. O Chloroform 4:12
10. And Yet It Moves 14:03
Gesamtlaufzeit56:43
Disc 2
1. Firefly (extended)   (bonus disc "mediabook edition") 7:22
2. Falling Further 4:45
3. One (live) 4:41
4. Life In Still Water 5:21
Gesamtlaufzeit22:09


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 3)


Es hätte das Jahr des Prog-Metals werden können. Leprous, Haken, Dream Theater, Fates Warning. Einzig Haken konnten mich bisher begeistern. Fates Warning sollten das auch tun, irgendwie finde ich aber Haare in der Suppe. Dabei standen doch die Vorzeichen gar nicht so übel.

März 2012: Fates Warning schicken sich an, eine Kurztournee in Deutschland zu spielen. In München sehe ich sie in der heutigen Besetzung leider nur im Vorprogramm eines furchtbaren Altrocker-Hardrock-Geblödels. Knappe 60 Minuten, die Fates Warning aber in bestechender Form zeigten. Nach dem 2011er Release von Arch-Matheos war die Richtung klar. Zurück zur Härte, nicht zuletzt, weil man Ur-Mitglied Frank Aresti an der zweiten Gitarre mit an Board hatte. Außerdem zeigt sich Bobby Jarzombek an den Drums weit erdiger als der Kollege Zonder.

Dann im Frühjahr dieses Jahres die Ankündigung, dass ein neuer Release ansteht. Immer wieder Kommentare in einschlägigen Foren über die harte Arbeit der Musiker, das komplexe Material zu lernen und letztlich auf die CD zu bekommen. Tja und nun? Ich höre „Darkness In a Different Light“ nun schon seit Tagen rauf und runter. Ich habe sogar schon (verzeiht) Rezensionen gelesen, um vielleicht andere Aspekte zu ergründen, Hintergründe zu begreifen. Doch es bleiben viele Fragezeichen neben einem musikalisch ordentlichem, irgendwie aber auch nicht ganz ausgereiftem Album.

Der erste Eindruck: Krachende Riffs, hartes Drumming. Der wohl kernigste Anfang eines Fates Warning Albums rockt gut los, Ray Alder läuft zu guter Form, wenn nicht sogar seiner besten Gesangsleistung bei den Jungs auf. Solide, sehr solide, handwerklich gut. Begeisterung? Äh, nein.

Die ersten Hooklines prägen sich mit Firefly ein. Melodiös, eingängig. Typisch Fates Warning. Hätte irgendwie auf jedem der letzten drei Alben auftauchen können. Der Solopart: Vertrackt und rhythmisch schwer. Eine gute Breitseite. Leider hat die Melodie Verschleißerscheinungen nach einigen Durchläufen. Ähnliches kann man auch für „Desire“ schreiben. Ordentlich, aber nicht überragend.

Dann kommt mit „Falling“ eine Gesang/Gitarre Nummer. Ungewöhnlich. Vor allem, weil es abrupt nach eineinhalb Minuten endet und man nach einem Sinn fragt. War es das? Und, in welchem Kontext passt das Stück zwischen diese Gitarrenfronten. Die Melodie ist wunderbar, das Stück hat Atmosphäre. Doch warum nutzt man das nicht als Part eines Stückes, baut es weiter aus? Statt dessen baut man es deplatziert in die Albumreihenfolge ein? Find ich Käse.

Mit „I am“ kommen dann Tool auf die Bühne. Abgesehen von Ray Alder könnte dieses Stück auch derer sein. In der Tat finde ich es neben dem Opener und dem deplatzierten balladesken „Falling“ wirklich gut und eines der besten Stücke auf dem Album. Weil es in sich schlüssig wirkt.

Die stärkste Phase des Albums wird dann mit dem großartigen „Lighthouse“ abgerundet. Ein getragenes Stück ohne rhythmisches Gedöhns. plänkelnde Gitarren und getragener Gesang bilden eine Einheit, steigern sich ganz ruhig und schwermütig bis zum Finale. Das ist groß. Diese Stimmungen und Experimente, das ist es, wovon dem Album leider zu viel abgeht. Hier aber grandios auf den Punkt gebracht.

„Into The Black“ war für mich irgendwann der Schlüssel zum Geheimnis, weshalb das Album an einigen Stellen für mich krankt. Da fängt man mit tollen Gitarren an (Stimmungen wie Walgesänge), leitet einen spannenden Song ein, um dann in Belanglosigkeit zu versinken. „Und mittendrin machen wir ein Break und dann spielen wir Solos“. Und genau da verliert man sich, kranken spannende Songaufbauten. Statt die tollen Harmonien vom Beginn nochmal aufzugreifen, verliert man sich wieder in Rhythmik und Riffing. Und der Refrain … naja. Für mich der Schwachpunkt des Albums.

„Kneel And Obey“ kommt dann nochmal schwer und zäh daher. Damit kann ich mich arrangieren. Ein ordentliches Fates Warning Stück. Gleiches gilt für „O Chloroform“, das schöne Gesangsmelodien aufweist, ohne deshalb wirklich aus der Menge herauszuragen.

„Ja, und dann machen wir noch einen Longtrack. Die Fans sind geil drauf“... Aber auch hier wieder das alt bekannte Lied. Hartes Riffing, harte Rhythmik. Zu Beginn ein schöner Akustikgitarrenpart. Hat durchaus Charakter. „And Yet It Moves“ - würde es vielleicht auch dauerhaft, wenn man nicht nach neun Minuten komplett ausblenden würde, um dann den Schlussakzent einzuleiten, wieder mit Akustikgitarre. Schön, aber: Das wirkt nicht flüssig, so gar nicht rund. Nach neun Jahren scheint es schwer zu sein, den Fluss für „rundes Songwriting“ wieder zu finden. Auch für den Hörer.

Ganz ehrlich bin ich weit davon entfernt, dieses Album abstrafen zu wollen. Das ist ein solides und technisch sehr komplexes Werk und wird den Fates Warning Fan sicherlich bedienen (ich find es auch ok... nur ok). Auf der einen Seite ist es natürlich schön, wenn ich mir ein Album erarbeiten kann, viel neues entdecke, auch nach dem zehnten Durchlauf und später. Auf der anderen Seite wirken manche Passagen ein wenig nach „Fates Warning Baukasten“ und andere einfach unschlüssig in Songs eingebaut. Deutliche Parallelen lassen sich zum „Disconnected“ Album finden. Das war aber insgesamt elektronischer. Also denkt euch einfach Samples und Keyboards raus und nehmt den harten Sound her, um einen Vergleich zu haben. Was mir durchweg gefällt sind die Gesangspassagen, Ray Alder hat da wirklich einen großen Job gemacht. Bobby Jarzombek trommelt großartig, die technischen Finessen eines Mark Zonder sucht man jedoch vergeblich. Aber keine Angst, Taktzähler und Rhythmikfreaks werden ihre Freude mit dem Album dennoch haben.

Bleibt mir die Hoffnung, dass sich das Album ähnlich entwickelt wie oben genanntes Disconnected. Das fand ich am Anfang gar nicht sexy und mittlerweile in einigen Passagen sackstark.

04.10.2013: Kurzer Nachtrag noch zur Limited Edition und LP Version. Dort gibt es eine Bonus Disc bzw. eine Seite 4 (LP), auf der neben einer verlängerten Version von "Firefly" auch eine andere Version des auf dem regulären Album enthaltenen "Falling", hier "Falling Further" betitelt, beinhaltet sind. Beide Varianten sind nicht essentiell von Bedeutung und daher zurecht nicht auf dem regulären Album. Firefly wurde lediglich durch eine Gitarre/Gesang Passage ergänzt, die inhaltlich nicht viel mit dem eigentlichen Stück zu tun hat und Falling Further ist der wohl poppigste Song, den Fates Warning je aufgenommen haben. Abgerundet wird die Bonus-Geschichte durch zwei Live Tracks (One, Life In Still Water), die ganz ordentlich rocken und die Band gut darstellen.

Anspieltipp(s): Desire (eingängig), I Am (sperrig), Lighthouse (anders)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.9.2013
Letzte Änderung: 4.10.2013
Wertung: 10/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 3)


Musiker sollten keine so langen Pausen einlegen. Nach fast 10 Jahren baut sich natürlich eine Erwartungshaltung auf, die nicht mal Götter wie Fates Warning bewältigen können. Aber sie sind wieder da und haben – besetzungstechnisch leicht runderneuert – mit „Darkness In A Different Light“ ihr elftes Studioalbum im Gepäck. Die Band ist dieselbe, welche vor zwei Jahre mit John Arch, dem Fates Warning-Ur-Vokalisten, mit „Sympathetic Resonance“ einen ziemlichen Klopfer eingespielt hat. Nun also das Ganze mit Ray Alder am Mikro.

Und ehrlichgesagt, die Kurzform der Rezension lautet: „Darkness In A Different Light“ = „Sympathetic Resonance“ - Arch + Alder. Das ist natürlich etwas vereinfacht, aber ich finde, es trifft es. Und: „Sympathetic Resonance“ hat bei mir den tieferen Einschlag erzeugt.

Aber: „Darkness In A Different Light“ ist – natürlich – ein hervorragendes Progmetal-Album geworden. „Mehr Metal wagen“ ist hier Programm und nach den doch recht unterkühlten (und in Fankreisen nicht unumstrittenen) Alben „Disconnected“ und „X“ geht es eher wieder zurück zu Zeiten von „Perfect Symmetry“ und „Parallels“, aber natürlich im druckvollen, transparenten Soundgewand heutiger Tage. Das Album knallt mächtig aus den Boxen mit fetten Riffs und giftigen Soli (Aresti, yeah!). Im Untergrund tobt die Rhythmusfraktion, die einen komplexen Teppich webt. Jarzombek gibt alles und dürfte damit auch die größten Zonder-Nachtrauerer überzeugen.

Ray Alders Stimme hat sich verändert, das konnte man schon bei Redemption und den gelegentlichen Live-Auftritten von Fates Warning in den letzten Jahren hören. Aber er geht geschickt damit um und liefert eine hervorragende Leistung ab. Gerade die Gesangs-“Hooks“ sind es, die immer Melodik in die Musik bringen.

Das Album kommt neben der regulären Ausgabe noch als „Mediabook Edition“ mit Bonus-Disc (sehr hübsch geworden) und als Doppel-LP-Ausgabe, die auf der Seite D ebenfalls die Track der Bonus-Disc enthält. Die Bonustracks sind eine längere Version des Albumtitels „Firefly“, die rockige Schwester von „Falling“ namens „Falling Further“, sowie zwei Live-Aufnahmen, die 2009 auf dem Progpower USA entstanden. Die beiden Live-Aufnahmen sind eine tolle Zugabe, gerade „One“ sorgt für Gänsehaut ohne Ende. „Falling Further“ zeigt was in dem Liedchen eigentlich steckt und hätte klar auf das reguläre Album gehört. Okay, wir haben es ja jetzt auch so bekommen.

Nach neun Jahren liefern Fates Warning ein gelungenes „Comeback“ ab. Schönes Ding!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: „Sympathetic Resonance“ - Arch + Alder
Veröffentlicht am: 3.10.2013
Letzte Änderung: 3.10.2013
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Das Musikbusiness scheint vergesslich geworden zu sein, Teil 1. Fates Warning sind wieder da, aber die ganz großen Jubelstürme zu "Darkness In A Different Light" sind bislang ausgeblieben. Woran liegt's? Vielleicht ja an den Jahren seit "FWX", in denen die Band um Jim Matheos nur selten mal auf Tour gegangen ist, es ihr somit an Präsenz fehlte und Fates Warning seitdem damit buchstäblich weg vom Fenster sind. Aber damit dreht sich diese Argumentation im Kreis, denn Voraussetzung dafür ist ja eben, dass sich kaum einer mehr der mit Alben wie "A Pleasant Shade Of Grey", "Parallels" oder "Awaken The Guardian" erworbenen Meriten erinnert.

Bleiben wir also bei "Darkness In A Different Light" und stellen fest, dass Fates Warning in technischer Hinsicht praktisch nichts verlernt haben. Das ist natürlich bei Jim Matheos, der sich bekanntlich in der Zwischenzeit mit dem gelungenen Arch/Matheos-Album "Sympathetic Resonance" (könnte man glatt mit dem diesjährigen James-LaBrie-Soloalbum verwechseln...) in Form gehalten hat, weniger überraschend als bei Bobby Jarzombek und Urzeit-Rückkehrer Frank Aresti, sorgt aber in jedem Fall für ein überaus belastbares Fundament.

Interessanter ist es somit, die stilistische Ausrichtung von Fates Warning anno 2013 zu betrachten. Hier stellt man dann fest, dass sich "Darkness In A Different Light" im Wesentlichen von zwei Polen speist: Einerseits wird das etwas zurückgenommene, aber überaus melodische und eingängige Moment von "FWX" beibehalten, wofür angenehme Gesangslinien wie beispielsweise in "Firefly", das durchdachte "Into The Black" oder das düstere "Lighthouse" stehen. Andererseits gewinnt das Quintett zusätzlich an Härte. Man könnte fast behaupten, die Band sei noch nie so knüppelig vorgegangen wie in "One Thousand Fires", "I Am" oder Passagen von "Kneel And Obey". Bezeichnend ist hier auch, dass damit keinesfalls die filigran-kalkulierte Wucht von "Disconnected" gemeint ist, sondern eher eine moderne, eingängige Form davon. Was dann wiederum auch am ehesten eine Brücke zum Arch/Matheos-Album mit Stücken wie "Any Given Day" und aktuellen Bands aus dem Djent- und Alternative-Prog-Genre bildet (den Anschluss an Kapellen wie Scale The Summit oder Jolly würde man mit diesem Album auf jeden Fall finden).

In dieser Mischung bietet sich zudem noch ein anderer Anhaltspunkt aus der eigenen Diskographie an, nämlich das Ray-Alder-Debüt "No Exit" aus dem Jahr 1988. Gerade Stücke wie "I Am" fügen sich geradezu direkt an dieses Album an, und dem gelungen strukturierten Longtrack "And Yet It Moves" lässt sich problemlos eine Ähnlichkeit zu "The Ivory Gate Of Dreams" attestieren. Und auch die schwarz-weiß-rote Farbgebung des Covers ist ähnlich, aber das kann wohl noch eher ein Zufall sein (den Bandschriftzug dagegen hat man letztmalig auf "Parallels" verwendet - in jedem Fall auch eine Form von "Retro"). Möchte man das ganze nun negativ auslegen, lässt sich allerdings auch einwenden, dass Fates Warning hauptsächlich "wieder da" sind - wirklich neu klingt hier insgesamt eigentlich, abgesehen von ein paar härteren Momenten, eigentlich nichts. Abgesehen davon stellen sich mit "Desire" und "O Chloroform" auch mindestens zwei der Stücke als eine Spur zu simpel heraus.

Somit ist "Darkness In A Different Light" insgesamt zwar eine gute, aber keinesfalls überragende Angelegenheit. Die gute Nachricht: Fates Warning können es noch. Die nicht ganz so gute: Wirklich neues haben sie nicht mitgebracht, eher nur gute Musik vom alten Schlag. Der Albentitel erweist sich in dieser Hinsicht beinahe als programmatisch, denn darkness in a different light impliziert ja in einem gewissen Sinne, diese darkness mindestens schon einmal gesehen zu haben. Aber: Ein insgesamt überzeugendes Comeback hingelegt zu haben, ist keinem Legendenstatus dieser Welt abträglich.

Anspieltipp(s): Into The Black, Lighthouse, One Thousand Fires
Vergleichbar mit: "Sympathetic Resonance", "FWX" und "No Exit"
Veröffentlicht am: 20.12.2013
Letzte Änderung: 29.12.2013
Wertung: 11/15
Es wäre alles zwischen 9 und 13 Punkten möglich - nehmen wir also die Mitte

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Fates Warning

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 Night on Bröcken 7.00 2
1985 The spectre within 7.50 2
1986 Awaken the guardian 12.50 2
1988 No exit 9.00 2
1989 Perfect Symmetry 12.00 3
1991 Parallels 8.50 4
1994 Inside Out 6.00 3
1997 A Pleasant Shade of Gray 11.67 6
1998 Still Life 11.33 3
2000 Disconnected 10.00 4
2004 X 10.40 5
2005 Live In Athens (DVD) 11.50 2
2016 Theories Of Flight 10.50 4

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