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Monochromie

Colors In The Dark

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Moderne Klassik; Postrock
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Wilson Trouvé

Tracklist

Disc 1
1. Brightness 5:37
2. Dust And Breath 2:40
3. Ballade 4:39
4. Childhood 5:58
5. Love Song 3:28
6. Whales 5:02
7. Old Times 4:50
8. Lodz 3:37
9. Constellations 6:20
10. Katedra 4:54
11. Thorns Of Roses 7:17
Gesamtlaufzeit54:22


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Wilson Trouvé ist produktiv: Knapp ein Jahr nach "Angels And Demons" veröffentlicht er unter dem Monochromie-Banner gleich zwei neue Platten. Paradoxerweise erscheint dabei "Enlighten Yourself While You Sleep" wie gehabt über Fluttery Records, während das hier vorliegende "Colors In The Dark" als Eigenproduktion per Bandcamp-Download erhältlich ist (nebenbei bemerkt wurden dort zusätzlich noch zwei neue Einzeltracks präsentiert).

Hat sich in dieser kurzen Zeit gegenüber "Angels And Demons" denn etwas getan? Ja, denn interessanterweise wirkt die Musik auf "Colors In The Dark" ein wenig konkreter als auf dem Debüt. So erinnern das Ende von "Brightness" und das nahtlos davon übergeleitete "Dust And Breath" doch sehr an zeitgenössischen Minimalismus à la Philip Glass. Will meinen, dass das hier vorherrschende Klavier eine Rhythmusfigur ständig wiederholt, die dabei stets über unterschiedliche Harmonien sequenziert wird. Das ist ganz nett anzuhören, wenn auch bei weitem nicht so spannend wie der epochale "Mishima"-Soundtrack. "Love Song" wiederum fährt warmherzige Harmonien und schwelgerische Streicher auf, ohne dabei kitschig zu wirken, und erinnert damit an "Blinded By Blood" von Ulver (ohne Gesang) oder and die positiveren Momente von Sigur Rós' "Ágætis Byrjun".

Ansonsten dominieren größtenteils eher leichte Stücke, bei denen jeweils ebenfalls dem Klavier eine tragende Rolle zukommt, die jedoch weitaus spartanischer klingen. Das ist weit weniger eindrucksvoll als in den genannten Stücken, sondern wirkt zumeist eher halbgar und simpel. So demonstriert "Ballade" trotz eines durchgehenden Klaviermotivs "dank" der spärlichen Klangkulisse nur mäßig spannende Postrock-Anleihen. Ähnlich aufgebaut ist "Childhood", dessen Motiv immerhin dem Titel entsprechende recht kindisch ausgefallen ist (zudem kommen noch Klangfetzen von Kindergeschrei und Fahrradklingeln ins Spiel - sehr programmatisch). Nun ja, das kann man auch ziemlich relaxt finden, wie es das dezente "Whales" geradezu herausfordert, aber ich persönlich finde sowas eher langweilig. Immerhin zeigen die meisten derartigen Stücke gegen Ende jeweils noch eine Tendenz, mal ein wenig anzuschwellen, aber warum musste dann die jeweils erste Hälfte nur aus steten Wiederholungen bestehen?

Immerhin zeigt sich, dass eine kürzere Laufzeit dieser Stücke ebenfalls hilfreich sein kann: "Łódź" beispielsweise gewinnt durch eine Kompression seiner Zutaten ziemlich an Zug (man könnte allerdings auch mit der rhythmischen Prägung des Motivs argumentieren). Ein anderer möglicher Ausweg besteht darin, mit elektronischen Klängen eine heimelige Düsterstimmung aufzubauen ("Constellations"), reiner Ambient wie in "Katedra" oder dem abschließenden "Thorns Of Roses" scheidet allerdings eher aus.

Was soll man insgesamt nun von "Colors In The Dark" halten? Wie so oft geht es hier in Teilen vorwärts, in anderen dagegen gerade eben nicht. Somit also ein klassischer Zwiespalt, in dem sich Wilson Trouvé hier befindet. Das Neue muss seinen Platz erst mal finden, und das Alte ist bei weitem nicht mehr spannend. Rein qualitativ geht es damit sogar leicht bergab, aber schauen wir dann am besten mal, wie es sich im Vergleich so mit "Enlighten Yourself While You Sleep" verhält.

Anspieltipp(s): Dust And Breath, Love Song, Constellations
Vergleichbar mit: Philip Glass und eher simplem Post-Ambient
Veröffentlicht am: 18.10.2013
Letzte Änderung: 18.10.2013
Wertung: 8/15
In einigen Teilen interessant, aber nicht unbedingt ausgereift, in anderen Teilen eher langweilig

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Monochromie

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Angels And Demons 9.00 1
2013 Enlighten Yourself While You Sleep 9.00 1
2014 Winter 10.00 1

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