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The Opium Cartel

Ardor

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Ambient; ArtPop; Independent / Alternative; Moderne Electronica; Psychedelic; sonstiges
Label: Termo Records
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jacob Holm-Lupo Guitars, Bass Guitar, Synthesizers, Electric Piano, Piano, Electronic Percussion, Hand Claps, Finger Snaps, Vocals on Revenant

Gastmusiker

Mattias Olsson Drums, Percussion, TR-808, TR-707, Boss Dr220, Linndrum, Nord Drum, Synthesizers, Bells, Bowed Guitars, Effects, Mangling & Devices
Venke Knutson Vocals on Kissing Moon, When We Dream, Revenant, The Waiting Ground, Then Came The Last Days Of May
Alexander Stenerud Vocals on When We Dream, Northern Rains, White Wolf
Rhys Marsh Vocals on Kissing Moon, The Waiting Ground
Tim Bowness Vocals on Silence Instead
Stephen James Bennett Oberheim OB8, Mini-moog OS, Piano, Fender Rhodes, Yamaha CP-70, Hohner Pianet, Novatron 400, Nord Electro 3, Vocals on Mariner, Come In
Lars Fredrik Froisle SC Prophet-5, Minimoog Model D, Roland VP-330, Elka Elpiano, Solina String Ensemble, Rhodes mk II on Kissing Moon, Then Came The Last Days Of May, Drums on White Wolf
Ketil Vestrum Einarsen Flute on Silence Instead, White Wolf, Fujara on Revenant
Ellen Andrea Wang Double Bass on Then Came The Last Days Of May
Harald Lassen Saxophone on Mariner, Come In

Tracklist

Disc 1
1. Kissing Moon 5:53
2. When We Dream 5:40
3. Silence Instead 4:17
4. Northern Rains 4:31
5. Revenant 3:22
6. White Wolf 6:17
7. The Waiting Ground 5:58
8. Then Came The Last Days Of May 4:21
9. Mariner, Come In 10:59
Gesamtlaufzeit51:18


Rezensionen


Von: Harald Schmidt @ (Rezension 1 von 2)


Edel, nordisch, kühl – so kann man das Prog-Pop-Album des Kartells am besten zusammenfassen und somit gäbe es kein besser benanntes Label als Termo Records zur Veröffentlichung. Die Retro-Progger von Wobbler oder die düster-atmosphärischen White Willow sind mit ihren letzten Veröffentlichungen hier ebenfalls zuhause. The Opium Cartel könnte man als das musikalische Alter-Ego von Jacob-Holm Lupo bezeichnen (der sonst eben bei jenen White Willow das Zepter schwingt): Elektronische, ambient-artige Klänge eröffnen Ardor und schon früh drängen sich Vergleiche mit zahlreichen bekannten Künstlern auf. Von Japan oder David Sylvian bis hin zu Depeche Mode und No-Man reicht das Spektrum und der helle männliche Gesang, sowie der elfenhafte weibliche Counterpart erinnern sogleich an a-ha, Björk oder Emiliana Torrini.

Wuchtige von Eletronik-Beats getriebene Klanggebilde lösen die oftmals sanften Einstiegspassagen ab, Synthiebässe und groovige, tanzbare Beats wie in When we Dream lassen stellenweise sogar Vergleiche zu zeitgenössichen Club- und Chartsounds zu. Holm-Lupo ist schon ein ziemlich gewitzter Produzent. Kein Wunder, dass die Creme der skandinavischen Szene sich gerne ein Stelldichein gibt: Änglagard-Drummer Mattias Olsson, Wobbler-Tastenvirtuose Lars Fredrik Froisle oder auch der Crossover-Progger Rhys Marsh leihen Ardor ihre Künste. Der britische Sänger Tim Bowness – zusammen mit Steven Wilson als No-Man bekannt – ist ebenfalls zu hören.

Alles Ohrenfällige bleibt verbunden mit tiefgehenden, abwechslungsreichen Songstrukturen und extrem cleveren Arrangements. So neuzeitlich können die Herren Progger also klingen. Aber trotz der vielen synthetischen Klänge und Beats behält das Album seinen natürlichen Charakter, nicht zuletzt weil hin und wieder neben den elektronischen, beatbetriebenen Songs auch zarte Akustik-Gitarrenballaden eingestreut werden. Diese Reduktion bildet einen schönen träumerischen Gegenpol. Tim Bowness interpretiert natürlich ein besonders fragiles und schwebendes Stück, an dem er selbst mitgeschrieben hat.

Auch die elektrische Gitarre darf die Stücke gelegentlich pushen und die eingängigen Songs dezent anproggen, auch wenn es ein pop-orientiertes Album moderner Prägung bleibt. Für den heimlichen Pop-Fan im Proggie ist das Ganze eine sehr reizvolle Melange, die mit White Wolf und The Waiting Ground ihren Höhepunkt erfährt. In diesen versponnenen Stücken gelingt der Brückenschlag zwischen Pop, Prog und Psychedelic am besten und alles wird so intensiv verflochten, dass man kaum merkt, wo es grad noch poppig und auf einmal proggig ist. Sehr gelungen. Nur schade, dass dem Kartell zum Ende des Albums etwas die kreative Luft ausgeht. Zu statisch wirkt Then Came The Last Days Of May und Mariner, Come In schließt nahtlos unaufgeregt an und kann erst wieder im Finale mit schrägen, exaltierten Tönen glänzen.

Wer moderne Klänge ab kann und Elektronik, Ambient, groovige Beats und klare Melodien zu schätzen weiß oder wer einmal die helle Pop-Seite des dunklen Prog entdecken mag, der findet mit Ardor eine edle Pop-Perle und lernt, White Willow einmal durch eine ganz andere Brille zu sehen. Übrigens: das 70er-Jahre Psychedelic-Cover mit stilsicher lockender Blondine ist ein echter Hingucker.

Anspieltipp(s): Kissing Moon, White Wolf, The Waiting Ground
Vergleichbar mit: David Sylvian, No-Man, Björk, a-ha, Depeche Mode
Veröffentlicht am: 1.11.2013
Letzte Änderung: 1.11.2013
Wertung: 11/15
Für den Edel-/Art-Pop-Fan im Progger-Herz

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Zwischen Pop und Indie, mit ein wenig Folk, dezentem Prog und einem Anflug von Psychedelic schmeichelt sich dieses Album in das Ohr der Hörer. Als musikalische Referenzen fallen mir allerdings eher U2 oder Depeche Mode ein als irgendeine Progband der Früh- oder Neuzeit... daran ändern auch die zahlreichen Musiker aus dem weiteren Prog-Spektrum nichts.

Das Album ist durch einen lockeren, pop-rockigen bis leicht verträumten Sound geprägt, der immer wieder ins Artpoppige geht, v.a. in der zweiten Hälfte des Albums, und damit bei aller Chartkompatibilität von Songs wie „When we dream“ mit 80ies-Retro-Charme klar über diese hinaus geht. „White Wolf“ etwa ist im Instrumentalteil mit einigen ebenso dezenten wie pfiffigen Wendungen versehen, die das Ohr des Proggies durchaus erfreuen können, auch wenn es letztlich Pop bleibt, aber eben Pop mit erfreulich hohem Anspruch.

Als angenehm empfinde ich den Wechsel der Geschlechter bei den Vocals. Auch die gelegentliche Pflege akustischen Instrumentariums entfaltet seinen speziellen Reiz und ist ein weiteres Element, das das Album eindeutig über das Mittelmaß hinaus hebt. Es sind aber ganz speziell die Songs „Silence Instead“, „Revenant“, „White Wolf“, "The Waiting Ground" und „Mariner, come in“, die das Album auch für den Leser dieser Prog-Seiten interessant machen. Wer jedoch generell an gut gemachtem, intelligentem Pop interessiert ist, wird an dem kompletten Album seine Freude haben.

Anspieltipp(s): When we dream, Silence Instead, White Wolf, Mariner come in
Vergleichbar mit: U2, Paatos, Marillion
Veröffentlicht am: 20.11.2013
Letzte Änderung: 20.11.2013
Wertung: 10/15

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