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Frequency Drift

Over

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014 (VÖ 14.02.2014)
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Folk; New Artrock
Label: Gentle Art of Music
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Andreas Hack keys, guitar, bass
Isa Fallenbacher vocals
Nerissa Schwarz acoustic & electric harps
Christian Hack guitar, bass, duclar, flute, wavedrum
Tino Schmidt bass
Sybille Friz cello
Ulrike Reichel violin, viola
Jasper Jöris gemshorn, marimba

Gastmusiker

Agathe Labus vocals (3,10)
Martin Schnella acoustic & electric guitars
Steve Hohenberger guitar
Phil Paul Rissettio drums
Kalle Wallner guitar

Tracklist

Disc 1
1. Run 7:06
2. Once 6:07
3. Adrift 4:39
4. Them 7:52
5. Sagittarius A* 5:51
6. Suspended 8:29
7. Wave 3:42
8. Wander 5:33
9. Driven 4:55
10. Release 6:48
11. Memory 10:00
12. Disappeared 4:23
Gesamtlaufzeit75:25


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Mit „Over“ legen Frequency Drift ihr fünftes Album in sechs Jahren vor. Untätigkeit kann man den Oberfranken also sicherlich nicht vorwerfen. Glücklicherweise auch nicht Überfrachtung, denn die Entwicklungsschritte von Frequency Drift von Album zu Album sind deutlich und der Weg weist nach „oben“.

Von „cinematic prog“ sprechen Frequency Drift ja gerne, wenn sie die eigene Musik charakterisieren sollen. Und es ist wirklich ein treffendes Markenzeichen für diese kunstvolle, atmosphärische, hoch melodische, epische Musik, die sich vor den Ohren des Hörers ausbreitet. Wohlklang, der niemals kitschig oder gar langweilig wird und das über eine Länge von über 75 Minuten eigentlich ohne Schwachpunkt.

So entstehen wieder ausladende Klanggemälde aus erlesenen Keyboard-Flächen und Tasten-Läufen, filigranen Gitarren-Passagen, profundem Bassspiel und entspannter, grooviger Rhythmik. Angereichert mit Streichinstrumenten ergeben sich kammermusikalische Passagen, die Harfe fügt ein ganz eigenes Klangspektrum hinzu und viele andere, durchaus exotische, Instrumente geben den Songs ein farbiges, abwechslungsreiches Erscheinungsbild. Allerlei eingewobene elektronische Effekte sorgen für Modernität. Frequency Drift haben ihren ganz eigenen Klang- und Stilmix wahrlich perfektioniert und tragen ihre Musik selbstbewusst und voller Spielfreude vor.

Überwiegend agiert man eher melodisch-sanft, aber trotzdem haben die Stücke auch genug „Zug“, schließlich bewegt man sich ja doch auf dem Fundament der Rockmusik, wenn eben auch mit allerlei klanglichen und stilistischen Erweiterungen. Süßlichen Neoprog haben Frequency Drift aus ihrem Klangkosmos verbannt, vielmehr bestimmen melancholischer, nordischer Folk, leicht düstere, verlorene urbane Klänge, orientalisch angehauchte Melodien, Mittelalterliches, Soundscapes und träumerischer New Artrock das Geschehen. Beispielhaft mag hier der längste Song des Albums - „Memory“ - dienen, der sich nach ruhigem, kammermusikalischem Beginn in eine wilde instrumentale Abfahrt steigert, um dann wieder in ruhigere, melancholische Gefilde mit sanften Harfenklängen zurückzukehren... nur um wieder Fahrt aufzunehmen und ein wunderschönes Gitarrensolo zu präsentieren.

Schon immer setzen Frequency Drift auf weiblichen Gesang. Und schon immer gibt es Wechsel auf der Position der Sängerin(nnen). Und erstaunlicherweise tun Frequency Drift immer wieder neue Talente auf, die in der Lage sind, der Musik noch das gewisse Etwas hinzuzufügen. Auf „Over“ erledigen das überwiegend die durchaus sensationelle Isa Fallenbacher sowie die jazz-trainierte Agathe Labus mit glockenhellen, aber kraftvollen Stimmen.

Nur am Rande sei erwähnt, dass die Drummer-Pflichten diesmal von Ex-RPWL-Schlagzeuger Rissettio wahrgenommen wurden und das mit Kalle Wallner und Martin Schnella durchaus Szene-bekannte Musiker sich gitarristisch beteiligt haben.

Schöne Musik muss weder langweilig, noch kitschig oder anspruchslos sein. Frequency Drift kreieren mit „Over“ ein wahrhaft erhabenes, schönes Album mit einer eigenen Klangwelt, die sich mit mysteriösen Stimmungen, pastoralen Passagen und hymnischen Ausbrüchen in die Gehörgänge schmeichelt.

Anspieltipp(s): Run, Suspended
Vergleichbar mit: White Willow, Thieves Kitchen, Poor Genetic Material, iamthemorning
Veröffentlicht am: 8.2.2014
Letzte Änderung: 8.2.2014
Wertung: 12/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 2)


Mit "Over" gelang Frequency Drift tatsächlich ein sehr unterhaltsames, beinahe perfekt wirkendes Album. Wenn mich jemand trotzdem dazu zwingen würde ein kleines Haar in der sehr wohl abgeschmeckten Artrock-Suppe von Frequency Drift zu suchen, so würde ich mir rein subjektiv wünschen, dass die betont explosiven und virtuosen, eher zu einer reinen Metalcombo passenden Gitarrensolos verschwinden würden.

Der Hörer bekommt die Möglichkeit in den 75 Minuten des Werkes fast alle denkbaren Facetten zu erleben, die ein melodisch orientiertes Artrock-Album bieten kann. Die Fülle der neben dem üblichen Rockinstrumentarium verwendeten Instrumente, darunter Cellos, Marimba, Geigen und Flöte hilft dabei, den geneigten Musikfreund in eine imaginäre Welt zu entführen, die - laut den Musiker/innen - eine Atmosphäre von Verlust, Verfall, Verlassenheit und schließlich Befreiung kreieren soll. Auf die Art lässt es sich mal wieder darüber staunen, dass eine positiv wirkende Musik nicht unbedingt immer so gemeint ist. Obwohl, nachdem ich diese Stellungnahme der Künstler verinnerlicht habe, kann ich jetzt auf einmal nicht mehr anders, als eine gewisse Traurigkeit und leichte Melancholie in den Liedern zu vernehmen.

Aber abgesehen davon, in welcher Stimmung man sich gerade befindet führt auf jeden Fall der glockenhelle Damengesang durch die sehr kreativ arrangierten Lieder, die voller Überraschungen stecken können. So bietet "Over" nicht nur die oben aufgeführten Instrumente (und zwar in eher kleinen Dosierungen), sondern auch Harfenklänge, hart rockende Gitarren und atmosphärisches Liedgut, das mit keltischen, postrockigen, elektronischen, chansonesken und World Music-Akzenten aufwartet. Alles sehr wohldosiert, so dass die kleinen Farbtupfer nie zu überladenen Arrangements führen. Stellenweise scheinen mir die Vergleiche mit der späteren Phase von The Gathering (aus der Zeit von "Souvenirs") nicht ganz verkehrt.

In dem elften Stück (das nicht ohne Grund "Memory" heißt) erinnern sich Frequency Drift plötzlich daran, dass sie auch traditionellen symphonischen Retro-/Neoprog spielen können.

Freunde vom erstklassigen Artrock mit Damengesang sollten "Over" nicht verpassen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.3.2014
Letzte Änderung: 15.3.2014
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Frequency Drift

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Personal Effects (part one) 9.50 2
2010 Personal Effects (part two) 9.67 3
2011 Ghosts... 11.00 4
2012 ...laid to rest 10.33 3
2014 Summer 9.50 2
2016 Last 11.33 3
2018 Letters To Maro 10.00 4

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