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Wassermanns Fiebertraum

Tauche die Welt in Farben

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Independent / Alternative; Postrock
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michael Gitarre, Keyboard, Gesang
Christian Gitarre, Keyboard
Michael Bass
Peter Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Abenteuerlust 3:29
2. Station 1 2:23
3. Waldblüte 4:09
4. Die Vögel singen Fernweh 4:03
5. Station 2 1:17
6. Mit diesem Lied für dich 2:58
7. Station 3 2:45
8. Rauher Berg, zitterndes Herz 3:55
9. Tauche die Welt in Farben 2:53
10. Auf der Fähre ins Ungewisse 3:17
11. Station 4 1:08
12. Unter dem Windgeflüster 3:06
13. Station 5 2:05
14. Neuland 5:28
Gesamtlaufzeit42:56


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Wassermanns Fiebertraum sind zurück! Und "Tauche die Welt in Farben" ist ein bemerkenswert optimistischer Titel für ein solches Album, das uns in diesen Tagen auf dem Weg vom grauen Winter-Schmuddelwetter hin zum zarten Anklopfen des Frühlings begleiten soll. Was gibt's hier neues? Tatsächlich einiges. Gegenüber dem Debütalbum "Brandung" von 2012 haben sich die Prioritäten im Postrock der deutsch-österreichischen Kombination ein wenig verschoben. Immer noch garniert das Quartett seinen Stil mit wilden, aber kontrollierten Ausbrüchen am Rande des Stoner-/Alternative-Genres, wobei zeitweilig auch entsprechend harte Riffs ausgepackt werden ("Waldblüte") und nicht alles bloß aus filigranen Hitzeflimmer-Gitarren besteht. Teilweise gibt es hier gar fröhlichen Uptempo-Rock zu hören ("Die Vögel singen Fernweh"), und vertrackte Rhythmik wird auch bemüht ("Rauher Berg, zitterndes Herz", "Auf der Fähre ins Ungewisse"). Auch gesungen wird öfters mal, wenngleich die artikulierenden Texte offenbar gar nicht allesamt verstanden werden sollen.

Andererseits wirken die Stücke, wie beispielsweise der Opener "Abenteuerlust" deutlich macht, durchkomponierter, konstruierter und etwas weniger spontan, was durchaus als kleinerer Mangel angerechnet werden kann - schließlich war "Brandung" damals nicht zuletzt deshalb so spannend geraten, weil alles sehr, sehr frisch und originell eingespielt wirkte. Trotzdem, und das lässt sich als Fazit schon vorweg festhalten, ergibt sich insgesamt der Eindruck, dass Wassermanns Fiebertraum musikalisch erneut ziemliche Spitzenarbeit abliefern. Die Stücke dieses Albums laufen ebenso gut und lebhaft rein wie jene von "Brandung". Wer auf innovativen Postrock der Spitzenklasse steht, braucht hier gar nicht mehr weiterzulesen, sondern sollte sich am besten selber überzeugen.

Allerdings gibt es da eine Sache, die bei mir ein etwas merkwürdiges Gefühl hinterlässt und die unmöglich verschwiegen werden kann, macht sie doch einen bedeutenden Teil dieses Albums aus: Die Rede ist vom Konzept, das Wassermanns Fiebertraum rings um die Musik gesponnen haben. Die Geschichte des jugendlichen Träumers Joschka, der eines Morgens statt zur Schule auf eine Abenteuerreise geht, wird in voller Länge sowohl im Booklet als auch in den fünf "Stationen" in gesprochener Form erzählt. Vergleicht man diesen Joschka mit anderen jugendlichen Konzeptalben-Protagonisten wie Gerald Bostock, Pink oder Rockpommel, so stellt sich heraus, dass der gute Joschka zwar ein Träumer ist, sein Lebensweg und seine Erfahrungen aber keinerlei Konfliktpotenzial oder Reibungspunkte. Keine frühreif-obszönen Provokationen an die Erwachsenenwelt, keine Weltangst angesichts der sozialen Verantwortung des Künstlers, nicht mal eine sehr viel einfachere Spannung wie Schulstress oder ähnliches - dieser Joschka existiert fernab von der realen Welt als völlige Kunstfigur, und das macht ihn irgendwie weniger glaubhaft.

Zudem ist da noch ein anderer Punkt: Joschka scheint so etwas wie das Wunschkind seiner Schöpfer zu sein. So heißt es da in "Station 2" vor "Mit diesem Lied für dich", Joschka greife, unfähig, einen Abschiedsbrief an seine Eltern zu verfassen, "seine Gitarre und ließ seinem Gefühl freien Lauf." Wir dürfen also annehmen, dass sich Wassermanns Fiebertraum ihren Joschka ebenso als Postrock-Musiker imaginieren. Sollte es also der Auftrag des Postrock-Genres sein, lediglich die Fantasie zu beflügeln und vielleicht hier oder da mal als Gefühlsventil zu dienen? Mit einer solchen geäußerten Arbeitsauffassung stapeln Wassermanns Fiebertraum für meine Begriffe gehörig tief. Das wäre, als ob Yes zu "Close To The Edge"-Zeiten hätten verlautbaren lassen, "einfach nur gute Rocksongs" machen zu wollen. Wie dem auch sei - es passt gut zur Tatsache, dass das Album auch ohne die (eigentlich ganz sympathisch vorgelesenen) "Stationen" bestens funktioniert.

Anspieltipp(s): Die Vögel singen Fernweh, Auf der Fähre ins Ungewisse
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.2.2014
Letzte Änderung: 14.2.2014
Wertung: 11/15
Rein musikalisch wohl bei ca. 12-13 Punkten anzusiedeln. Wie gesagt, das Konzept...

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Wassermanns Fiebertraum

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Brandung 13.00 1

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