Foxtrot
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Virgin |
| Durchschnittswertung: |
14.43/15 (7 Rezensionen) |
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Besetzung
| Tony Banks |
Organ,mellotron,piano,electric piano,12 string,voices |
| Steve Hackett |
Electric guitar,12 string and 6 string solo |
| Phil Collins |
Drums,voices,assorted percussion |
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| Peter Gabriel |
Lead voice,flute,bass drum,tambourine,oboe |
| Michael Rutherford |
Bass,bass pedals,12 string guitar,voices,cello |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Watcher Of The Skies
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7.19
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| 2. |
Time Table
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4.42
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| 3. |
Get 'em Out By Friday
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8.35
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| 4. |
Can-Utility And The Coastliners
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5.43
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| 5. |
Horizons
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1.39
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| 6. |
Supper's Ready
1. Lover's Leap 2. The Guaranteed Eternal Sanctuary Man 3. Ikhnaton and Itsacon and their Band of Merry Men 4. How dare I Be So Beautiful? 5. Willow Farm 6. Apocalypse in 9/8 7. As sure as Eggs is Eggs (Aching Men's Feet)
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22.53
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| Gesamtlaufzeit | 50:51 |
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Rezensionen

Mit wiedererkennbarem Mellotron-Intro und krummem Rhythmus ausgestattetes "Watcher of the skies" und ungeheuer abwechslungreich zusammengesetztes, 23-minütiges "Supper's Ready" gehören längst zur Grundausbildung jedes Prog-Lehrlings. Im letzteren Stück jagt ein Einfall den nächsten : folkig-harmlose, sich langsam verdichtende Einleitung, danach Gesagsthemen von kämpferisch bis niedergeschlagen, temperamentvolle Instrumentalfeuerwerke, bedeutsame Flöteneinwürfe, manipulierte Tonbänder mit Soundeffekten und verfremdeten Stimmen, beatleske Akzente und gar ein angedeutetes Kinderlied gibt es hier zu hören. Das alles rundet ein bombastischer Schlußpart ab, der von martialischer Zuspitzung eingeleitet wird.
Meine persönlichen Favoriten auf diesem Album, das in jede anständige Plattensammlung gehört, bleiben jedoch dramatisches, fast theatralisches "Get 'em out by Friday", sowie stolzes, dicht komponiertes "Can-utility and the coast-liners". Die vielseitigen Keyboards von Banks, der charismatische Gesang von Gabriel und Hacketts unnachahmliche Leadgitarre bestimmen hier das musikalische Geschehen. Diese Faktoren werden vom treibenden, intelligenten Schlagzeugspiel des Mr.Collins getragen.
Zu jener Zeit begann Peter Gabriel damit, theatralische Bühnenverkleidungen zu verwenden. Angefangen hat es mit dem roten Kleid seiner Frau und einer Fuchsmaske, wozu Gabriel durch das Foxtrot-Coverbild angeregt wurde. Dadurch bewirkte er vor allem zweierlei : das Publikum unterhaltend, die meiste Aufmerksamkeit -auch der Presse- auf sich gezogen und zeitweise gemischte Gefühle bei seinen Bandkollegen ausgelöst.
Mit "Foxtrot" haben sich Genesis ein Progdenkmal gesetzt, dessen Bedeutung für diese Stilrichtung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.
| Anspieltipp(s): |
Supper's Ready |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
13.6.2002 |
| Letzte Änderung: |
13.6.2002 |
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Den Ausführungen von Siggy kann ich voll und ganz beipflichten. Mit "Foxtrot" liegt ein Meilenstein des symphonischen Progressive Rock vor. Allein schon "Watcher Of The Skies" als Opener stellt einen der Glanzpunkte des klassischen Progs dar und entführt den Hörer mit herrlichem Mellotronspiel schon zu Beginn in eine wahre Traumwelt. Die magischen Schwaden dieses Tasteninstrumentes tragen zu einem der glänzendsten Momente in der Rock-History überhaupt bei und sind wahrlich ergreifend. Ein pulsierender Bass und flirrendes Gitarrenspiel geben dem Stück dann eine langsam anschwellende Dynamik. Das Ganze wird zudem von Gabriels hervorragendem und pathetischem Gesang abgerundet. Nach dem melancholischen bis hymnischen Ausklang schließt sich mit dem songorientierteren "Time Table" ein weiteres Juwel an, das mit seinem ruhigeren Charakter und fast schon sehnsuchtsvollem Gesang rein dramaturgisch perfekt zwischen dem magischen Opener und dem kraftvollen Titel "Get `Em Out By Friday" eingebettet ist. Im letztgenannten Titel kommt die Gesangskunst eines Gabriels besonders perfekt zur Geltung, da er äußerst überzeugend zwischen aggressivem Gesang und melancholischen Gesangslinien wechselt. Diese Stimmungswechsel werden instrumental glänzend untermalt. Somit gelingt es Genesis hier perfekt, den sozialkritischen Ansatz dieses Titels (Stichwort: Mietspekulanten) in ihre symphonischen Kompositionen einzubetten. Die Umsetzung erfolgte dabei auf eine für Genesis typische skurrile Art und Weise, was sich besonders in den fast schon rebellisch anmutenden Gesangspassagen bemerkbar macht.
Wunderschönes Spiel der akustischen Gitarre leitet den majestätischen Song "Can-Utility And The Coastliners" ein. Nach abermals glanzvollem Gesang entführen dann symphonische Mellotronteppiche in eine wahre Zauberwelt der progressiven Rockmusik. Im weiteren Verlauf lenkt Rutherfords pumpender Bass das Stück in eine dynamischere Richtung und mit einem kraftvollen sowie aggressiven Part endet das Ganze dann ziemlich abrupt. Auffällig ist dabei die Ideenvielfalt, welche Genesis hier in einem Titel von gerade mal einer Länge von 5:46 Minuten verarbeitet haben.
Mit dem akustischen "Horizons" wird dann zum eigentlichen Herzstück von "Foxtrot" in Form des schon legendären Longtracks "Supper´s Ready" übergeleitet. Hier liegt fast schon der Prototyp eines progressiven Longtracks überhaupt vor, der in den mittlerweile 30 Jahren seines Bestehens Heerscharen von Musikern beeinflusst hat, die sich in irgendeiner Art und Weise der symphonischen/progressiven Spielart der Rockmusik gewidmet haben. Eine detailgenaue Beschreibung dieses Meisterwerkes würde hier aber absolut den Rahmen sprengen. Genesis haben hier ein wahres Füllhorn des Progressive Rocks ausgeschüttet und die Ideenvielfalt ist schier unbeschreiblich. Dabei wirkt "Supper´s Ready" äußerst homogen und kritische Stimmen, dass dieser Longtrack "zusammengestückelt" oder gar "überlang" sei, müssen entschieden zurückgewiesen werden, ja eigentlich gar im Keim erstickt werden.
| Anspieltipp(s): |
alles!!! |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
22.6.2002 |
| Letzte Änderung: |
23.6.2002 |
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DER Klassiker von Genesis schlechthin! Genesis setzen ihr Schaffen nahtlos dort fort, wo sie mit NURSERY CRYME geendet hatten. Musikalisch ist eigentlich keine Fortentwicklung, sondern lediglich eine Variation zu konstatieren. Mit dem ellenlangen „Supper’s Ready“ wurde dann allerdings ein Stück nach vorn komponiert. Mit „The Lamb lies down on Broadway“ sollten Genesis versuchen „Supper’s Ready“ zu toppen, was allerdings – v.a. wegen des verunglückten Endes – nicht ganz gelungen ist. Beide eint übrigens auch der wirre Text... Gegenüber diesem Monumentalstück verlieren die übrigen Stücke notwendig an Gewicht. Dabei stehen sie qualitativ den Perlen des Vorgängeralbums durchaus nicht nach.
„Watcher of the Skies“ wird nach längerem Orgel-Intro durchgängig von Banks Orgelspiel dominiert (vgl. „The Knife“). Klingt auf Dauer etwas substanzlos, da es nur auf einer ewig wiederkehrenden Orgelphrase beruht. Nichtsdestotrotz ein flotter, guter Einstieg. Mit „Time Table“ kehrt dann erwartungsgemäß wieder Ruhe ein. Denn auch auf diesem Album folgen Genesis dem auf NURSERY CRYME entwickelten Konzept des musikalischen Wechselspiels. In sich ist der Song allerdings nicht sehr kontrastreich, dafür mit einer netten, barocken Melodie versehen.
„Get em out by Friday” ist dann der erste Song des Albums auf dem Komplexitätsniveau von NURSERY CRYME. Erzählt wird ein futuristisches Mietsdrama mit typisch englischem Sarkasmus. Und ab hier lassen Genesis nicht mehr nach. „Can-utility and the Coastliners” überzeugt vor allem mit seinem ausgedehnten instrumentalen Mittelteil und seinem furiosen Finale.
Die zweite Seite wird von dem kurzen akustischen Gitarrenspiel „Horizons“ eingeleitet, um dann über 20 Minuten lang die wirren Szenarien des einfach nur grandiosen „Supper’s Ready“ zu verbreiten. „Supper’s Ready“ ist dabei die Aneinanderreihung von sieben verschiedenen Stücken, die insgesamt einen – wie auch immer gearteten - Zusammenhang abgeben. Und am Ende, im letzten Stück, wird die Melodie des Anfangsstücks wieder aufgegriffen (in der Tat ebenso die Beschreibung von THE LAMB LIES DOWN ON BROADWAY...). Ähnliches gilt natürlich auch für ein Monumentalwerk wie IQs „Subterrania“.
„Lover’s Leap“, der erste Teil von „Supper’s Ready“, bietet eine feine melodiöse Einleitung mit sehr atmosphärischer, in Traumgefilde führendem Flötenspiel. „The guaranteed eternal sanctuary Man” bringt dann wieder etwas mehr Drive und songimmanente Komplexität ins Spiel. Mit „Ikhnaton und Itsacon and their band of merry men“ (was für Songtitel!) wird dann ein erster dramatischer Höhepunkt erreicht. Die Keys vermitteln überzeugend rasendes Schlachtgetümmel. Die Gesangsmelodie wirkt schon stellenweise recht poppig, bleibt aber in das Gesamtkonzept eingebunden. „How dare I be so beautiful“ – die Ruhe nach dem Sturm, mehr ein Intermezzo, bis dann „Willow Farm“ zunächst ziemlich straight losgroovt, dann aber zu einem Musterbeispiel an progressiver Gesangskomplexität wird. Der hier gebotene rasante Melodiewechsel und Harmoniegesang wurde in seiner Machart später von 10cc aufgegriffen und weiterentwickelt. Bombastisches Finale ist schließlich die Doppelnummer „Apocalypse in 9/8 (Co-Starring the delicious Talents of Gabble Ratchet)“/“As sure as Eggs is Eggs (Aching men’s Feet“ (was für Songtitel! Erwähnte ich das schon?). Hier wird kein Wunsch mehr offengelassen und wenn die Verse von „Lover’s Leap“ wieder aufgegriffen werden und schließlich auch noch die Glocken ertönen, dann ist man rundum satt. Supper’s finished. Auch wenn “continued” unter dem Songtext steht: da wurde nichts mehr fortgesetzt. Es ist perfekt.
Ein phantastisches, geniales Album, wenngleich auf der ersten Seite streckenweise nicht so warm und so umwerfend im Sound wie auf der zweiten Seite und auf NURSERY CRYME. Aber eigentlich stellen für mich NURSERY CRYME und FOXTROT sowieso zwei Seiten eines Albums dar.
| Anspieltipp(s): |
Supper's Ready |
| Vergleichbar mit: |
Nursery Cryme |
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| Veröffentlicht am: |
23.6.2002 |
| Letzte Änderung: |
25.6.2004 |
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Von: Fix Sadler (Rezension 4 von 7)

Diese Platte ist ein Muß für jeden Prog-Jünger! Jeder der 6 Songs hat diese typische Genesis-Atmosphäre, Gabriel erzählt seine Stories at his best. Viele (damals) moderne Keyboardsounds, das unverwechselbare Spiel von Hacket und Collins, und selbst der Baß wird sehr ordentlich von Rutherford bedient.
Zu hören gibt es den Live-Kracher Watcher Of The Skies (mit einem Schuß Härte), das Mittelalterlich angehauchte Timetable. Das Mietwohnungsdrama Get 'em Out By Friday, als typischer Progsong mit viel Melodie, Breaks und einer schönen Atmosphäre. Das offensichtlich unterbewertete Can-Utility And The Coastliners, das in seinen 5 Minuten mehr Anspruch, Ideen und Genialität legt, als so manche moderne Progband auf einem ganzen Album zusammenkriegen (möglicherweise der beste Genesis Song - ever). Horizons, als kurzes Gitarrensolo, leitet dann den wohl am kontroversesten diskutierten "Song" (bei fast 25 Minuten wohl eher "Werk") ein. Supper's Ready ist mit seinen 7 Parts halt auch für viele 7 Songs, gigantisch aufgeplustert und zusammenhangslos aneinandergereit. Ich empfinde nicht so, kann den Weg dieses Werkes nachvollziehen, und überhaupt gilt hier, was für das ganze Album gilt: Maßstab in Sachen Prog-Longsong!!! Was hatte ich zu Anfang gesagt? - Ein Muß!!!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
11.8.2002 |
| Letzte Änderung: |
3.5.2003 |
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Es gibt Alben, deren erste Takte so unverwechselbar und charakteristisch, ja beinahe Synonym und Fanfare für das gesamte folgende Werk sind, dass später bereits beim ertönen dieser ersten wenigen Takte die Augen zu leuchten und eine Gänsehaut sich breit zu machen beginnen. Close to the edge ist so ein Album, Wish you were here ebenso und dann noch Foxtrot. Die Mellotron-Akkorde zu Anfang von watcher of the skies, die Steigerung mit einsetzendem Schlagzeug (die Snaredrum klingt grandios!) und Gitarre, der schleppende 6/8-Takt mit intelligent eingestreuten breaks und darüber der bis dato wohl kraftvollste Gabriel. Dazu tolle Dynamiksprünge (um 6:00, herrlich die leisen, weit entfernten Keyboardtupfer) und eine Superproduktion. Watcher hat Evergreenstatus.
Time table ist ein sehr stimmungsvolles, fliessendes Kleinod. Dann folgt mit Get`em out by friday ein weiterer Höhepunkt des Albums. Stark ist der köstlich bedrückend-futuristische Text Marke George Orwell oder Aldous Huxley mit Zeilen wie "this is an announcement from genetic control: it is my sad duty to inform you of a 4ft restriction on humanoid height." Packend das Wechselspiel zwischen schnellem, druckvollem, getriebenem Refrain, ausdrucksstarker Stimme und unverwechselbaren Stakkato-Keyboard-Tupfern auf der einen und ruhigen Passagen auf der anderen Seite. Bei 4:57 sieht man beinahe einen Trauerzug durchs Zimmer gehen.
Can-Utility and the coastliners entwickelt sich von einem ruhigen Stück zu Anfang zu einem der atmosphärisch dichtesten Genesiswerke überhaupt und ist neben dem Schluss von Ikhnaton and Itsacon mein absoluter Favorit dieses Albums. Komischerweise erinnert mich der Anfang des Stücks irgendwie an den Anfang von "Fuuhl am Strand" von BAP (umgekehrt übrigens auch, aber das nur am Rande). Man nehme einen abgrundtiefen Bass, der immer die gleiche Tonhöhe spiele, wie ein tiefer Gongschlag monoton pulsierend, dazu gesellen sich zwei Gitarrenakkorde, ein wildes Schlagzeug, das dem ganzen einen zerrenden drive gibt und als Sahnehaube obendrauf lege man herrlich schräge Mellotronteppiche. Fertig ist eines der grössten Progoeuvres aller Zeiten. Und klingen tut das ganze auch noch fantastisch. Genesis quinze points!
Horizons erlaubt nochmals eine kurze Entspannung auf höchstem Niveau, bevor uns der Hauptgang aufgetischt wird: supper`s ready!
Meine Vorrezensenten haben bereits alles über dieses Werk gesagt. Erwähnen möchte ich lediglich eine Stelle, die mir besonders gefällt. Ab 7:24 der wilde gestreckte Galopp, versinnbildlicht durch den doppelten Snareschlag, dann ab 8:20 Schönheit pur: ein weisses Pferd reitet, ja schwebt fast, durch eine schneebedeckte, kalte Winterlandschaft. Der Schluss ist ebenfalls grossartiges Theater. Da haben sich wohl unter anderem auch Spocks Beard ihre Inspiration geholt.
Foxtrot ist ein Meilenstein der Proggeschichte.
| Anspieltipp(s): |
can-utility and the coastliners |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
22.5.2003 |
| Letzte Änderung: |
22.5.2003 |
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Warum eigentlich noch ein Album besprechen, das von den werten Kollegen schon so gut und ausführlich besprochen wurde? Weil man dem meiner Meinung nach besten Prog-Album aller Zeiten gar nicht genug huldigen kann, lautet meine Antwort.
So möchte ich diesem Meisterwerk auch noch meinen Tribut zollen. Bekanntermaßen sind schließlich Genesis meine Lieblingsband und auf "Foxtrot" wird der klassische Genesis-Stil in vollendeter Form dargeboten. Es versetzt mich jedesmal aufs Neue in Verzückung, wenn ich nur die eröffnenden ellotronakkorde von "Watcher of the Skies" höre. Immer dynamischer werdend mit einem Gabriel in Höchstform (vielleicht der Form seines Lebens?), weiß der Song trotz durchaus repetitiver Grundstruktur die aufgebaute Spannung bis zum Ende zu halten. Weit mehr noch als auf der Studioaufnahme kommt allerdings auf Live-Mitschnitten die urgewaltige Kraft des Stückes durch.
"Time Table" setzt dagegen einen ruhigen Kontrapunkt, der einen fast in die Zeit von Minnesängern und holden Jungfrauen zurückversetzt. Schön.
Weiter geht es mit dem genialen "Get 'Em Out By Friday", dessen Story in der Tat an Orwell oder auch Jewgenij Samjatin erinnert. Das erste Prog-Epos des Albums und insbesondere beeindruckend wegen des Zusammenspiels zwischen dynamischen und ruhigen Passagen, zwischen theatralischem Gesang und keyboarddominierter Instrumentalarbeit. Trotz der unverkennbaren Klasse der bisherigen Songs beginnt aber hier das Album erst richtig - folgen doch die beiden stärksten Stücke, die Genesis meiner Meinung nach je geschrieben haben (das schöne, akustische "Horizons" klammere ich als Zwischenspiel mal aus).
"Can-Utility and the Coastliners" in seinem majestätischen Mellotrongewand unterstützt von einem herrlich dynamischen Schlagzeug ist für mich jedenfalls DER Prog-Shortsong überhaupt, allein für die Inspiration zu diesem Song ist dem Wikingerkönig Canute mein ewiger Dank gewiß.
Auf jedem anderem Album wäre das der Höhepunkt schlechthin gewesen, hier jedoch ist es nur der hervorragende Aufgalopp zu *meinem* Prog-Song überhaupt: Supper's Ready! Eigentlich wurde von meinen Vorrednern schon alles zu diesem Epos gesagt, das wohl von einer etwas mysteriösen "Geisterscheinung" von Gabriels damaliger Freundin inspiriert wurde. Daher sei mir als nur noch die ganz persönliche Äußerung gegönnt, daß der Schlußteil ab einschließlich "Apocalypse in 9/8" das bewegendste und ergreifendste Stück Musik ist, das ich je gehört habe. Mir stellt es bei jedem Hören aufs Neue die Haare auf.
Daher bleibt mir zum Abschluß nur eins: Eine tiefe Verneigung und ein Dank an Genesis für diese ewige Sternstunde des Progressive Rock, ja der Musikgeschichte an sich.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
24.6.2004 |
| Letzte Änderung: |
24.6.2004 |
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Mit Foxtrot und dem nachfolgenden Selling England by the Pound haben Genesis es geschafft, ihre beiden Meisterwerke zu verwirklichen, ohne wirklich neue Elemente in ihre Musik eingeführt zu haben. Die mit „Trespass“ begonnene Serie erscheint mir daher weniger wie eine Entwicklung, sondern eher wie eine Reihe von Anläufen. Durch wiederholte Versuche lässt sich Sicherheit und Souveränität erreichen – und beides strahlen Foxtrot und sein Nachfolger aus.
Eigentlich gehöre ich nicht zu den ganz großen Genesis-Liebhabern, denn ich kann Musik gut leiden, bei der es ein bisschen wilder getrieben wird. Trotzdem erreicht mich Foxtrot. Das was diese Musik kann und will, wird hier auf sehr hohem Niveau geboten. Und ganzen Generationen von Neoproggern wurde damit gleichzeitig der Floh ins Ohr gesetzt, im gleichen Stil immer weiter und weiter spielen zu wollen - auch wenn sie dabei selten den Charakter und die Ausdruckskraft des Vorbilds erreichen.
Da Foxtrot eins von den beiden Genesis-Alben ist, die man einfach kennen muss, bietet sich die jetzt vorliegende Neuedition für alle an, die dieses Kennenlernen noch vor sich haben. Für die Ausstattung der Neuauflage gilt das, was ich auch schon zu „Trespass“ und zu „Nursery Cryme“ geschrieben – mit dem Zusatz, dass auf der Bonus-DVD diesmal neben Interviews auch Livebilder aus den 70ern zu sehen sind.
Insbesondere der 1972er-Auftritt im Belgischen Fernsehen ist eine kleine Perle, wie ich finde. Es gibt zwar keine große Licht- und Kostümshow, die Gruppe agiert vielmehr in einem hell ausgeleuchteten und völlig kahlen TV-Studio. Aber dafür sitzt man als Beobachter auch wirklich in der ersten Reihe und kann den Musikern so richtig auf die Finger sehen – was ich meistens interessanter finde als ein großes Bühnengedöns.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
28.4.2009 |
| Letzte Änderung: |
28.4.2009 |
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