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Univers Zero

Phosphorescent Dreams

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; RIO / Avant
Label: Arcàngelo / Disk Union
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Kurt Budé Clarinet, Bass Clarinet, Sax, Percussion
Nicolas Dechene Guitars
Daniel Denis Drums, Percussion
Dimitri Evers Bass
Antoine Guenet Keyboards

Gastmusiker

Nicolas Denis Drums (Track 3)
Hugues Tahon Trumpet (Tracks 4,6,7)
Adrien Lambinet Trombone (Tracks 4,6)

Tracklist

Disc 1
1. Shaking Hats 9:43
2. Vocation 4:46
3. Très Affables 7:29
4. Reve Méchanique 12:31
5. Les Voleurs d'Ombre 9:57
6. L'Espoir Perdu 5:25
7. Phosphorescent Dreams 12:44
Gesamtlaufzeit62:35


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Stravisnkys Rockband meldet sich mal wieder zu Wort. Recht genau vier Jahre nach dem Erscheinen von "Clivages" legt Daniel Denis mit "Phosphorescent Dream" das Univers-Zero-Album Nummer 13 vor. Die in einem schmucken Digipack steckende CD wurde im Februar 2014 vom Japanischen Label Arcanàngelo (das sonst vor allem für hochwertige Reissues von allerlei Prog- und Rockklassikern bekannt ist) veröffentlicht, passenderweise versehen mit der Katalognummer ARC 1313 (1313 war auch die Seriennummer, welche auf dem Univers-Zero-Erstling zu finden war). Gut das Roger Trigaux hier nicht mit dabei ist, leidet dieser ja bekanntlich unter Triskaidekaphobie.

Daniel Denis hat die Band radikal umgestellt. Oder, wie man auf der Internetpräsenz der Gruppe nachlesen kann, hat Denis Univers Zero im Grunde aufgelöst und dann neu gegründet. Trotzdem sind von der "alten" Besetzung, der, die "Clivages" eingespielt hat, neben Denis noch Kurt Budé und Dimitri Evers übrig geblieben. Neu an Bord sind der Gitarrist Nicolas Dechene und der Tastendrücker Antoine Guenet. Dazu kommen noch zwei blechblasende Gäste und Denis' Sohn Nicolas als Schlagzeuger in einem Stück. Letzterer durfte auch schon auf einer Nummer von "Clivages" trommeln. Deutet sich hier ein Generationswechsel an?

"I wanted this 13th album to open the band's music to other directions, different sound and musical structures, different from the ones that had been in use for years", stellt Denis zum neuen Album fest. So furchtbar andere Töne als früher sind auf "Phosphorescent Dream" dann aber doch nicht zu finden. Die charakteristische UZ-Musik gibt es hier zu hören, einen komplexen Neoklassik-Kammerprog, den man sofort als ein typische Denis-Produkt erkennt. Andererseits hat Denis aber auch recht. "Phosphorescent Dream" klingt schon etwas anders. Es sind erstmals auf einem Univers-Zero-Album keine Streichinstrumente vorhanden und es fehlen - wie auch auf "Uzed" und "Heatwave" - die ansonsten prägenden Doppelrohrblattklänge (Fagott, Oboe). Dafür erklingt recht prominent Blechgebläse (in der zweiten Albumhälfte) und es gibt - ungewöhnlich für die Band - viel Gitarre, meist E-Gitarre, zu hören.

"Phosphorescent Dream" hat daher einen etwas rockigeren, bisweilen fast brassrockigen Sound und wirkt elektrifizierter. Gleichzeitig kommt die Musik weniger düster aus den Boxen, tänzelt stellenweise eher locker und beschwingt voran, wirkt aber auch etwas delikater und differenzierter als früher, leiser, gesetzter, auch ein wenig reifer. Richtig laut und wüst wird es hier selten, wobei es gerade in der zweiten Hälfte des Albums, oder ab Track 3, doch ab und zu gut zur Sache geht und die Musik gelegentlich auch gemäßigt aus den Fugen gerät. Dazu kommen immer wieder Fragmente folkig-medievaler Tänze, oder zumindest Momente, die so klingen, als würden sie auf solcherlei Reminiszenzen beruhen.

Einige der Stücke wurden offenbar im Auftrag der Cineteca Nacional von Mexiko (einer Art nationalem Filmmuseum bzw. Filmarchiv) als Begleitmusik für experimentelle Kurzfilme aus den 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts konzipiert und auch von diesen begleitet aufgeführt. Das erscheint mir auch ein recht passendes Szenario für diese expressionistischen Klänge.

Alles in allem bleibt sich die Band (Denis) aber, trotz der oben angedeuteten klanglichen Abweichungen, treu und bietet den gewohnten, mit einem etwas anderen Instrumentarium virtuos dargebotenen, klangvoll-komplexen, oft sehr rhythmischen, neoklassisch-progressiven und sperrigen Kammerrock, den man von ihr (ihm) kennt und schätzt. Radikale Neuorientierungen, wie man sie bisweilen bei den französischen Kollegen von Art Zoyd erlebt, wird man von Univers Zero auch kaum (mehr) erwarten.

Liebhaber des franko-belgischen Avantprogs, die vielleicht auch langsam zusammen mit UZ in die Jahre kommen (wie der Rezensent), sollten an diesem Alterswerk der Formation um Daniel Denis jedenfalls sehr viel Freude haben. Wer die Musik der Belgier noch nicht kennt, hätte mit "Phosphorescent Dream" eine ganz gute Scheibe für den Erstkontakt mit der Musik der Band zur Hand. Das Ganze hat allerdings den Haken, dass der Bezug des (zumindest im Moment) nur in Japan veröffentlichten Albums in Europa etwas (sehr) teuer ist. Das tut der musikalischen Qualität der Scheibe zwar keinen Abbruch, macht sie aber wohl nur für wirkliche Fans der Formation interessant, die die hohen Kosten nicht scheuen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.2.2014
Letzte Änderung: 29.7.2014
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Univers Zero

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 Univers Zero (1313) 13.00 2
1979 Heresie 12.00 2
1981 Ceux Du Dehors 12.00 3
1984 Uzed 13.00 1
1986 Heatwave 11.50 2
1999 The Hard Quest 10.00 2
2001 Crawling Wind 10.00 1
2002 rhythmix 12.00 1
2004 Implosion 10.50 2
2006 Live 12.50 4
2009 Relaps - Archives 1984 - 1986 11.25 4
2010 Clivages 12.00 2

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