SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
22.9.2018
VAK - Budo
Time Collider - Travel Conspiracy
21.9.2018
Regal Worm - Pig Views
Tri Atma - Tri Atma
Jean Michel Jarre - Planet Jarre
42DE - Fall of the Moon
20.9.2018
Yes Featuring Jon Anderson, Trevor Rabin, Rick Wakeman - Live at the Apollo
Aaron Brooks - Homunculus
19.9.2018
Svin - Virgin Cuts
Marcello Giombini - Computer Disco
UFO över Lappland - UFO över Lappland
18.9.2018
Mark Wingfield - Tales from the Dreaming City
Blackfield - Open Mind - The Best of Blackfield
17.9.2018
Giant Hedgehog - Die Irrealität der Zeit
16.9.2018
Ángel Ontalva & Vespero - Sea Orm Liventure
Finally George - Life is a Killer
15.9.2018
Dai Kaht - Dai Kaht
OAK (Oscillazioni Alchemico Kreative) - Giordano Bruno
ARCHIV
STATISTIK
24904 Rezensionen zu 17073 Alben von 6653 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Present

Triskaïdékaphobie

(Archiv-Tipp 3/2014)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1980 (Expanded & Remastered CD-Reissue 2014, Cuneiform Records)
Besonderheiten/Stil: instrumental; RIO / Avant; Zeuhl
Label: Atem
Durchschnittswertung: 13/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Roger Trigaux Gitarre, E-Piano
Alain Rochette E-Piano
Christian Genet Bass
Daniel Denis Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Promenade au fond d'un canal 19:22
2. Quatre-vingt douze 15:40
3. Repulsion 3:25
4. Dense   (Bonus, live 1981) 9:55
5. Vous le saurez en temps voulu   (Bonus, live 1981) 10:34
Gesamtlaufzeit58:56


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Anfang 2014 wurden die ersten beiden Alben von Present, Triskaïdékaphobie (1980) und Le poison qui rend fou (1985), in Remaster-Versionen herausgebracht, die noch dazu jeweils mit Bonusmaterial versehen sind. Bislang waren beide zusammen auf einer CD erhältlich.

Present entstanden, nachdem der spätere Bandgründer Roger Trigaux im Mai 1979 Univers Zéro verlassen hatte, um sich einer zunächst als reines Studioprojekt geplanten neuen Band zu widmen. Im Gegensatz zu der kammermusikalischen Instrumentierung von Univers Zéro sollte Present auf eine normale Rockbesetzung reduziert sein, bestehend aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und E-Piano. In dieser Besetzung entstand im Verlauf der ersten Hälfte des Jahres 1980 das Debütalbum Triskaïdékaphobie. Der Titel bedeutet „Angst vor der 13“ und ist eine Anspielung auf die Katalognummern der ersten beiden Alben von Univers Zéro, EF1313 und EF131313, und hat ansonsten keinen weiteren Bezug zur Musik.

Im Zentrum des Albums stehen die beiden langen Kompositionen Promenade au fond d’un canal und Quatre-vingt douze, kantig-komplexe Klanggebilde aus ineinander verschachtelten Rhythmen und instrumentalen Linien, die zu einem dichten, düsteren Gebräu verwoben werden. Speziell Promenade hat dabei eine geradezu hypnotische Kraft, die lediglich durch die etwas dünne Produktion gebremst wird. Der repetitive Aufbau dieses Stücks zeigt dabei einen deutlichen Zeuhl-Einfluss, insbesondere durch das stakkatoartig hämmernde E-Piano. Dazu erzeugt Roger Trigaux sägend-kratzende Klangschleifen auf der E-Gitarre. In Quatre-vingt douze wechselt Trigaux von der Gitarre zum zweiten E-Piano. Für das abschließende, kurze Repulsion wurde ein Stückchen der Rhythmusspur von Promenade mit verschiedenen Geräuschen unterlegt.

Die neue CD-Ausgabe kommt mit 20 Minuten Bonusmaterial in Form von zwei Stücken, die bei einem Konzert am 28. Februar 1981 in Brüssel mitgeschnitten wurden. Es handelt sich dabei um Stücke, die ursprünglich für Univers Zéro komponiert wurden: Dense von Daniel Denis erschien dabei erst später auf Ceux du dehors, Trigaux’ Komposition Vous le saurez en temps voulu stammt von Hérésie. Da Present damals nur über knapp 40 Minuten eigener Musik verfügten, spielten sie auch noch diese beiden „Coverversionen“. Durch die veränderte Instrumentierung bekommen die Stücke hier einen völlig anderen Klangcharakter.

Die Aufnahmen wurden von Udi Koomran, dem langjährigen Tontechniker der Band, remastert und kommen in exzellentem Klang. Zumindest die Studioaufnahmen, die Liveaufnahmen klingen nicht ganz so brilliant, aber auch hier ist der Klang absolut in Ordnung, so dass die Bonustitel einen echten Mehrwert bieten. Außerdem kommt die Neuausgabe mit einem reich bebildertem Booklet, das eine umfangreiche Bandhistorie enthält.

Auch wenn mir manches spätere Present-Album (noch) besser gefällt, gehört Triskaïdékaphobie doch eindeutig zu den wichtigsten Alben der RIO/Avant-Szene. Sollte jeder an Avant-Prog interessierte kennen - und wer die alte Ausgabe hat, sollte nicht zuletzt wegen der Bonustitel umsteigen. Lohnt sich!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.3.2014
Letzte Änderung: 10.3.2014
Wertung: 13/15

Zum Seitenanfang

Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


1980. Der klassische Progressive Rock war verklungen. Bands wie Saga, Journey, Styx, Kansas und Rush hatten den altgewordenen Begründern des Genres den Rang abgelaufen. Die füllten zwar immer noch Stadien, aber ihre versponnenen Epen würden nicht mehr lange vorhalten konnten. Und so wandten sie sich von dieser Art Musik ab, nahmen "Duke", "90125", "Emerson, Lake & Powell", "90125" und "Asia" auf, hatten damit Erfolg – und fanden sogar Gefallen daran. Neue, junge Bands gaben sich mit Musik vom Niveau Relayers, Reds oder Octopussies gar nicht erst ab.

Doch war der Hochniveauprog damit tot? Mitnichten! Er wanderte nur ab, in Nischen, unter Brücken, in dunkle Verliese, tief verborgen im Untergrund. Und es sollte Jahre dauern, bis er daraus wieder hervorgekrochen kam. Einstweilen griff er lose Enden auf, die Bands wie Magma, Soft Machine, King Crimson oder, in ihren experimentellsten Momenten, ELP hatten ungenutzt herumliegen lassen. Begleitet wurde er dabei von ein paar einsamen, übriggebliebenen Fans und noch einsameren Fanzines, Eurock etwa, dass der experimentellen, heute "RIO" genannten Szene so lange treu blieb, wie nur irgend möglich.

"Triskaïdékaphobie" also! Die Angst vor der 13. Die niemand in der Band hatte, schon gar nicht ihr Chef Roger Trigaux. Der glaubt nämlich bis heute, wie er betont, an gar nichts, schon gar nicht an den Aber. "Triskaidingsbums" also beginnt mit "Promenade au fond d'un canal", dem man schnell besagte Magma-Einflüsse anhört, recht kräftige noch dazu. Hypno-Rock schon aus seiner mittleren Phase, aber sehr reduziert, sehr trocken. Es fehlt jeglicher Swing, den Magma, so statisch deren Musik oft daherkam, bisweilen, hier und da, eben doch noch hatte. Einige Keyboardpassagen zu Beginn sind von Keith Emerson hergeleitet, nicht von dem romantischen oder dem trötig-fanfarigen, sondern von jenem Keith Emerson, der Bartók und Ginastera aufgesogen und in seinen Stil integriert hatte.

"Quatre-vingt douze" (92, oder auch 80/12) kommt da schon eigenständiger daher. Das Stück lebt zwar genauso wie "Promenade au fond d'un canal" von Dissonanzen, Sekunden und Tritoni, ist aber lebendiger und wirkt daher wie eine Säbeldanse macabre. Krass. Geil. 1980? Hier ist Prog.

Dass es damals außer Present und Marillion noch mehr Progressive Rock gab, beweist die Inklusion von zwei Uzed-Stücken ("Uzed" nennen coole Insider die Band Univers Zéro), nämlich "Dense" und "Vous le saurez en temps voulu". Das eine, wie Jochen schon schrob, von "Zeugs du de Horse", das andre vom cool betitelten "Hérésie". Beide werden in typisch roher, trockener und äußerst eindringlicher Manier von Present präsentiert. Geiler Sprachscherz.

"Triskaïdékaphobie"! Ein Muss-Hab, diese Auflage. Wer wissen will, ob es in den 80ern doch noch Prog gab, oder ob wir damals wirklich alle verdammt waren, Marillion, It Bites (brrrrr…) und Asia zu hören ("wir wussten ja von nichts!"), der sollte mal Present kennenlernen. Diese Neuauflagen sind eine fantastische Gelegenheit dazu.

Anspieltipp(s): "Dense"! Sehr, sehr geile Version übrigens.
Vergleichbar mit: Naja, Uzed zum Beispiel.
Veröffentlicht am: 8.5.2014
Letzte Änderung: 8.5.2014
Wertung: 13/15
Ein Muss-Hab!

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Present

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1985 Le poison qui rend fou 14.00 2
1989 Triskaïdékaphobie / Le Poison Qui Rend Fou 14.00 2
1993 C.O.D. Performance 11.00 1
1996 Live! 12.00 1
1998 Certitudes 10.00 1
1999 No.6 13.00 2
2001 High Infidelity 13.50 2
2005 A Great Inhumane Adventure 9.00 1
2009 Barbaro (ma non troppo) 12.50 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum