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Genesis

Selling England by the Pound

(Siehe auch: Leitfaden "Britischer symphonischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Virgin
Durchschnittswertung: 13.29/15 (7 Rezensionen)

Besetzung

Phil Collins Drums,percussion,vocal
Michael Rutherford 12-string,bass,electric sitar
Stephen Hackett Electric guitar,nylon guitar
Tony Banks Keyboards,12-string
Peter Gabriel Vocals,flute,oboe,percussion

Tracklist

Disc 1
1. Dancing with the moonlit knight 8.02
2. I know what I like (In your wardrobe) 4.07
3. Firth of fifth 9.38
4. More fool me 3.10
5. The battle of Epping Forest 11.44
6. After the ordeal 4.13
7. The cinema show 11.05
8. Aisle of plenty 1.33
Gesamtlaufzeit53:32


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 7)


Benannt nach einem Wahlkampfspruch aus jener Zeit, präsentiert "Selling England by the Pound" Genesis auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Textliche und musikalische Vielschichtigkeit, Verspieltheit und englischer Humor von "The Battle of Epping Forest" konkurrieren hier mit der fast epischen Ernsthaftigkeit von "Firth of Fifth" und dem kämpferischen Abwechslungsreichtum von "Dancing with the Moonlig Knight". Vielleicht das Beste was Banks je komponierte, "Firth of Fifth", beinhaltet neben beeindruckendem Pianothema auch ein majestätisch schönes Gitarrensolo von Hackett. Auf "The Cinema Show", noch einem Genesis-Klassiker, erklingen einige für Tony Banks typische Keyboardpassagen, die nicht immer zusammenhängend wirken. Der Singlehit "I know what I like" sollte, wie ich meine, als humorvolle Abwechslung im Gesamtbild dieses Albums gesehen werden.

Peter Gabriel treibt seine Wortspielereien auf "Selling England by the pound" bis zum Exzess. Auf "Aisle of Plenty" werden sogar einige Supermarkt-Angebote aufgezählt. Ähnliche Zustände werden Gabriel zu der selbstironischen Bemerkung veranlaßt haben, nach mehreren Interviews und den damit verbundenen Erklärungsversuchen beginne er seine Texte langsam zu verstehen.

Die Studioaufnahmen wurden von ermüdenden bandinternen Diskussionen begleitet, wessen Songs schließlich öffentlichkeitstauglich seien, und welche man fallenlassen sollte. Und so mochte Tony Banks die ellenlangen Sprechgesang-Exkursionen von Gabriel auf "The Battle of Epping Forest" gar nicht, Gabriel konnte das Keyboardsolo von "The Cinema Show" nicht ausstehen und das instrumentale Stück von Hackett "After the ordeal" wollte, bis auf Hackett selbst, eigentlich niemand auf der Platte haben. Letzten Endes wurde kaum etwas weggelassen, was leider auch zum überflüssigen Song "More fool me", mit schwachbrüstigem Gesang von Collins führte.

Mir gefällt an diesem Album vor allem das technisch perfekte Schlagzeugspiel von Phil Collins, sowie der klanglich und musikalisch hervorragende Gesamteindruck. Die Band wirkt sehr homogen und aufeinander eingespielt, und trotz der durchkomponierten Stücke scheint manchmal einiges an jazz-rock-ähnlicher Leichtigkeit aufzukommen, was aber bei den einstudierten Solo- oder Unisonoparts von Genesis natürlich nichts mit Improvisation zu tun hat. Da werden wohl auch die mutigen "Selling England..."/Canterbury-Vergleiche ihren Ursprung haben.

Insgesamt eine klassische Genesis-Platte, die mindestens drei unvergeßliche Progmeisterwerke bietet, gleichzeitig für viele das Beste, was diese Band je gemacht hat.

Anspieltipp(s): Firth of fifth,Dancing with the moonlit knight,Cinema Show
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.6.2002
Letzte Änderung: 15.6.2002
Wertung: 13/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 7)


Hier kann ich mich Siggy weitgehend anschließen und mich auf einige kleine Ergänzungen bzw. etwas abweichende Azentuierungen beschränken:

1. "Firth of Fifth" kann gar nicht deutlich genug gewürdigt werden! Der Instrumentalteil des Stücks ist einfach von überwältigender Virtuosität und nur zum Dahinschmelzen. Gleiches gilt für Moonlit Knight und Cinema Show.

2. "The Battle of Epping Forest", aus der Schule von "The Knife", ist ganz nett, aber eigentlich zu lang geraten. Für diese Länge bietet das Stück einfach zu wenig kompositorische Substanz.

3. "I know what I like" ist zwar ein netter Ohrwurm, aber doch unterhalb des kompositorischen Niveaus der Band, zumindest Anfang der 70-er. Niedlichkeiten dieser Art werden uns von nun an allerdings in zunehmender Häufigkeit begegnen.

4. Apropos unterhalb des kompositorischen Niveaus: Dies trifft in noch verstärktem Maße auf die Collins-Nummer "More fool me" und Hacketts Gitarrenstückchen "After the Ordeal" zu.

5. Insgesamt aber einer der ganz großen Klassiker von Genesis, nach dem Doppelschlag "Nursery Cryme"/"Foxtrot" müssen allerdings leichte Ermüdungserscheinungen konstatiert werden.

Anspieltipp(s): Dancing with the Moonlit Knight, Firth of Fifth, The Cinema Show/Aisle of Plenty
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.6.2002
Letzte Änderung: 20.1.2005
Wertung: 14/15

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Von: Fix Sadler (Rezension 3 von 7)


Der Einstieg ist Gänsehaut pur! Dancing.... ist ein Song, der sogar bei all(!!) meinen Bekannten eine Hellhörigkeit herausfordert. Folkig, mittelalterlich wird der Song behutsam aufgebaut. Gabriel "meckert" absolut fantastisch (....you don't give a daaaaam...). Fanfarenhaft, pompös wird das Genesis-typische Instrumental mit satten Keyboards, richtig guter Rhythmusarbeit eingeleitet und proggt dann nahezu bis zum Schluß vom Feinsten. Warum man allerdings dann noch fast 2 Minuten Geklimper anhängen mußte, wissen wahrscheinlich selbst die Jungs nicht.....trotzdem, einer der stärksten Genesis-Songs, und die alleinige Rechtfertigung zum Kauf. Muß aber auch sein, denn mit I Know What I Like folgt der erste Single Nr.1 Hit (Italien). Er ist es, der mir persönlich eher unangenehm, weil langweilig, quäkig, durchschnittlich, auffällt.

Sei's drum, folgt doch mit Firth Of Fifth eine wunderschöne (Bombast-) Ballade, geprägt durch das wunderschöne Piano-Spiel von Banks, der Flötensoloeinlage und dem sphärischen Gitarrensolo, zu dem ein Rutherford schlicht nicht in der Lage ist (hier mal eine gebrochene Lanze für Darryl Stuermer, der dieses Solo nahezu Originalgetreu nachgespielt hat, Hut ab). More Fool Me ist dann schlicht das schlechteste, was Genesis je gemacht haben (ALLE ALBEN!!). Ein unglaubliches Rumgejammer von Phil, ohne Struktur oder Aufbau....ein Glück, daß das Teil gerade mal 3 Minuten lang ist....

Tja, Battle Of Epping Forrest, für mich irgendwie ein versuch dem Epic, Supper's Ready einen Nachfolger zu geben......Musikalisch nicht ganz zu Ende gedacht, mit vielen unpassenden Breaks und unschönen Stimmungswechseln, was bei Supper's Ready noch so toll geklappt hat, klappt hier nur noch sehr bedingt.....allerdings, ganz klar ein Bonus-Punkt für den absolut geilen Gesang - Gabriel singt hier verschiedene Charaktäre so, als seien tatsächlich mehrere Sänger am Werke. Trotzdem ist dieser Song wohl der Vorlagengeber für, ach so viele, (italienische) Genesis-Klone..... After the Ordeal ist ein Hackett-Instrumental und wird sogar von der Band als unschönes Stück empfunden, dem möchte ich garnicht viel hinzufügen, seit ich die CD habe überklicke ich regelmäßig....ein unmotiviertes Gitarrengezupfe.

The Cinema Show führt uns dann ins Einstiegs-Niveau zurück. Sehr lyrisch und ausgewogen wird der Song wieder schön aufgebaut. Sehr ruhig mit akustischen Instrumenten (Gitarre, Flöte) sowie E-Piano und dem einfühlsamen Schlagzeug von Collins (sagt was Ihr wollt, ein super Schlagzeuger ist dieser Mann!) ist der Gesangsteil unterlegt. Schließlich geht es aber doch ab, wobei natürlich wieder die Keyboards die entscheidende Rolle übernehmen (ist Live natürlich auch druckvoller, aber hey, die Platte ist von 1973!). Das ganze steigert sich zuhörens, und geht über in.....Aisle Of Plenty, einer Reprise des Dancing-Themas, das die Platte "marktschreierisch" ausklingen läßt. Fazit: Neben Foxtrot die Genesis Platte die man haben muß!

Anspieltipp(s): Dancing With The Moonlight Knight, The Cinema Show
Vergleichbar mit: Canterbury Sound
Veröffentlicht am: 11.8.2002
Letzte Änderung: 15.8.2002
Wertung: 12/15

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Von: Michael Sujatta @ (Rezension 4 von 7)


Hierbei handelt sich um ein Album, welches regelmäßig in Umfragen nach dem besten Prog-Album aller Zeiten auf dem ersten Platz landet (siehe auch Poll auf ProgRock-dt bei Yahoo). Doch meiner Meinung nach haben Genesis auf „Foxtrot" insgesamt konsistenteres Material abgeliefert; wie so oft ist das, was die Mehrheit gut findet, nicht unbedingt das Beste. Versteht mich nicht falsch, es handelt sich um ein fantastisches Album mit überwiegend tollen Momenten, aber es offenbart auch schon erste Versuche in Richtung Mainstream.

Verheißungsvoll geht es mit „Dancing With The Moonlit Knight" los, das sich sehr dynamisch entwickelt, jedoch mit absolut sinnlosem inspirationslosen Gedudel endet - für meine eigens erstellte Genesis-Best-of-CD ist dieses Stück daher um die letzten 1 1/2 Minuten gekürzt und mit einem Fadeout bearbeitet worden. Es folgt mit „I Know What I Like" ein radioverträglicher Song, der eigentlich nicht so schlimm wäre, würde der Refrain nicht so nervtötend daherkommen und zusätzlich mit scheußlichen Synthie-Klängen verhunzt werden - wirklich ein Kandidat für den schlimmsten Refrain in der Geschichte von Genesis.

Besondere Erwähnung verdient das grandiose „Firth of Fifth", zu welchem ich eine besondere Beziehung habe, ist es doch eines der ersten Prog-Stücke, die mir zu Ohren gekommen sind. Allein schon das Piano-Intro ist nicht von dieser Welt aufgrund seiner kristallklaren Schönheit. Auf weniger spektakuläre aber dennoch gute Gesangspassagen folgt ein hervorragender instrumentaler Mittelteil, der in das vielleicht beste Hackett-Gitarrensolo überhaupt mündet; die Gitarre klingt allerdings irgendwie merkwürdig „schneidend-dröhnend", schwierig zu beschreiben. Majestätisch erhebt sich am Ende noch einmal Gabriels Stimme und wenn dann das Klavier ausklingt, habe ich immer wieder das Gefühl, es nach „Supper's Ready" mit Genesis' bestem Lied zu tun zu haben.

Auf über weite Strecken grandiose Musik folgen einige wenige schwache Minuten - dieses Muster durchzieht sich durch das gesamte Album. So ist „More Fool Me" geprägt von gähnender Langeweile (noch dazu mit Collins' Gesang); auch „After The Ordeal kommt ziemlich belanglos daher.

Wenden wir uns also wieder den starken Momenten der Platte zu. Anders als Fix und Frank empfinde ich „The Battle Of Epping Forest" als durchaus gelungen, ohne es in den Prog-Olymp erheben zu wollen. Das Stück lebt von einer stimmungsvollen Atmosphäre und Gebriels hervorzuhebender Gesangsakrobatik - hier zeigt sich wie in kaum einem anderen Lied sein Talent, Geschichten mit angemessener Intonation zu erzählen. Was mich im Allgemeinen ein wenig verwundert, ist die hohe Stellung, die „The Cinema Show" bei vielen genießt, denn ich empfinde es vor allem während der ersten Minuten nicht als besonders spannend, bin aber begeistert von den tollen Harmonien, die im Verlauf des Stückes noch hervorgezaubert werden; ein guter Titel, aber kein Kandidat für eine Best-of-CD.

Auch wenn das Werk insgesamt relativ viel Füllmaterial beinhaltet: Zählt man auf der Habenseite die hörenswerten Stücke bzw. Abschnitte zusammen, kommt man doch auf immerhin etwa 38 Minuten gute bis sehr gute Musik - so lang war zu dieser Zeit manch ein Album gerade mal in der Gesamtspielzeit. Leider wird der Gesamteindruck aufgrund der Durchhänger ein wenig gemindert, dennoch haben wir es ohne Zweifel mit einem der essentiellen Genesis-Alben zu tun, es ist nach „Foxtrot" wohl das beste. Daher kann ich mich immer noch zu (knappen) 13 Punkten durchringen.

Anspieltipp(s): Firth Of Fifth
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.5.2003
Letzte Änderung: 9.5.2003
Wertung: 13/15
mit Tendenz nach unten

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 5 von 7)


Progherz was willst Du mehr : alleine in Dancing with the moonlit knight stecken soviele Ideen, findet sich eine solche Vielfalt und Abwechslung wie sonst auf einer ganzen Platte nicht. Genesis haben hier sämtliche Ingredienzien, die man sich nur wünschen kann, reinverbacken und ein Monsterstück geschaffen, welches mit supper`s ready in einem Atemzug zu nennen ist. Man kann sich eigentlich immer nur wiederholen : Komposition erstklassig, Instrumente bzw. Musiker virtuos und gefühlvoll, Stimme begnadet, Zusammenspiel stimmig und organisch, Progfaktor hoch. Selbst der irgendwie nicht so ganz zum Gesamtbild passende Schluss stört mich ehrlich gesagt nicht gross. Zu "I know what I like" wurde bereits alles gesagt. "Firth of fifth" ist ein weiteres Schmuckstück, das ebenfalls auf den Progolymp gehört. "More fool me" ist dann wie ein kaltes Glas Wasser, das einem ins Gesicht geschüttet wird. Grässlich ! Stilbruch ! Was sollte das denn ? "The battle of epping forest" ist ein ebenfalls sehr abwechslungsreiches Stück mit anspruchsvollen Tempi- bzw. Metrikwechseln. Mal 7/8, dann 6/8, 3/4 und 4/4. Steht für mich auf einer Stufe mit "Dancing" und "Firth".

"After the ordeal" ist eine ganze Ecke simpler und schafft es bei weitem nicht, das hohe Niveau der vorherigen Werke zu erreichen, aber bei aller Prügel, die es gekriegt hat möchte ich doch erwähnen, dass mir die Flöte ab 3:20 immer eine leichte Gänsehaut über den Rücken schickt. "Cinema show" schwenkt dann wieder auf die anspruchsvollere Schiene ein, obwohl es nicht ganz die Qualität der übrigen longtracks erreicht. Die einzelnen Keyboardsoli finde ich zum Teil etwas gar einfach gestrickt und langweilig. Aber Bombast und Grandezza hat das Teil und auch viel Power und Vorwärtsdrang.

Für die drei "Aussetzer" gibts einen Abzug, der Rest gehört in die Progruhmeshallen.

Anspieltipp(s): firth of fifth
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.5.2003
Letzte Änderung: 12.8.2003
Wertung: 13/15

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Von: Michael Weinel @ (Rezension 6 von 7)


Nun, da werde ich doch auch mal meinen Senf zu einer meiner absoluten Lieblingsplatten dazugeben.

Aufgrund dessen, dass fast alles schon gesagt wurde, beschränke ich mich auf ein paar Anmerkungen zu den einzelnen Songs:

- Dancing With The Moonlit Knight
Einer der stärksten Genesis-Nummern überhaupt. Ich finde das "Geklimper" als Outro nicht störend, obwohl das Stück auch ohne leben könnte.

- I Know What I Like (In Your Wardrobe)
Erster zaghafter Versuch, einen möglichen Hit zu schreiben. Bestimmt einer der schwächeren Momente des Albums, und auf etlichen Tourneen als Zugabe "totgenudelt" - ich persönlich kann's einfach nicht mehr hören.

- Firth Of Fifth
Auch bei mir eines der allerersten "frühen" Genesis-Stücke, die mir zu Gehör kamen. Offenbarung! Auch wenn ich inzwischen finde, dass die Studioversion etwas "zahm" klingt, live kommt vor allem die Dymanik während des Gitarrensolos (der Em/Bm/Am/B "Übergang") wesentlich besser rüber. Ach: das Piano-Intro ist ein Killer. Taktarten gefällig? 2/4 - 4/4 - 13/16 - 15/16. Ähm... ja.

- More Fool Me
Mhm, musste das sein? Hunde stupst man mit der Nase rein. *g* Im Ernst: Eine ziemlich belanglose Nummer aus der Feder von Rutherford und Collins.

- The Battle Of Epping Forest
Ein ziemlich anstrenges Stück Musik - aber ich mag es sehr. Zu bemängelt wäre vielleicht die Länge, aber Gabriel musste ja seine 342 Zeilen Text unterbringen... ;)

- After The Ordeal
Das scheint ja nicht sehr populär zu sein. Naja, überlebenswichtig ist es für mich beileibe auch nicht, aber schlecht finde es nicht. Eine "klassisch" angehauchte Komposition von Hackett (erster Teil) und Rutherford (zweiter Teil), die es übrigens auch mal in einer viel schnelleren Version gab (siehe die "In The Beginning" Bootlegs). Nebenbei: Tony Banks konnte das Stück nie leiden, unter der Begründung, dass er die Tonart D-Dur komisch klänge (oder so). Mhm!

- The Cinema Show
Und ein weiterer Über-Klassiker. Hier gilt vergleichbares wie bei "Firth Of Fifth": Ich bevorzugte die Live-Version (vor allem die von der 1976er Tour mit Bill Bruford). Hier klingt der Instrumentalteil noch ziemlich saft- und kraftlos. Dennoch eines der unverzichtbaren Musikstücke für mich. Das Keyboardsolo macht Laune und ist (relativ!) leicht zu lernen.

- Aisle Of Plenty
Ist quasi das Outro zu Cinema Show. Hier wird eine Akkordsequenz aus "Dancing..." wieder aufgegriffen, und schließt somit den Kreis des Albums.

Tja, was bleibt? Viel Licht, ein wenig Schatten. Und grundsätzlich höre ich nur selten die Studioversionen, weil's live einfach besser klingt. Dennoch ein Meisterwerk - wer es nicht kennt, sollte sich nicht ernsthaft als "Proggie" bezeichnen dürfen.

Anspieltipp(s): Fifth Of Fifth
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.7.2003
Letzte Änderung: 19.7.2003
Wertung: 14/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 7 von 7)


Selling England by the Pound ist für mich „die“ Genesis-Platte schlechthin. Wer will, kann zwar in Songs wie “I Know what I like” die finsteren Vorboten des noch finsteren Popgedudels sehen (bzw. hören), mit der die Band ihren späteren Massenerfolg einleitete. Aber es handelt sich dabei doch eigentlich nur um marginale Einsprengsel in einer Reihe wirklich majestätisch schöner Stücke.

Warum ich diese Platte allen anderen Genesis-Veröffentlichungen vorziehe, ist leicht erklärt. Es ist für mich das einzige Album der Band, in der ihre Musik wirklich voll im Fluss ist. Genesis sind nicht die Meister wilder Verwicklung und hochkomplexer Steigerung. Ihre Neigung zu „lyrischen“ Passagen und ihre Methode, Longtracks aus Einzelteilen zu organisieren, führt nach meinem Geschmack leider oft zu Stockungen, bei denen die Musik arg an Fahrt verliert, und es oft minutenlang nicht richtig weitergeht.

Selling England by the Pound entgeht diesem Problem – zumindest nach meinem Geschmack – durch eine gewisse Leichtigkeit, durch einen Fluss eben, der Stücke wie Firth of Fifth oder Cinema Show mit ihren langen Instrumentalpassagen zu einem echten Genuss macht.

Was ich für Foxtrot gesagt habe, gilt auch für dieses Album: Die Neuedition ist ideal für alle, die das (zwingend notwendige) Kennenlernen noch vor sich haben. Die Bonus-DVD wartet neben den obligatorischen Interviews zu Hintergründen und Entstehungsgeschichte des Albums wieder mit Konzert- bzw. TV-Aufnahmen auf, diesmal aus dem Jahr 1973. Wer also endlich mal sehen will, wie es aussah, wenn Peter Gabriel als Pril-Blume auftrat – hier kriegt er es als Bonusmaterial zu einem Meilenstein der Proggeschichte bequem mitgeliefert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.4.2009
Letzte Änderung: 27.5.2009
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Genesis

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 From Genesis to Revelation 3.20 5
1969 The Genesis of Genesis - 1
1970 Trespass 11.00 6
1971 Nursery Cryme 12.17 6
1972 Foxtrot 14.43 7
1973 Genesis Live 8.67 3
1974 The Lamb lies down on Broadway 11.20 5
1976 A Trick Of The Tail 10.00 5
1976 Wind And Wuthering 11.40 5
1977 Spot The Pigeon (EP) 7.50 2
1977 Seconds Out 10.67 3
1978 And Then There Were Three 6.60 5
1980 Duke 8.00 7
1981 Abacab 6.20 5
1982 Three Sides Live (VHS) - 1
1983 Genesis 6.80 5
1984 Three Sides Live 9.80 5
1985 The MAMA Tour (VHS) - 1
1986 Invisible Touch 7.25 4
1986 Rock Theatre 1.00 2
1987 Visible Touch (VHS) - 1
1988 Invisible Touch Tour (VHS) - 1
1988 Videos Volume II (VHS) - 1
1988 Videos Volume I (VHS) - 1
1991 Turn It On Again - Best Of '81-'83 - 2
1991 We Can't Dance 8.00 3
1992 The Way We Walk Vol.1 - The Shorts (Live) 5.67 3
1993 The Way We Walk Vol.2 - The Longs (Live) 8.00 3
1994 The Way We Walk (VHS) 12.00 2
1996 The Royal Philharmonic Orchestra plays the music of Genesis 2.00 1
1997 Congo (Maxi-CD) - 1
1997 Calling All Stations 6.40 5
1997 Shipwrecked (Maxi) - 2
1998 Not About Us (Maxi) - 1
1998 Archive I - 1967-1975 13.00 6
1999 Turn It On Again - The Hits - 2
2000 The Genesis Songbook (DVD) 12.00 1
2000 Archive II - 1976-1992 11.00 2
2001 The Way We Walk (2DVD) - 1
2003 Live At Wembley Stadium (DVD) - 1
2004 Genesis Live (DVD) 5.00 2
2004 Inside Genesis 1975-1980 - An Independent Critical Review (DVD) - 1
2004 Platinum Collection - 2
2004 The Video Show (DVD) 7.00 2
2007 Box Set 1976 - 1982 - 1
2007 Live - Helsinki, Fi, 11-06-07 9.00 1
2007 Live Over Europe 2007 9.50 2
2008 When In Rome (3-DVD) 11.00 1
2008 Box Set 1970 - 1975 14.00 2

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