SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
22.6.2018
Mother Turtle - Zea Mice
Sleeping Horses - Water for Air
Heldon - Heldon IV "Agneta Nilsson"
cosmic ground - cosmic ground IV
Lunatic Soul - Under The Fragmented Sky
21.6.2018
Arena - Double Vision
Karfagen - Messages from Afar: First Contact
20.6.2018
Syrinx Call - The Moon On A Stick
Galaxy Space Man - Unravel
Widek - Dream Reflection
19.6.2018
The Soft Machine Legacy - Burden of Proof
Heldon - It's Always Rock'n'Roll
18.6.2018
Il Bacio della Medusa - Seme
17.6.2018
Temple - Temple
Jack O'The Clock - Repetitions Of The Old City II
Bad Dreams - Chrysalis
Corde Oblique - Back Through The Liquid Mirror
16.6.2018
Sensitiva Immagine - E tutto cominciò così
ARCHIV
STATISTIK
24728 Rezensionen zu 16924 Alben von 6590 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Monochromie

Winter

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Moderne Klassik
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Wilson Trouvé Klavier

Tracklist

Disc 1
1. Part 1 4:33
2. Part 2 2:11
3. Part 3 3:52
4. Part 4 2:18
5. Part 5 2:02
6. Part 6 1:54
7. Part 7 2:52
8. Part 8 3:24
9. Part 9 1:34
Gesamtlaufzeit24:40


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Draußen strahlt die Sonne, Narzissen blühen, die ersten Blätter sprießen an den Bäumen. Da mag es merkwürdig erscheinen, hier von einem Album namens "Winter" zu lesen. Zugute halten muss man Wilson Trouvé und Monochromie dabei zwar, dass "Winter" tatsächlich Ende Januar veröffentlicht wurde, als die Temperaturen hier noch deutlich unter dem Gefrierpunkt lagen. Dass allerdings die mitgelieferten Promofotos den Musiker beispielsweise bei Sonnenuntergang am Strand oder in einem Kornfeld zeigt, mutet dann allerdings doch etwas merkwürdig an. Aber immerhin ist es denkbar, dass Winter in Marseille eben doch anders ablaufen als hierzulande.

Musikalisch jedenfalls haben sich Monochromie nunmehr komplett auf Klavierklänge verlegt. Das war bekanntlich schon auf dem letztjährigen "Colors In The Dark" der Fall gewesen, den Ambient-Hintergrund hat Trouvé hier allerdings selbstredend entfallen lassen, wenngleich die Stimmungen und Wirkungen der Musik paradoxerweise praktisch die selben sind. Vom Habitus her lässt sich die Musik also nach wie vor dem Ambient zuordnen, wenn auch nicht unbedingt dessen Klang. In dieser Hinsicht bleibt also minimalistische Klaviermusik, die im Wesentlichen von Zweiton- oder Arpeddio-Ostinati angetrieben wird und ihre Entwicklung fast ausschließlich durch harmonische Wandlungen duchlebt. Somit klingt "Winter" tatsächlich nochmals stärker nach Komponisten wie Philip Glass, Arvo Pärt oder Terry Riley, wenngleich sich einige besonders jubilierende Arpeggien auch ohne große Vorbehalte mit dem in Verbindung bringen lassen, was Muse vor guten 10-15 Jahren berühmt gemacht hat (vergleiche "Part 1" - ob es eigentlich Zufall ist, dass dieser Track 4 Minuten und 33 Sekunden dauert?).

Eine ganz eigene Qualität gewinnt "Winter" allerdings dann, wenn rührselige Melodien durch die schier unermüdliche Begleitung regelrecht in Bewegung versetzt werden. So könnten beispielsweise "Part 3" oder "Part 8" ohne diesen Hintergrund wie verschämte Verschnitte von Yann Tiersen oder Erik Satie wirken, die eindringlich pulsierende Rhythmik allerdings rettet die Musik vor der Banalität. Anderen Stücken wiederum haftet melodisch und harmonisch vermehrt der Charakter abstrakterer Elektronik-Musik an; so erinnert beispielsweise "Part 4" an den "Lyckantropen"-Soundtrack von Ulver (oder vielleicht kennt auch noch jemand Rob Dougans "Matrix"-Soundtrack-Exzerpt "Clubbed To Death" - und ich meine nicht die Elgar-Parts zwischendrin). Auch schafft es Trouvé, den Stücken eine teilweise interessante Rhythmik unterzumengen, wie beispielsweise in "Part 5" zu hören ist.

Weniger gelungen sind allerdings einige Stücke in der zweiten Hälfte von "Winter". So bestehen die Teile 6, 7 und 9 doch aus zu wenigen Mitteln, um drei Minuten lang begeistern zu können. Positiv wiegt entsprechend die Tatsache, das dieses Album (als solches wurde "Winter" tatsächlich betitelt) mit 25 Minuten nicht gerade umfangreich ist - andernfalls hätte die Möglichkeit bestanden, dass tatsächlich noch längere Durststrecken zu überwinden wären. Somit lässt sich letztlich festhalten, dass Monochromie hiermit gefällige, lebhafte und stimmungsvolle Musik spielen. Das ist zwar nach wie vor keine ernstliche Konkurrenz für Werke wie "Mishima", "In C" oder "Fratres", aber dennoch eine spannende Angelegenheit. Mehr noch als jeder normale-graue Winter.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Klavier-Minimalismus
Veröffentlicht am: 27.3.2014
Letzte Änderung: 27.3.2014
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Monochromie

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Angels And Demons 9.00 1
2013 Colors In The Dark 8.00 1
2013 Enlighten Yourself While You Sleep 9.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum