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Reflexionen zum Progressive Rock (16.11.2017)
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Space Debris

Phonomorphosis

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; HardRock; Jazzrock / Fusion; Krautrock; Rock / Pop / Mainstream; RetroProg
Label: Breitklang
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Mitja Besen Bass
Tommy Gorny Guitar
Christian Jäger Drums
Winnie Rimbach-Sator Keyboards

Gastmusiker

Magic Petra Voice (Track 1)

Tracklist

Disc 1
1. Colossus stranded 20:40
2. Phonomorphosis 19:45
3. Cat flow deluxe 19:46
4. Journey back to the moon 18:14
Gesamtlaufzeit78:25


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Zeitreise gefällig? Mit "Phonomorphosis" legen Space Debris aus dem südhessischen Odenwald ihr erstes Studioalbum seit dem 2008 erschienenen "Elephant Moon" vor. Allerdings klingt das Ganze eher so, als wäre es 1974, nicht 2014 entstanden. Na ja ... fast. Riesige Unterschiede zu den nach 2008 erschienenen Space-Debris-Livealben sind in klanglicher Hinsicht eigentlich nicht auszumachen, hat das Ganze doch eine erdig-warme Live-im-Studio-Atmosphäre.

Wie eingangs angedeutet haben Space Debris hier - wie eh und je - Retrorock im Angebot, eine farbige (wie schon das bunte Cover andeutet) und druckvoll dargebotene Mischung aus Hardrock, Bluesrock, Psychedelischem, Jazzrock und "normalem" Rock, die dynamisch vorgetragen, mit deutlichem Jamcharakter aus den Boxen kommt und sich dabei in klanglicher und auch stilistischer Hinsicht bis weit in die frühen 70er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück begibt.

Vier lange Jams sind auf "Phonomorphosis" zu finden, bestimmt von E-Gitarre und Vintage-Tasten (vor allem E-Orgelartiges), die sich irgendwo in der Nähe von bzw. in einer imaginären Schnittmenge aus z.B. Deep Purple, den Doors (vor allem in der zweiten Hälfte von "Cat flow deluxe"), Pink Floyd, Nektar, Humble Pie, Brain Auger und Ash Ra Tempel bewegen (jedem 70er-erfahrenen Hörer mag vielleicht eine etwas andere Zusammensetzung von Vergleichsklängen in den Sinn kommen) und dabei klassischen Früh-70er(Hard)Rock, Protoprogessives, Orgelprog, Krautrock und Jazzig-Rockiges miteinander vermengt.

Allzu psychedelisch, spacig oder krautig ist das klangliche Ergebnis dabei gar nicht ausgefallen (große geistige Veränderungen - wie der Albumtitel abdeutet - werden die Sounds beim Hörer wohl nicht auslösen), treibt die Musik doch eher locker-jazzig-rockig dahin und integriert bisweilen auch etwas Elektronik (man höre z.B. den Anfang des Titelstücks) oder textlosen Damengesang (in "Colossus stranded").

Retrojamrock bietet "Phonomorphosis" somit, der bisweilen etwas auf der Stelle tritt, der sich nicht sonderlich von dem unterscheidet, den die Band nun schon seit vielen Jahren (erfolgreich) praktiziert, der vielleicht ab und zu etwas abenteuerlicher hätte ausfallen können und bei dem man sich vielleicht fragt, wo denn nun der progressive Rock verborgen ist. Ansonsten ist diese Musik aber sehr authentisch und abwechslungsreich ausgefallen und wird kompetent dargeboten. Furchtbar originell oder überraschend ist sie nicht, zumindest für die weiter oben schon erwähnten 70er-erfahrenen Hörer. Doch ist es für diese vielleicht ein willkommenes, da vertrautes und vielleicht auch vermisstes "Soundmöbel" (um den Kollegen RJG zu zitieren). Nachgeborene können hier dagegen den guten alten analogen Rocksound der 70er Jahre kennen lernen oder nacherleben. Angehörige beider Gruppen machen jedenfalls sicher keinen Fehler, wenn sie sich "Phonomorphosis" zulegen, so sie denn eben jenen Sound schätzen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.4.2014
Letzte Änderung: 19.12.2016
Wertung: 9/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Auch nach 20 Jahren gemeinsamen Musizierens verstehen es Space Debris noch zu überraschen! Auf Phonomorphosis vollzieht die Band - wie der originelle Titel schon suggeriert - Klanggestaltungen und -wandlungen, die man so noch nicht gehört hat. Wenn man das Album hört, ist es kaum zu glauben, dass es sich hier um freie Improvisationen handeln soll, so perfekt klingt das von großer Intuition geprägte Zusammenspiel der Musiker. Aber genau so ist es. Immer wieder bestechen die komplexen, groovenden Rhythmen und das abwechslungsreiche Ineinandergreifen von Keyboards und E-Gitarre.

Das titelgebende Stück „Phonomorphosis“ wird dabei wohlweislich mit einem kurzen elektronischen Intro eingeleitet, damit auch jeder Hörer sogleich merkt, wohin die Reise geht. Das Stück weist eine sich langsam wandelnde musikalische Struktur auf, in der äußerst geschickt elektronische, jazzige, space- und krautrockige Elemente zu einem ziemlich abgefahrenen, schrägen Ganzen synthetisiert werden. Immer wieder treten bereits angespielte Sentenzen wieder auf, etwa die für Space Debris ungewöhnlich flirrende, blubbernde und sägende Elektronik. Es fällt schwer diesen seltsamen Sound zu klassifizieren. Man muss es einfach selbst gehört haben!

Nicht ganz so originell und ungewöhnlich, aber für die Band selbst zumindest neu ist die starke Jazzfärbung des folgenden „Cat Flow Deluxe“, das aus vier nahtlos aneinander anschließenden Teilen besteht. Beide Stücke werden sowohl in der CD- als auch in der Doppel-LP-Ausgabe von zwei langen Improvisationen eingerahmt bzw. ummantelt, die den Hörgewohnheiten des stärker am Jamrock und psychedelischen Hardrock der frühen 70er Jahre orientierten Hörer entgegenkommen und damit eher die vertrautere Seite des Kollektivs aus dem Odenwald repräsentieren. Gemeinsam sorgen sie für den rockigen Einstieg und Ausklang.

Dabei beginnt das Album noch sehr ruhig mit einem Orgel- und Percussion-Zusammenspiel, das sowohl Anklänge an die ganz, ganz alten Pink Floyd als auch an Jon Lord zu seligen Purple-Zeiten bietet. „Colossus Stranded“ ist ein fünfteiliges Stück, das verschiedenste Facetten – rockige, instrumentell zerfaserte, majestätisch sich aufschwingende wie rasende – aneinander reiht. Es mögen einem hier und da Referenzen an bekannte und weniger bekannte Acts der goldenen Zeit der Rockmusik einfallen, aber insgesamt entfaltet Space Debris einen schon ganz eigenen Sound. „Journey Back to the Moon“ schließlich ist die wohl konventionellste Improvisation auf diesem Album und stammt aus einer früheren Session. Das Stück fließt organisch durch den harten psychedelischen Rock und Bluesrock der frühen 70er Jahre und lässt das Album kraftvoll schließen.

Nach einem starken Einstieg auf noch gewohnten Pfaden begeistert Phonomorphosis mich vor allem durch die neuen Akzente, die bei den mittleren Stücken gesetzt werden. Als Ganzes hält das Album trefflich die Waage zwischen dem vertrauten 70ies-Wohlfühlsound der Band und neuer Lust am Experiment. Was definitiv nicht geboten wird ist Retroprog und Mainstreampoprock. Und egal, welchen Song man hört: immer ist eine ungeheure Spielfreude präsent, die den Hörer mitzureißen versteht. Empfehlung für alle Kraut- und Psychedelic-Rock-Fans!

Anspieltipp(s): Colossus Stranded, Phonomorphosis
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.4.2014
Letzte Änderung: 11.4.2014
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Space Debris

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 Krautrock-Sessions 1994-2001 11.00 1
2005 Kraut Lok 11.00 2
2006 Three 11.00 3
2007 Into the Sun. Live at Burg Herzberg Festival 2006 (DVD) 11.00 2
2008 Elephant Moon 11.50 2
2009 Live Ghosts 10.50 2
2011 Archive Volume 3: Deepest View 10.50 2
2011 Archive Volume 2: All Man 10.00 2
2011 Archive Volume 1: Journey to the Starglow Restaurant 10.00 2
2013 She's a Temple 10.33 3
2015 At Finkenbach 2012 11.00 1
2017 Behind the Gate 12.00 1
2017 Back to Universe. Archive Volume 4 11.00 1

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