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Delusion Squared

The Final Delusion

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: ArtPop; HardRock; Independent / Alternative; Melodic Rock / AOR; New Artrock; Progmetal
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Lorraine Young vocals,acoustic guitars
Emmanuel de Saint Meen bass,keyboards
Steven Francis Guitars,drums

Tracklist

Disc 1
1. Ordeal-The Same River thrice 2.44
2. Ordeal-Diaspora 4.17
3. Ordeal-Patient Zero 5.17
4. Ordeal-Reason of State 6.51
5. Awareness-Devil Inside 6.56
6. Awareness-Last Day of Sun 5.23
7. Awareness-Finally Free 6.41
8. Deliverance-Prisoner's Dilemma 6.43
9. Deliverance-Black Waters 5.35
10. Deliverance-By the Lake (Dying) 4.32
11. Surrender-Oblivion for my Sin 6.46
12. Surrender-Persistence of Vision 5.44
13. Surrender-Deus in Machina 5.21
Gesamtlaufzeit72:50


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Aus dem aktuellen Anlass der dritten CD von Delusion Squared habe ich mir die ersten beiden Scheiben des französischen Trios mal wieder angehört. Daher darf ich Folgendes feststellen: die Musiker/Innen von "Wahnvorstellung hoch zwei" machen dort weiter, wo sie mit "Delusion Squared II" aufgehört haben. Das betrifft sowohl die Musik, als auch die Geschichte, die auf dem ersten Album ihren Anfang nahm.

Die treuesten Delusion Squared-Fans werden sich noch an die in einer Arkologie (einem wegen einer vergifteten Außenwelt notwendig gewordenen, abgeschotteten Ökosystem) lebende junge Frau erinnern, die angeblich gegen die Totalüberwachung rebellierte und daraufhin aus der Arkologie verbannt wurde. Im zweiten, auf "Delusion Squared II" fortgeführten Teil der Geschichte wurde aus der Frau posthum eine Gottheit mit eigenen Priestern und Anhängern. "The Final Delusion" präsentiert den dritten und letzten Teil der Trilogie.

Je nachdem, welche Seite vom CD-Heft man heranzieht, erfährt man entweder von einem im Jahre 1969 stattgefundenen medizinisch-psychiatrischen Experiment, oder von einer leidenden und versklavten Patientin, die befreit werden möchte. Im Text des abschließenden "Deus in Machina" heißt es dann schließlich, das einzig Wahre an den Geschichten sei ein kleines, in einer Arkologie lebendes und vor sich hin träumendes Mädchen. Dieses träumt zurzeit gerade von einer bevorstehenden Heirat als die Frau von höchstem Rang und malt sich aus, wie sie das ganze Land in Zukunft regieren wird. Wer weiß, vielleicht halluziniert in Wahrheit eine neurologisch schwer geschädigte Patientin Ende der 60er Jahre von einem in einer Arkologie lebenden Mädchen. Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!

Und die Sängerin namens Lorraine Young muss die schrägsten und bizarrsten Geschichten dieser Art mit ihrer zarten, mädchenhaften Stimme glaubhaft rüberbringen. Das gelingt ihr nach meinem Eindruck ganz gut, selbst wenn nicht alle bereit sind diese Meinung mit mir zu teilen.

Ich habe den Eindruck, dass die Abmischung von "The Final Delusion" besser die Feinheiten der Musik hervorhebt, als es auf den Vorgängerscheiben der Fall war. Vielleicht auch deswegen wirkt der Gesang auf mich inzwischen etwas lebhafter und selbstbewusster. Möglicherweise hat das Trio gleichzeitig die Kontraste zwischen sanften Folk- und Artpop-Passagen und den rockigeren, bisweilen auch Progmetal streifenden Teilen besser ausarbeiten und wirkungsvoller arrangieren können, so dass "The Final Delusion" als das bisher am meisten ausgereifte Werk von Delusion Squared gelten darf.

Wer sich für die aus den Elementen von Artpop, Alternative Rock, Progmetal, Folk und Artrock bestehende Musik mit weiblichem Gesang begeistern kann, der wird sich am dritten Werk von Delusion Squared wahrscheinlich erfreuen können.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.4.2014
Letzte Änderung: 6.4.2014
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Ich muss zugeben, dass mich die von Siggy geschilderte Hintergrundgeschichte von "The Final Delusion" bislang nicht unbedingt beschäftigt hat. Nicht, dass ein das Album überspannender Handlungsbogen nicht hätte erahnt werden können - dank einiger "Operation: Mindcrime"-artiger Gesprächs-Samples in einigen Stücken ließe sich durchaus ein Zusammenhang zwischen den Liedern herstellen. Allerdings denke ich, dass die Musik von Delusion Squared hier auch so ihre Qualitäten entfalten kann.

In der beschriebenen Mischung der Stile agieren die Franzosen nämlich insgesamt ziemlich eigenständig, denn obwohl die Musik eigentlich aus weitestgehend bekannten Komponenten und Stilzitaten zusammengesetzt ist, ist das Ergebnis der Kombination kaum direkt mit anderen Bands vergleichbar. Grundsätzlich besteht die Musik von Delusion Squared offenbar aus einem Nebeneinander von griffig-rockigen, teils vertrackten Passagen, in denen die Gitarren teilweise schon in den Metalbereich hineinschnuppern, und ruhigen, teils balladesken Abschnitten als Gegenpol. In letzteren, und das ist offenbar die besondere Eigenart dieser Band, kommen dabei Einflüsse aus dem Alternative ebenso zum Tragen wie solche aus mainstreamigeren Regionen oder gar aus der Ambient-Elektronik (immer wieder mal werde Soundscapes zur Untermalung der Balladen-Passagen herangezogen) zum Tragen. Zusammengehalten werden diese gegensätzlichen Elemente von Lorraine Youngs sympathischem Gesang, der dabei sehr oft melodisch äußerst unkonventionell und verschlungen daherkommt.

Wie gesagt, mir fällt partout kein direkter Vergleich für derartige Musik ein. Am nächsten dran wären vielleicht noch aktuelle Bands wie Eclipse Sol-Air oder Eyevory in ihren ruhigeren und - muss man wohl so nennen - feminineren Monenten, ab und an blitzt noch mal die alte Ayreon-Schule auf (wenngleich dort der Gesang natürlich im besten Musical-Stil auf eine Vielzahl von Stimmen aufgeteilt würde), und sogar ein paar Retro-Passagen gibt es (man vergleiche mal "Persistence Of Vision" mit "After The Ordeal"). Entscheidender ist aber natürlich ohnehin eher die Frage, ob Delusion Squared auf diese Weise überzeugende Songs darbieten können. In dieser Hinsicht lässt sich sagen, dass das "The Final Delusion" dann am besten klingt, wenn die Band gelegentlich etwas härter durchgreift. Das ist beispielsweise in "Diaspora" und "Patient Zero" der Fall, wo der oben beschriebene Gegensatz aus moderner Kühle, herzlicher Härte und melancholischem Gesang zu spannungsreichen Modern-Prog-Nummern führt. Im späteren Verlauf des Albums bieten das anspruchsvoll rhythmisierte und melodisch geradezu serpentinenartige "Finally Free" und "Oblivion For My Sin" ähnliche Qualitäten.

Auf der anderen Seite allerdings stellen sich die durchgehend zurückgenommenen Songs immer wieder mal als problematisch heraus: "Reasons Of State" beispielsweise weist eine störend simple Struktur mit zahllosen Wiederholungen auf, "Prisoner's Dilemma" zieht sich angesichts einer ausnahmsweise mal recht unspektakulären Melodieführung in die Länge, und "By The Lake (Dying)" kann erst dann punkten, wenn in der Mitte mit einer Flötenbegleitung eine zusätzliche Klangfarbe in das ansonsten Ambient-dominierte Klangbild eingeführt wird. Weiters zeigt sich noch ein Zwiespalt: Bestenfalls wirken solche teils spartanisch arrangierten Nummern düster und geheimnisvoll, wird der Klangraum aber noch weiter entvölkert (Beispiel: "Last Day Of Sun"), so verpufft diese Düsternis unversehens. Umgekehrt findet das eigentlich sehr stimmungsvolle "Devil Inside" mit einem fanfarenartigen Bombast-Ende (Neoprog galore) ein wenig passendes Ende.

Unterm Strich ist "The Final Delusion" damit ein Album mit einigem Für und Wider. Die genannten Mängel der ruhigeren Stücke werden dabei aufgewogen vom grundsätzlich sympathischen Habitus und dem erfrischend anderen Stil der Band. Durchgängig gelungen ist das Album jedoch nicht, denn die genannten Stücke sorgen immer wieder für Durststrecken, die ein Durchhören dieses 73-Minuten-Kolosses teilweise zu einer Geduldsprobe machen. Gut, richtig nervig ist das jeweils nicht (wie auch bei solch ruhiger Musik), aber es entsteht oftmals der Eindruck, dass die Band gerne eine andere Gewichtung der Komponenten hätten wählen können. Es ist also ein wenig ärgerlich, dass zwischen den spannendsten Passagen bzw. Songs einiges an Leerlauf steht.

Anspieltipp(s): Diaspora, Finally Free, Oblivion For My Sin
Vergleichbar mit: Da gibt es wie gesagt keine einzelnen Bands für
Veröffentlicht am: 3.5.2014
Letzte Änderung: 2.5.2014
Wertung: 9/15
Die besten Momente liegen bei ca. 12 Punkten, die schwächeren immer noch bei 7-8

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Delusion Squared

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 Delusion Squared 11.00 1
2012 II 9.00 3
2018 Anthropocene 8.50 2

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