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Accordo dei Contrari

AdC

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: AltrOck Productions
Durchschnittswertung: 12.25/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Marco Marzo Maracas Guitars
Daniele Piccinini Bass
Christian Franchi Drums
Giovanni Parmeggiani Fender Rhodes, Hammond Organ, Minimoog, Piano

Gastmusiker

Vladimiro Cantaluppi Violin, Viola
Marina Scaramagli Cello, Bass
Enrico Guerzoni Cello

Tracklist

Disc 1
1. Nadir 9:31
2. Dandelion 4:47
3. Seth/Zeugma 5:48
4. Dua 5:44
5. Tiglath 8:28
6. Più limpida e chiara di ogni impressione visuta, part II 3:26
Gesamtlaufzeit37:44


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 4)


Für ihr drittes Album, schlicht "AdC" benannt, sind Accordo dei Contrari wieder zu AltrOck Productions zurückgekehrt, wo man 2007 schon das Debütalbum "Kinesis" veröffentlicht hat. "AdC" entstand an drei Tagen im Januar und Februar 2014 weitestgehend live im Studio, eingespielt von demselben Quartett, welches schon auf den beiden Vorgängerscheiben zu hören war. Dazu kommen gelegentlich drei an Streichinstrumenten tätige Gäste.

Wie man dem längeren Text entnehmen kann, der auf einen der Flügel des weißen Digipacks, in dem "AdC" geliefert wird, gedruckt wurde, waren einige der hier zu hörenden Nummern zur Entstehungszeit von "Kublai" schon vorhanden, wurden dort aber nicht verwendet. In der Tat ist der erste Teil von "Più limpida e chiara di ogni impressione vissuta" dort zu finden. Auch sonst schließt "AdC" recht nahtlos an den Vorgänger an, wobei gerade jenes "Più limpida e chiara di ogni impressione vissuta, part II" (zusammen mit "Seth/Zeugma") ein für die Musik der Band aus Bologna neues Element enthält.

Im Grossen und Ganzen gibt es auf "AdC" den vertrackten Jazzrock mit deutlichem Retroflair und Canterbury-Bezug zu hören, den man von der Gruppe um Keyboarder Giovanni Parmeggiani kennt. Tasten (E-Piano, Piano, Hammond und seltener Minimoog) und Gitarre bestimmen das musikalische Geschehen, das sich meist als symphonisch-klangvoller Jazzprog darstellt, der bisweilen wie eine instrumentale Mischung aus Soft Machine, Mahavishnu Orchestra und Area aus den Boxen rockt. Herausragend sind die beiden längeren Nummern, insbesondere das geheimnisvoll voran schwebende, von perlenden E-Pianoklängen bestimmte "Tiglath", das sich vor den besten Jazzrocknummern der 70er Jahre nicht zu verstecken braucht. Erwähnenswert sind auch die repetitiven, gegen Ende elektronisch-schleifenden, an Soft Machine gemahnenden Momente (à la "The Soft Weed Factor") in "Nadir".

Dazu kommt - das oben erwähnte neue Element - klassisch-akustisch-kammerrockige Einlagen, in denen auch die streichenden Gäste zu hören sind. "Dandelion" und "Dua" bieten dagegen einen dichten, sehr kompakten, farbig vorgetragenen, dynamisch-druckvollen Jazzprog, in dem sich aber auch immer wieder, insbesondere in "Dua", repetitiv-hektische Muster ausmachen lassen. Angesichts der Tatsache, dass diese Musik live eingespielt wurde, ist die Perfektion und Virtuosität der Band wirklich beeindruckend. Bemerkenswert ist schließlich auch der sehr frische und klare Sound, für den Toningenieur Loris Ceroni und Endbearbeiter Udi Koomran gesorgt haben.

"AdC" ist zwar das kürzeste, aber wohl auch das (bisher) abwechslungsreichste, farbigste und klanglich überzeugendste Album von Accordo dei Contrari. Wer sich vorstellen kann, dass ihm ein moderner Retrojazzprog mit gewissen Italoprog- (Area) bzw. Canterbury-Bezügen (Soft Machine) zusagen könnte, der sollte dieses 43ste Album von AltrOck Productions auf keinen Fall verpassen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.7.2014
Letzte Änderung: 26.8.2014
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 4)


Eine nicht alltägliche, aber umso erfreulichere Entwicklung zeigt sich, wenn man die bislang drei Alben des italienischen Quartetts Accordo dei Contrari vergleicht: jedes ist besser als das vorhergehende! Wo wären Yes heute, wenn denen das gelungen wäre? Gut, die haben etwas mehr als drei Alben rausgebracht.

Aber zurück zu Accordo dei Contrari. Die sind mit dem schlicht AdC betitelten, leider recht kurzen Album nach wie vor in den Gefilden des Jazzrock zu Hause, der trotz Reverenzen an die Genregrößen der 70er sehr eigenständig klingt. Komplex und vertrackt, gleichzeitig aber auch lässig und unverkrampft hüpfen die Klänge aus den Boxen, vermischen sich verzwirbelte, kantig rockende Läufe der Gitarre, perlendes E-Piano, kräftige Orgel, etwas Synthie, druckvoller Bass und wuseliges Schlagzeug zu einer dichten, meist dynamisch vorwärts preschenden, kernigen Mixtur. Immer wieder wird dabei etwas Canterbury-Einfluss deutlich, aber auch Elemente des klassischen symphonischen Progressive Rock finden sich in der Musik.

Dazu kommt ein auf den beiden Vorgängern nicht vorhandener kammerrockiger Einfluss, für den vor allem die drei streichenden Gastmusiker zuständig sind. Der Anfang von Seth/Zeugma oder das abschließende Più limpida e chiara di ogni impressione vissuta, part II zeigen diese neue Seite der Musik des Quartetts. Gerade letzteres, ein ruhiges Stückchen mit filigraner Akustik-Klampfe, Klavier und Streichern, bildet einen schönen Kontrast zum Rest des Albums. Schönes Teil, das jedem Jazzprog-Liebhaber nachdrücklich empfohlen sei!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.8.2014
Letzte Änderung: 26.8.2014
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 4)


Also, ihr mögt ja La Sowieso di Dingsbums am tollsten finden, meine Lieblingsband aus Italien ist Accordo dei Contrari. Geiler, retro Italoprog, irgendwo zwischen Canterbury-Jazzrock und ELP - ja, ELP, deren Einfluss auf den italienischen Prog darf man nie unterschätzen. In Giovanni Parmeggianis Keyboardspiel steckt ganz viel Keith Emerson.

"Nadir" beginnt gleich mit einem schnellen, frickeligen Riff im 7/8-Takt - genauso soll Retroprog sein. Nicht altbacken, nicht einfach nur soundorientiert, sondern geil, kompetent - und so neubacken wie im Retrorahmen nur möglich. "Dandelion" ist ein gutes Beispiel: ein saftiger Orgel/Bassgroove mit fiesen Dissonanzen, das ist genau die Musik, die einst von Typen wie Keith Emerson erfunden wurde. So soll Retroprog klingen. "Dandelion" ist das Stück, das ich brauche, wenn ich grad kein Niacin-Album zur Hand habe.

In "Seth/Zeugma" verbinden die Jungs dann Avantgardiges mit schwergewichtigem Orgelrock und funkigen Passagen – und bringen das Album damit vielleicht am Besten auf den Punkt. Und dann kommen die ELP-Einflüsse wieder, so an Tarkus geschulte Ostinati in "Dua", teils klassisch ELPhaft, teils wieder seeehr italienisch. Man spürt eben bis heute, welchen Einfluss diese Band auf den italienischen Prog hatte.

Nach geilem schrägem Jazzrock ("Tiglath") schließt das Album dann sehr schön mit der düster-sinistren Schrägballade "Più limpida e chiara di ogni impressione visuta, part II". Viel zu früh! Denn von dieser Band und ihrer Musik kann ich einfach nicht genug kriegen! "Più", das Wort trifft's schon ganz gut!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.10.2014
Letzte Änderung: 23.10.2014
Wertung: 13/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Aller guten Dinge sind drei. Auch auf dem nach ihrem Bandnamen betitelten Drittling zelebrieren die Italiener ihre sehr eigene Mischung aus jazzrockigem Retroprog.

Wie unterschiedlich man doch hören kann. Ich finde dieses Werk von allen AdC-Platten das am wenigsten abwechslungsreiche. Vor allem Kinesis war in meinen Ohren windschiefer, verwinkelter und "um-die-eckiger". Es gab das Saxophon und die Violine, die insgesamt prägender war, als die Gaststreicher hier (mal abgesehen von der packenden Ausnahme "Seth/Zeugma", welche die Regel bestätigt). Auch werden hier oftmals Motive und Riffs für meinen Geschmack eine Spur zu oft wiederholt, wo auf dem Erstling alle paar Naslang was Neues kam.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: AdC ist ein starkes Album, in seinen besten Momenten vielleicht sogar eine Spur perfekter als die beiden Vorgänger. Mein Problem: ich mag halt Rohdiamanten. Ich mag zudem den etwas volleren Klang der "Kinesis"-Snare und den etwas vordergründigeren Bass. Ich mag den etwas grösseren Retro-Anteil, das Crimsonesque.

Alles in Allem sind das aber Nuancen. Kennen darf man alle Alben und am besten nimmt man sich zwei Stunden Zeit und hört alle drei am Stück.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: La Sowieso Di Dingsbums u.a.
Veröffentlicht am: 4.2.2017
Letzte Änderung: 4.2.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Accordo dei Contrari

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Kinesis 11.25 4
2011 Kublai 11.00 4
2017 Violato Intatto 12.00 2

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