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Frequency Drift

Summer

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Folk; Independent / Alternative; Klassikrock / Adaptionen; Moderne Electronica; New Artrock
Label: Frequency Drift Homepage
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Isa Fallenbacher vocals
Christian Hack guitar, flutes, duclar, wavedrum, percussion
Nerissa Schwarz harp
Tino Schmidt bass
Andreas Hack keyboards, guitars
Sibylle Friz cello
Ulrike Reichel violin, viola

Tracklist

Disc 1
1. Summer 12:00
2. Distant 7:42
3. Siren 4:50
4. Midnight 6:02
5. Ringshining 3:48
6. Summer's End 6:34
Gesamtlaufzeit40:56


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


„Summer“ ist eine leicht wehmütige Erinnerung an den Sommer. Insgesamt bietet Frequency Drift hier so etwas wie modernen, romantischen Indieprog bzw. Artrock mit einigen Folk- und Electronic-Anleihen sowie Klassik an Klavier, Cello und Geige. Das ist schon eine ganz schöne stilistische Bandbreite, die von der Band aber sehr harmonisch vereint wird.

Gerade der Titelsong „Summer“ leistet dies absolut gekonnt. Die Instrumente wechseln fließend in ihrer Leitfunktion: hier noch zarte Harfentöne und elfengleicher Gesang, dann schon ratternde Riffs und klagender Gesang, dort hochmelodisches Bass-Spiel mit romantischem Piano, das einem die Tränen in die Augen treibt, gefolgt von sphärenhaften Synthieklängen, zwischendrin noch ein psychedelisierter Mittelteil vor dem sinfonischen Finale. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt und ebenso perfekt produziert. Dieser Longtrack vereinigt in seiner Komplexität überzeugend all die unterschiedlichen Seiten, die Frequency Drift auf diesem Album ausmachen.

Die nachfolgenden Songs sind z.T. auch nicht schlecht, erreichen aber nicht mehr das absolut herausragende Niveau von „Summer“. Distant ist in der ersten Hälfte mehr Folk als Rock, rockt dann im Instrumentalteil ab der fünften Minute aber recht dynamisch, verquickt mit satten Keyboards. Auch das weiß dem Proggie zu gefallen. Beim Instrumental „Siren“ übernimmt dann pastoraler Wohlklang zwischen Folk und schwebendem Softrock das Ruder. Dazu perlt so schön die Gitarre, dass es schon etwas zu dick aufgetragen ist. Etwas spannender wird es wieder, wenn Isa Fallenbacher „Midnight“ mit leicht mysteriös gehaltenem Timbre in der Stimme intoniert. Die harfen- und streicherdominierte Nummer „Ringshining“ wird den Freunden der Kammermusik gut gefallen. Für alle anderen dient es als klassisches Intro zum finalen „Summer's End“, einem gedämpften Rocker a la The Gathering mit eher düsterer, wehmütiger Atmosphäre.

„Summer“ ist ein feines Album für's Gemüt, das mit (meist) hoher Stilsicherheit produziert worden ist. Es reiht sich nahtlos in die Reihe hochkarätiger Alben der Bayreuther ein. Das Album gibt es auf der Homepage der Band als Download oder als „lovingly hand burned CD with hand written cover notes“.

Anspieltipp(s): Summer
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.9.2014
Letzte Änderung: 16.9.2014
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Es ist ja ein bisschen perfide: Kaum ein Genre des Prog gilt heutzutage als derart "kühl" wie der New Artrock (allenfalls Ambient-Elektronik kann da ansatzweise mithalten), und dann kommen Frequency Drift um die Ecke und veröffentlichen eine Platte, deren Titel "Summer" lautet. Ist das hier also doch ein Album, das mit Wärme, wenn nicht gar Hitze glänzen kann?

Na ja - allzuviel sollte man nicht erwarten. Schon der eröffnende Titelsong erinnert mehr an den Altweibersommer mit kühlen und feuchten Nächten denn an 30-Grad-im-Schatten-Tage, und es ist nur bezeichnend, dass im Text das Wörtchen "Summer" stets in einem Atemzug mit "End" genannt wird. Die musikalischen Zutaten dazu sind bekannt: Nicht langsame, aber auch nicht gerade schwungvolle Rhythmik, allerlei pfeifende und rauschende Soundeffekte im Hintergrund, basslastiges Arrangement, hin und wieder mal ein Neoprog-Keyboardschlenker und eine Gitarre, die abwechselnd in der Pink-Floyd-Trickkiste kramt (hiermit sind Echoeffekte wie in "Another Brick In The Wall" gemeint und nicht etwa die typischen Gilmour-Soli) und mit krachenden Riffs der Musik eine gewisse Ernsthaftigkeit verleihen soll. Alles also in dutzenden Veröffentlichungen von Porcupine Tree, Radiohead und Neurosis erprobt und ausgeprägt.

Das nennenswerte Alleinstellungsmerkmal von Frequency Drift dürfte dabei woihl der Gesang von Isa Fallenbacher sein, der offenbar in der Tradition von The Gathering steht. Cello- und Flöteneinsätze, die in diversen Stücken vorhanden sind, machen im Vergleich eher wenig Eindruck - was paradoxerweise daran liegt, dass sie umso besser in die bedrückt-reservierte Stimmung der Stücke auf "Summer" passen. In klanglicher Hinsicht wäre sonst noch bemerkenswert, dass Frequency Drift in einigen instrumentalen Momten mit etwas vollerem Arrangement durchaus in die Nähe von Projekten wie Höstsonaten rücken - was übrigens auch ein qualitatives Urteil sein soll.

Und der Rest vom Sommer? Irgendwie werde ich den Eindruck los, das sich das Album dahinschleppt. Die meisten Stücke zerfallen über der eher bedächtigen Herangehensweise der Band. Am auffälligsten sind wohl die wenigen schnell voranpreschenden Passagen wie etwa die Enden von "Distant" und "Midnight". In eine etwas andere Richtung zielt noch das harmonisch schön gestaltete Flöten-Intro von "Siren". Und um noch mal zum Titel des Albums zurückzukehren: Am Ende von "Ringshining" gibt's auch noch ein Gewitter, und "Summer's End" befasst sich wohl mit Todessehnsüchten. Hiermit wäre dann ein Albentitel namens "Summer" vollends zum bitterbösen Scherz mutiert.

Ein Sommeralbum ist "Summer" also mitnichten. Eher reicht das hier gebotene Spektrum an Stimmungen von Gleichgültigkeit bis Resignation, Hoffnung wird nur zaghaft angedeutet und schnell wieder aufgegeben. Ist "Summer" denn auch ein gutes Album? Na ja, mich hat es eher wenig überzeugt, was an den recht zurückhaltenden Songs lag. Da wäre es wohl doch besser gewesen, hier entweder eine rauschende Sommerparty oder eine genussvoll harmonische Chiller-Platte aufzunehmen. "Summer" dagegen hat eher was von einer Cocktailparty voll piekfeiner Leute, die vor lauter Respekt voreinander nicht miteinander ins Gespräch kommen wollen. Das ist zwar stilvoll, aber eben doch ein bisschen langweilig.

Anspieltipp(s): Summer, Siren
Vergleichbar mit: Porcupine Tree treffen The Gathering auf einer, äh, Cocktailparty
Veröffentlicht am: 31.10.2014
Letzte Änderung: 4.11.2014
Wertung: 8/15

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