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Le*Silo

Kesamino

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Moderne Klassik; RIO / Avant
Label: Arcàngelo
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Miyako Kanazawa Klavier, Stimme
Yoshiharu Izutsu Gitarre, Stimme
Michiaki Suganuma Schlagzeug, Stimme

Tracklist

Disc 1
1. Zunda Zunda tsu 3:44
2. ha-hi-ho-hi 5:54
3. Paro Paro 6:19
4. Snow-capped land 0:36
5. Kenji 5:06
6. Hypocondria in May 6:26
7. Guiggy's Frozen Tires 0:38
8. Ta.Ka.Ta.da-Zap 5:28
9. A girl who is possessed by kotatsu 5:09
10. Breath of ice 0:36
11. Whisky and Soda 4:42
12. Overture of 'Let me take you to the public bath' 5:40
13. Hevika Shot 5:53
Gesamtlaufzeit56:11


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


“Wann kommt eigentlich Album Nr. 3?“

Diese Frage stellte ich vor nunmehr vier Jahren in einer Rezension zum zweiten Album des japanischen Trios Le*Silo, das damals ebenfalls schon vier Jahre alt war. Und auch wenn zwischenzeitlich immer wieder einmal von einem dritten Album die Rede war, hatte ich schon begonnen, mich innerlich auf die Antwort „nie“ einzustellen. Doch dann, an jenem denkwürdigen Tag Ende September 2014, als Le*Silo ihren furiosen Auftritt beim Freakshow-Festival hinlegten, geschah das Unerwartete: sie hatten tatsächlich ein neues Album im Gepäck.

Statt einer Zahlenkolonne hat es den Titel Kesamino und enthält 13 Stücke, die größtenteils aus der Feder von Pianistin Miyako Kanazawa stammen. Ihre beiden Mitstreiter haben jeweils zwei Stücke beigesteuert, darunter die beiden Halbminüter Snow-Capped Land (ein Solostück für Gitarre) und Guiggy’s Frozen Tires (dito für Schlagzeug). Ein solch kurzes Stückchen hat auch Miyako mit Breath of Ice beigetragen, und wie mancher vielleicht schon vermutet, handelt es sich um ein Solo für Klavier.

Das Trio führt den Stil seiner ersten beiden Alben relativ nahtlos weiter. Dissonante Vertracktheiten und verknotende Läufe in komplexen Rhythmen purzeln aus den Lautsprechern und fräsen sich in die Gehörgänge ein, wobei Miyakos stakkatoartiges Hämmern auf die Tasten bisweilen die fingerbrechende Saitenkunst ihres Kollegen Yoshiharo Izutsu zu ersticken droht, dazu wuselt Michiaki Suganuma ruhelos über die Felle. Gelegentlich gibt es stimmliche Einsätze der Pianistin, leider nicht durchweg so schrill, wie man sie von Japanerinnen (jedenfalls avantproggenden Japanerinnen) kennt, aber stets auf seltsame Art. Immerhin im abschließenden Hevika Shot gibt’s eine veritable Kreischorgie.

Immer wieder sind in der Musik Einflüsse moderner Klassik hörbar; nicht, weil bestimmte Werke zitiert würden (ist mir zumindest nichts aufgefallen), es ist eher die Art der Komposition. Denn bei aller Schrägheit und Vertracktheit agieren Le*Silo doch stets diszipliniert, als sei jeder Ton genauestens überlegt. Auch vor Boogie-Einflüssen schrecken die Musiker nicht zurück, und sie machen das deutlich besser als weiland E, L und P; Avant-Boogie sozusagen (Kenji). Zwischendurch kann es sogar richtig ruhig und geradezu harmonisch werden (Hypochondria in May etwa). Das sind jedoch nur Verschnaufpausen, bevor es wieder ordentlich zur Sache geht.

Ein Manko sei jedoch noch erwähnt, und das ist der Klang. Liegt’s an der Aufnahme oder an der Produktion, es klingt alles ein wenig dünn. Man spürt, wie die Musik eigentlich vor Kraft strotzt, aber es kommt nicht alles davon rüber. Oder liegt es am nicht so lange zurückliegenden Konzerterlebnis? Jedenfalls ändert das selbstredend nichts an der Qualität der Musik, aber beim Hörerlebnis lässt sich Optimierungspotenzial identifizieren. Ansonsten: großartige Musik!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.10.2014
Letzte Änderung: 6.10.2014
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Le*Silo

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 8.8 12.00 2
2006 3.27830 12.00 4

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