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24730 Rezensionen zu 16926 Alben von 6591 Bands.
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Kaipa

Sattyg

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Folk; RetroProg
Label: Insideout Music
Durchschnittswertung: 10.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Hans Lundin keyboards & vocals
Per Nilsson electric and acoustic guitars
Morgan Ågren drums
Jonas Reingold electric basses
Patrick Lundström vocals
Aleena Gibson vocals

Gastmusiker

Fredrik Linsqvist recorders & whistles
Elin Rubinsztein violin

Tracklist

Disc 1
1. A Map Of Your Secret World 15:01
2. World Of The Void 07:48
3. Screwed-Upness 13:05
4. Sattyg 03:12
5. A Sky Full Of Painters 14:11
6. Unique When We Fall 05:16
7. Without Time - Beyond Time 09:48
Gesamtlaufzeit68:21


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 4)


Spätestens seit "Keyholder" - Einstieg von Aleena - klingen alle Kaipa-Alben ähnlich. Der Hörer weiß – im Prinzip wie bei den Flower Kings in den letzten Jahren oder bei den Progalben von Neal Morse - was ungefähr auf ihn zukommt. Die Scheiben ab "Angling Feelings" wurden zwar allgemein als härter empfunden, aber doch immer noch auf diese folk-proggig-verspielte Weise. Diese relative Ähnlichkeit war auch irgendwann das Problem, das ich mit den Kaipa-Alben hatte: gekauft nur noch aus Treue zur Band. Aber dann doch auch nicht mehr konstant, weil es ja noch genug anderes gibt. Den Vorgänger "Vittjar" hatte ich daher mal ausgelassen, aber nun hat doch wieder die Neugier gesiegt...

Und "Sattyg" rockt auch wieder gut! Nilsons E-Gitarre ist deutlich häufiger und in prominenterer Rolle als Lundins Keys zu hören. Nett sind im Gegenzug immer wieder diese Flöten- und Violineinlagen, die im Kontrast zu den rockigen Teilen, den stark folkigen Aspekt der Musik Kaipas unterstreichen. Und sowohl Patrick Lundström als auch Aleena Gibson singen wieder mit unwiderstehlichem Optimismus und voller Strahlkraft. Speziell Aleena strahlt dabei auch eine quicklebendige, frische Jugendlichkeit aus. Die muss man einfach gern haben. Mittendrin gibt es mit dem Titelsong auch eine kleine, rein folkige Instrumentalnummer.

"Sattyg" ist ein sehr ausgewogenes Retroprog-Album mit diesem typischen Folklore-Einschlag geworden, der die Musik Kaipas seit Jahren auszeichnet. Vom Neuigkeitswert hat sich auf "Sattyg" somit eigentlich nichts Auffälliges ergeben. Aber es ist mal wieder ein Album, das den Fans der Band, die den einmal eingeschlagenen Weg lieben und auch nichts anderes hören wollen, gefallen dürfte. Zumal – und das ist vielleicht hier das eigentlich Entscheidende – die Band ihre Mischung sehr kompetent und inspiriert rüberbringt, auch wenn es manchmal – v.a. in den Instrumentalteilen – etwas langwierig wird.

Anspieltipp(s): A Map of your Secret World
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.11.2014
Letzte Änderung: 14.11.2014
Wertung: 9/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 4)


Folky folky, die neue Kaipa! Waren die immer schon so folky? Ich kenne die Band nur sporadisch und weiß nur, dass sie nett ist. Oder nett klingt, denn, merke, von dem, was Menschen sagen, singen oder spielen, kann man nicht auf die Menschen selber schließen. Darum hab ich Aleena Gibson gegugelt, sie sieht nett aus. Bisschen wie Bonnie Tyler meets diese bulgarische (danke, Horst!) Göre aus dieser Mädchencastingband, wie - scheißegal - hieß'n die gleich nochmal, aber wenn Gibson ihre (tschuldigung) Gibson nett umarmt, dann sieht das echt nett aus.

Aber folky, so folky hab ich Kaipa nicht in Erinnerung. Finde ich - schlagt mich - gar nicht schlecht. Der Einsteiger, "A Map Of Your Secret World", ist gleich sowas wie ein Folkprogepic, wenn es sowas denn gibt. Gibt's jedenfalls jetzt. Und nicht nur wegen der Flöte, auch der schöne Schunkeltakt ist nett, die höhenbetonten Akustiksounds, und die Verbindung von Folk und Prog funktioniert sogar, ist ja nicht immer gleich gelungen, wenn zwei mehr oder weniger kompatible Stile vermischt werden. Und so packen Kaipa zum Beispiel in einen 6/8-Takt auch mal einen Schlag mehr, oder einen weniger, behalten die Schunkelattitüde dabei bei, aber machen das Ganze eben nicht derart unterkomplex, dass man sich als Progfan (wie bei so vielen anderen Retroprogbands) fragen muss, warum das überhaupt noch zum Prog gezählt wird. Es ist eben nicht alles gleich schlecht, nur weils nicht gar so frickelig und kompliziert ist!

Kaipas "Sattyg" ist dafür ein prima Beispiel, und deshalb finde ich es auch so nett. Und weil Aleena Gibson ihre Gibson so nett umarmt. Sachen wie "A Map Of Your Secret World" oder "Screwed-Upness" (Screw-Dupness) sind so nett, die haben sogar Ohrwurmpotenzial! Prima!

Wenn man etwas kritisieren kann, dann, dass es mit all dem einen Tick zu gesättygt ist. Das Album schunkelt viel zu viel, mal'n anderes Rhythmusfeeling wäre schön. Die Akustiksounds sind ein bissl sehr höhenbetont. Aber das wird ausgeglichen durch angenehm saftige Gitarren - klasse, ich mag Folkrock mit saftigen Gitarren. Aber wie ein Kollege zu einem anderen Kaipa-Album mal schrieb: Wem so etwas gefällt, der dürfte das Album mögen.

Jou, das stimmt! Und es ist auch nicht alles so folkig. Liegt's an mir, oder verschiebt das Album nach dem Titeltrack gegen Ende hin das Gewicht hinüber zum Prog? Ich glaube, ja. Und das ist guzo, denn zu viel Schunkelattitüde - aber das hatten wir schon.

Aber das ist eben der Punkt: Hatten wir schon. Kaipa ist eine Hatten-wir-schon-Band. Eine nette allerdings, und deshalb darf sie von mir aus gern weiter Hatten-wir-schon-Alben aufnehmen. Auf der anderen Seite, wie gesagt, so folky hab ich Kaipa nicht in Erinnerung. Es tut sich also was in Kaipas Secret World. Oder in meiner Secret Kaipa-World. Hatten wir noch nicht. Oder wie man neudeutsch (to be on the safe side) sagt: Hatten wir so noch nicht. Nett!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.11.2014
Letzte Änderung: 22.11.2014
Wertung: 10/15
Nette Scheibe!

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Von: Harald Schmidt @ (Rezension 3 von 4)


Sind wir mal ehrlich: Spielt eine Band auf fünf Alben hintereinander wirres und krudes Zeug wird sie gerne für ihre Heldentaten und ihren Wagemut gefeiert. Insbesondere wird sie gelobt, weil sie scheinbar auf jedem Album etwas anderes versucht. Sprechen wir dagegen über Bands, deren musikalischer Output im Hinblick auf Melodie und Harmonie deutlich nachvollziehbarer ist, neigt man schnell dazu ihr Wiederholung vorzuwerfen.

Sachlich gibt es keinen zwingenden Grund, diese Bands unterschiedlich zu beurteilen – aber wir tun es trotzdem. Weil wir Mut zur Disharmonie insgeheim mehr belohnen wollen und das schicker finden? Oder weil es schlicht daran liegt, dass man bei abgefahrenem Stoff nicht so gut in der Lage ist, die Wiederholung festzustellen, eben weil sich weniger Erinnerungen anhand der Melodien bilden? Für meine Begriffe liegt die unterschiedliche Bewertung daher öfter beim Hörer und weniger in der Musik – es fällt uns Hörern eben nur leichter, bei melodielastigem Prog Wiederholungen festzustellen als bei schrägeren oder dissonanten Varianten.

Sind wir bei der neuen Kaipa. Und was soll ich sagen: Ein Fest!

Ja, natürlich stellen sich gewisse bekannte Muster ein oder „Schachzüge“, die vertraut anmuten. Man kann das in dem Fall auch gerne Stil nennen. Das liegt zum großen Teil an den bekannten Zutaten: Beispielsweise, weil sich Hans Lundin seit 2002 einen speziellen, verzerrten und nach Gitarren tönenden Keyboard-Sound für einen Großteil seiner Soli auserkoren hat. Zudem ist die Mixtur aus skandinavischer Folklore und symphonisch-fülligem Retro-Prog inzwischen Kaipa-typisch und auch die melodische Organisation über zwei Sänger beiderlei Geschlechts zählt zum Standard-Repertoire bei Kaipa. Die musikalischen Grundideen entspringen nun einmal Hans Lundin – und der hat seinen Stil. Den qualitativen Unterschied zwischen den Kaipa-Alben seit 2002 bilden ergo nicht die Grundsubstanzen, sondern hauptsächlich die Schlüssigkeit der Melodien und die spielerische Dynamik, - beides ist in den letzten Jahren recht unterschiedlich ausgefallen (gerade Alben wie Mindrevolutions, Angling Feelings oder bereits Keyholder fand ich hier klar schwächer).

Seit Notes From The Past 2002 habe ich Kaipa nicht mehr so agil und spritzig erlebt. Die Schweden brennen ein permanentes Feuerwerk ab und sprühen nur so vor Energie. Kaipa sind keineswegs mehr die Keyboard-Sympho-Band, für die sie vielfach gehalten werden, denn sowohl die akustische als auch die elektrische Gitarre erhält viel Raum. Letztere darf vielfach für kerniges Riffing in Zusammenarbeit mit dem energisch pulsierenden Bass sorgen oder sich ausgiebig bei Soli in Szene setzen.

Der Aufbau der Stück ist schlüssig und das will etwas heißen, denn immerhin fahren Kaipa drei Viertelstünder auf von denen jeder ein Genuss ist. Wer glaubt, dass die Band nach hinten raus was liegen lässt, der täuscht sich: Bis zur letzten Sekunde halten Kaipa das Niveau. Jedes Stück bietet sehr verspielte und technisch hoch versierte Duelle der Instrumentalisten und in gelegentlichen ruhigen Momenten auch kleine Erholungspausen. Aber im Grunde bleibt der Puls auf diesem grandios klingenden Album permanent hoch.

Fazit: Kaipa setzen mit Sattyg 2014 ein echtes Ausrufezeichen, Ermüdungserscheinungen sind in keiner Sekunde auszumachen und man stellt gerade „verwandte“ Bands wie zum Beispiel die Flower Kings klar in den Schatten. Starkes und frisches Album.

Anspieltipp(s): Screwed-Upness, A Sky Full Of Painters
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.11.2014
Letzte Änderung: 22.11.2014
Wertung: 12/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Kürzlich schrieb ich über ein anderes Album, dies sei lebensverneinender ISIS-Prog. Mit Sattyg kommt nun das genaue Gegenteil: lebensbejahender Folkprog aus Skandinavien; hollahi-hollaho-holla-hopsasa.

Die Tage werden kürzer, draussen wird's kälter und grau, die Bäume werfen ihre Blätter ab, die Sonne steht tief. Und dann kommen Kaipa mit Sattyg und hellen alles auf. Aleena Gibson mit ihrer unikalen Stimme, Fredrik Lindquist mit Flöten und Elin Rubinstein mit der Violine, Per Nilsson mit einigen jubilierenden Gitarrensoli und nicht zuletzt Hans Lundin, der im vermeintlichen Spannungsfeld zwischen folkig-blumigen Stimmungen und harten, rockigen Gitarren und druckvollen Rhythmuseinlagen einige seiner besten Kompositionen abliefert. Natürlich hat er sich und das Rad nicht neu erfunden. Man erkennt Kaipa sofort als Kaipa. Aber das geht mir bald mit jeder Band so. Haralds Gedanken zur Wahrnehmung von Wiederholungen in der Musik sind ach so wahr. Eingängige Musik hat es bei uns Proggern, die wir meist mit dem Kopf resp. den frontalen Gyri Musik hören, einfach schwerer. Jemand, der die Instrumente quält und ins Mikro rülpst, ist schnell mal Kult. Haltet inne, folgt eurem Herz, eurem Gefühl. Ich schrieb es bereits früher und sage es wieder: ohne Melodie fehlt der Musik oft etwas. Eine gute Melodie zu schreiben, die den Hörer begeistert, sich in ihm festsetzt, ist Kunst. Kaipa können das. Und machen nebenbei doch auch ein wenig Rabatz.

Hey Nik! Es gibt wirklich keinen Grund sich dafür zu schämen, diese Musik zu mögen. Deshalb: jetzt und hier keine Prügel für Dich. Kaipa 2014 sind klasse. Und die Flower Kings hat man schon lang überholt. Sattyg könnte In the Wake of Evolution als mein meistgehörtes Kaipa-Album ablösen. Momentan läuft es und läuft und läuft….

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.11.2014
Letzte Änderung: 24.11.2014
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kaipa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Kaipa 11.67 3
1976 Inget Nytt Under Solen 11.75 4
1978 Solo 8.50 2
1980 Händer 8.00 1
1982 Nattdjurstid - 1
2002 Notes from the Past 7.60 5
2003 Keyholder 7.11 9
2005 The Decca Years 1975 - 1978 13.00 2
2005 Mindrevolutions 6.50 4
2007 Angling Feelings 7.00 4
2010 In the Wake of Evolution 9.25 4
2012 Vittjar 10.00 1
2017 Children Of The Sounds 10.50 2

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