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Michael Brückner

Naura

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Ambient; Elektronische Musik
Label: Klangwirkstoff Records
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michael Brückner -

Tracklist

Disc 1
1. Rinkula 10:26
2. Rauka   (Wild Mix) 17:39
3. Rauros - A Drone 8:36
4. Rauka   (Disciplined Mix) 17:35
5. - 21:59
Gesamtlaufzeit76:15


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Michael Brückner macht - wenig überraschend für so ein Einmann-Projekt - elektronische Musik, und die üblichen Namen aus Berlin, Düsseldorf, Frankreich und Griechenland als Vergleich verkneife ich mir an dieser Stelle mal - nicht nur, weil man sich sowas schon längst denken kann, sondern auch, weil damit der Eindruck entstünde, dass auch auf "Naura" Retro-Elektronik zu hören sein könnte, ähnlich wie in den letzten Jahren beispielsweise auf den Alben von Cosmic Ground oder Sankt Otten. Hierbei ist letzteres natürlich auch eine Folge davon, dass diejenigen Musiker, deren Namen ich hier nicht nennen möchte, nur allzugerne auf ihre 70er-Werke reduziert werden, was wiederum stets unter Missachtung des jüngeren Schaffens dieser Herrschaften. Nein, Michael Brückner klingt zumindest hier kaum retro, sondern durchaus modern und kühl.

In "Rinkula" jedenfalls ertönen vor einem Hintergrund aus luftigem Rauschen immer wieder tröpfelnde und pulsierende Motive. Das mag zwar auch als sehr minimalistische Nummer durchgehen, mich persönlich erinnert es aber eher schon an Ambient. Das liegt wohl einerseits daran, dass die Bestandteile dieses Stücks ein wenig willkürlich wirken und in ihrem Zusammenwirken eher konfrontierend wirken, zum anderen sind natürlich die am Ende eingeschobenen Samples schon recht verräterisch. Auch der "Wild Mix" von "Rauka" entwickelt nach eruptivem Anfang (samt kurzem "Radiosterne"-Anklang) düster-bedrohliche Tendenzen aus schwirrenden, dröhnenden oder auf- und abschwellenden Klängen sowie Zeitlupen-Glockentönen. So unterscheiden sich die ersten fünf Minuten auch kaum von dem, was man zu hören bekommt, wenn man bei Youtube "sound of [Planet unseres Sonnensystems]" eingibt. Dann allerdings gewinnt dieses Stücks mit einem schweren Loop-Rhythmus urplötzlich an Form und Struktur, kurz gesagt: an Musikalität, und auch hier fällt mit Frank Klepackis "Command & Conquer"-Soundtrack eine eher abseitige Referenz ein. Überhaupt wird es ab hier ziemlich spannend und unterhaltsam, wenn auch diese Nummer wieder eher meditativ endet.

"Rauros - A Drone" klingt an seinem Titel gemessen relativ harmonisch (was nix anderes heißt, als dass ein Akkord voller Schwebungen über acht Minuten gehalten wird), ist ansonsten aber auch mehr eine Klangskizze als ein durchkomponiertes Stück und läuft sich umso schneller tot. Als grober Vergleich fällt mir hier - natürlich kein großer Name - "Noise Opera No. 6" von Ringhausen ein. Bliebe noch der "Disciplined Mix" von "Rauka", wobei natürlich die Frage am spannendsten ist, wie sich diese Fassung im Vergleich zum "Wild Mix" macht. Also dann: An der Struktur und der Substanz ändert sich wohl nichts, eher an den Sounds (wobei das natürlich in diesem Genre schon etwas mit "Substanz" zu tun hat...): Hier klingt vor allem der Anfang massiver, erst brummt es, danach schnarrt es metallisch. Hingegen wurde die beschriebene Rhythmisierung eher zurückgestellt; das Stampfen der Loops ist anfangs nur zu erahnen und schiebt sich nur langsam in den Vordergrund, danach ist dieses Stück zumindest etwas zurückhaltender (oder der "Wild Mix" eben wilder). Den Abschluss bildet ein unbetiteltes und im CD-Booklet auch nicht aufgeführtes Stück, das noch einmal aus unaufgeregten 22 Minuten Ambient-Weltraumsounds besteht. Paradoxerweise ist dabei gerade dieses Stück wohl das stringenteste dieses Albums, aber das liegt wohl auch daran, dass solch simple Klangerzeugnisse immer das Potenzial haben, faszinierend zu sein.

Unterm Strich hinterlässt "Naura" doch einen eher zwiegespaltenen Eindruck. Das liegt gar nicht mal am grundlegenden Stil oder an den Kompositionen, sondern eher an der generellen Aufmachung: Ein richtiger Zusammenhang zwischen den Stücken ist nicht zu hören, eher wirkt "Naura" wie eine typische "Stücke, die in einem gewissen Zeitraum entstanden sind"-Platte. Hierzu trägt auch die Tatsache bei, gleich zwei Versionen von "Rauka" zu bekommen und mit "Rauros" und der unbetitelten Nummer wiederum reinen Ambient - ich persönlich kann mich bei sowas nur schwer dem Eindruck erwehren, es handele sich hierbei buchstäblich um "Stückwerk". Ansonsten stört natürlich noch, dass einige Passagen, so eben beispielsweise "Rinkula", ziemlich willkürlich wirken. Wirklich überzeugen tut "Naura" dann auch nur in den genannten Hälften von "Rauka", ansonsten bleibt diese Platte eher Geschmackssache. Ein bisschen schade - ein Michael Brückner sollte eigentlich zu mehr in der Lage sein.

Anspieltipp(s): Rauka. Was denn sonst?
Vergleichbar mit: Planetensounds - siehe Youtube.
Veröffentlicht am: 6.11.2014
Letzte Änderung: 20.11.2014
Wertung: 7/15
"Rauka" verdient in beiden Fassungen eine 9-10

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Michael Brückner

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Incarnation Generator 9.00 1
2002 The Outsider 11.00 1
2003 Breakfast On Yuggoth 11.00 1
2006 trips and ticks 6.00 1
2011 Endless Mind Portal 9.00 1
2012 100 Million Miles under the Stars 11.00 1
2012 R is for "Rocket" and S is for "Space" 10.00 1
2013 Kings of the Earth 9.00 1
2013 In letzter Konsequenz 9.00 1
2014 Thirteen Rites of Passage 11.00 1
2014 Two Letters from Crimea - Live at St.Peter, Frankfurt, April 2014 11.00 1
2014 Ombra Revisited 11.00 1
2016 trois briques 11.00 1
2016 The Giant Illusion 10.00 1
2016 Muzikhala 9.00 1
2016 Hikari 11.00 1
2017 Mousic 5.00 1
2017 Drones 10.00 1
2017 All The Pieces Fit Forever 9.00 1
2017 Movies Moving In My Head 9.00 1
2017 Trees Of Olivandá 11.00 1

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