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Michael Brückner

Endless Mind Portal

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Ambient; Elektronische Musik
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michael Brückner

Gastmusiker

Hannah & Cäcilia Brückner Stimmen

Tracklist

Disc 1
1. In Search for the Portal 20:00
2. Discovery and Exploration of the Portal 23:30
3. Through the Portal 19:13
Gesamtlaufzeit62:43
Disc 2
1. Inside the Endless Mind 30:20
2. Leaving the Endless Mind 21:19
3. The Endless Mind - Chill Mix   (ab hier Bonustitel) 18:46
4. Störtebecker (live) - Part 1 5:13
Gesamtlaufzeit75:38
Disc 3
1. Störtebecker (live) - Part 2 5:45
2. Mynnie 15:22
3. Berlin Schoolboy 25:51
4. Inside the Endless Mind (alternate mix) 30:20
Gesamtlaufzeit77:18


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Ich muss gestehen, bei dem Albumtitel Endless Mind Portal musste ich erst einmal schlucken. Das klingt doch sehr nach sanft säuselnder New-Age-Musik, oder, um es etwas salopper auszudrücken: nach einer musikalischen Schlaftablette. Doch glücklicherweise waren diese Befürchtungen unbegründet.

Das Konzept für dieses Album wurde inspiriert von einigen von Michael Brückners Lieblingsautoren: James Graham Ballard, Olaf Stapledon, H.P. Lovecraft und William Hope Hodgson. Von Ballard wird an einer Stelle sogar ein Text rezitiert. In den Liner Notes merkt Michael Brückner gleich entschuldigend an, das Konzept sei nicht wirklich neu, gerade im Bereich der elektronischen Musik. Aber welche Konzeptidee ist heutzutage schon noch wirklich neu? Und außerdem, so könnte man boshaft hinzufügen, die Musik ist es ja auch nicht. Aber, auch das steht dabei, selbige entstand als „pranam“ gegenüber den Meistern der Berliner Schule elektronischer Musik. Als was bitte? „Pranam“ musste ich erst mal nachschauen. Das ist Hindi und bedeutet etwa „Ehrerbietung“. Und das passt auch perfekt zur Musik.

Das Album kommt als prall gefülltes Set mit 3 CDs, wobei das eigentliche Konzept lediglich die komplette CD 1 und den größeren Teil von CD 2 umfasst; der Rest ist Bonusmaterial, darunter Alternativmixe und Liveaufnahmen. Michael Brückner macht dabei alles komplett solo, nur hin und wieder kommen Frau und Tochter stimmlich zum Einsatz.

Oben habe ich etwas von „sanft säuselnder New-Age-Musik“ geschrieben, und tatsächlich sind die ersten beiden Stücke sehr ruhig ausgefallen. Aber ruhig ist nicht immer mit glatt und einschläfernd gleichzusetzen; auch die Ruhe kann beunruhigend sein. Tatsächlich zeichnen sich beiden Stücke durch extrem ruhige, dabei aber auch karge bis schroffe, gelegentlich sogar ins Dissonante gehende Klangflächen aus, die ein beständiges Gefühl der Beunruhigung schaffen. Von den 20 bzw. 23 Minuten ist da keine zuviel. Da fühle ich mich allerdings eher in den Weiten des Alls schwebend als vor irgendeinem Portal (und schon gar nicht am Brandenburger Tor, das auf der Rückseite abgebildet ist), aber zu solcher Musik entwickelt eben jeder seine eigenen Gedanken. Jedenfalls ein schönes Beispiel dafür, dass auch sehr ruhige Musik voller Spannung sein kann. Wenn es durch das Portal geht, wird die Musik etwas lebhafter und vor allem: voluminöser und im weiteren Verlauf des Stücks auch rhythmischer.

Auf der zweiten CD wird es dann aber doch sreckenweise etwas njuäjdschig. Im endlosen Verstand rezitiert eine Kinderstimme einen verschwurbelten Text, gefolgt von ätherischem Frauengesang, und schließlich kommt noch einmal bedeutungsschwangerer Text, diesmal von einer verfremdeten Männerstimme. Dazwischen immer wieder Sequenzer-orientierte Passagen, die sich mit freieren Klängen abwechseln. Etwas zerrissen wirkt dieses Stück. Auch das letzte der regulären Stücke, Leaving the Endless Mind, wechselt zwischen Ambient-artigen und von treibenden Rhythmen geprägten Passagen, hier sind die Übergänge jedoch gelungener.

Danach folgt, wie schon erwähnt, eine ganze Menge Bonusmaterial. Sehr schön ist etwa Mynnie, ein Stück im klassischen Stil der Berliner Schule mit treibenden Sequenzerrhythmen. Auch die beiden Teile von Störtebecker zeigen sich deutlich von dieser Spielart elektronischer Musik beeinflusst, wirken aber schwebender. Der Berliner Schuljunge wirkt dagegen wieder ziemlich zusammengestückelt, genauer gesagt habe ich fast den Eindruck, dass hier ein paar Stücke zusammengeklatscht wurden, so abrupt und unpassend wirkt hier mancher Übergang. Ansonsten gibt es auch in diesem Stück viel Sequenzer. Die beiden Alternativmixe wirken mir dagegen zu luftig-leicht.

Also Licht und Schatten auf diesem Album, aber letzten Endes überwiegt das Licht. Liebhaber der Berliner Spielart elektronischer Musik kommen mit diesem prall gefüllten Set voll auf ihre Kosten. Reinhörmöglichkeit auf Bandcamp (allerdings fehlen dort die meisten Bonustitel), dort kann man das Set auch bestellen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.11.2014
Letzte Änderung: 16.11.2014
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Michael Brückner

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Incarnation Generator 9.00 1
2002 The Outsider 11.00 1
2003 Breakfast On Yuggoth 11.00 1
2006 trips and ticks 6.00 1
2012 100 Million Miles under the Stars 11.00 1
2012 R is for "Rocket" and S is for "Space" 10.00 1
2013 Naura 7.00 1
2013 Kings of the Earth 9.00 1
2013 In letzter Konsequenz 9.00 1
2014 Thirteen Rites of Passage 11.00 1
2014 Two Letters from Crimea - Live at St.Peter, Frankfurt, April 2014 11.00 1
2014 Ombra Revisited 11.00 1
2016 trois briques 11.00 1
2016 The Giant Illusion 10.00 1
2016 Muzikhala 9.00 1
2016 Hikari 11.00 1
2017 Mousic 5.00 1
2017 Drones 10.00 1
2017 All The Pieces Fit Forever 9.00 1
2017 Movies Moving In My Head 9.00 1
2017 Trees Of Olivandá 11.00 1

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